Kapitel 07

 

 

 

Der Abend im Restaurant mit Rachel verlief für Meg überraschenderweise sehr gut. Ben kümmerte sich die ganze Zeit rührend um seine Tochter und diese genoss die Aufmerksamkeit, die sie von Ben bekam, sichtlich.

 

Auf der Fahrt zurück zum Hotel, schlief Rachel bereits im Auto ein und Ben lies es sich nicht nehmen, seine Tochter nach oben zu tragen.

 

In ihrem Zimmer zog Meg Rachel vorsichtig aus, um sie nicht aufzuwecken, dann legte Ben sie in ihr Bettchen, deckte sie zu und küsste sie auf die Stirn.

 

„Schlaf gut, kleiner Engel“, flüsterte er.

 

Leise verließen Meg und Ben den Raum.

 

„Wie wäre es noch mit einer Tasse Kaffee?“ bot Meg Ben an.

 

„Gerne“, nickte Ben und folgte Meg in die Küche.

 

Meg schaltete die Kaffeemaschine an, drehte sich um und prallte dabei fast mit Ben zusammen, der dicht hinter ihr stand.

 

Ein wenig verlegen senkte Meg ihren Blick. „Danke für den schönen Abend. Rachel hat ihn wirklich sehr genossen.“

 

Ben lächelte „Und Du? Hat Dir der Abend auch gefallen?“

 

Meg sah Ben an, der einen weiteren Schritt näher getreten war und nickte. „Ja, mir hat der Abend auch sehr gefallen.“

 

Ben hob seine Hand und streichelte Megs Wange. „Du weißt, dass der Abend noch nicht zu Ende sein muss.“ Langsam senkte Ben seinen Kopf und strich mit seinen Lippen zärtlich über Megs Mund. Als er spürte, dass ihre Lippen nachgaben, vertiefte er den Kuss.

 

Als sie sich schließlich von einander lösten, lächelte Ben „Darauf habe ich schon den ganzen Abend gewartet.“

 

Meg legte ihre Hand auf ihr Herz, das raste. „Ben ich weiß nicht, ob das richtig ist.“

 

Ben legte seine Hand unter Megs Kinn und hob ihren Kopf an, so dass sie ihn ansehen musste. „Hat Dir der Kuss denn nichts bedeutet?“

 

„Doch, aber genau das macht mir ja Angst“, erklärte Meg.

 

„Warum?“ wollte Ben wissen.

 

„Ben, Du musst morgen zurück nach Sunset Beach und wer weiß, wann wir uns dann wieder sehen.“

 

„Aber ich fahre morgen nicht nach Sunset Beach zurück“, erklärte Ben.

 

„Aber was ist mit Deinen Geschäften in Sunset Beach?“ wollte Meg wissen.

 

„Gregory kann gut eine Weile ohne mich zu Recht kommen. Er hat sowieso schon damit gerechnet, dass ich noch hier bleiben möchte, wenn ich Dich wieder gesehen habe. Und um meinen Nachtclub und das Internetcafé kann sich mein Freund Mark kümmern.“

 

Meg war immer noch unsicher „Warum? Warum möchtest Du hier bleiben?“

 

„Weil Du und Rachel ihr mir viel bedeutet und ich einfach noch mehr Zeit mit Euch verbringen möchte“, erklärte Ben und beugte sich vor, um Meg noch einmal zu küssen.

 

Voller Leidenschaft erwiderte Meg Bens Kuss.

 

Atemlos lehnte Ben seine Stirn an Megs Stirn. „Heißt das, dass Du Dich darüber freust, dass ich noch hier bleibe?“

 

Meg nickte und schaltete die Kaffeemaschine aus. „Ja.“

 

„Gut“, lächelte Ben und zog Meg erneut in seine Arme, um sie zu küssen.

 

Als sie sich wieder von einander lösten, stöhnte Ben auf. „Meg, Du hast ja keine Ahnung, wie oft ich davon geträumt habe, Dich in meinen Armen zu halten und zu küssen und zu lieben.“

 

Meg lächelte „Vielleicht doch, denn ich habe mich so sehr nach Dir gesehnt.“

 

„Ich liebe Dich Meg Cummings. Ich habe mich vom ersten Augenblick an in Dich verliebt“, erklärte Ben leise.

