Kapitel 01

 

Meg Cummings bog mit Ihrem alten Golf Cabriolet von der Hauptstrasse auf den Zufahrtsweg zu dem Weingut der Evans ab. Das Weingut lag auf halben Wege zwischen Los Angeles und San Bernadino in den Bergen von Kalifornien.

 

Die 22 jährige liebte dieses Weingut, auf dem sie mit Ihren Eltern, Joan und Hank und Ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Sara, seit nun mehr 17 Jahren lebte. Als sie fünf Jahre alt gewesen war, sind sie von Kansas nach Kalifornien gezogen, da Ihre Mutter sehr krank geworden war und die rauen Winter in Kansas nicht mehr verkraften konnte. Hier in dem milden Klima von Kalifornien hatte sich Joan Cummings sehr schnell erholt und zusammen mit Ihrem Mann verwaltete sie das Weingut.

 

Die Besitzer waren Hannah und Jonathan Evans. Hank hatte Jonathan vor 26 Jahren in Kansas City kennen gelernt. Der junge englische Geschäftsmann war überfallen worden und Hank war gerade noch rechtzeitig aufgetaucht, um den Angreifer zu überwältigen. Danach hatte Jonathan ein paar Tage auf der Farm der Cummings verbracht und die beiden Männer sind sehr gute Freunde geworden.

 

Als Joan dann erkrankte und die Cummings Ihre Farm in Kansas aufgeben mussten, hat Jonathan nicht gezögert und seinem Freund den Posten des Verwalters auf seinem Weingut in Kalifornien angeboten, dass er zwei Jahre zuvor gekauft hatte. Hank hatte zuerst gezögert, da er von Weinanbau nichts verstand, aber als Jonathan im erzählte, dass er einen deutschstämmigen Winzer, Walter Krick, eingestellt hatte, der sich um alles was den Wein betraf kümmerte, stimmte Hank zu und die Familie Cummings zog nach Kalifornien.

 

Jeden Sommer kamen Hannah und Jonathan mit Ihren Zwillingen Ben und Derek von England auf das Weingut und verbrachten Ihre Ferien dort. Die Zwillinge waren fünf Jahre älter als Meg, aber die vier Kinder verstanden sich prächtig und verbrachten jeden Sommer eine tolle Zeit zusammen. Aber seit die Jungs vor knapp 10 Jahren mit dem Studium begonnen hatten und später bei Ihrem Vater in der Firma eingestiegen waren, waren sie nicht mehr auf dem Weingut gewesen.

 

Meg war selber zwei Jahre fort gewesen, um auf einer Pferderanch in der Nähe von San Fransisco alles über die Pferdezucht zu lernen. Sie liebte Pferde über alles und das Weingut hatte einen eigenen Reitstall. Als Jonathan bei seinem Besuch vor drei Jahren bemerkt hatte, wie sehr Meg die Pferde am Herz lagen und wie gut sie mit den Tieren umgehen konnte, bot er Ihr an, eine Pferdezucht zu starten. Begeistert hatte Meg zugestimmt und eine Ausbildung begonnen. Nun kehrte sie endlich wieder nach Hause zurück.

 

