Kapitel 11
„Puh,“ stöhnte Meg als sie zusammen mit Ben kurz vor ein Uhr Nachts, die kleine Hütte wieder betrat „ich habe in meinem Leben noch nie so viel getanzt.“
„Ich auch nicht.“ Ben schloss die Tür hinter sich „Zu schade nur, dass ich nur einmal die Gelegenheit hatte, mit Dir zu tanzen.“
„Du hattest heute Abend eben die Pflichten als Gastgeber und musstest Dich um Deine Angestellten kümmern“ lächelte Meg „und dazu gehörte eben auch, dass Du mit den Damen getanzt hast.“
Ben zog Meg in seine Arme „Danke, dass Du so verständig bist.“
„Da gehört doch nicht viel dazu.“ Meg wand sich aus Bens Arme und drehte sich um die eigene Achse „Ich bin viel zu aufgedreht, um schon schlafen zu gehen.“
„Ich hatte gehofft, dass Du das sagen würdest.“ Ben zog eine Flasche Champagner aus seiner Jackentasche „Darum habe ich uns diese hier noch mitgenommen. Ich mache uns nur eben den Kamin an und dann können wir es uns davor gemütlich machen.“
„Gut,“ nickte Meg „ich hole schon einmal die Gläser.“
Ben hockte sich vor den Kamin, schichtete frisches Feuerholz auf und zündete es an. Wenige Augenblicke tanzten leuchtende Flammen im Kamin. Meg hatte inzwischen nicht nur die Gläser geholt, sondern auch die Stereoanlage angeschaltet und leise Musik tönte durch den Raum.
Sie stellte die Gläser ab und trat auf Ben zu „Würdest Du jetzt noch einmal mit mir tanzen?“
Ben zog Meg in seine Arme „Nichts lieber als das.“
Meg schmiegte sich an Ben und langsam bewegten sie sich zu dem Rhythmus der Musik. Als das Stück endete, hob Ben Megs Kinn leicht an und senkte seinen Mund über ihren. Seine Zunge fuhr zuerst leicht über ihre Unterlippe, bevor sie in ihren Mund vordrang um diesen zu erforschen. Ein leiser Seufzer entwich Meg und sie schlang ihre Arme um Ben. Als sie sich schließlich atemlos voneinander lösten, nahm Ben Megs Hand und führte sie zu dem kleinen Sofa, dass vor dem Kamin stand, hinüber.
„Jetzt könnte ich einen Schluck Champagner gebrauchen.“ Er griff nach der Flasche und öffnete sie. Mit einem Knall löste sich der Korken aus der Flasche und Ben füllte beide Gläser mit der perlenden Flüssigkeit. Dann reichte er Meg eins der Gläser.
„Ich habe noch nie richtigen Champagner getrunken.“ Sagte Meg und schaute auf das Glas in ihrer Hand.
„Na dann wird es aber Zeit dafür.“ Ben stieß mit Meg an „Auf diesen Abend und auf uns.“
Vorsichtig probierte Meg das Getränk „Mmm lecker, daran könnte ich mich gewöhnen.“
Ben stellte sein Glas ab und wickelte sich eine von Megs Haarsträhnen, die sich in ihrem Nacken kringelten, um den Finger „Wenn es nach mir ginge, dann kannst Du Dich gerne daran gewöhnen. An das und noch an vieles mehr.“
Meg sah Ben mit großen Augen an „Was willst Du damit sagen?“
Ben wich ihren Blick nicht aus „Ich möchte Dich keinesfalls erschrecken, aber ich habe noch nie für eine Frau so empfunden, wie für Dich. Schon vom ersten Augenblick an, habe ich gespürt, dass Du etwas ganz besonderes bist. Ich liebe Dich.“
Meg wusste nicht, was sie sagen sollte und starrte Ben nur an.
Ben stand auf, ging zum Kamin hinüber und lehnte sich dagegen. Frustriert steckte er seine Hände in die Hosentasche „Entschuldige, ich hätte das nicht so herausposaunen sollen, aber so empfinde ich nun mal und ich denke, es ist Dir gegenüber nur fair, wenn Du das weißt. Ich bin Dir auch nicht böse, wenn Du meine Gefühle nicht erwiderst, schließlich hast Du gerade eine Beziehung hinter Dir.“
„Ich habe Tim nie richtig geliebt. Das ist mir jetzt im Nachhinein klar geworden. Wir waren seit der Highschool zusammen und alle haben erwartet, dass wir heiraten.“ Meg stand auf und ging zu Ben hinüber „Ben, ich habe auch noch niemals zuvor für jemand anderes soviel empfunden, wie für Dich.“
Ben wagte kaum zu atmen „Was willst Du damit sagen?“
„Ich liebe Dich.“ Meg trat noch einen Schritt näher.
Ben zog Meg an sich und küsste sie leidenschaftlich. Als sie sich wieder von einander lösten, lächelte er sie an „Ich hatte kaum gewagt, darauf zu hoffen. Du hast mein Herz im Sturm erorbert.“
Meg lehnte ihren Kopf an Bens Brust und lauschte seinem Herzschlag „Und ich hatte nie geglaubt, dass Liebe auf dem ersten Blick so tief sein könnte.“
„Oh Meg.“ Ben stöhnt auf und vergrub seine Hände in Megs Haar. Vorsichtig löste er die Haarnadeln „Du hast wunderschönes Haar. So weich und seidig.“
Meg lächelte „Du gibst mir einfach das Gefühl schön zu sein.“
„Du bist wunderschön.“ Flüsterte Ben uns senkte erneut seinen Mund auf ihren für einen leidenschaftlichen Kuss „Weißt Du eigentlich, was Du mit mir machst?“
Meg nickte und löste sich aus seinen Armen. Sie trat einen Schritt zurück und öffnete den Reißverschluss ihres Kleides. Langsam ließ schob sie es von ihren Schultern und ließ es zu Boden greifen.
