Kapitel 11

 

 

 

Nachdem Ben und Meg am nächsten Morgen ausgiebig gefrühstückt hatten, brachen sie ihr Lager ab und luden das ganze Gepäck wieder ins Auto.

„Bist Du startklar?“ Ben sah sich noch einmal um, ob sie auch nichts vergessen hatten.

„Ja,“ nickte Meg „von mir aus kann es losgehen.“

Sie stiegen in den Landrover und fuhren los.

 

Bis zum Mittag blieb Ben noch auf dem Highway, dann bog er auf eine Nebenstrasse ab.

„Willst Du jetzt schon einen Lagerplatz suchen?“ fragte Meg erstaunt.

„Nein, um zu der Hütte zu kommen, müssen wir jetzt vom Highway runter.“ Erklärte Ben „Hoffentlich sind die Nebenstrassen gut passierbar.“

„Solange wir noch irgendwie vorwärts kommen, wird es schon gehen.“

Ben nickte „Trotzdem werde ich mich erst wohler fühlen, wenn ich Dich sicher in der Hütte habe.“

„Glaubst Du, dass wir verfolgt werden?“ Unwillkürlich schaute Meg über ihre Schulter nach hinten.

Ben zuckte mit den Schultern „Bisher ist mir noch nichts aufgefallen, aber man kann nie vorsichtig genug sein. Wir haben es hier mit Profis zu tun.“

 

Die nächsten Stunden fuhren sie schweigend weiter. Auf den Nebenstrassen kamen sie nicht mehr so schnell voran, wie auf dem Highway, da hier auf der Strasse eine geschlossene Schneedecke war. Am späten Nachmittag machten sie sich wieder auf die Suche nach einem geeigneten Lagerplatz. Wieder fanden sie eine kleine Lichtung. Ganz in der Nähe floss ein kleiner Fluss entlang, der trotz der Witterung nicht zugefroren war.

 

Wie schon am Vortag, machte sich Ben daran, das Zelt aufzubauen.

„Ich gehe wieder etwas Feuerholz sammeln.“ Rief Meg Ben zu.

„Okay, aber geh nicht zu weit weg.“ Nickte Ben.

„Keine Angst, ich bleibe in Rufweite.“ Antwortete Meg und marschierte los.

An dem kleinen Fluss blieb sie einen Augenblick stehen und sah sich die Eislandschaft an, die sich zwischen den Felsen gebildet hatte. Da das Wasser hier mit einer starken Strömung entlang floss, war der Fluss nicht vollständig zugefroren. Meg beschloss ein wenig am Ufer entlang zu gehen und dabei Holz zu sammeln.

Sie war so in Gedanken vertieft, dass sie das knacken unter ihren Füßen zu spät war nahm. Sie musste auf eine Eisfläche getreten sein, die aber nicht stark genug war, sie zu tragen. Bevor sie zur Seite springen konnte, brach sie ein. Erschrocken schrie sie laut auf.

 

Ben hörte Meg schreien. Sofort ließ er alles fallen, griff zu seiner Waffe und rannte los.

„Meg? Wo bist Du?“ rief er im Laufen.

„Hier, ich bin hier drüben.“ Hörte er Meg leise antworten.

Es war gar nicht so einfach für Ben auszumachen, wo Meg steckte.

Er blieb einen Augenblick stehen „Meg!“

„Hier Ben, ich bin hier!“ antwortete Meg.

Ben lief wieder los in die Richtung aus der die Schreie von Meg kamen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Was war nur passiert?

Endlich erreichte er die Stelle, an der Meg im Eis eingebrochen war. Verzweifelt versuchte sie sich an einem glitschigen Felsen fest zu halten, damit ihre nassen, dicken Sachen sie nicht in die Tiefe zogen.

„Bleib ganz ruhig, ich hole Dich da gleich raus.“ Rief Ben Meg zu und sah sich um.

Er zog seine Jacke aus und legte sich dann auf dem Bauch vor dem Loch, in dem Meg steckte.

„Gib mir Deine Hände.“ Weiß er sie an.

Mit letzter Kraft griff Meg nach Bens Händen. Mit aller Kraft begann Ben Meg langsam heraus zu ziehen. Dabei achtete er darauf, dass nicht noch mehr von dem Eis wegbrach. Nach einigen endlos langen Minuten hatte er Meg endlich herausgeholt. Ben hob seine Jacke auf und hängte diese der zitternden Meg um.

„Du musst so schnell wie möglich aus den nassen Sachen raus.“ Stellte Ben fest.

Meg konnte nur nicken, da ihre Zähne zu stark klapperten, um zu sprechen. Ohne Vorwarnung hob Ben Meg in seine Arme und lief mit ihr zum Lagerplatz zurück. Zum Glück war er mit dem Zeltaufbau schon fertig geworden. Er stellte Meg vor dem Zelt ab und begann ihr die nassen Sachen auszuziehen, bis Meg nur noch in Slip und BH bekleidet vor ihr stand. Dann nahm er ein Handtuch und begann sie abzureiben, damit das Blut wieder zu zirkulieren begann.