„Endlich daheim.“ Sagte sie zu sich selber, als zuerst das große Haus der Evans und kurze Zeit später das Haus Ihrer Eltern auftauchte. Kaum dass sie den Wagen vor dem Haus gestoppt hatte, öffnete sich die Tür und Joan und Hank Cummings kamen heraus. Meg stieg aus und umarmte Ihre Eltern „Schön wieder zu Hause zu sein, ich habe Euch so sehr vermisst.“ „Wir haben Dich auch vermisst, Meggie.“ Sagte Hank „Und seit Sara in Los Angeles studiert, noch viel mehr.“ „Nun lass Meg doch erst einmal herein kommen, sie ist bestimmt hungrig und müde nach der langen Fahrt.“ Mischte sich Joan ein. „Du hast recht, Joanie.“ Stimmte Hank zu und alle drei betraten das Haus. Joan hatte einen Imbiss und Kaffee vorbereitet und die drei setzten sich an den Küchentisch. Meg nahm sich ein Sandwisch und biss hinein „Mmmm Mom, Deine gute Küche habe ich am meisten vermisst.“ Sagte sie. „Erzählt, was gibt es neues? Als ich am Haus der Evans vorbei gefahren bin, sah es so aus, als wenn dort jemand wohnen würde. Sind Hannah und Jonathan da?“ Hank schüttelte seinen Kopf „Nein, die beiden werden diesen Sommer wohl nicht kommen, aber dafür sind Ben und Derek hier.“ „Wirklich?“ Meg schaute Ihre Eltern an „Die beiden waren lange nicht hier, wie geht es Ihnen?“ fragte Meg. „Nun, wie es aussieht, sehr gut. Derek macht hier Ferien, bevor er nach Los Angeles zieht, um dort die neue Filiale der Evans Inc. zu über nehmen.“ Erklärte Hank. „Jonathan hat eine Filiale hier in Kalifornien aufgemacht?“ fragte Meg erstaunt. Hank nickte „Obwohl, so wie ich es verstanden habe, war es wohl mehr eine Idee von Derek und er wollte die Filiale auch führen.“ „Dann nehme ich an, dass Ben Ihm dabei hilft.“ Fragte Meg weiter. „Nein,“ antwortete Hank „Ben will hier auf dem Weingut bleiben. Er hat irgendein Projekt, an dem er arbeitet.“ Meg hatte Mühe Ihre Freude darüber zu verbergen. Sie hatte sich schon immer gut mit den Evans verstanden, aber zu Ben fühlte sie sich besonders hingezogen.

 

Nachdem sie sich gestärkt hatte, stand sie vom Tisch auf „Wenn Ihr mich bitte entschuldigen wollt, ich möchte gerne Prince begrüßen.“ Sagte sie. „Geh nur,“ lächelte Joan „ich wette er spürt schon das Du da bist und wartet auf Dich.“ „Danke Mom.“ Sagte Meg und verließ das Haus. Sie schlug den Weg zu dem Pferdestall ein und schon kurze Zeit später sah sie Ihren schwarzen Hengst auf der Weide vor den Stallungen stehen. Sie kletterte über den Zaun und schnalzte nur einmal kurz mit der Zunge „Hi Prince, ich bin wieder zurück.“ Sagte sie leise. Der Hengst stellte die Ohren auf und schritt langsam auf Meg zu. Er stupste sie an und senkte seinen Kopf, damit Meg Ihn zwischen den Ohren kraulen konnte. „Ich habe Dich so vermisst, mein Großer, aber nun bin ich wieder da und werde nicht mehr weggehen.“ Meg redete noch eine ganze Weile leise und zärtlich auf das Pferd ein und hörte nicht auf, es zwischen den Ohren zu kraulen. Beide hatten nicht bemerkt, dass jemand an den Zaun getreten war und sie beobachtete „Hallo Megan.“ Sagte der Mann leise.

 

 

Kapitel 02

 

Als Meg die Stimme hinter sich hörte, schloss sie einen kurzen Augenblick die Augen. Sie wusste sofort, ohne das sie sich umdrehte, wer es war. Langsam mit einem Lächeln auf Ihren Lippen drehte sie sich herum „Hallo Benjamin.“ Sie ging auf Ben zu, umarmte Ihn und küsste seine Wange „Es ist lange her, dass wir uns gesehen haben.“ Ben brauchte einen Augenblick bevor er antworten konnte. Aus dem zwölfjährigen Mädchen, das er zuletzt gesehen hatte, war eine wunderschöne junge Frau geworden. „Ja, zehn Jahre sind eine lange Zeit.“ Brachte er schließlich hervor „Und niemand hat mich seit dem Benjamin genannt.“ Meg lachte „Und mich nennt niemand anderes Megan.“ Sie standen sich gegenüber und sahen sich an. Ben konnte seine Augen nicht von Ihr nehmen. Bis zu diesem Moment hatte er nicht gewusst, was er die ganzen letzten Jahre vermisst hatte oder warum er bisher mit keiner Frau eine feste, längere Beziehung eingehen konnte. Sicher, er hatte in den letzten Jahren, wie jeder andere junge Mann, die ein oder andere Freundin gehabt, aber nie war es zu einer ernsteren Beziehung gekommen. Nun, da er Meg gegenüberstand, wusste er sofort warum. Sein Herz gehörte Meg und es hatte Ihr schon immer gehört, nur war es Ihm nie bewusst gewesen. Als er gerade Meg beobachtet hatte, wie sie mit dem Pferd redete und Ihm irgendetwas ins Ohr flüsterte, war er sogar ein wenig eifersüchtig auf das Pferd gewesen.