„Oh mein Gott!“ Bens Mund wurde ganz trocken. Unter dem Kleid trug Meg einen Spitzen BH mit passenden Slip, der die gleiche dunkelblaue Farbe wie ihr Kleid hatte. Schwarze, halterlose Seidenstrümpfe vervollständigten das ganze.
Meg trat wieder einen Schritt auf Ben zu „Gefällt Dir, was Du siehst?“
Ben nickte „Du raubst mir den Atem.“
Meg streckte ihre Hände aus und begann Bens Hemd aufzuknöpfen. Das war zuviel für Ben. Er zog Meg wieder in seine Arme und seine Lippen trafen die ihren für einen Leidenschaftlichen Kuss. Langsam sanken die beiden auf den weichen Teppich vor dem Kamin nieder. Zärtlich erkundeten sie ihre Körper und als Ben schließlich in Meg eindrang, fühlten sich beide komplett. Nichts anderes existierte mehr für die beiden.
Kapitel 12
Als Meg aufwachte, war ihr Kopf auf Bens breiter Brust gebettet. Ihre Beine waren um seine geschlungen und das erste was sie wahr nahm, war Bens Herzschlag. Sie lagen immer noch auf den weichen Teppich vor dem Kamin, der natürlich schon lange ausgegangen war. Irgendwann hatte Ben einfach die Decke vom Sofa heruntergezogen und sie beide damit zugedeckt. Sie hatten sich dort vor dem Kamin einfach zu wohl gefühlt, um in eins der Betten zu gehen. Noch zweimal hatten sie sich letzte Nacht geliebt, bevor sie endlich in einen tiefen Schlaf gefallen waren. Meg drehte den Kopf ein wenig und sah dann direkt in Bens strahlende Augen.
„Guten Morgen, mein Liebling.“ Lächelte Ben „Ich hoffe, Du hast gut geschlafen.“
Meg schmiegte sich enger an Bens Brust „Ich habe sehr gut geschlafen und Du?“
„Wie im siebten Himmel.“ Ben hob Megs Kinn noch ein wenig an und küsste sie zärtlich auf die Lippen „Aber noch viel mehr hat mir gefallen, heute aufzuwachen und Dich in meinen Armen zu halten.“
„Und es ist ein sehr schönes Gefühl, in Deinen Armen aufzuwachen.“ Lächelte Meg.
Ben nahm eine von Megs Haarsträhnen zwischen seine Finger und spielte damit „Meg?“
„Mmm.“ Meg fühlte sich viel zu wohl, um sie zu bewegen.
„Ich möchte gerne jeden Morgen mit Dir in meinen Armen aufwachen, für den Rest meines Lebens.“ Ben hielt den Atem an und wartete auf Megs Reaktion.
Diese hob den Kopf uns sah Ben an „Wie meinst Du das?“
Ben küsste Megs Stirn „So wie ich es gesagt habe.“ Seine Lippen berührten jetzt ihre Wange „Komm mit mir nach Sunset Beach. Ich möchte mit Dir zusammen sein, immer.“
Meg wusste nicht so recht, was sie sagen sollte „Ich....ich kann doch nicht so einfach mit Dir nach Kalifornien gehen.“
„Warum denn nicht?“ Ben sah Meg ernst an „Du hast mir doch letzte Nacht gesagt, dass Du mich liebst, oder?“
Meg nickte „Ja, ich liebe Dich.“
Ben lächelte „Und ich liebe Dich. Wo ist denn da das Problem.“
Meg seufzte „Das Problem bin wahrscheinlich ich und meine Erziehung.“ Meg setzte sich auf „Ben, ich habe gerade meine Beziehung zu Tim beendet. Und auch wenn ich ihn nie richtig geliebt habe, wie mir jetzt klar geworden ist, kann ich doch nicht ein paar Tage später mit einem anderen Mann nach Kalifornien auf und davon gehen. Meine Eltern würden das nicht verstehen.“
Ben nahm Megs Hand und küsste jeden einzelnen ihrer Finger „Dann sind also Deine Eltern das Problem?“
Meg nickte „In gewisser Weise schon. Sie sind halt sehr konservativ eingestellt.“
Ben dachte einen Augenblick nach und dann lächelte er „Dann komm eben als meine Frau mit mir mit.“
Mit großen Augen sah Meg Ben an „Das meinst Du doch jetzt nicht ernst, oder?“
„Mir war noch nie in meinen Leben etwas so ernst, wie das jetzt hier. Ich liebe Dich. Schon seit dem ersten Moment, als wir uns begegnet sind, habe ich gespürt, dass da etwas besonderes ist. Meg ich bin kein Mann, der sich einfach mal so eben verliebt und in der nächsten Woche wieder in eine andere. Meine Gefühle zu Dir, kommen von hier.“ Er zeigte auf sein Herz „Was ich für Dich empfinde, habe ich noch nie zuvor für eine Frau empfunden, nicht einmal für Maria. Ich liebe Dich und ich möchte den Rest meines Lebens mit Dir verbringen. Ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, ohne Dich zu leben.“
Meg traten Tränen in die Augen „Ben so etwas schönes hat mir noch nie jemand gesagt.“
Ben sah Meg an „Und wie ist Deine Antwort?“
Meg schloss für einen Augenblick die Augen „Ich wette, alle werde mich für verrückt halten, aber ja. Ja, ich möchte gerne Deine Frau werden.“
Überglücklich zog Ben Meg in seine Arme und küsste sie leidenschaftlich „Ich liebe Dich Meg Cummings, bald schon Meg Evans.“
Meg lächelte „Und wie stellst Du Dir nun alles weitere vor?“
„Nun,“ lächelte Ben „den perfekten Ort weiß ich sogar schon.“
„So? Wo denn?“
„Hier!“
„Hier?“ Meg sah Ben verwundert an.