 

Meg schlang ihre Arme um Bens Hals „Warum zeigst Du mir nicht einfach, wie sehr Du mich liebst?“

 

„Darum brauchst Du mich nicht zweimal bitten“, antwortete Ben und hob Meg in seine Arme. „Wo ist Dein Schlafzimmer?“

 

„Gegenüber von Rachels Zimmer“, lächelte Meg.

 

 

 

Kapitel 08

 

 

 

Die Tage reihten sich aneinander und wurden zu Wochen. Wie Ben versprochen hatte, war er nicht nach Sunset Beach zurückgekehrt, sondern er war in Las Vegas zurück geblieben. Ben, Meg und Rachel hatten viel Zeit miteinander verbracht und auch wenn Meg arbeiten musste, war Ben oft mit Rachel zusammen.

 

Nun war schon der Morgen des 17. Dezembers und die drei saßen zusammen am Frühstückstisch.

 

„Kannst Du Dir heute Nachmittag ein wenig frei nehmen?“ wollte Ben von Meg wissen.

 

„Bestimmt“, nickte Meg „hast Du etwas bestimmtes vor?“

 

„Ja, ich möchte gerne zusammen mit Dir und Rachel feiern“, erklärte Ben.

 

„Feiern?“ erstaunt sah Meg Ben an. „Gibt es denn einen bestimmten Grund dafür?“

 

Ben lächelte „Ja, heute ist mein Geburtstag.“

 

„Du hast heute Geburtstag? Warum hast Du mir denn vorher nichts davon gesagt? Jetzt habe ich nicht einmal ein Geschenk für Dich.“

 

Ben strich erst Rachel zärtlich über das Haar und sah dann Meg an. „Dieses Jahr habe ich schon mehr bekommen, als ich mir je erträumt habe. Ich habe Dich wieder gefunden und dazu noch eine wunderbare Tochter bekommen.“

 

„Ach Ben“, seufzte Meg „trotzdem hättest Du es mir schon früher sagen können.“

 

„Hätte ich, aber je näher mein Geburtstag heranrückte, je näher rückte auch der Tag an, an dem ich zurück nach Sunset Beach muss. Am 20. Dezember muss ich spätestens wieder dort sein.“

 

Meg schluckte „So schnell schon?“

 

Ben zog Meg auf seinen Schoß „Warum kommst Du nicht zusammen mit Rachel mit mir nach Sunset Beach.“

 

Meg schaute Ben an „Ben, Du weißt, dass das nicht so einfach ist. Ich habe einen Job hier.“

 

„Ich bin mir sicher, dass Gregory bestimmt schon nach jemanden sucht, der Deinen Job hier übernehmen kann“, erklärte Ben.

 

„Aber er weiß doch gar nicht, ob ich nach Sunset Beach gehe oder nicht“, wandte Meg ein.

 

Ben lächelte „Aber er kennt mich und weiß, wie hartnäckig ich sein kann.“

 

„Ich weiß nicht Ben…“

 

Ben brachte Meg mit einem Kuss zum schweigen „Versprich mir wenigstens darüber nachzudenken.“

 

„Gut“, nickte Meg „ich werde darüber nachdenken. Aber jetzt muss ich mich beeilen, damit ich ins Büro komme, sonst kann ich mir heute Nachmittag nicht frei nehmen.“

 

„Gut“, nickte Ben. „Ach ja, ob Monica wohl heute Abend auf Rachel aufpassen könnte? Heute Abend würde ich Dich gerne ausführen.“

 

Meg lächelte „Ganz bestimmt. Frag sie doch einfach, wenn sie gleich kommt.“

 

„Okay“, Ben küsste Meg.

 

„Mmm“, seufzte Meg „am liebsten würde ich ja bleiben, aber das geht heute Vormittag leider nicht. Ich habe gleich ein wichtiges Meeting.“

 

„Schade, aber Rachel und ich haben auch ein paar Pläne“, lächelte Ben geheimnisvoll.