 

Megs Stimme riss Ihn wieder aus seinen Gedanken. „Hey Benjamin, erzähl mir was Du in den letzten Jahren so gemacht hast.“ „Megan, bitte kannst Du mich aufhören Benjamin zu nennen? Ich komme mir dann wie ein kleiner Junge vor.“ Sagte Ben. Meg lachte und nickte „Aber nur wenn Du mich aufhörst Megan zu nennen. Ich mag diesen Namen nicht besonders.“ „Okay Meg, das ist ein Deal.“ Lächelte Ben und sah Meg dabei tief in die Augen. Meg bekam ganz weiche Knie, als sie in seine tief blauen Augen sah. „Nun erzähl schon, was hast Du so gemacht.“ Fragte sie noch einmal nach. „Tja, was habe ich gemacht?“ begann Ben „Zunächst einmal habe ich in Cambrigde studiert und dann bin ich bei meinem Vater in der Firma eingestiegen.“ „Wie geht es Hannah und Jonathan?“ fragte Meg „Dad hat mir erzählt, sie werden diesen Sommer nicht kommen.“ Ben nickte „Ihnen geht es gut und sie machen dieses Jahr eine Kreuzfahrt, darum kommen sie nicht.“ „Oh, eine Kreuzfahrt, das ist schön.“ Lächelte Meg. „Du kannst immer noch gut mit Pferden umgehen, wie ich sehen konnte.“ Sagte Ben. Meg nickte „Ja, ich war die letzten zwei Jahre auf einer Pferderanch in der Nähe von San Fransisco und habe alles über Pferde und deren Zucht gelernt.“ Ben nickte „Ja, Dad hat mir erzählt, dass Du mit einer Zucht hier beginnen möchtest.“ Meg strahlte Ben an „Ja, das ist mein größter Traum.“ Ben sah zu dem Pferd hinüber „Und wer ist das?“ Meg schnalzte mit der Zunge und Prince kam zu Ihr an den Zaun „Das ist Prince, mein ganzer Stolz. Prince, das ist Ben, ein sehr guter Freund von mir.“ Stellte Meg die beiden einander vor. Ben streichelte das Pferd „Nett Deine Bekanntschaft zu machen.“ Sagte er.

 

Meg sah Ben dabei zu und wünschte sich sehnlichst, Ben würde sie und nicht Prince streicheln. Sie riss sich selber aus seinen Gedanken los. „Wenn Du magst, können wir ja mal zusammen ausreiten.“ Schlug sie Ben vor. „Das würde ich sehr gerne machen, aber ich muss Dich warnen, ich bin schon seit Jahren nicht mehr geritten.“ Antwortete Ben. Meg sah Ben an „Nun, wie ich gehört habe, willst Du ja hier bleiben, da werden wir bestimmt Zeit genug dafür haben.“ Ben nickte „Ja, das wäre schön.“ Wieder sahen sich die beiden einen langen Augenblick lang schweigend an. „Sag mal, wo steckt denn Dein Bruder?“ fragte Meg dann, um sich abzulenken. „Oh, ich denke er ist wieder unterwegs und bricht irgend ein Frauenherz. Meg lachte „Das klingt ganz nach Derek.“ Meg sah auf Ihre Uhr „Es tut mir leid Ben, aber ich muss jetzt in den Stall, die Pferde müssen versorgt werden. Kommt doch einfach heute Abend zum Essen herüber, ich wette meine Mutter kocht heute wieder genug, um eine ganze Armee zu versorgen.“ „Danke für die Einladung,“ lächelte Ben „aber Dein Vater hat uns bereits eingeladen. Er war so aufgeregt, dass Du endlich nach Hause kommst. Er plant ein Barbecue und um nichts in der Welt, würde ich ein Barbecue von Hank Cummings verpassen. Schon gar nicht, wo ich es schon so lange nicht mehr mitgemacht habe.“ Meg lachte. Sie wusste ganz genau wovon Ben sprach. Auch sie liebte die Barbecues Ihres Vaters. „Gut, dann sehen wir uns ja später noch.“ „Ja,“ nickte Ben „bis später dann.“ Meg stellte sich auf Ihre Zehenspitzen und küsste Ben noch einmal auf die Wange „Bis dann.“ Dann drehte sie sich um und lief in den Stall. Ben sah Ihr nach und konnte immer noch nicht fassen, wie erwachsen sie geworden war. „Ich wette, sie hat schon eine Menge Männerherzen gebrochen.“ Dachte Ben „Und bestimmt gibt es einen besonderen Mann in Ihrem Leben.“ Ben seufzte und ging langsam zum Evans Haus zurück.

