Teil 5

 

Sie saßen noch lange bei Elaine.

Später kam Michael dazu und stellte ihnen Mark vor. Mit großem „Hallo“ wurde der bislang unbekannte Mitbewohner begrüßt.

Mark war etwa im gleichen Alter wie Meg. Er hatte dunkelblondes, etwas lockiges Haar und braune Augen, die seinem jungenhaft anmutenden Gesicht Wärme und Freundlichkeit verliehen, genauso wie sein gewinnendes, manchmal auch schelmisch wirkendes Lächeln.

Sein schlanker, durchtrainierter Körper gefiel besonders Tess, die ihn wohlwollend musterte und ihm sofort kokett zulächelte.

 

Michael legte die Zeitung, die er mitgebracht hatte, auf den Tisch, hielt einen kurzen Schwatz mit Elaine und bestellte sich einen Kaffee.

„Sunset Beach Sentinel“ entzifferte Meg den Namen der Tageszeitung und begann interessiert darin zu blättern. Plötzlich stutzte sie. Sie betrachtet noch einmal das Foto unten auf der Titelseite und es durchzuckte sie wie ein Blitzschlag. Dieser Blick, diese Augen! Das war doch... Ben Evans!

Er war auf dem Bild gemeinsam mit einem japanischen Geschäftsmann zu sehen. Sofort begann Meg, den nebenstehenden Artikel zu lesen.

 

„Ben Evans landet großen Coup in Tokio“ stand da zunächst in fetten schwarzen Lettern.

Sie las weiter:

„Ben Evans(28) , Geschäftsmann aus Sunset Beach kann sich glücklich schätzen. Durch seine Kompetenz und brillant geführte Verhandlungen ist es ihm gelungen, den japanischen Großindustriellen und Multimillionär Samih Makato als Hauptinvestor für ein an der Südwestküste Kaliforniens bisher einmaliges Projekt, dem Bau einer Ferienanlage großen Stils, zu gewinnen.

In dieser Anlage sollen neben einem gigantischen Hotel auch eine Einkaufspassage, eine Wellnessfarm, ein Erlebnisbad und mehrere Sportstätten entstehen.

Mit der Einwilligung zum Bau dieses Projektes erhofft sich die Stadt mehr gezielten Touristenverkehr, durch den die geschwächten Haushaltskassen entscheidend aufgebessert werden könnten.

Die Stadtverwaltung von Sunset Beach entscheidet gemeinsam mit Mr. Richards und Mr. Evans von der Liberty Corporation in einer morgen stattfindenden außerordentlichen Sitzung, wann frühestens mit dem Bau der Anlage begonnen werden könnte.

Probleme bereitet derzeit noch die Sanierung des vorgesehenen Gebietes nördlich von Sunset Beach, da es sich nicht vermeiden läßt, einige Felsenzüge zu sprengen, unter denen jedoch noch Ausläufer des weitverzweigten Höhlensystems vermutet werden. Aus diesem Grund hat Mr. Evans bereits ein Geologenteam aus Los Angeles angefordert, dass in den nächsten Tagen hier eintreffen wird. Die Wissenschaftler sollen genau erkunden, wo sich noch Hohlräume unter den Felsen befinden, um alles genau berechnen zu können und

einer Einsturzgefahr während und nach den Sprengungen vorzubeugen.

Mr. Evans betonte heute morgen in einem Interview, dass er großen Wert darauf lege, den durch den Bau der Ferienanlage entstehenden, unvermeidlichen Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten. Wir begrüßen diese positive Einstellung und können nur hoffen, dass sich alle an dem Projekt Beteiligten an dieses Konzept halten werden.“

 

Unterzeichnet war der Artikel mit dem Namen „Virginia Harrison, Redakteurin“

 

Meg atmete tief durch.

„Ben Evans“ dachte sie mit wild klopfendem Herzen, „ich krieg` Dich einfach nicht raus aus meinem Kopf!“

 

 

 

Gregory stürmte in Bens Büro und knallte die Zeitung auf dessen Schreibtisch.