 

„So was denn für Pläne?“ wollte Meg wissen.

 

Ben grinste „Nun, wir haben eine Verabredung mit dem Weihnachtsmann.“

 

Meg zog die Augenbraunen hoch „Du willst doch wohl nicht noch mehr für Rachel kaufen? Sie hat schon so viel von Dir bekommen.“

 

„Ich habe ja auch eine ganze Menge nach zu holen“, erklärte Ben.

 

„Ben ich…“ begann Meg, aber Ben brachte sie erneut mit einem Kuss zum schweigen.

 

„Es tut mir leid, ich wollte Dir kein schlechtes Gewissen machen.“

 

„Ist schon in Ordnung“, nickte Meg und sah auf ihre Uhr. „Jetzt muss ich aber wirklich gehen. Viel Spaß ihr zwei.“

 

„Bis heute Nachmittag“, lächelte Ben und sah Meg nach, wie sie winkend die Küche verließ.

 

 

 

Kapitel 09

 

 

 

Am Nachmittag hatten Ben, Meg und Rachel sehr viel Spaß. Meg hatte am Morgen, gleich als sie in ihr Büro kam, eine große Geburtstagstorte in der Küche bestellt und damit Ben am Nachmittag überrascht.

 

Nachdem die drei sich an dem Kuchen satt gegessen hatten, hatten Ben und Meg mit Rachel gespielt, bis ihr vor Müdigkeit fast die Augen zufielen. Gemeinsam hatten sie dann ihre Tochter für das Bett fertig gemacht und Rachel war sofort eingeschlafen, sobald sie in ihrem Bettchen lag.

 

Danach hatten Ben und Meg sich zum Ausgehen umgezogen. Wie Meg schon vorausgesagt hatte, hatte Monica zugestimmt, bei Rachel zu bleiben. Was Ben genau vorhatte wusste Meg nicht, er hatte ihr nur verraten, dass er mit ihr zum Dinner ausgehen wollte.

 

Sie hatte ein elegantes, blaues Seidenkleid gewählt und ihre Haare locker hochgesteckt. Ben ließ seine Augen bewundernd an Meg rauf und runterwandern, als er sie sah.

 

„Du siehst umwerfend aus.“

 

„Danke“, lächelte Meg „Du machst in Deinem dunklen Anzug aber auch eine gute Figur.“

 

Ben legte seine Hand auf Megs Arm. „Bist Du fertig?“

 

Meg griff nach ihrer Handtasche und nickte „Ja, wir können gehen.“

 

Sie verabschiedeten sich noch kurz bei Monica und verließen dann das Apartment. Ben führte Meg nach draußen vor das Hotel, wo bereits eine Limousine auf sie wartete.

 

Beeindruckt lächelte Meg Ben an „Hast Du die bestellt?“

 

Ben nickte „Ja, schließlich soll das ein ganz besonderer Abend für uns werden.“

 

Sie stiegen ein und das Fahrzeug setzte sich in Bewegung. Wenige Minuten später hielt die Limousine vor dem teuersten und besten Restaurant der ganzen Stadt.

 

Überrascht sah Meg Ben an „Wir werden hier zu Abend essen?“

 

„Ja, ich habe hier für uns einen Tisch reserviert“, nickte Ben.

 

„So einfach? Normalerweise gibt es hier eine lange Warteliste“, stellte Meg fest.

 

Ben lächelte „Wenn man die richtigen Leute kennt, ist das alles kein Problem.

 

Ben half Meg beim Aussteigen und sie betraten das Restaurant. Ein Kellner führte die beiden an den reservierten Tisch in einer Nische.

 

Meg sah sich in dem eleganten Restaurant um „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier einmal essen würde.“

 

Ben lächelte „Für Dich soll es eben nur am besten sein.“

 

Er bestellte bei dem Kellner eine Flasche Champagner und als dieser serviert wurde, hob er sein Glas und sah Meg tief in die Augen.