 

 

Kapitel 03

 

 

Gut gelaunt kehrte Meg zwei Stunden später zum Haus Ihrer Eltern zurück. Ihr Vater war gerade dabei den Grill auf zu stellen. „Hi Dad.“ Begrüßte Meg Ihren Vater mit einem Kuss auf die Wange. „Hallo Maggie, hattest Du einen schönen Nachmittag?“ „Ja Dad, den hatte ich.“ Lächelte Meg und dachte an Ihre Begegnung mit Ben „Wie ich sehe, bereitest Du ein Barbecue vor. Habe ich noch die Zeit zum duschen?“ „Ja,“ nickte Hank „aber beeile Dich, in einer halben Stunde kommen ein paar Gäste.“ „Okay Dad, ich werde pünktlich fertig sein.“ Sagte Meg und verschwand ins Haus.

 

Schwungvoll nahm sie zwei Stufen auf einmal die Treppe zum obersten Stockwerk hinauf, wo sich Ihr Zimmer befand. Schnell streifte sie Ihre Reithose und die karierte Bluse ab und ging in das angrenzende Badezimmer. Sie genoss den Strahl des warmen Wassers auf Ihrer Haut. Nach der Dusche, wickelte sie sich in ein großes, weiches Handtuch ein und föhnte Ihre langen dunklen Haare. Dann ging sie in Ihr Zimmer zurück und öffnete Ihren Kleiderschrank. Nach kurzem überlegen, wählte sie eine schwarze Jeans, ein weißes T-Shirt und  eine hellblaue Jeansbluse aus, die sie über das weiße T-Shirt zog und lässig in Bauchnabelhöhe zusammen knotete. Danach bürstete sie Ihr langes Haar, so dass es locker über Ihre Schultern fiel. Sie legte noch etwas Lipgloss auf und war mit Ihrem Aussehen zufrieden. Fröhlich ging sie wieder hinunter und gesellte sich zu Ihren Eltern.

 