„Am besten krabbelst Du in Deinen Schlafsack und ich koche einen Tee, damit Dir wieder warm wird.“

Ben halt Meg in den Schlafsack zu krabbeln. Noch immer zitterte sie am ganzen Körper.

„Ich bin gleich wieder mit dem heißen Tee zurück.“ Sagte Ben und verließ das Zelt.

Schnell zündete er den kleinen Gaskocher an und setzte den Wasserkessel auf. Als kurz darauf das Wasser kochte, brühte er den Tee auf und füllte ihn in eine Tasse für Meg. Vorsichtig trug er das heiße Getränk zum Zelt hinüber.

Meg lag immer noch zitternd in ihrem Schlafsack.

„So hier kommt der Tee.“ Sagte Ben, doch bevor er Meg von dem heißen Getränk trinken ließ, holt er eine kleine Flasche Whiskey aus seiner Tasche und gab einen guten Schuss davon in Megs Tasse. Dann hielt er ihr den Becher an die Lippen und half ihr beim trinken.

„Vorsichtig, es ist heiß.“

Meg trank ein paar kleine Schlücke „Danke.“

„Gleich wird Dir wärmer.“ Versprach Ben.

Nachdem Meg nach und nach die Tasse geleert hatte, zitterte sie immer noch. Ben war besorgt. Er spürte, dass Megs Haut immer noch eiskalt war.

„Meg, ich muss Dich unbedingt aufwärmen. Feuer kann ich hier im Zelt nicht machen, also wird es das Beste sein, ich wärme Dich selber.“

Mit Hilfe der Reißverschlüsse verband Ben beide Schlafsäcke zu einem großen. Dann zog er sich bis auf seine Boxershorts aus und schlüpfte zu Meg in den Schlafsack. Er rückte ganz dicht an Meg heran und umschloss sie mit seinen Armen.

„Nun entspann Dich, es wird Dir gleich wärmer werden.“

Niemand konnte sagen, wie lange sie so eng aneinander gekuschelt lagen, aber langsam hörte Meg auf zu zittern und fühlte sich auch nicht mehr so kalt an.

Als Meg sich besser fühlte, drehte sie sich zu Ben um „Es tut mir leid, das wollte ich nicht.“

„Hey, ist schon gut. Du hast mir nur einen riesigen Schrecken eingejagt.“

„Danke, dass Du mich gerettet hast.“ Meg sah Ben in die Augen.

„Das war doch selbstverständlich. Ich hätte mir große Vorwürfe gemachte, wenn Dir etwas passiert wäre.“ Ben hatte Mühe zu sprechen. Er hielt Meg immer noch in seinen Armen und die Tatsache, dass sie so gut wie gar nichts anhatte erleichterte die Sache nicht weniger.

Meg ging es nicht viel anders. Sie hielt immer noch Bens Blick stand. Ohne weiter nachzudenken, küsste sie Ben zärtlich auf die Lippen.

Für Ben war es, als wenn ein Knoten geplatzt war. Er zog Meg noch dichter an sich heran. Er senkte seine Lippen auf Megs und strich vorsichtig mit seiner Zunge die Konturen ihres weichen Mundes nach. Mit einem leisen Seufzer öffnete Meg die Lippen. In den nächsten Minuten küssten sie sich, bis sie atemlos waren.

„Oh Meg.“ Stöhnte Ben auf, als sie sich schließlich von einander lösten.

Meg schmiegte sich noch enger an Ben „Was?“

„Weißt Du eigentlich, was Du hier mit mir machst?“

„Wahrscheinlich dasselbe, was Du mit mir machst.“ Lächelte Meg.

„Bist Du Dir auch über die Konsequenzen bewusst, wenn wir jetzt nicht aufhören?“ Ben sah Meg fragend an.

Meg nickte „Ja Ben. Ich will Dich. Lieb mich einfach.“

Wieder fanden ihre Lippen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss.

„Meg“ stöhnte Ben auf „Wir sollten das nicht tun.“

„Warum nicht?“ Meg ließ ihre Hand über Bens nacktem Oberkörper gleiten.

Ben nahm Hand und küsste die Innenfläche „Ganz einfach, Du bist mein Schützling, ich sollte eigentlich auf Dich aufpassen…“

Meg legte Ben ihren Zeigefinger über die Lippen „Wir sind beide erwachsen und wissen, worauf wir uns hier einlassen.“

„Bist Du Dir sicher?“ Ben sah Meg fragend an „Ich meine, ich bin kein Typ, der sich für eine kurze Affäre eignet.“

„Gut,“ lächelte Meg „denn ich habe gar kein Interesse an einer kurzen Affäre.“

Meg begann Ben wieder zärtlich zu küssen und schon bald gab es auch für Ben kein zurückhalten mehr. Die Küsse wurde immer leidenschaftlicher und ihre Hände erkundeten den Körper es jeweils anderen. Als Ben schließlich in Meg eindrang, war es, als wenn er endlich nach Hause gekommen war. Im sanften Rhythmus liebten sie sich und erreichten gleichzeitig den Höhepunkt. Danach schliefen sie eng umschlungen ein.