Ben nickte „Ja, genau hier. Hier hast Du mir gesagt, dass Du mich liebst und dass Du meine Frau werden willst.“
Meg küsste Ben „Ich stelle gerade fest, dass mein zukünftiger Mann ein romantiker ist.“
„Und stört Dich das?“
Meg schüttelte ihren Kopf „Nein, ganz im Gegenteil, das gefällt mir.“
„Gut“ Ben küsste Meg „Dann brauchen wir jetzt nur noch jemand zu finden, der uns traut, das sollte aber nicht allzu schwierig sein.“
„Ben?“ fragte Meg leise.
„Ja, mein Liebling?“
„Ich möchte gerne, dass meine Eltern dabei sind.“
Ben lächelte „Daran habe ich schon selber gedacht. Schließlich möchte ich sie ja auch kennen lernen.“
Meg seufzte „Ich fürchte nur, sie werden nicht sehr begeistert davon sein, dass ich Dich heirate. Ich meine, sie kennen Dich ja nicht und ich bin Dir ja auch erst vor ein paar Tagen begegnet.“
Ben nickte „Ich verstehe, was Du meinst. Wir müssen sie halt davon überzeugen.“
„Und wie willst Du das machen?“
Ben küsste Meg „Lass mich mal machen. Ich habe da schon so eine Idee.“
Kapitel 13
Die letzten drei Tage, die Tage nach Bens Heiratsantrag, waren Meg wie im Traum vorgekommen. Mit nur wenigen Telefonanrufen hatte Ben schon fast alles erledigt, was nötig gewesen war. Er hatte sich um die Heiratslizenz genauso gekümmert, wie um einen Priester, der sie in zwei Tagen trauen würde. Und nun waren sie auf dem Weg zu ihren Eltern. Ben hatte einfach ein kleines Flugzeug, samt Pilot gechartert und sie waren von Grand Lake nach Kansas City geflogen. Dort angekommen hatte auch schon ein Mietwagen für sie bereit gestanden, mit dem sie nun nach Ludlow fuhren.
Je näher sie ihrem Ziel kamen, umso aufgeregter wurde sie. Was würden ihre Eltern wohl sagen? Würden sie sie verstehen und unterstützen und vor allem, würden sie morgen mit nach Grand Lake zurück fliegen, um bei der Hochzeit dabei zu sein?
Ben spürte Megs wachsende Nervosität, je näher sie Ludlow kamen. Er griff nach ihrer Hand und drückte sie kurz.
„Keine Angst, Du bist ja nicht alleine.“
Meg brachte ein Lächeln zu stande „Danke.“
Schweigend fuhren sie noch eine Weile weiter und dann tauchte auch schon die Einfahrt zur Farm der Cummings vor ihnen auf.
„Dort musst Du abbiegen.“ Wies Meg Ben an.
Dieser nickte und lenkte den Wagen sicher die schmale Auffahrt hinauf. Vor dem Haus parkte er das Auto und stellte den Motor ab.
„Bist Du bereit?“ fragte er Meg.
Meg nickte „Ja, komm. So wie ich Mom kenne, hat sie das Auto schon gehört und ist auf dem Weg die Tür zu öffnen.“
Und richtig, Meg hatte recht. Die Haustür öffnete sich und eine schlanke Frau trat heraus. Als sie Meg entdeckte, die aus dem Auto gestiegen war, strahlte sie über das ganze Gesicht.
„Meg! Schön, dass Du wieder zu Hause bist. Wir haben uns ja solche Sorgen um Dich gemacht.“ Joan umarmte ihre Tochter.
„Hallo Mom, es ist auch schön, wieder hier zu sein.“
Joan betrachtete ihre Tochter „Anscheinend ist Dir Deine Reise gut bekommen. Du siehst viel besser aus, als an dem Tag, an dem Du abgereist bist.“
„Danke Mom.“ Lächelte Meg „Ich möchte Dir jemanden vorstellen.“ Sie drehte sich um und streckte ihre Hand nach Ben aus, der inzwischen auch ausgestiegen war „Mom, das ist Ben Evans. Ben das ist meine Mutter Joan Cummings.“
„Erfreut Sie kennen zu lernen, Miss Cummings.“ Ben reichte Joan die Hand.
Joan war ein wenig verwirrt, denn ihr war die Vertrautheit zwischen Meg und diesem Mann nicht entgangen „Herzlich willkommen in Ludlow. Wollen wir nicht reingehen? Ich habe gerade frischen Kaffee aufgebrüht.“
Meg und Ben folgten Joan nach drinnen und in die Küche.
„Ist Dad auch zu Hause?“ erkundigte sich Meg.
Joan nickte „Ja, er müsste jeden Augenblick rein kommen.“
„Gut, denn ich, nein wir, haben mit Euch etwas zu besprechen.“ Nickte Meg.
Joan war nicht entgangen, dass Ben Megs Hand hielt und diese leicht drückte. Sie spürte, dass ihre Tochter etwas wichtiges auf dem Herzen hatte. Bevor sie aber noch weiter darüber nachdenken konnte, öffnete sich die Hintertür und Hank Cummings trat ein.
„Wer ist denn gerade gekommen?“ fragte Hank und dann erblickte er seine Tochter „Meggie, Du bist wieder zu Hause!“
„Hi Dad.“ Lächelte Meg.
„Deine Mom und ich haben uns solche Sorgen um Dich gemacht.“
„Mir geht es gut Dad, wirklich.“ Meg umarmte ihren Vater „Dad, ich möchte Dir jemanden vorstellen.“ Sie führte Hank zum Küchentisch hinüber, an dem Ben inzwischen Platz genommen hatte „Das, das ist Ben Evans.“
Ben stand auf und streckte Hank seine Hand hin „Erfreut Sie kenne zu lernen, Sir.“
Hank ergriff etwas verwirrt Ben Hand und erwiderte dessen festen Händedruck „Willkommen in Ludlow.“
Meg setzte sich wieder neben Ben „Mom, Dad, ich muss etwas mit Euch besprechen und Ihr müsst mir versprechen, dass Ihr mich ausreden lasst.“
Besorgt sah Joan ihre Tochter an „Ist alles in Ordnung mit Dir?“
Meg lächelte und nickte „Ja, mir geht es gut, sehr gut sogar.“ Meg machte eine kurze Paus und beschloss dann direkt mit der Wahrheit herauszurücken „Ich werde in zwei Tagen heiraten.“
Sprachlos sahen sich Hank und Joan für einen Augenblick an.