Kurz zuvor war Walter Krick eingetroffen und er umarmte Meg zur Begrüßung „Hallo Meg, Du bist ja eine richtige junge Dame geworden.“ „Hallo Onkel Walter, wie geht es Dir?“ fragte Meg. „Gut wie immer.“ Lachte Walter „Ich habe zur Feier des Tages ein paar besondere Flaschen Wein mitgebracht.“ Er drehte sich zu Hank um „Auf die Kleine hier wirst Du jetzt aufpassen müssen. Sie wird vielen Männern den Kopf verdrehen.“ Sagte er. Hank lachte „Nicht meine Meggie, die hat nur Ihre Pferde im Sinn.“ „Ja, ja, warte nur bis der richtige Prinz angeritten kommt.“ Erwiderte Walter. „Hey Ihr zwei, redet nicht so, als wenn ich nicht da wäre.“ Sagte Meg und lachte. „Wenn das nicht die kleine Meggie ist.“ Hörte sie dann eine Stimme hinter sich. Meg drehte sich um und vor Ihr standen Ben und Derek Evans. „Hallo Derek, schön Dich wieder zusehen.“ Meg umarmte Derek zur Begrüßung, wie sie es am Nachmittag auch mit Ben getan hatte. Ben stand daneben und spürte einen Stich in seinem Herz, doch zu seiner Freude umarmte Meg auch Ihn. „Hallo Ben.“ Sagte sie. Derek schüttelte seinen Kopf „Es ist erstaunlich. Du bist immer noch die einzige, außer unseren Eltern, die uns von anhieb an auseinander halten kann, das konntest Du als kleines Mädchen schon.“ Derek ergriff Meg an der Taille und wirbelte sie herum „Lass Dich ansehen Mädchen, Du bist ja richtig erwachsen geworden. Erzähl mal, was Du so in den letzten Jahren gemacht hast.“ „Derek lass mich runter.“ Lachte Meg, da Derek sie immer noch in der Luft hielt. Vorsichtig setzte er sie ab. „Danke.“ Sagte Meg „Nun, in den letzten Jahren habe ich versucht alles über Pferde und deren Zucht zu lernen.“ Erzählte Meg. „Aber das wird ja doch nicht alles sein.“ Meinte Derek „Du hast doch bestimmt auch schon so einige Männerherzen gebrochen.“ Meg lachte „Wieso kommt jeder hier zu diesem Schluss?“ fragte sie und sah Ben dabei an. „Nun setzt Euch doch endlich, die Steaks sind gleich fertig.“ Schaltete sich Joan ein. „Gut, ich bin schon fast am verhungern meint Meg und setzte sich an den Tisch. „Komm Ben, wir nehmen Meggie in unsere Mitte und dann kann sie uns alles erzählen.“ Die beiden Brüder setzten sich rechts und links von Meg. Wenige Minuten später stellte Hank eine Platte mit Steaks und eine Platte mit Maiskolben auf den Tisch „Greift zu, bevor es kalt wird.“ Sagte er und setzte sich. Ben und Meg griffen gleichzeitig zu dem selben Maiskolben und als sich Ihre Finger berührten, war es als wenn ein Funke zwischen Ihnen übersprang. Verlegen zog Ben seine Hand zurück „Du zuerst.“ Sagte er. „Danke.“ Sagte Meg. Während des Essens redeten sie über alles was Ihnen in den Sinn kam, am meisten über die Zeiten, als Ben und Derek mit Ihren Eltern hier immer die Ferien verbracht hatten. Dann erzählte Meg ein wenig von Ihrer Zeit auf der Pferderanch bei San Fransisco. Plötzlich ergriff Ben das Wort. „Darf ich einen Augenblick um Eure Aufmerksamkeit bitten?“ er wartete einen Moment, bis alle ruhig waren und fuhr dann fort. „Nun, mein Vater weiß natürlich, wie sehr Meg die Pferde am Herzen liegen und er selber hatte Ihr ja vor ein paar Jahren den Vorschlag gemacht, alles über die Pferde und deren Zucht zu lernen.“ Er machte wieder eine kurze Pause „Nun hat er uns gebeten, da er ja selber diesen Sommer nicht hier ist, Dir auszurichten, dass er Dir ein extra Konto eingerichtet hat, über das Du selbst verfügen kannst. Du kannst damit Pferde einkaufen und alles was Du sonst so brauchst.“ Meg war einen Moment sprachlos, dann fiel sie Ben um den Hals „Danke, Du weißt gar nicht, wie viel mir das bedeutet.“ Ben genoss die Umarmung von Meg und hätte sie am liebsten gar nicht mehr losgelassen, als sich sein Bruder einschaltete „Und was ist mit mir? Wer umarmt mich? Ben war ja genauso wie ich nur der Überbringer.“ Sagte er im gespielt gekränkten Ton. Meg lacht und drehte sich zu Derek um „Du bist immer noch der Alte geblieben.“ Und nun umarmte sie auch Derek. Als sie sich wieder gesetzt hatten, erhob Walter sein Glas „Auf unseren großzügigen Boss und auf Megs neuen Job.“ „Auf die Evans und auf Meg.“ Fiel Hank ein. An diesem Abend saßen sie alle noch lange zusammen und es wurde viel erzählt.