 

 

 

Kapitel 12

 

 

 

Langsam wachte Meg auf. Sie lag immer noch in Bens Armen und fühlte sich sehr geborgen und beschützt. Als sie ihren Kopf hob, sah sie direkt in Bens blaue Augen.

„Guten Morgen Ben.“

„Guten Morgen Meg.“ Lächelte Ben „Hast Du gut geschlafen?“

„Ja,“ nickte Meg „sehr gut und Du?“

„Auch gut.“ Ben sah Meg an „Ich dachte erst, die vergangene Nacht wäre ein Traum gewesen.“

„Aber sie war kein Traum.“ Lächelte Meg.

„Und Du bereust nichts?“

„Nein, warum sollte ich etwas bereuen?“ zärtlich strich Meg mit ihren Händen über Bens Brust.

„Ich weiß nicht. Wir kennen uns doch erst ein paar Tage und dann die ganze Situation…“

Meg legte Ben ihren Finger auf die Lippen „Ich habe schon immer an die Liebe auf den ersten Blick geglaubt.“

„Ja?“ Ben sah Meg an.

Meg nickte „Ja, ich war schon immer eine große Romantikerin.“

„Unsere Situation würde ich nicht gerade romantisch nennen.“ Wandte Ben ein.

Zärtlich küsste Meg Ben auf die Lippen“ Siehst Du das wirklich nicht?“

„Nein.“

„Das ist doch die klassische Situation.“ Begann Meg „Eine junge Frau gerät unverschuldet in Not und der Strahlende Held kommt und rettet sie.“

„So, ich bin also Dein Held?“ schmunzelte Ben.

Meg knabberte an Bens Unterlippe „Ja, mein großer, starker Held.“

Ben stöhnte auf „Meg…“

„Ja?“ Unschuldig sah Meg Ben an.

„Weißt Du was passiert, wenn Du damit nicht aufhörst?“

Meg küsste Bens Mundwinkel „Nein.“

Ben umfasste Megs Taille und drehte sich mit ihr herum, so dass sie unter ihm lag. Er senkte seinen Mund auf ihren und voller Verlangen erforschte er ihren Mund mit dem seinen.

Meg schlang ihre Arme um Bens Nacken und kleine Seufzer des Entzückens entwichen ihr.

„Oh Meg,“ Ben legte seine Stirn an Megs „So intensiv habe ich noch nie zuvor gefühlt.“

Meg lächelte und legte ihren Zeigefinger auf Bens Lippen „Zeig es mir. Lieb mich einfach Ben.“

Wieder senkte Ben seinen Mund auf Megs weiche Lippen und als seine Hände damit begannen Megs Körper zu erforschen, verdunkelten sich ihre Augen voller Leidenschaft.

Gegenseitig trieben sie sich zum Höhepunkt ihrer Leidenschaft.

 

Erschöpft rollte Ben sich auf den Rücken. Meg schmiegte sich an ihn und legte ihren Kopf auf Bens Brust.

Ben nahm eine Haarsträhne von Meg zwischen seine Finger und spielte damit.

„Du lässt mich ganz vergessen, warum wir eigentlich hier sind.“

Meg hob den Kopf ein wenig an, damit sie Ben in die Augen sehen konnte „Gibt es dafür noch einen anderen Grund, als diesen hier?“

Ben wurde ernst „Meg…Du weißt, dass Du Dich immer noch in Gefahr befindest und dass ich Dich davor beschützen soll.“

„Ich fühle mich vollkommen sicher bei Dir.“

„Das ist gut zu wissen, aber dennoch würde ich mich wohler fühlen, wenn wir erst einmal in der Hütte sind.“

„Ich verstehe.“ Nickte Meg „Ist es noch weit bis dorthin?“

Ben schüttelte leicht seinen Kopf „Nein, ich denke zwei oder drei Fahrstunden. Es kommt ganz auf die Straßenverhältnisse an.“

„Hat diese Hütte einen Kamin?“

„Ja, warum willst Du das jetzt wissen?“ Ben runzelte seine Stirn.

„Weil ich mich schon darauf freue, Dich vor diesem Kamin zu lieben.“

Ben lachte auf „Meg Cummings, Du bist ja unersättlich.“

„Ja,“ grinste Meg „unersättlich nach Dir.“

„Trotzdem sollten wir uns langsam fertig machen und aufbrechen.“ Wandte Ben ein.

„Haben wir denn noch Zeit für ein Frühstück?“

Ben drückte Meg an sich „Das haben wir uns wohl mehr als verdient.“

Meg setzte sich auf „Gut, Du brätst die Eier und den Speck und ich koche den Kaffee.“

„Zu Befehl Ma’am.“ Ben zog Meg noch für einen letzten Kuss zu sich heran, bevor sie aus dem Schlafsack krabbelten und sich ankleideten.