 

„Auf uns und darauf, dass dies ein Abend von vielen wird.“

 

Auch Meg griff nach ihrem Glas „Auf uns.“

 

Meg überlies es Ben, das Menu zusammen zu stellen, da die Speisekarte in Französisch geschrieben war. Schon bald wurde das Dinner serviert, zu dem Ben auch einen passenden Wein bestellt hatte. Beide genossen sowohl das gute Essen, als auch den Wein.

 

Die Stunden gingen schnell vorbei. Als sie aufstanden, um das Restaurant zu verlassen, schwankte Meg ein wenig.

 

„Ups, das war wohl doch ein wenig zuviel von dem guten Wein.“

 

Ben lächelte „Dann bestelle ich uns wohl besser ein Taxi.“

 

Meg schüttelte ihren Kopf „Nein, lieber nicht. Ich würde gerne noch ein wenig laufen und die frische Luft tut mir bestimmt gut.“

 

„Bist Du Dir auch sicher?“ wollte Ben wissen.

 

„Ja, ganz sicher“, lächelte Meg „Ich geh mich nur noch mal schnell frisch machen.“

 

„In Ordnung“, nickte Ben.

 

Wenige Minuten später kehrte Meg wieder zurück „So, nun können wir gehen.“

 

„Gut“, Ben legte Meg seinen Arm um ihre Taille und führte sie nach draußen.

 

Obwohl es schon fast Mitternacht war, herrschte auf den Strassen noch reger Trubel. Für Las Vegas war das natürlich nicht ungewöhnlich, denn diese Stadt erwachte eben erst nachts so richtig zum Leben. Meg merkte schnell, dass ihr von dem vielen Champagner und dem Wein ein wenig schwindelig war und sie lehnte sich an Ben.

 

„Willst Du wirklich zurück laufen?“ erkundigte sich Ben noch einmal besorgt.

 

Meg nickte „Ja, ich bin mir sicher, dass mir die frische Luft gut tun wird.“

 

„Okay“, stimmte Ben zu „aber falls es nicht geht, sag mir bitte bescheid.“

 

Meg lächelte Ben an „So weit ist es ja doch nicht bis zum Hotel.“

 

Arm in Arm gingen die beiden los und keiner sagte ein Wort. Plötzlich kicherte Meg los.

 

„Was ist?“ wollte Ben wissen.

 

„Jetzt lebe ich schon so lange hier in Las Vegas, aber ich war in der ganzen Zeit noch nicht in einer von den vielen Hochzeitskapellen hier“, erklärte Meg und zeigte auf eine der Kapellen, an denen sie gerade vorbei gingen.

 

Ben grinste „Wirklich nicht? Das sollten wir schleunigst ändern.“

 

„Ben was hast Du vor?“ wollte Meg wissen, als Ben sie zum Eingang der Kapelle führte.

 

„Wir sehen uns jetzt diese Kapelle hier an“, erklärte er.

 

„Ben das können wir doch nicht tun“, wandte Meg ein.

 

„Warum nicht?“

 

„Vielleicht stören wir ja gerade bei einer Trauung“, sagte Meg.

 

„Wir werden ganz leise sein“, antwortete Ben und zog Meg mit sich in die Kapelle.

 

 

 

Kapitel 10

 

 

 

Ben lag neben Meg, die tief und fest schlief. Er lächelte, als er sie ansah und konnte nicht widerstehen, eine dunkle Haarsträhne aus Megs Gesicht zu streichen.

 

Langsam öffnete Meg die Augen und lächelte Ben an. „Guten Morgen.“

 

„Guten Morgen“, antworte Ben lächelnd. „Wie fühlst Du Dich heute, Mrs. Evans?“

 

Megs Augen weiteten sich „Dann war das kein Traum gewesen?“

 

„Das wir letzte Nacht geheiratet haben?“ Ben schüttelte seinen Kopf „Nein, das war kein Traum.“

 

Meg sah auf den schmalen Goldring an ihrem Finger „Wir haben es also tatsächlich getan?“

 

Sie schloss die Augen und sofort kamen ihre Erinnerungen an die vergangene Nacht zurück.