„Musste das sein?“ fauchte er und funkelte seinen jüngeren Geschäftspartner wütend an.

Ben sah überrascht von den Papieren auf, die er gerade durchsah, und zog erstaunt die Augenbrauen hoch.

„Was meinst Du?“ fragte er ruhig. Gregory wies auf die Zeitung.

„Das Interview, das Du dieser Tussi vom „Sentinel“ heute morgen gegeben hast!“

„Was ist damit?“ erkundigte sich Ben mit Unschuldsmiene. „Ein bisschen Publissity kann selbst uns nicht schaden, und außerdem wirst Du es kaum vermeiden können, die Presse auf Dauer aus einem Projekt dieser Größenordnung rauszuhalten. Besser, wir füttern sie ab und zu mit Informationen, als sie gegen uns arbeiten zu lassen, denn schreiben werden sie auf jeden Fall darüber.“

„Das meine ich nicht.“ knurrte Gregory.

„Was dann?“

„Ich frage mich, ob es wirklich nötig war, dieses Geologenteam herzubeordern! Das verzögert den Baubeginn auf unbestimmte Zeit und kostet uns ein Vermögen!“

Ben lehnte sich zurück und lächelte.

„Ach daher weht der Wind!“ Er stand auf und trat zum Fenster, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. „Du würdest es also riskieren, ohne geologische Gutachten zu sprengen und damit in Kauf zu nehmen, dass bei falscher Berechnung eventuell ganze Felsenzüge mit zusammenrutschen?“

„Das ist doch reine Spekulation!“ warf Gregory unmutig ein.

„Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.“ beharrte Ben. „Keiner weiß, wie weit diese Höhlensysteme unterirdisch verzweigt sind. Der Schaden, der entstehen könnte, wäre gar nicht zu ermessen, mal ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die uns dann von Seiten der Umweltbehörde drohen würden! Die stehen doch dem Projekt nach wie vor mehr als skeptisch gegenüber, und ich bin mir, ehrlich gesagt, bis heute nicht ganz sicher, wie Du es geschafft hast, die entsprechenden Unterschriften zu bekommen...“

„Ja ja...“ winkte Gregory ungeduldig ab. „Zu dumm aber auch, dass wir überhaupt sprengen müssen.“

„Tja, das läßt sich nun mal nicht vermeiden.“ meinte Ben. „Aber wenn wir schon ein Stück dieser phantastischen Landschaft zerstören, dann wollen wir es wenigstens professionell tun, und mit der größtmöglichen Sicherheit für alle Beteiligten.“

„Ich bin mir nach wie vor sicher, dass wir das genauso gut ohne dieses Geologenteam geschafft hätten.“ giftete Gregory.

Unbeirrt davon setzte sich Ben wieder an seinen Schreibtisch.

„Ich bereite noch die Verträge für morgen vor und mache dann Feierabend. Wie ist es mit Dir? Bleibst Du noch länger im Büro?“ fragte er beiläufig.

Gregory überlegte kurz.

„Nein, ich werde auch nach Hause gehen, damit mich meine Familie auch mal wieder zu Gesicht bekommt. Wir sehen uns dann morgen Vormittag in dieser Stadtratssitzung. Davor habe ich einen wichtigen Termin bei Gericht, so dass ich direkt von dort zur Versammlung kommen werde. Bringst Du bitte alle nötigen Unterlagen mit?“

Ben nickte.

„Geht klar. Einen schönen Abend, Gregory und grüß Olivia von mir.“

Gregory ging zur Tür.

„Ach ja, Ben..“ drehte er sich noch einmal um, „bitte sorg möglichst dafür, dass Annie morgen zu Hause bleibt!“

 

 

 

Ärgerlich packte Gregory seine Akten zusammen und verließ das Büro.