„Ich werde das nicht zu lassen. Tim hat Dich zu sehr verletzt. Ich habe ihm verboten, sich hier noch einmal blicken zu lassen.“ Platzte Hank heraus.
„Dad beruhige Dich. Ich habe nicht vor Tim zu heiraten. Mir ist klar geworden, dass ich Tim nie geliebt habe. Jedenfalls nicht so, wie eine Frau Ihren Mann lieben sollte.“ Meg versuchte ihren Vater zu beruhigen.
„Aber ich verstehe das nicht.“ Hank sah seine Tochter an „Wen willst Du dann heiraten?“
„Ben“ Meg nahm Bens Hand und lächelte ihn an.
„Aber Meg, Du kannst doch niemanden heiraten, den Du kaum kennst.“ Mischte sich nun auch Joan ein.
Durch einen Handdruck gab Ben Meg zu verstehen, dass er das erklären wollte „Miss Cummings, Sir, ich kann verstehen, dass Sie nun beunruhigt sind, aber ich versichere Ihnen, dass ich Ihre Tochter über alles liebe. Gleich vom ersten Augenblick an, habe ich gespürt, dass sie etwas besonderes ist. Sie ist alles, was ich mir jemals von einer Frau erträumt habe.“ Ben hob seine Hand, als Joan etwas erwidern wollte „Ich weiß, was Sie sagen wollen. Sie meinen, wir kennen uns ja kaum und handeln überstürzt, aber bedenken Sie bitte auch, dass Sie Tim fast sein ganzes Leben gekannt hatten und trotzdem hat er Meg sehr verletzt. Ich selber habe ähnliches erlebt und weiß, wie sehr so etwas schmerzt. So etwas würde ich Meg nie antun.“
„Mom, Dad, ich kann hier einfach nicht mehr leben. Nicht nachdem was alles passiert ist. Ben möchte mich mit nach Sunset Beach nehmen und zwar als seine Frau. Wir lieben uns und ich werde mit ihm gehen. Übermorgen werden wir getraut und ich wünsche mir, dass Ihr dabei seit.“
„Übermorgen? Bis dahin kann ich aber keine Hochzeit vorbereiten.“ Wandte Joan besorgt ein.
„Das brauchen Sie auch nicht Miss Cummings. Es ist alles schon vorbereitet. Wir werden uns in Grand Lake, dort wo wir uns kennen gelernt haben, trauen lassen. In Kansas City steht ein Flugzeug bereit, dass uns morgen dorthin zurück bringt und wir hoffen, dass Sie uns dann begleiten.“
Meg stand auf „Ich weiß, dass das jetzt überraschend für Euch gekommen ist und Ihr ein wenig Zeit braucht, um darüber nach zu denken. Ich werde Ben jetzt ein wenig auf der Farm herum führen, damit Ihr darüber sprechen könnt. Komm Ben.“
Ben stand auf und folgte Meg. An der Tür blieb er noch einmal stehen und drehte sich kurz um „Ich liebe Ihre Tochter von ganzem Herzen und ich weiß, dass sie sich wünscht, dass Sie dabei sind, wenn wir heiraten. Alles was ich möchte ist, Meg glücklich zu machen.“
Nachdenklich sah Joan Ben und Meg nach. Hank hingegen lief aufgebracht hin und her.
„Wie kann sie so etwas nur tun?“ fragte er seine Frau.
Joan sah aus dem Fenster und beobachtete Meg und Ben „Komm her Hank und sieh Dir das an.“ Sie wartete bis ihr Mann neben ihr stand „Sie sieht so glücklich aus. So habe ich sie vorher noch nie strahlen sehen.“ Draußen legte Ben Meg seinen Arm um ihre Schultern, sagte etwas zu ihr, bevor er ihr Kinn anhob und sie zärtlich küsste „Und sieh sie Dir zusammen an. Sie wirken auf mich wie ein Paar das schon lange zusammen ist. Sie sind sehr vertraut mit einander. Ich habe nie erlebt, dass Tim unsere Meg jemals so angesehen hat.“
„Mmm,“ knurrte Hank „und was sollen wir Deiner Meinung nach machen?“
Joan lächelte Hank an „An Ihrer Hochzeit teilnehmen. Wenn wir es nicht machen, werden wir Meg verlieren, ich spüre das.“
Hank legte seinen Arm um seine Frau „Ich hoffe nur, Du hast recht. Ich möchte doch nur das Beste für mein kleines Mädchen.“
„Ich doch auch.“ Joan legte ihren Kopf an die Schulter ihres Mannes „Und ich denke, Ben ist das Beste für Meg.“
„Ich hoffe, Du hast recht.“ Nickte Hank „Ich denke, wir sollten den beiden unsere Entscheidung mitteilen.“
„Ja und dann werde ich packen.“ Lächelte Joan.
Kapitel 14
Hank nestelte an seiner Krawatte und
sah sich noch einmal in der festlich geschmückten Hütte um. Ben stand, festlich
gekleidet, vor dem Kamin und sah ein wenig nervös aus. Das wiederum beruhigte
Hank ein wenig, denn es zeigte ihm, dass Ben die Ehe nicht auf die leichte
Schulter nahm. Er hatte sich in den letzten zwei Tagen ausführlich mit Ben
unterhalten und war schließlich zu dem Schluss gekommen, dass dieser durchaus
ein vernünftiger Mensch war und Meg über alles zu lieben schien.