 

Ben und Meg hatten die kleine Hochzeitskapelle betreten, in der gerade ein junges Paar getraut wurde. Leise hatten sie sich in einer der Bänke gesetzt und der Zeremonie zugeschaut. Als das Brautpaar ihre Ehe mit einem Kuss besiegelte, griff Ben nach Megs Hand.

 

„Meg. Willst Du mich heiraten?“

 

Überrascht sah Meg Ben an „Ich kann mir gut vorstellen, Dich eines Tages zu heiraten.“

 

Ben schüttelte seinen Kopf „Nein, ich meine hier und jetzt. Willst Du mich heute noch heiraten?“

 

„Du meinst das wirklich ernst, oder?“

 

Ben nickte „Ja, ich liebe Dich und Rachel und möchte gerne, dass wir eine Familie sind. Ich möchte Rachel aufwachsen sehen und jeden Tag neben Dir aufwachen für den Rest meines Lebens.“

 

Das nächste an das Meg sich erinnern konnte war, dass sie kurze Zeit später vor dem Priester standen und sie getraut wurden.

 

Ben riss Meg aus ihren Gedanken, indem er ihre Hand nahm und die Innenfläche küsste. „Nachher wirst Du noch einen schöneren Ring von mir bekommen.“

 

Meg lächelte „Der Ring ist mir genug. Ich brauche keine Juwelen als Zeichen dafür, dass Du mich liebst.“

 

Ben küsste Meg zärtlich. „Dann bereust Du es also nicht, mich geheiratet zu haben?“

 

Meg schüttelte ihren Kopf „Nein, auch wenn das ganze ein wenig überstürzt war, habe ich doch das Gefühl, dass wir zusammen gehören.“

 

„Das ist gut“, Ben küsste Meg. „Gleich nach dem Frühstück werde ich Gregory anrufen und dann helfe ich Dir beim packen.“

 

„Beim packen?“

 

Ben nickte „Natürlich oder dachtest Du, dass ich Dich und Rachel hier in Las Vegas zurücklasse?“

 

„Aber ich kann doch hier nicht so einfach weg“, wandte Meg ein.

 

„Mach Dir darüber keine Sorgen, wir werden für alles eine Lösung finden“, antwortete Ben.

 

„Okay, aber dann sollte ich jetzt aufstehen und das Frühstück zubereiten.“

 

Ben zog Meg in seine Arme „Ich habe eine andere Idee.“

 

„Was denn?“ wollte Meg wissen.

 

„Wir könnten uns ja aus der Hotelküche ein großes Frühstück hochkommen lassen und genießen es hier im Bett“, schlug Ben vor.

 

„Ben, was soll das Personal denn denken?“ wandte Meg ein.

 

Ben lächelte „Das Du eine glückliche Frau bist und es Dir mit Deinem Mann gemütlich machst.“

 

„Aber es weiß doch niemand, dass wir verheiratet sind“, Meg sah Ben an.

 

„Was glaubst Du, wie schnell sich im Hotel so was rum spricht?“ wollte Ben wissen.

 

„Vermutlich sehr schnell, sobald es bekannt wird.“

 

Ein Klingeln an der Tür unterbrach die beiden. Als Meg aufstehen wollte, hielt Ben sie zurück und stand auf.

 

„Ich erledige das schon“, sagte er und zog sich seinen Morgenmantel über, bevor er das Schlafzimmer verließ.

 

Entspannt lehnte Meg sich zurück. Obwohl alles ein wenig plötzlich passiert, hatte sie doch das Gefühl, dass alles richtig war.

 

Die Tür öffnete sich und Ben schob einen Servierwagen ins Schlafzimmer.

 

„Was ist denn das?“ wollte Meg wissen.

 

„Unser Frühstück“, antwortete Ben.

 

„Aber wir haben doch eben erst davon geredet“, wandte Meg ein.

 

Ben grinste „Nun, während Du noch geschlafen hast, habe ich schon das Frühstück bestellt.