Dieser verdammte Zeitungsartikel und Bens konsequentes Verhalten in dieser Sache waren ihm derart in den Magen gefahren, dass er sich jetzt nur noch nach einem ruhigen Feierabend und einem Drink zu Hause auf seiner gemütlichen Couch sehnte. Es passte ihm ganz und gar nicht, dass Bens Name in der Zeitung noch vor seinem eigenen erwähnt wurde, obwohl er

genau wußte, dass das auf jeden Fall gerechtfertigt war. Ben war wirklich brillant gewesen in Tokio, er hatte mit diesem Makato in einer überzeugenden Art und Weise verhandelt, wie er selbst es hätte nicht besser machen können.

Eigentlich hätte er allen Grund, stolz auf seinen Schützling zu sein, schließlich hatte Ben in den vergangenen acht Jahren, seit er nach Sunset Beach gekommen war, alles von ihm gelernt. Gregory war von Anfang an sein Mentor und väterlicher Freund gewesen, und es hatte ihm geradezu Spass gemacht, den jungen Mann zu seinem gleichberechtigten Geschäftspartner auszubilden und ihn mit allen Tricks und Gesetzen der Branche vertraut zu machen.

Aber irgendwann hatte Ben aufgehört zu lernen und war aus Gregorys Schatten herausgetreten, selbstbewußt, eigenwillig und seinen eigenen Prinzipien folgend. Plötzlich waren sie nicht mehr nur Partner, sondern auf besondere Weise auch Konkurrenten.

Gregory besaß bei weitem keine weiße Weste, was seine Geschäftsmethoden anging, aber nun mußte er sich vorsehen, Ben würde keines seiner zwielichtigen dunklen Geschäfte dulden, wenn er dahinterkam.

Auch bei dem Projekt der Ferienanlage würde Ben den geraden Weg einschlagen, während Gregory hier und da auf verschiedendste Weise Profit witterte, wenn man nur an den richtigen Stellen ein wenig nachhelfen würde und einige Leute ab und zu mit Nachdruck daran erinnerte, dass sie einem noch den ein oder anderen Gefallen schuldeten. Genau wie dieser Kerl von der Umweltbehörde, ein junger, aufstrebender Anwärter auf den Gouverneursposten

von Kalifornien. Gregory grinste, als er daran dachte, wie schnell der die entsprechenden Papiere unterzeichnet hatte, als sein Mittelsmann ihn  mit etwas Nachdruck dazu „ermutigte“.

Mittelsmänner dieser Art, die sich perfekt mit „Nachdruck- Angelegenheiten“ auskannten, hatte Gregory genug. Seinen gut bezahlten Lakaien war kein Auftrag zu schmutzig. So füllten sich die Geschäfts- wie auch diverse Schwarzkonten auf einer Schweizer Bank.

Aber davon durfte Ben auf gar keinen Fall etwas erfahren.

Und nun mußte sich Gregory zu allem Übel auch noch vor Annie Douglas in Acht nehmen! Ausgerechnet jetzt fiel es Del, ihrem Vater ein, ihr seine Anteile an der Liberty Corporation zu überschreiben, was ihr ein uneingeschränktes Stimmrecht in allen Firmenangelegenheiten zusicherte. Del selbst hatte als stiller Teilhaber bisher nie Gebrauch von diesem Stimmrecht gemacht und sich stets diskret im Hintergrund gehalten, was Gregory natürlich sehr recht war.

Aber Dels nichtsnutziges Töchterlein steckte ihre Nase neuerdings in alle möglichen Angelegenheiten, ohne überhaupt richtig zu wissen, was sie tat. Dabei hielt sie sich doch die meiste Zeit nur im Büro auf, um in Bens Nähe zu sein.

Gregory seufzte.

Konnte Ben nicht einfach endlich ihren jahrelangen Schwärmereien für ihn nachgeben und so dafür sorgen, dass sie ihre habgierigen Krallen künftig aus seinen Geschäftsunterlagen raushielt? Es war zum Verzweifeln!

Er parkte den Wagen vor seiner prächtigen Villa am Strand, schloß die schwere Eingangstür auf und stolperte beim Hineingehen über mehrere große Koffer, die dort mitten im Wege standen.

„Was zum Teufel...“ fluchte er und sah geradewegs in die schönen, kalten Augen seiner Gattin.

„Hallo Gregory!“ begrüßte sie ihn mit eisigem Lächeln.