 

Es dauerte nicht lange und draußen vor dem Zelt brieten der Speck und die Eier in der Pfanne. Meg hatte Kaffee gekocht und richtete die Teller für sich und Ben her. Hungrig machten sich beide über das Frühstück her.

Meg ließ ihren Blick zu dem kleinen Waldstück schweifen, in dem sie gestern Abend das Feuerholz gesammelt hatte.

„Habe ich Dir eigentlich schon dafür gedankt, dass Du mir gestern das Leben gerettet hast?“

„Mehr als genug.“ Zärtlich sah Ben Meg an.

Meg musste Schlucken, bevor sie weiter sprechen konnte „Wir…wir sollten zusammen packen, wenn wir heute noch weiter kommen wollen.“

Ben stellte seinen leeren Teller ab und zog Meg in seine Arme „Du hast recht, aber heute Nacht werde ich Dich lieben. Die ganze Nacht lang.“

„Ist das ein Versprechen?“

Ben nickte „Ja“

Meg küsste leicht auf die Lippen „Worauf warten wir dann noch? Auf mit Dir und bau das Zelt ab.“

Ben lachte und zog Meg mit sich hoch. Die nächste halbe Stunde verbrachten sie damit, alles abzubauen und einzupacken. Immer wieder, wenn sich die Gelegenheit erbot, berührten sie und küssten sich.

 

Nicht weit entfernt…

 

Kiaran O’Hara und Patrick Tamory lagen gut versteckt zwischen Felsen und Bäumen auf einem Abhang und beobachteten Ben und Meg durch ein Fernglas.

„Was für ein Glück, dass wir sie so schnell gefunden haben.“ O’Hara grinste seinen Partner an.

„Ja, das war großes Glück.“ Nickte Tamory „Wie gut für uns, dass die Frau in dem Motel so gesprächig war.“

„Deine Nummer mit dem besorgten Vater, deren Tochter mit einem Schwindler durchgebrannt ist, war aber auch zu rührend.“

Nun grinste Tamory „Ja, ich war gut nicht wahr?“

O’Hara schaute wieder durch sein Fernglas „Soll ich mein Gewehr holen und sie gleich hier erledigen?“

Auch Tamory beobachtete Ben und Meg wieder. Zu seinem Erstaunen umarmten sich die Beiden und küssten sich.

„Sieh mal an, da läuft was zwischen den Beiden. Das hätte ich Conaill gar nicht zugetraut, dass er so leichtsinnig wird.“

„Du weiß doch, schon so manchen Kerl wurde der Kopf von einer schönen Frau verdreht. Komm, lass sie uns abknallen und dann nichts wie zurück nach Hause.“

Tamory strich sich nachdenklich über die Narbe in seinem Gesicht „Nein, wir machen das ganz anders.“

„Was hast Du im Sinn?“ O’Hara sah seinen Partner an.

„Was glaubst Du, wie der Boss sich freuen wird, wenn wir Conaill dazu bringen, nach Irland zu kommen?“

O’Hara grinste „Er würde uns ewig dankbar sein. Er hasst Conaill wie niemanden sonst auf der Welt und würde sich gerne persönlich rächen.“

Tamory nickte „Genau das denke ich auch.“

„Hast Du schon einen Plan?“

„Ja,“ wieder nickte Tamory „wir schnappen uns die Kleine und bringen sie nach Belfast. Ich gehe jede Wette mit Dir ein, dass Conaill uns folgen wird.“

„Gute Idee.“

„Ja und ich hoffe, dass er dabei unvorsichtig wird. Er wird nicht mehr an sein Leben denken, sondern nur noch an das Leben des Mädchens.“

„Und der Boss wird dafür sorgen, dass Conaill einen langsamen, grausamen Tod stirbt.“ Ginste O’Hara zufrieden.

Tamory schaute wieder durch das Fernglas „Sie brechen auf. Lass uns ihnen folgen und sobald sich die Gelegenheit ergibt, schnappen wir uns das Mädchen.“

O’Hara rieb sich die Hände „Ein Plan ganz nach meinem Geschmack.“

 

 

 

Kapitel 13

 

 

Es war eine anstrengende Fahrt, da in der Nacht etwas Neuschnee gefallen war und die Nebenstrassen hier in den Bergen noch nicht geräumt worden waren. Aber nach gut drei Stunden Fahrt erreichten Ben und Meg doch endlich die Hütte.

„Oh, die sieht ja richtig romantisch aus.“ Rief Meg bei dem Anblick der verschneiten Hütte aus.

Ben sah sie an „Ja, das stimmt, aber vergiss bitte nicht, warum wir hier sind.“

Meg schüttelte ihren Kopf „Nein bestimmt nicht. Aber denkst Du wirklich, sie werden uns bis hier her folgen?“

„Ich glaube es nicht nur, ich weiß es sogar.“

Überrascht sah Meg Ben an „Wieso?“

„Weil sie uns schon seit zwei Tagen folgen.“

„Woher weißt Du das?“ wollte Meg erschrocken wissen.