 

Meg lachte „Ich glaube so langsam, in unserer Ehe muss ich mich ständig auf die ein oder andere Überraschung gefasst machen.“

 

Ben stellte den Servierwagen neben dem Bett ab. Dann öffnete er eine Flasche Champagner, goss zwei Gläser ein und reichte eins davon Meg.

 

„Champagner zum Frühstück?“ Meg sah Ben an.

 

Dieser setzte sich neben Meg. „Letzte Nacht sind wir ja nicht mehr dazu gekommen, miteinander anzustoßen.“

 

Meg lächelte „Na gut.“

 

Ben hob sein Glas an. „Auf uns. Auf unsere Liebe, das hier und jetzt und unsere gemeinsame Zukunft.“

 

„Auf uns“, antwortete Meg und trank einen Schluck von dem Champagner. „Nanu, was ist denn das?“ Sie hatte etwas in ihrem Glas entdeckt.

 

„Das ist für Dich“, antwortete Ben.

 

Meg fischte aus dem Glas einen Ring mit einem großen Diamanten. „Oh Ben, wo hast Du denn den so schnell her?“

 

Ben lächelte „Den habe ich schon vor ein paar Tagen beim Juwelier hier im Hotel entdeckt. Vorhin habe ich dann dort angerufen und gebeten, ihn mit raufzuschicken.“

 

„Ben Du bist einfach unglaublich“, lächelte Meg und steckte sich den Ring auf. „Und das haben die einfach so akzeptiert?“

 

„Warum nicht? Ich habe ihnen erklärt, dass ich den Ring für meine frisch angetraute Frau brauche“, erklärte Ben.

 

Meg lachte „Nun ich denke, dann wird es sich bis Mittag herumgesprochen haben, dass wir verheiratet sind.“

 

„Das denke ich auch, Mrs. Evans“, nickte Ben „Und nun lass uns frühstücken, wir haben heute noch viel zu tun.

 

 

 

 

Kapitel 11

 

 

 

Meg konnte es immer noch nicht glauben. Sie war in Sunset Beach. In den letzten zwei Tagen war ihr einfach alles wie im Traum vorgekommen. Und nun fuhren sie in Bens Wagen durch das weihnachtlich geschmückte Sunset Beach.

 

„Ich bin schon sehr auf Dein Haus gespannt“, unterbrach Meg die Stille.

 

„Unser Haus“, verbesserte Ben sie. „Und falls es Dir nicht gefällt, suchen wir uns einfach ein neues Haus.“

 

„Ich bin sicher, dass es mir gefallen wird“, antwortete Meg.

 

„Nun, wir werden es gleich erfahren“, sagte Ben und stoppte das Auto in einer Einfahrt.

 

„Das ist Dein Haus?“ Meg betrachtete das rote Sandsteingebäude „Es ist wunderschön und dazu noch gleich am Strand.“

 

„Ja, der Blick auf den Ozean ist einfach überwältigend. Darum habe ich das Haus auch gekauft“, erklärte Ben.

 

Meg öffnete die Autotür. „Lass uns reingehen, ich kann es kaum noch erwarten.“

 

Ben stieg aus und nahm Rachel aus ihrem Kindersitz. Dann gingen sie die Auffahrt hinauf und Ben schloss die Haustür auf. Als Meg das Haus betreten wollte, hielt Ben sie zurück.

 

„Einen Augenblick“, er betrat mit Rachel im Arm das Haus und stellte dann seine Tochter auf den Fußboden ab. Dann kehrte er zu Meg zurück und hob sie in seine Arme.

 

„Was machst Du da?“ wollte Meg wissen.

 

Ben lächelte „Ich trage meine Frau über die Schwelle.“

 

Mit Meg in seinem Arm betrat er das Haus. Er küsste sie, bevor er sie absetzte. „Willkommen zu Hause, Mrs. Evans.“

 

„Danke“, lächelte Meg und sah sich um.

 

„Komm, ich zeige Dir alles“, Ben nahm Rachel wieder auf den Arm und dann Meg’s Hand. Zuerst führte er sie ins Wohnzimmer.