 

 

Kapitel 04

 

 

Früh am nächsten Morgen stand Meg auf. Sie zog Ihre Reithose und eine alte Bluse an und nachdem sie eine Kleinigkeit gefrühstückt hatte, verließ sie das Haus und ging in den Stall hinüber. Sie sattelte Prinz und führte Ihn aus dem Stall hinaus. Meg saß auf und ritt los. Es war ein klarer Morgen und Meg genoss die kühle, frische Luft. Sie war schon eine ganze Weile geritten, als sie vor sich zwei joggende Gestallten entdeckte. Ein Lächeln umspielte Ihren Mund, als sie die beiden erkannte. Sie ritt an die Männer heran „Guten Morgen Ihr zwei. Schon so früh auf?“ Ben und Derek drehten sich um „Guten Morgen Meggie.“ Sagte Derek. „Derek bitte, nenn mich nicht immer so.“ sagte Meg. Derek lachte „Woher weißt Du nun schon wieder, das ich Derek und nicht Ben bin.“ „Weil Ben mich nie Meggie nennt.“ Antwortete Meg und sah Ben dabei an. Derek bemerkte die Blicke, die Ben und Meg austauschten, sagte darauf aber nichts. Ben lächelte Meg an „Und Du bist bei Deinem morgendlichem Ausritt?“ fragte er. „Ja,“ nickte Meg „ich habe Prinz sehr vermisst.“ „Ich habe schon seit Jahren nicht mehr auf einem Pferd gesessen.“ Stellte Ben fest. „Na dann wird es aber mal wieder Zeit für einen Ausritt.“ Sagte Meg. „Du weißt es stehen immer genug Pferde im Stall und Ihr könnt Euch jederzeit eins holen.“ Derek lachte und schüttelte seinen Kopf „Nein danke, das ist immer noch nichts für mich. Ich sehe mir die Pferde lieber aus sicherer Entfernung an.“ Meg lachte „Komm Derek, so schlimm war das damals doch auch nicht. Du bist doch nur ein paar Mal runtergefallen.“ „Lach Du nur,“ Derek tat gekränkt und musste dann doch lachen „aber die Pferde und ich haben beschlossen, dass es besser für uns ist, wenn wir auf Distanz bleiben.“ „Ich würde aber gerne Dein Angebot entgegen nehmen.“ Sagte Ben „Würdest Du mich auf meinen ersten Ausritt begleiten?“ „Gerne,“ antwortete Meg „sagen wir gegen Abend? Ich habe heute so viel zu tun.“ Ben nickte „Einverstanden, gegen fünf am Stall?“ „Gut. Ich wünsche Euch beiden noch einen schönen Tag.“ Sie gab Ihrem Pferd die Sporen und galoppierte davon.

 

Ben sah Meg noch eine ganze Weile nach. „Erde an Ben.“ Wurde er von seinem Bruder aus den Gedanken gerissen. „Sie ist wirklich erwachsen geworden.“ Stellte Derek fest. „Was meinst Du Derek?“ fragte Ben. „Meg, ich meinte Meg ist wirklich erwachsen geworden und hübsch dazu.“ „Ja,“ sagte Ben, immer noch in Gedanken „sie ist wunderschön.“ „Oh uh, da hat wohl jemand Feuer gefangen.“ Lachte Derek. „Derek!“ Ben sah seinen Bruder ernst an „Es ist mehr, ich liebe Meg, schon seit langer Zeit.“ „Das solltest Du Meg sagen und nicht mir.“ Sagte Derek. „Ich denke, da hast Du wohl recht, ich muss nur den richtigen Augenblick abwarten.“ Sagte Ben. „Warte aber nicht zu lange damit, sonst schnappt Sie Dir noch jemand vor der Nase weg.“ Meinte Derek. „Derek, Du wirst doch wohl nicht etwa...“ Derek hob abwehrend die Hände „Keine Angst, ich habe kein Interesse an Meg. Sie ist nicht der Typ Frau, auf den ich stehe. Aber ich bin froh zu sehen, dass Du Dich endlich auch mal für eine Frau interessierst.“ „Derek, seit ich Meg gestern wieder gesehen habe, weiß ich, dass mein Herz schon immer Ihr gehört hat. Darum haben mich andere Frauen nie sonderlich interessiert.“ „Dann solltest Du keine Zeit mehr verschwenden. Sag Ihr, was Du fühlst. Ich bin sogar fast sicher, dass Meg auch etwas für Dich empfindet.“ Sagte Derek. Ben sah seinen Bruder überrascht an „Wie kommst Du darauf?“ fragte er. „Ben, hast Du denn noch nicht bemerkt, wie Meg Dich ansieht?“ fragte Derek. Ben schüttelte seinen Kopf. „Sag Ihr einfach, wie Du für Sie empfindest und Du wirst sehen, was passiert.“ Derek schlug Ben leicht auf die Schulter „Komm lass uns weiter joggen.“ „Ich hoffe Du hast recht, ich will Meg nicht verlieren, nur weil ich zu ungeduldig bin.“ Sagte Ben und folgte seinem Bruder.