„Ich habe sie gesehen.“

„Oh mein Gott.“ Mit vor Schreck geweiteten Augen sah Meg Ben an „Und wenn sie uns nun Nachts überrascht hätten?“

Beruhigend legte Ben seine Hand auf Megs „Keine Angst, sie sind uns immer in einem sehr großen Abstand gefolgt und jedes Mal wenn wir uns ein Platz für die Nacht gesucht haben, habe ich aufgepasst, dass sie uns nicht folgen konnten.“

Ein wenig unbehaglich war Meg dennoch zu mute „Und was ist, wenn sie nun hier plötzlich auftauchen.

Ben nahm Megs Hand und führte sie in die Hütte. „Keine Angst, hier sind wir darauf vorbereitet. Während wir hier her unterwegs waren, haben andere Agenten die Hütte präpariert.“

„Wie das?“ wollte Meg wissen.

„Dir ist doch vielleicht aufgefallen, dass das Gelände um die Hütte herum eingezäunt ist.“

Meg nickte.

Ben zeigte auf einige Lämpchen und auf einen Kasten, der neben der Haustür der Hütte angebracht war. „Da ist z.B. eine Lichtschranke unten am Tor. Wenn jemand mit dem Auto hier rauf kommt, werden wir durch ein akustisches und durch ein Lichtsignal gewarnt.“

„Und wenn sie nun nicht mit dem Auto kommen?“

„Auch dafür wurde vorgesorgt. Überall an den Bäumen rings um die Hütte wurden Bewegungsmelder angebracht, die ebenfalls Alarm auslösen, wenn sich jemand nährt.“

„Aber können die Bewegungsmelder nicht auch durch Tiere ausgelöst werden?“

„Die Bewegungsmelder wurden so angebracht, dass kleine Tiere, wie Hasen usw. nicht stören und die größeren wurden vorher aus dem Gebiet verscheucht.“ erklärte Ben. „Allerdings kann es aber auch den ein oder anderen Fehlalarm geben.“

„Lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig gewarnt werden.“

„Dem stimme ich zu.“ Nickte Ben. „Die Hütte verfügt dann auch noch über eine extra Alarmanlage. Falls jemand doch bis hierher vordringt, werden wir gewarnt, falls jemand durch eins der Fenster oder durch die Tür einbrechen will.“

„Also wurde an alles gedacht?“

„Soweit ja.“ Ben sah Meg an „Allerdings musst Du mir noch etwas versprechen.“

„Und was?“

„Versprich mir, dass Du nicht alleine nach draußen gehst. Ich kann Dich nur beschützen, wenn Du in meiner Nähe bist.“

Meg lächelte Ben an „Das dürfte mir nicht schwer fallen.“

Ben zog Meg in seine Arme und küsste sie. „Ich liebe Dich.“

„Ich liebe Dich auch Ben.“

„Ich glaube, es ist besser, wenn ich jetzt erstmal ein Feuer im Kamin mache und dann lade ich das Auto aus.“

„Wie wäre es, wenn ich mich um das Feuer kümmere?“ schlug Meg vor.

„Meinst Du, Du schaffst das?“

Meg stützte ihre Hände in die Hüften. „Traust Du mir das etwa nicht zu?“

„Eigentlich traue ich Dir alles zu.“ Lächelte Ben. „Na gut, sorg Du für ein Feuer und ich lade den Wagen aus.“

„Gut“ nickte Meg.

 

Einen Moment später waren Ben und Meg beschäftigt. Neben dem Kamin fand Meg einen Korb mit gut abgetrocknetem Holz. Geschickt stapelte sie einige Scheite davon im Kamin auf und zündete sie an. Wenige Augenblicke später loderten leuchtende Flammen im Kamin.

„Wow, das sieht ja schon toll aus.“ Sagte Ben, als er mit dem Gepäck die Hütte betrat.

„Gelernt ist eben gelernt.“ Lächelte Meg „Wir haben zu Hause auch einen Kamin.“

„Für die langen Winterabende in Kansas?“

Meg nickte „Ja, als ich noch ein Kind war, haben wir uns immer Abends vor dem Kamin versammelt. Mom hat uns Geschichten vorgelesen, während wir heiße Schokolade getrunken haben.“

„Hört sich nach einer glücklichen Familie an.“

„Ja, das sind wir.“ Lächelte Meg „Wenn das alles hier vorüber ist, würde ich Dich gerne nach Ludlow mitnehmen. Meine Eltern werden Dich bestimmt mögen.“

„Wenn das alles hier vorbei ist, dann fahre ich mit Dir wohin Du willst.“

„Gut.“ Lächelte Meg und im selben Augenblick begann ihr Magen laut zu knurren. „Entschuldige bitte.“

Ben lachte „Kein Problem, aber es wäre wohl das beste, wenn wir mal nachsehen, welche Vorräte wir hier haben.“

Meg folgte Ben in die Küche und gemeinsam inspizierten sie die Schränke, den Kühlschrank und den Gefrierschrank.

„Hier im Kühlschrank liegen ein paar frische Steaks, was hältst Du davon?“ schlug Ben vor.