Joan trat neben Hank und lächelte
ihm zu „Meg ist jetzt soweit.“
„Ich weiß aber noch nicht, ob ich
soweit bin.“ Flüsterte Hank zurück.
„Hank!“ Joan legte ihre Hand auf den
Arm ihres Mannes „Meg ist glücklich und das ist doch die Hauptsache. Außerdem
ist Ben ein sehr netter Mann und er wird gut für unser Mädchen sorgen.“
Hank legte seine Hand auf die von
seiner Frau „Ich weiß, aber sie fehlt mir jetzt schon. Kalifornien liegt ja nun
nicht gerade um die Ecke.“
„Ich weiß, aber Ben hat uns ja fest
versprochen, dass sie uns oft besuchen werden und dass wir jederzeit in Sunset
Beach willkommen sind.“
Die Tür zu Megs Schlafzimmer öffnete
sich und Meg trat hinaus. Sie trug ein elfenbeinfarbenes Seidenkostüm und hatte
ein Strauß weißer Rosen in der Hand. Lächelnd und ihren Blick nur auf Ben
gerichtet, trat sie neben ihn vor den Kamin.
Der Priester lächelte das Paar vor
sich an „Wir haben uns heute hier versammelt, um diesen Mann und diese Frau in
den heiligen Stand der Ehe zu führen. Ben und Meg möchten zuerst selber ein paar
Worte sagen.“
Ben nahm Megs Hand in die seine und
lächelte ihr zu „Als ich vor 14 Tagen nach Grand Lake kam, brauchte ich Abstand
von zu Hause und ich wollte über meine Zukunft nachdenken. Und dann standest Du
plötzlich vor mir und ich wusste, dass Du meine Zukunft bist und das ich endlich
zu Hause angekommen bin. Ich liebe Dich Meg und freue mich schon darauf, mein
restliches Leben mit Dir zu verbringen.“
Meg schluckte und drückte Bens Hand
„Als ich Ludlow nach einer großen Enttäuschung verließ, wusste ich nicht, wohin
mich mein Weg führen würde. Und er hat mich zu Dir und Dich direkt in mein Herz
geführt. Du hast eine Lücke in meinem Leben gefüllt, von der ich vorher nicht
einmal geahnt habe, dass es sie gab. Ich liebe Dich Ben.“
Lächelnd nickte der Priester den
beiden zu „Ben stecken Sie Meg nun den Ring auf und sprechen Sie dabei das
Gelübde.“
Ben nahm den Ring und steckte ihn
auf den Finger von Meg „Mit diesem Ring, nehme ich Dich zu meiner Frau. In guten
wie in schlechten Zeiten, in Gesundheit, wie in Krankheit, in Reichtum wie in
Armut, bist das der Tod uns scheidet.“
Lächelnd wandte sich der Priester
nun an Meg „Und nun sind Sie dran.“
Meg nahm den Ring und steckte ihn
Ben an den Finger „Mit diesem Ring, nehme ich Dich zu meinem Mann. In guten wie
in schlechten Zeiten, in Gesundheit wie in Krankheit, in Reichtum wie in Armut,
bis das der Tod uns scheidet.“
„Damit erkläre ich Euch nun zu Mann
und Frau.“ Der Priester breitete seine Arme zum Segen aus „Was Gott zusammen
geführt hat, darf der Mensch nicht trenne. Es segne Euch der allmächtige Gott,
der Vater, der Sohn und der heilige Geist.“ Er machte ein Kreuzzeichen und
zwinkerte dann Ben zu „Sie dürfen die Braut jetzt küssen.“
Ben beugte sich vor und küsste Meg
zärtlich auf die Lippen „Wie fühlst Du Dich Miss Evans?“
„Wunderbar“ strahlte Meg ihren
frisch angetrauten Ehemann an.
Joan wischte sich schnell eine Träne
weg, bevor sie zuerst Meg und dann Ben umarmte „Herzlichen Glückwunsch, Ihr
zwei. Und Ben, willkommen in der Familie.“
„Danke Joan.“ Lächelte Ben.
„Und pass mir gut auf mein kleines
Mädchen auf.“ Fügte Hank hinzu, als er Bens Hand schüttelte.
„Keine Sorge, ich werde Sie hüten
wie mein Augapfel, Sir.“ Antwortete Ben.
Hank nickte „Und Ben, es wird Zeit,
dass Du das Sir weglässt.“
„Ach, das war ja eine so schöne
Zeremonie.“
Seufzte Miss Brown.
Sie, ihr Mann und Ron waren
ebenfalls anwesend. Sie hatte es sich auch nicht nehmen lassen, ein
Hochzeitsmenu, inklusive Hochzeitstorte zu kochen.
Ben nahm Megs Hand und führte sie zu
der festlich gedeckten Tafel hinüber „Lasst uns Essen. Heute früh habe ich vor
lauter Aufregung kaum einen Bissen hinunter bekommen.“
„Hattest Du Angst, dass ich nein
sage?“ wollte Meg wissen.
Ben schüttelte seinen Kopf und sah
zu Hank hinüber „Ich hatte eher Angst, dass Dein Vater Dich schnappt und wieder
mitnimmt. Aber ich wäre Dir gefolgt.“
„Gut zu wissen.“ Lächelte Meg und
küsste Ben.
Alle lachten und nahmen am Tisch
platz.
Hank nahm sein Champagner Glas in
die Hand und stand erneut auf „Ich denke, ich sollte wohl noch ein paar Worte
sagen. Meg und Ben haben uns ja vor zwei Tagen mit Ihren Hochzeitsplänen
überrascht. Meg hatte vor zwei Wochen Ludlow mit einem gebrochenen Herzen
verlassen und wir waren sehr besorgt um sie. Um so größer war unsere
Überraschung, als sie mit Ben vor unsere Tür stand und die beiden verkündeten,
dass sie heute heiraten wollten. Ich muss zugeben, dass Joan und ich sehr
skeptisch waren, aber wir haben dann sehr schnell gesehen, dass Meg und Ben sich
aufrichtig lieben. Heute sind wir stolz darauf, Ben, als neues Mitglied unserer
Familie begrüßen zu dürfen. Lasst uns nun auf das Wohl der beiden trinken.“
Alle erhoben ihre Gläser „Auf das
Brautpaar.“
Meg trocknete sich ein paar Tränen
der Rührung „Danke Dad, das hat mir sehr viel bedeutet.“
Hank lächelte seine Tochter an „Wenn
Du glücklich bist, sind wir es auch.“
Die nächsten Stunden verbrachte die kleine Gesellschaft fröhlich zusammen.