 

 

Kapitel 05

 

 

Am späten Nachmittag betrat Meg den Stall und sattelte Prinz und noch ein zweites Pferd für Ben. Sie summte dabei vergnügt vor sich her und bemerkte zunächst gar nicht, dass Ben in der Stalltür stand und sie beobachtete. Langsam trat er näher heran „Ist der Braune hier für mich?“ fragte er leise. Erschrocken drehte sich Meg um „Meine Güte Ben, musst Du Dich so heranschleichen?“ fragte sie. „Entschuldige, ich wollte Dich nicht erschrecken, aber Du warst so vertieft, dass Du mich hast gar nicht kommen hören.“ Entschuldigte sich Ben. „Ist schon gut, wenn ich hier bei den Pferden bin, vergesse ich alles andere um mich herum. Aber um Deine Frage zu beantworten, diese Lady hier ist Fiona und ich denke, dass Ihr zwei Euch gut verstehen werdet.“ Sagte Meg. Ben strich der Stute über die Blesse „Hallo Fiona, Du bist ja eine richtige Schönheit. Ich hoffe Du gehst sanft mit mir um, ich bin schon lange nicht mehr geritten.“ Meg lächelte „Keine Angst Ben, Fiona ist die sanfteste Stute hier im Stall.“ „Gut,“ sagte Ben und nahm die Zügel in die Hand „wollen wir?“ Meg nahm die Zügel von Prinz „Ich bin fertig.“ Beide führten die Pferde hinaus. „Brauchst Du Hilfe beim Aufsitzen?“ fragte Meg. Ben schüttelte seinen Kopf „Ich bin zwar schon lange nicht mehr geritten, aber ich denke, das schaffe ich noch.“ Antwortete er und saß auf. Meg saß ebenfalls auf und mit einem sanften Schenkeldruck trieb sie Prinz an „Na dann los.“ Ohne das Ben viel machen musste, folgte Fiona Prinz. Meg drehte sich zu Ben herum „Na das geht doch noch prima.“ „Ja,“ stimmte Ben zu „im Schritttempo, aber was passiert im Galopp?“ „Wir können es heute ja erst einmal langsam angehen lassen und den Galopp probieren wir dann beim nächsten mal aus.“ Schlug Meg vor. „Einverstanden!“ sagte Ben, den der Gedanke, noch öfter mit Meg auszureiten gefiel Ihm.

 