„Hört sich gut an. Frischer Salat und Kartoffeln sind auch da. Magst Du Backofenkartoffeln?“

Ja.“ Nickte Ben.

„Gut, dann bereite ich die Kartoffeln und den Salat vor.“

„Und ich kümmere mich um die Steaks. Dort drüben im Schrank habe ich einen kleinen Elektrogrill gesehen.“

 

In der nächsten halben Stunde waren die beiden mit der Zubereitung des Essens beschäftigt. Als sie am Tisch saßen, überraschte Ben Meg mit einer Flasche Rotwein.

„Magst Du ein Glas davon trinken?“

Meg hielt Ben das Glas entgegen „Gerne, wo hast Du denn den her?“

„Gefunden, im Küchenschrank.“ Erklärte Ben und goss den Wein ein.

Gemeinsam genossen sie ihr Mahl. Danach wuschen sie zusammen das Geschirr ab und setzten sich dann noch mit dem restlichen Wein vor dem Kamin. Eng aneinander gekuschelt erzählten sie sich gegenseitig Geschichten aus ihrer Kindheit. Bald schon konnte Meg ein Gähnen nicht mehr unterdrücken.

„Müde?“ Ben küsste Meg auf die Schläfe.

„Ein wenig. Dazu nun noch der Wein und die Wärme vom Feuer.“ Nickte Meg.

Ben stand auf und zog Meg mich sich „Dann lass uns die Schlafräume mal ansehen.“

„Gut.“

Hand in Hand gingen die beiden zu den Schlafräumen hinüber. Der erste Raum war ein etwas kleineres Zimmer mit zwei getrennten Betten. Der zweite Raum war etwas größer und in der Mitte stand ein großes Doppelbett.

„Welches Zimmer?“ Ben sah Meg gespannt an.

„Was für eine Frage.“ Lächelte Meg „Die Einzelbetten sind ein wenig zu schmal für uns beide. Und ich möchte gerne wieder in Deinen Armen schlafen.“

Ohne ein weiteres Wort, hob Ben Meg in seine Arme und trug sie zum Bett hinüber.

 

 

 

Kapitel 14

 

 

 

Am nächsten Tag schliefen Meg und Ben lange aus. Sie fühlten sich wohl in den Armen des anderen und wieder in einem richtigen Bett zu schlafen hatte sein übriges dazu beigetragen. Es war schon fast Mittag, als sie endlich aufwachten.

„Hallo mein Liebling.“ Ben küsste Meg zärtlich, als sie die Augen öffnete.

„Guten Morgen Ben.“ Lächelte Meg.

„Guten Morgen? Es ist schon fast Mittag.“ Lachte Ben.

„Wirklich?“ Meg sah Ben erstaunt an „Haben wir so lange geschlafen?“

„Es sieht so aus.“ Nickte Ben.

„Oh je.“

„Was?“ Ben sah Meg an.

„So lange habe ich schon lange nicht mehr geschlafen.“ Erklärte Meg.

„Die letzten Tage waren ja auch ganz schön anstrengend.“

„Das stimmt auch wieder.“ Meg setzte sich auf und streckte sich. „Ich werde erst einmal eine heiße Dusche nehmen.“

„Brauchst Du Hilfe?“ Ben sah Meg erwartungsvoll an.

„Wenn Du Dich schon so anbietest, ich könnte jemanden gebrauchen, der mir den Rücken wäscht.“ Lächelte Meg.

Ben stand auf und zog Meg mit sich „Na dann komm.“

Lachend folgte Meg Ben ins Badezimmer.

 

Ben und Meg genossen die Einsamkeit in der Hütte. Es störte sie nicht, dass die Einrichtung nicht sehr komfortabel war, denn sie waren viel zu sehr mit sich selber beschäftigt. Nach der ausgiebigen Dusche, bei der sie sich noch einmal geliebt hatten, haben sie zusammen gekocht. Da es inzwischen schon nach zwölf Uhr war, beschlossen sie eine Kombination aus Frühstück und Mittagessen zuzubereiten. Während Meg den Kaffee kochte, bereitete Ben sein spezial Omelett für sich und Meg zu.

 

Nach ihrem gemeinsamen Mahl, räumten sie zusammen die Küche auf und gingen dann ein wenig hinaus. Meg bedauerte es ein wenig, dass sie nicht weit spazieren gehen konnten, aber Ben versprach ihr, dass sie das nachholen würden, sobald alles vorüber sei.

 

Ein wenig später saßen sie vor dem Kamin, in dem ein Feuer prasselte und tranken Tee. Meg erzählte Ben dabei einige Geschichten aus ihrer Kindheit und beide entspannten immer mehr. Umso mehr erschraken beide, als plötzlich der Alarm losging.

 

Ben sprang sofort auf und griff zu seiner Waffe „Bleib hier, ich sehe nach, was los ist.“

Ängstlich sah Meg an „Bitte sei vorsichtig.“

Ben küsste Meg auf die Stirn „Mach Dir keine Sorgen, es ist vielleicht nur ein Fehlalarm.“

„Hoffentlich“ seufzte Meg.