Kapitel 15
Meg konnte es immer noch nicht fassen. Heute war Heilig Abend und sie war mit ihrem frisch angetrauten Mann in Sunset Beach. Nach ihrer Ankunft hatten sie sich in Bens Suite im Rsort Inn einquartiert, aber Ben hatte ihr versprochen, dass sie gleich nach den Feiertagen auf Haussuche gehen würden.
Nun gingen sie Hand in Hand am Strand entlang und Meg schaute fasziniert dem Farbenspiel des Sonnenuntergangs zu. So etwas atemberaubendes hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen. Es kam ihr sowieso noch alles so unwirklich vor. Noch heute früh waren sie im verschneiten Colorado und jetzt gingen sie am Strand spazieren, nur leicht bekleidet.
Meg sah Ben an „Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich jetzt hier mit Dir leben werde. Es kommt mir vor, wie das Paradies.“
Ben blieb stehen und zog Meg an sich „Es freut mich, dass es Dir hier so gut gefällt. Allerdings muss ich zugeben, dass mir Sunset Beach noch nie so schön vorgekommen ist, wie jetzt. Das muss wohl daran liegen, dass Du jetzt hier mit mir bist.“
„Oh Ben, Du sagst immer so wundervolle Dinge zu mir.“ Lächelte Meg.
„Und ich meine auch alles so, wie ich es gesagt habe.“ Er beugte sich vor und küsste Meg zärtlich auf die Lippen. Langsam löste er sich wieder von Meg „Lass uns nun zum Surf Center gehen. Ich kann es kaum erwarten, Dich meinen Freunden vorzustellen.“
Hand in Hand gingen sie weiter „Bist Du auch sicher, dass wir dort nicht stören?“
„Ganz sicher.“ Nickte Ben „Du wirst sehen, dort geht es ganz ungezwungen zu.“
„Aber schließlich ist doch heute Heilig Abend....“
„Und dann feiern sie dort immer eine großartige Party.“ Lächelte Ben und führte Meg auf ein großes, weißes Haus zu „Du brauchst wirklich keine Angst haben.“ Sagte er, bevor er anklopfte.
Wenige Augenblicke später öffnete ein junger Mann, der eine Weihnachtsmannmütze trug die Tür. Überrascht schaute er Ben an und lachte dann.
„Sieh an, wer zu Weihnachten doch nach Hause gekommen ist. Hallo Ben, schön Dich zu sehen.“ Der junge Mann drehte seinen Kopf und rief ins Haus „Es ist Ben!“
„Frohe Weihnachten Mark.“ Lächelte Ben und zog Meg mit sich ins Haus „Ich habe noch jemanden mitgebracht.“
Mark streckte Meg die Hand entgegen „Hi, ich bin Mark, willkommen im Surf Center.“
Meg bemerkte, wie Marks braune Augen sie neugierig musterten „Hi Mark. Ich bin Meg.“
Mark griff nach Megs Arm „Komm, ich stelle Dich den anderen vor.“
„Das würde ich schon gerne selber tun.“ Wandte Ben ein.
Erst jetzt bemerkte Meg, dass sie schon praktisch im Wohnraum standen, der weihnachtlich geschmückt war. Neugierig wurde sie von mehreren Augenpaaren gemustert.
Ben räusperte sich „Also, darf ich mal einen kurzen Augenblick um Eure Aufmerksamkeit bitten?“ Er wartete einen Augenblick, bis alle ganz still waren, dann zog er Meg mit sich weiter in den Raum hinein „Das hier sind meine Freunde. Casey, dem das Haus hier zur Hälfte gehört, Rae, der die andere Hälfte hier gehört, nebenbei noch eine sehr gute Ärztin ist und Caseys Freundin.“
„Hallo Rae, hallo Casey.“ Begrüßte Meg die beiden kurz, bevor Ben sie auch schon weiterzog.
„Das hier ist Michael. Er arbeitet zusammen mit Casey als Rettungsschwimmer und bewohnt zusammen mit seiner Freundin Vanessa das Garagenapartment. Vanessa ist übrigens eine hervorragende Journalistin.“
Meg begrüßte auch die beiden kurz.
„Ja und Mark habe ich Dir ja eben schon vorgestellt. Die ganze Clique wohnt hier zusammen.“ Erklärte Ben Meg kurz und wandte sich dann an seine Freunde „Und das hier,“ er legte Meg seinen Arm um die Taille „Ist meine bezaubernde Frau Meg.“
„Deine was?“ Mark fiel förmlich die Kinnlade hinunter.
„Meine Frau. Wir haben vor ein paar Tagen geheiratet.“
Casey fand als erstes seine Sprache wieder „Na das nenne ich mal eine Überraschung. Herzlichen Glückwunsch ihr beiden.“
„Danke“ lächelte Meg.
Mark kratzte sich ein wenig verlegen am Kopf „Entschuldige bitte wenn wir so überrascht reagieren Meg, aber bevor Ben abgereist ist, hat er klar und deutlich erklärt, dass er von Frauen erst einmal nichts wissen wollte.“
Ben lächelte „Da wusste ich ja auch noch nicht, dass ich kurz darauf Meg begegne.“
„Ich finde das sollte gefeiert werden. Casey im Kühlschrank muss noch eine Flasche Champagner liegen, die wird jetzt geöffnet.“ Ordnete Rae an.