Eine ganze Weile ritten Ben und Meg schweigend neben einander her. „Ich hatte ganz vergessen, wie schön es hier ist, gerade wenn die Sonne so tief steht wie jetzt und alles in ein goldenes Licht taucht.“ Stellte Ben fest. „Ja, es ist einmalig.“ Stimmte Meg zu „Diese Sonnenuntergänge habe ich in San Fransisco sehr vermisst.“ „Hat es Dir dort nicht gefallen?“ fragte Ben. „Doch es war dort auch sehr schön, aber das hier ist mein Zuhause, seit ich denken kann.“ Antwortete Meg. Wieder schwiegen sie eine Zeit lang. „Und was ist mit Dir? Gehst Du mit Derek nach L.A.?“ fragte Meg. „Nein,“ antwortete Ben „das ist ganz allein Dereks Projekt. Wir beide haben vor drei Jahren, je ein kleines Vermögen von unserer Großmutter geerbt. Derek will mit seinem Teil, eine kleine Tochterfirma von Vaters Firma aufbauen.“ „Und was willst Du machen?“ wollte Meg wissen. „Nun ich habe auch meine Pläne und dafür habe ich zunächst einmal das Grundstück, das östlich an diesem Anwesen hier grenzt gekauft.“ Megs Herz machte einen kleinen Hüpfer vor Freude, denn das bedeutete, dass Ben hier bleiben wollte. „Und was hast Du damit vor?“ fragte sie. Ben sah Meg an „Wenn Du willst, kann ich Dir zeigen, was ich vorhabe. Die Pläne dafür liegen in unserem Haus und da sind wir ja gleich.“ Antwortete Ben. „Gerne.“ Entgegnete Meg. Sie lenkten Ihre Pferde auf das Haus der Evans zu. Sie stiegen ab und banden die Pferde vor dem Haus fest. Ben öffnete die Haustür „Komm herein.“ lud er Meg ein. „Hier drin bin ich schon seid ein paar Jahren nicht mehr gewesen.“ Sagte Meg und betrat das Haus. „Die Pläne liegen im Büro.“ Erklärte Ben und führte Meg dorthin. „Möchtest Du etwas trinken? Einen Kaffee vielleicht oder einen Eistee?“ „Ein Eistee wäre nicht schlecht, antwortete Meg. „Nimm Platz, ich bin gleich wieder da.“ Sagte Ben und ging in Richtung Küche davon. Meg sah sich in dem großen Büro um und setzte sich an den großen, aus massiven Kiefernholz gezimmerten Schreibtisch. Wenige Augenblicke später kehrte Ben mit einem Tablett zurück. Er goss Meg und sich je ein Glas Eistee ein und reichte Meg ein Glas. „Danke.“ Lächelte Meg. Ben setzte sich hinter den Schreibtisch und holte einige Papiere aus der Schublade. Er breitete einen großen Plan aus. „Während meines Studiums habe ich nebenbei in einem Kinderkurheim gejobbt. In diesem Kurheim waren viele Kinder mit Behinderungen und ich musste feststellen, das diese Familien auf sehr viele Hilfen angewiesen sind. Zum Teil täglichem Leben, aber auch zum Teil im finanziellen Bereich. Viele dieser Familien können sich nicht mal ein paar Tage Urlaub leisten.“ Ben machte eine kurze Pause, dann fuhr er fort. „Mit dem Geld meiner Großmutter habe ich zunächst eine Stiftung gegründet und nun möchte ich hier so eine Art Erholungsheim für Familien mit behinderten Kindern bauen. Zwei Ärzte und ein paar Therapeuten sollen die Familien hier rund um die Uhr betreuen.“ „Oh Ben, das ist eine wunderbare Idee.“ Meg war tief beeindruckt „Ich wünschte, ich könnte Dir irgendwie helfen.“ Ben lächelte „Um ganz ehrlich zu sein, darauf hatte ich gehofft.“ Meg sah Ben an „Aber wie kann ich helfen?“ fragte sie. Ben lehnte sich in seinem Stuhl zurück „Nun, eine viel versprechende Therapie mit geistig und körperlich behinderten Kindern, ist das Reiten. Und ich kenne niemanden, der besser mit Pferden umgehen kann, als Du.“  „Ben das ist eine tolle Idee und natürlich werde ich Dir dabei helfen und den Kindern beim Reiten helfen. Allerdings denke ich, das dafür Ponys geeigneter wären, als die großen Reitpferde, die wir auf dem Weingut haben.“ Ben nickte „Dann sollten wir uns so schnell wie möglich nach ein paar Ponys umsehen.“ Sagte Ben. „Weißt Du was? Nächste Woche Mittwoch ist in Salinas eine große Pferdeauktion und dort gibt es auch immer sehr viele Ponys.“ „Dann sollten wir dort hin fahren.“ meinte Ben. „Willst Du Dich wirklich darauf einlassen?“ fragte Meg „Ich meine, mit dem Auto und dem Pferdeanhänger brauchen wir zwei Tage bis dorthin, ein Tag wird die Auktion in Anspruch nehmen und dann sind es noch mal zwei Tage zurück.“ Ben nickte „Ja, der Baubeginn für das Kurheim ist erst in drei Wochen und bis dahin habe ich nicht viel zu tun.“ „Gut,“ sagte Meg „das heißt dann, das wir am Montag ganz früh hier losfahren müssen.“ „Abgemacht!“ sagte Ben. „Und nun zeig mir endlich die Pläne.“ Sagte Meg. In der nächsten Stunde erklärte Ben Meg ganz ausführlich seine Pläne und dann war es Zeit, die Pferde in den Stall zurück zu bringen.