„Verschließ die Tür hinter mir und öffne sie nur, wenn Du sicher bist, dass ich davor stehe.“

„Gut.“ Nickte Meg und folgte Ben zur Tür. Mit zittrigen Händen schloss sie die Tür ab, nachdem Ben hinausgegangen war. Dann lauschte sie seinen Schritten auf der Holzveranda, die um das Haus führte.

 

Vorsichtig und mit entsicherter, vorgehaltener Waffe, schlich sich Ben zur nächsten Hausecke. Er hielt kurz die Luft an, bevor einen Schritt vortrat. Erleichtert ließ er die Luft wieder aus. Niemand war dort. Vorsichtig bewegte Ben sich weiter und sah sich dabei aufmerksam um. Da es bereits dämmerte, konnte er nicht weit sehen. Zwischen den Bäumen war es schon zu dunkel, um etwas erkennen zu können. Ben fluchte leise vor sich hin und nährte sich der nächsten Hausecke. Auch hier hielt er kurz inne, bevor er um die Ecke bog. Wieder war nichts zu sehen. Eigentlich hätte Ben ja erleichtert sein müssen, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmte. Sein Instinkt hatte ihn eigentlich noch nie im Stich gelassen und ihm schon so manches Mal das Leben gerettet.

 

Er kontrollierte noch einmal seine Waffe, bevor er weiter ging. War das nicht eben ein Geräusch gewesen? Ben blieb stehen und hielt die Luft an. Da! Da war es wieder. Es hörte sich an, als wenn Zweige knackten. Ben ging hinter dem aufgestapelten Feuerholz in Deckung und suchte die Umgebung mit seinen Augen ab. Nichts rührte sich. Dann plötzlich hörte er wieder ein Geräusch. Diesmal hinter sich. Bevor er sich umdrehen konnte, bekam er einen Schlag auf den Kopf und um ihn herum wurde alles schwarz.

 

Meg schrak zusammen, als sie drinnen ein Poltern hörte. Was war passiert? Zitternd lehnte sie sich gegen die Tür und lauschte angestrengt. Nichts war mehr zu hören. Panik ergriff Meg. Was ging da draußen vor? Sie schlich sich zum nächsten Fenster und schaute hinaus. Aber sie konnte nichts sehen. Unruhig ging sie ins Schlafzimmer und schaute aus dem rückwärtigen Fenster. Und da sah sie ihn! Ben lag da, neben dem Stapel mit Feuerholz.

„Ben!“ Sie konnte einen leisen Aufschrei nicht unterdrücken. Ohne an die Konsequenzen zu denken, rannte sie zur Vordertür. Sie öffnete diese und lief hinaus. Atemlos kam sie bei Ben an.

„Ben! Mein Gott, was ist denn passiert.“

Sie kniete sich neben Ben nieder. Plötzlich wurde ihr von hinten ein Tuch, das mit etwas getränkt worden war, auf den Mund gedrückt. Verzweifelt versuchte Meg sich zu wehren, aber es war vergeblich. Die Welt um sie herum wurde schwarz und Meg verlor die Besinnung.

 

 

 

Kapitel 15

 

 

 

Sein Kopf schmerzte höllisch, als Ben erwachte. Langsam öffnete er die Augen. Um ihn herum war es bereits stockfinster. Vorsichtig setzte er sich auf, wobei er das Gefühl hatte, sein Kopf würde gleich vor Schmerz platzen. Was war nur passiert? Er versuchte sich zu erinnern. Der Alarm hatte eingesetzt und er hatte hier draußen Geräusche gehört.

„Meg!“

So schnell es sein schmerzender Kopf zuließ, stand er auf. Er musste sich einen Moment gegen das aufgestapelte Feuerholz lehnen, da sich alles um ihn herum drehte. Er atmete gleichmäßig tief durch, bis er keine Sterne mehr vor Augen sah. Dann lief er so schnell er konnte um die Hütte herum.

 

Sein Herz blieb fast stehen, als er sah, dass die Tür zur Hütte sperrangelweit offen stand. Mit schweren Beinen schleppte er sich zur Tür hinüber.

„Meg!“ Hoffnungsvoll klammerte sich Ben am Türrahmen fest.

Doch er bekam keine Antwort.

Mit zittrigen Beinen betrat Ben die Hütte und sah sich um. Von Meg war keine Spur zu sehen.

Als er sich weiter umsah, entdeckte er, dass an der Schlafzimmertür ein Zettel angeheftet war. Eine eiserne Faust schloss sich um Bens Herz und er musste einen Augenblick um Luft ringen.

Seine Hände zitterten, als er den Zettel abnahm und zu lesen begann.

 

Conaill, wir haben Dein Mädchen und wenn Du sie wieder sehen möchtest, weißt Du wo Du zu suchen hast!

 

Obwohl die Nachricht nicht unterzeichnet war, wusste Ben sofort, wer sie hinterlassen hat. Er faltete den Zettel zusammen und steckte ihn ein, bevor er zu seinem Handy griff und wählte. Er wusste genau, was er nun tun musste.