„Die lass mal dort wo sie ist. Wir haben auch ein paar Flaschen mitgebracht.“ Ben reichte Casey den Korb den er trug.“
Vanessa zog Meg mit sich fort, während Casey und Ben sich um den Champagner kümmerten „Wow, was hast Du nur mit Ben gemacht? Der ist ja wie ausgewechselt. Erzähl mal, wie habt Ihr Euch kennen gelernt.“
Meg lächelte „Es gab einen Schneesturm, ich brauchte eine Unterkunft und Ben bot mir eine an.“
Ben trat auf die beiden Frauen zu und reichte jeder ein gefülltes Glas „Meg hat mir einfach gezeigt, wie man liebt.“
„Und Ben hat mir gezeigt, was Liebe ist.“ Lächelte Meg ihren Mann an.
Ben konnte nicht anders, als Meg in seine Arme zu ziehen und zu küssen.
„Man, muss Liebe schön sein.“ Murmelte Mark im Vorbeigehen.
„Ist sie auch.“ Grinste Ben „Du mein Freund, wirst das hoffentlich auch eines Tages erfahren.
„So, jetzt wird es aber Zeit fürs Essen. Der Truthahn verbrennt sonst.“ Meldete sich Rae zu Wort „Casey und Mark, Ihr könnt bitte mal noch zwei Stühle organisieren.“
„Okay, Boss.“ Nickte Casey und zog Mark schnell mit sich fort, um Raes ungnädigen Blick zu entfliehen.
„Kann ich irgendwie helfen?“ fragte Meg.
„Kannst Du einen Truthahn transchieren?“ erkundigte sich Rae „Ich bin zwar Chirurgin und kann mit dem Skalpell umgehen, aber einen Truthahn tranchieren kann ich nicht.“
Meg lächelte „Da kann ich helfen. Schließlich bin ich auf einer Farm großgeworden.“
„Prima,“ strahlte Rae „dann komm mal mit in die Küche.“
„Wartet, ich komme auch mit.“ Neugierig folgte Vanessa den Beiden.
Es dauerte nicht lange und alles saßen um den festlich gedeckten Küchentisch und ließen es sich schmecken. Dabei mussten Meg und Ben ganz genau erzählen, wie sie sich kennen gelernt hatten und wie ihre Hochzeit war. An diesem Abend wurden noch viele Toasts auf die Beiden ausgesprochen und Meg fühlte sich dort sehr wohl.
***Epilog***
Genau ein Jahr später standen Meg und Ben wieder vor dem Surf Center. Sie wohnten inzwischen in einem Strandhaus nicht weit vom Surf Center entfernt.
„Bist Du auch sicher, dass es auch nicht zu anstrengend für Dich wird?“ besorgt legte Ben seine Hand auf den Bauch seiner hochschwangeren Frau.
„Mir geht es gut, ich bin nur schwanger und nicht krank.“ Lächelte Meg.
„Aber Du weißt auch, dass es jetzt jeden Tag soweit sein kann.“ Ben ließ sich nicht so schnell beruhigen.
„Ben, Rae ist meine Ärztin und sie ist auch hier. Was sollte mir also passieren?“
„Du hast ja recht.“ Ben küsste seine Frau „Ich mache mir halt nur Sorgen um Dich und das Baby.“
„Ich weiß und nun lass uns endlich reingehen. Lange stehen fällt mir nämlich doch ein wenig schwer.“
„Entschuldige“ Ben klopfte an und wenige Augenblicke öffnete Casey die Tür.
„Frohe Weihnachten“ begrüßte er seine Freund.
Ben und Meg traten ein und Meg umarmte Casey „Frohe Weihnachten.“
„Du siehst gut aus.“ Stellte Casey fest.
„Schmeichler“ lachte Meg „Ich bin rund wie eine Tonne.“
„Ich finde Casey hat recht, Du siehst einfach wunderschön aus.“ Ben legte seinen Arm um Meg.
„Ja, ja, redet nur weiter so, dann glaube ich das am Ende noch selbst.“ Lachte Meg „Nun lasst mich aber lieber mal hinsetzten.“
„Kommt am besten gleich mit in die Küche, das Essen ist nämlich schon fertig.“ Sagte Casey und ging voran.
In der Küche begrüßten Ben und Meg den Rest der Clique. Dann dirigierte Rae alle auf ihre Plätze.
„Wer tranchiert dieses Jahr den Truthahn?“ fragte sie in die Runde.
Alle sahen sich an.
Meg lachte „Gib schon das Messer her, da muss ich wohl wieder ran.“
„Meg, bist Du sicher?“ Ben war sofort wieder besorgt.
Meg seufzte „Ben, es ist nur ein Stück Fleisch, das ich schneiden will und kein Berg den ich versetzten möchte.“
Rae reichte Meg das Messer. Diese stand auf und begann den Vogel zu tranchieren. Plötzlich spürte sie einen starken Schmerz im Rücken und gleichzeitig merkte sie, dass ihre Fruchtblase geplatzt war.
„Oh, ich glaube, jetzt haben wir ein kleines Problem.“ Sagte Meg und legte das Messer zur Seite.
„Wieso?“ fragte Mark ahnungslos „Weil der Truthahn nur zwei Keulen hat? Dieses Jahr bekomme ich auf jeden Fall einen davon.“
Ben hatte sofort bemerkt, dass mit Meg etwas nicht stimmte „Liebling was ist los?“
Meg drehte ihren Kopf und lächelte Ben an „Wir bekommen ein Baby.“
„Ja, das weiß ich doch.“ Ben begriff nicht sogleich, was Meg meinte.