 

Meg war überrascht, dass mitten im Zimmer ein großer, geschmückter Weihnachtsbaum stand. „Ben, wo kommt denn der Baum her? Du warst doch in den letzten Wochen gar nicht hier.“

 

Ben lächelte „Ich habe meinen Freund Mark damit beauftragt. Du wirst ihn nachher im Deep kennen lernen.“

 

„Ich freue mich schon darauf, Deine ganzen Freunde kennen zu lernen.“

 

Ben sah auf seine Uhr „Leider haben wir jetzt auch nicht mehr soviel Zeit, um uns alles in Ruhe anzusehen. In gut anderthalb Stunden müssen wir schon in Deep sein und Du möchtest doch bestimmt vorher noch duschen, oder?“

 

Meg nickte „Ja, das wäre schön.“

 

„Gut, dann zeige ich Dir noch schnell Rachels Zimmer und dann unser Schlafzimmer“, erklärte Ben und führte Meg in den ersten Stock des Hauses.

 

„Das war bisher ein Gästezimmer, aber ich denke wir können hier ein schönes Zimmer für Rachel einrichten“, erklärte Ben, als er Meg in ein Zimmer führte.

 

„Ein schöner heller Raum“, stellte Meg fest. „Hier wird sich Rachel bestimmt wohl fühlen.“

 

„Das denke ich auch“, nickte Ben. „Nach den Feiertagen suchen wir gleich neue Möbel für unsere kleine Prinzessin aus.“

 

Dann führte Ben Meg in das große Schlafzimmer. Es war sehr geschmackvoll eingerichtet und gefiel Meg auf Anhieb.

 

„Das ist also unser Schlafzimmer. Natürlich kannst Du hier auch alles so verändern, damit es Dir gefällt“, sagte Ben.

 

Meg schüttelte ihren Kopf „Da brauche ich gar nichts zu verändern, es gefällt mir so, wie es ist.“

 

„Das freut mich“, lächelte Ben und küsste Meg „Du kannst Dich ja noch ein wenig umsehen, während ich unsere Koffer aus dem Auto hole. Es tut mir leid, dass ich ein wenig hetzen muss, aber diese Weihnachtsparty für die obdachlosen Kinder ist schon Tradition im Deep und ich muss dabei sein.“

 

Meg nickte „Mach Dir keine Sorgen, das verstehe ich schon.“ Dann sah Ben nach, wie der den Raum verließ. Sie nahm ihre Tochter in den Arm und drückte sie. „Hier sind wir jetzt zu Hause, Rachel.“

 

 

 

Kapitel 12

 

 

 

„So, das ist das Deep“, Ben brachte sein Auto vor dem Nachtclub zum stehen.

 

Meg seufzte „Jetzt bin ich doch ein wenig nervös. Was werden Deine Freunde wohl sagen, wenn Du plötzlich mit einer Frau und einem Kind hier auftauchst?“

 

Ben beugte sich zu Meg hinüber und küsste sie zärtlich auf die Lippen. „Sie werden sich für mich freuen und Dich lieben.“

 

Meg lächelte „Na gut, wenn Du so sicher bist.“

 

Sie stiegen aus und Ben nahm Rachel auf den Arm. Dann führte er Meg in den Nachtclub. Dieser war weihnachtlich dekoriert und ein großer Weihnachtsbaum stand mitten auf der Tanzfläche. Eine große Tafel war aufgebaut, an der viele Gäste sitzen konnten. Hinter der Bar stand ein junger Mann und als er Ben entdeckte, kam er sofort auf ihn zu.

 

„Ben, da bist Du ja endlich“, begrüßte er ihn.

 

„Hallo Mark, ist hier alles in Ordnung?“ erkundigte sich Ben.

 

Mark nickte „Na klar.“

 

„Gut, ich wusste doch, dass ich mich auf Dich verlassen kann“, nickte Ben.

 

Bevor sie weiter reden konnten, öffnete sich die Tür zum Nachtclub und eine Gruppe junger Leute kam herein.

 

„Hallo Ben, Du bist ja wieder im Lande“, begrüßte ihn ein blonder Mann.