 

Langsam drangen die Geräusche zu Meg durch. Ihre Lider waren schwer und sie konnte sie nur mit Mühe langsam öffnen. Ihre Kehle war ausgedörrt und sie hatte einen üblen Geschmack im Mund. Als sie versuchte, sich aufzurichten, stellte sie fest, dass ihre Hände gefesselt waren. Tränen der Angst und Verzweifelung schossen ihr in die Augen.

Sie erinnerte sich wieder. Sie war mit Ben in dieser Hütte gewesen. Dann war dort der Alarm ausgelöst worden und Ben wollte nachsehen, was los war. Aber er war nicht wieder zurückgekommen. Und als sie nachsehen wollte, was passiert war, hatte ihr jemand von hinten ein Tuch auf Mund und Nase gewesen. Sie erinnerte sich jetzt auch wieder an den Geruch, den das Tuch verströmt hatte. Es musste Äther gewesen sein.

Und nun lag sie hier mit gefesselten Händen auf dem Rücksitz eines Autos und wurde wer weiß wohin gefahren.

Ein leises Stöhnen entwich Megs trockener Kehle und die beiden Männer auf den Vordersitzen wurden aufmerksam. Der Mann auf dem Beifahrersitz drehte sich zu Meg um und ihr gefror vor Schreck das Blut in den Adern. Dieses Gesicht, mit der Narbe, würde sie ihr Leben lang nicht mehr vergessen.

„Ah, Sie sind aufgewacht“, Patrick Tamory sah Meg mit seinen kalten blauen Augen an. „Es tut mir leid, dass wir Ihnen ein paar Unahnnämlichkeiten bereiten mussten, aber es ließ sich nicht vermeiden.“

Meg wollte etwas erwidern, brachte aber nur ein Krächzen zustande.

Tomary griff nach einer Wasserflasche und beugte sich soweit nach hinten, dass er Meg die Flasche an die trockenen Lippen halten konnte. „Hier trinken Sie einen Schluck, dann geht es Ihnen gleich besser.“

Meg trank einen großen Schluck Wasser. „Wo…wo bringen Sie mich hin und was haben Sie mit mir vor?“

„Keine Angst, Ihnen wird nichts passieren, solange Ihr Freund mitspielt“, antwortete Tamory knapp.

„Wir sind bald da“, mischte sich O’Hara ein, „sorg besser dafür, dass sie wieder schläft.“

Tamory nickte und zog ein kleines, schwarzes Etui aus seiner Tasche.

Megs Augen weiteten sich vor Schreck, als sie sah, wie Patrick Tamory eine Spritze herausholte. „Keine Angst, Sie werden davon nicht viel spüren“, erklärte er, während er mit einem Alkoholtupfer eine Stelle an Megs Arm säuberte. „Wenn Sie wieder aufwachen, werden wir bereits am Ziel ein.“

„Wo?“ brachte Meg hervor, bevor sie den Einstich der Injektionsnadel spürte.

„Zuhause“, antwortete Tamory knapp.

„Irland!“ dachte Meg, dann schlossen sich auch schon ihre Augen und sie fiel in einen tiefen Schlaf.

 

Ben hielt das Handy fest an sein Ohr gepresst und wartete ungeduldig darauf, dass sich am anderen Ende jemand meldete.

„Lindsey!“

„Hier ist Agent Evans“, gab Ben sich zu erkennen. „Sie haben Miss Cummings!“

„Oh mein Gott, wie konnte das passieren?“ wollte Lindsey wissen.

„Der Alarm ging los und als ich nachgesehen habe, hat mich jemand von hinten niedergeschlagen und dann haben Sie Miss Cummings entführt.“

„Ich schicke sofort ein Team los.“

„Nein“, stoppte Ben ihn. „Sie wollen mich und darum machen wir es diesmal nach meinen Regeln.“

„Agent Evans“, versuchte Thomas Lindsey Ben zu beruhigen. „Wie wollen Sie Miss Cummings denn alleine finden? Wir setzten ein Team darauf an und werden Sie befreien.“

„Nein!“ Bens Stimme wurde ein wenig schärfer. „Sie wollen mich. Ich weiß, wo ich sie finde und was ich zu tun habe. Und falls Sie mir ein Team nachschicken, gefährden Sie damit das Leben von Miss Cummings. Diesmal mache ich es alleine.“

„Agent Evans…“ versuchte es Lindsey noch einmal.

„Halten Sie sich einfach an meine Bitte, mir nicht zu folgen“, sagte Ben noch einmal und legte auf. Dann schnappte er sich die Schlüssel von dem Landrover und verließ die Hütte.

Wie er gerade Thomas Lindsey versichert hatte, wusste er genau, wo er zu suchen hatte und was er zu tun hatte. Er hatte gehofft, nie wieder an diesen Ort zurückkehren zu müssen, aber wenn er Megs Leben retten wollte, blieb ihm nichts anderes übrig und er musste auf den schnellsten Weg nach Belfast reisen.