„Ich mein jetzt, Ben. Wir bekommen jetzt ein Baby!“
Ben wurde ganz weiß im Gesicht „Oh mein Gott, wir müssen sofort in die Klinik.“
Rae war schon aufgesprungen und war neben Meg. Sie sah sofort, dass Megs Fruchtblase bereits geplatzt war „Ich fürchte dafür haben wir keine Zeit mehr. Casey, Michael, helft mir mal Meg nach oben in eins der Schlafzimmer zu bringen.“ Dann wandte sie sich an Meg „Wie lange hast Du schon Wehen?“
„Ich weiß nicht genau.“ Meg holte tief Luft, als erneut eine Wehe spürte „Ich hatte den ganzen Tag schon Rückenschmerzen, dachte aber, es seien Senkwehen.“
„Offensichtlich nicht.“ Meinte Rae „Vanessa, wir brauchen saubere Handtücher und meine Tasche.“
„Hole ich sofort“ antwortete Vanessa und verließ schon die Küche.
Gemeinsam schafften Michael und Casey Meg nach oben und brachten sie in das nächste Schlafzimmer. Vorsichtig legten sie sie dort aufs Bett. Kurz darauf erschien Vanessa mit Raes Arzttasche und einem Stapel Handtücher.
„Sehr gut, danke.“ Rae nahm Vanessa die Tasche ab, öffnete sie und begann alles notwendige heraus zu holen „Leg bitte ein paar saubere Handtücher unter Meg.“ Ordnete sie an, während sie sich die Hände desinfizierte.
Ben setzte sich neben Meg auf das Bett und nahm ihre Hand in die seine „Wie fühlst Du Dich?“
„Es geht so.“ lächelte Meg, als bereits einen neue Wehe einsetzte.
„Denk daran zu atmen, wie wir es gelernt haben.“ Ben machte es Meg noch einmal vor.
Rae war mit ihren Vorbereitungen fertig „So und bis auf Meg und Ben verlassen jetzt alle bitte den Raum.“
„Brauchst Du keine weitere Hilfe?“ fragte Vanessa noch einmal.
„Ich komme schon zu recht und falls ich doch noch etwas brauche, rufe ich einfach.“
Nachdem die anderen alle den Raum verlassen hatten, drehte sich Rae zu Ben und Meg um „Ben hilf mir mal bitte Meg frei zu machen.“
„Okay“ nickte Ben und half Meg beim ausziehen.
„So Meg, ich sehe jetzt mal nach, wie weit Du schon eröffnet bist. Und falls wieder eine Wehe kommt, versuch bitte nicht zu pressen, hast Du verstanden?“
Meg nickte nur, da schon wieder eine Wehe einsetzte.
Vorsichtig untersuchte Rae Meg „Du bist schon vollständig eröffnet. Nun wird es nicht mehr lange dauern, bis Euer Baby da ist. Bei der nächsten Wehe fang bitte an zu pressen.“ Rae brachte sich selber in eine bessere Position „Ben Du setzt Dich bitte hinter Meg und stütz sie bei der nächsten Wehe ab, dann kann sie besser pressen.“
„Gut“ nickte Ben und setzte sich hinter Meg.
Es dauerte nicht lange und die nächste Wehe setzte ein. Mit aller Kraft begann Meg zu pressen.
„Das machst Du sehr gut Meg.“ Lobte Rae sie „Ich kann das Köpfchen bereits sehen.“
Die Wehe ebbte ab und Meg sank in ihr Kissen zurück.
„Das machst Du sehr gut.“ Ben beugte sich vor und küsste Megs Stirn.
Die nächste Wehe setzte ein und wieder begann Meg zu pressen.
„Gut Meg mach weiter so, Du hast es gleich geschafft.“
Erschöpft sank Meg wieder in die Kissen zurück „Ich kann nicht mehr.“
„Doch Du kannst noch. Der Kopf und die Schultern sind bereits durch.“ Erklärte Rae „Mit der nächsten Wehe kommt dann jetzt der Rest.“
Meg hatte nicht viel Zeit sich zu erholen, denn schon gleich darauf setzte die nächste Wehe ein. Sie begann noch einmal zu pressen und wenige Augenblicke später, glitt das Baby sicher in Raes Hände.
„Es ist da.“ Lächelte Rae Ben und Meg an und im gleichen Moment begann das Baby zu schreien.
„Das ist unser Baby, hörst Du das Meg?“ Glücklich strahlte Ben Meg an „Das hast Du ganz prima gemacht.“
„Was haben wir denn?“ wollte Meg wissen „Ein Mädchen oder einen Jungen?“
Rae lächelte „Wie wäre es, wenn der Daddy die Nabelschnur durchschneidet und dabei gleich mal nachsieht?“
Ben nickte „Ja gerne.“
Er stand auf und ging ans Fußende des Bettes. Rae reichte ihm eine Schere und er konnte die Nabelschnur durchtrennen. Dann lächelte er Meg an „Wir haben einen Jungen. Einen wunderschönen, gesunden Jungen.“
„Ich gratuliere Euch beiden.“ Rae wickelte den Säugling in ein sauberes Handtuch ein, damit er nicht auskühlte.
„Darf ich ihn mal bitte halten?“ fragte Meg.
„Aber natürlich.“ Vorsichtig legte Rae ihr das Baby in den Arm. Dann versorgte sie Meg.
Die anderen warteten ungeduldig unten im Wohnzimmer. Als sie das Baby schreien hörten, stürmten sie sofort die Treppe herauf, warteten aber vor der verschlossenen Tür. Zwanzig Minuten später öffnete sich die Tür und Rae ließ sie eintreten.
„Aber nur kurz.“ Ermahnte sie die anderen „Mutter und Kind brauchen ihre Ruhe.“
Mit einem sauberen Nachthemd bekleidet saß Meg im Bett und hielt das kleine Bündel in ihren Armen.
„Darf ich Euch unseren Sohn vorstellen?“ fragte Ben stolz.
„Einen Jungen? Ihr habt einen Jungen?“ lächelte Vanessa „Gratuliere.“
Auch die anderen gratulierten.
„Wie heißt er denn?“ wollte Mark wissen.
Ben nahm Meg das Baby ab „Darf ich vorstellen? Adrian Benjamin Evans.“
*****Ende*****