 

„Na die Feier heute lasse ich mir doch nicht entgehen, Casey“, nickte Ben. „Vanessa, Rae, Gabi und Michael, schön dass ihr mir auch wieder helft.“

 

„Ist doch Ehrensache“, antwortete Michael.

 

„Huhu, mein Traumprinz“, ertönte es dann von der Tür her.

 

Ben drehte sich herum „Hallo Bette, schön Dich zu sehen.“

 

„Schön Dich zu sehen“, antwortete Bette und kniff Ben in die Wange „Was hast Du nur so lange in Las Vegas gemacht?“

 

Ben lächelte „Das ist leicht erklärt. Darf ich Euch allen meine Frau Meg und meine Tochter Rachel vorstellen?“

 

Erstaunt sahen alle Ben an.

 

„Du hast geheiratet?“ Bette war die erste, die ihre Sprache wieder fand.

 

„Ben sag mit bitte, dass das ein Scherz ist!“ hörte man eine laute Stimme.

 

„Annie nein es ist kein Scherz. Meg und ich haben vor drei Tagen in Las Vegas geheiratet.“

 

Wütend sah Annie Meg an „Du kleine Schlampe. Du hast wohl gedacht, Du kannst Ben ganz leicht um Deinen Finger wickeln.“

 

„Annie, ich verbitte Dir, so mit meiner Frau zu sprechen“, griff Ben ein.

 

„Aber Ben, was soll denn das ganze Theater? Die wollte doch einfach nur einen Vater für ihr Kind“, wandte Annie ein.

 

„Rachel ist meine Tochter. Meg und ich sind uns schon vor einiger Zeit in New York begegnet“, erklärte Ben. „Leider hatten wir uns dann aus den Augen verloren, aber jetzt habe ich sie endlich wieder gefunden.“

 

„Annie beruhige Dich bitte“, griff nun auch Bette ein. „Schau Dir die Kleine doch einmal an, dann kannst Du sehen, dass sie Bens Tochter ist.“

 

„Wie kannst Du mir das bloß antun, Ben?“ wollte Annie wissen. „Du weißt doch, dass ich Dich liebe.“

 

„Annie, darüber haben wir doch wohl oft genug gesprochen. Ich bin gerne Dein Freund, aber ich liebe Dich nicht. Wenn Du das nicht akzeptieren kannst, dann muss ich Dich bitten, zu gehen.“

 

Wütend drehte sich Annie um und verließ das Lokal.

 

Meg sah ihr ein wenig verwirrt nach und Bette legte ihr tröstend die Hand auf den Arm. „Keine Angst, Annie hat sehr viel Temperament, aber sie wird sich auch schnell wieder beruhigen. Ich kenne meine Nichte.“

 

„Danke“, lächelte Meg „ich weiß ja, dass es für alle ein Schock ist, dass Ben plötzlich mit einer Frau und einer Tochter zurück gekommen ist.“

 

„Es ist kein Schock für uns, Muffin“, lächelte Bette „wir alle freuen uns für Euch.“

 

Die anderen nickten alle zustimmend.

 

Schon bald war der ganze Nachtclub mit lauter Kindern gefüllt, die sich alle hungrig über das Essen hermachten. Rachel fühlte sich sehr wohl unter all den Kindern. Unbemerkt hatte Casey sich unterdessen in Bens Büro geschlichen, um sich als Weihnachtsmann zu verkleiden. Als er nun als Weihnachtsmann die Treppe hinunter kam, sah Rachel ihn erschrocken an.

 

Dann drehte sie sich um und lief auf Ben zu. „Daddy!“

 

Ben fing seine Tochter auf und drückte sie ganz fest an  sich. „Du brauchst keine Angst zu haben, ich bin ja hier.“

 

Dann sah er Meg an und flüsterte „Hast Du das gehört, sie hat mich zum ersten Mal Daddy genannt.“

 

Meg nickte und lächelte. „Ja, sie hat Dich eben sehr lieb und fühlt sich geborgen bei Dir, genauso wie ich.“

 

Ben küsste Meg „Danke, ihr beiden seit das schönste Weihnachtsgeschenk, was ich mir wünschen konnte.“

 

 

 

**** Ende****