„Was geht hier vor, Olivia?“ verlangte er ungehalten Rechenschaft. Sie zuckte nur gleichgültig die Schultern und gab Rose, der herbeieilenden Haushälterin, die Anweisung, das umstehende Gepäck in den Wagen zu bringen.

„Nichts von Bedeutung, Gregory.“ wandte sie sich an ihren Mann und fügte, schon im Hinausgehen begriffen, hinzu: „Ich verlasse Dich nur!“

 

 

 

 

Casey unternahm mit seinen Freunden noch einen kleinen Stadtbummel, während Mark und Michael am Strand unweit seines Hauses alles für ein zünftiges Lagerfeuer vorbereiteten.

Rae hatte sich bereiterklärt, Sandwiches für den gemeinsamen Abend am Strand zu bereiten.

Sie war noch immer in der Küche beschäftigt, als die anderen nach Hause kamen. Meg bot an ihr zu helfen, was Rae bereitwillig annahm.

„Wie lange bist Du eigentlich schon in Sunset Beach?“ fragte sie, während die beiden Frauen eifrig Brote belegten.

„Noch nicht sehr lange, erst seit sechs Wochen.“ antwortete Rae. „Davor habe ich ein Jahr in San Francisko an einer privaten Klinik gearbeitet, nachdem ich mein Studium abgeschlossen hatte.“

Meg sah sie erstaunt an.

„San Francisko? Das ist doch bestimmt viel interessanter dort als in einer Kleinstadt wie Sunset Beach! Wieso bist Du da weg?“

Rae lächelte ein wenig wehmütig.

„Wie gesagt, es war eine Privatklinik. Mein Vater kannte den Chefarzt gut und hat mir die Stelle verschafft. Ich kam mir die ganze Zeit so vor, als hätte ich mich ins gemachte Nest gesetzt. Außerdem durfte ich dort nur bei diversen Schönheitsoperationen assistieren und fühlte mich ziemlich fehl am Platze.“ erzählte sie. „Ich wollte mich als Ärztin beweisen,

wollte mir selbst aus eigener Kraft etwas aufbauen. Deshalb bin ich dort weg. Alles andere war mehr oder weniger Zufall.“

„Wieso?“

„Na ja“ Rae lachte, „ich bin genau bis hierher gekommen, dann hat mein Auto den Geist aufgegeben. Tja, und da im Sunset Memorial gerade eine Stelle frei war, bin ich eben geblieben. Schicksal!“

„Ich dachte, Du glaubst nicht an Schicksal?“ grinste Meg.

„Manchmal schon!“

Sie lachten beide.

„Und Deine Familie lebt noch in San Francisko?“

„Ja, meine Eltern und der Mann, den ich heiraten sollte.“

„Was?“ Meg riß erstaunt die Augen auf. „Sollte?“

Rae nickte stumm.

„Ich bin Chinesin.“ meinte sie bedeutungsvoll.

„Soll das etwa heißen, Deine Eltern haben ihn für Dich ausgesucht?“

„In gewisser Weise ja.“ gab Rae zu. „Weißt Du, Meg, ich kenne ihn schon seit meiner Kindheit und er ist wirklich ein netter Kerl, aber... es ist alles so vorprogrammiert gewesen, dass ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Ich wollte einmal mein Leben so leben, wie ich es für richtig hielt und wollte herausfinden, was gut für mich ist, ohne dass es mir immer vorgeschrieben wird...“

Meg sah sie mit großen Augen an.

„Das kann ich gut verstehen.“ sagte sie leise. Rae lächelte.

„Es ist nicht leicht, plötzlich auf eigenen Füßen zu stehen, aber es ist trotzdem ein tolles Gefühl, jeder Tag ist eine Herausforderung, spannend und so voller Leben, ohne dass man vorher weiß, was morgen sein wird.“ schwärmte sie. Meg nickte.

„Genau aus diesem Grunde bin ich auch hier.“

 

„Na, Ihr zwei Abenteurer, dann wollen wir euch mal nicht enttäuschen!“ lachte Casey, der unbemerkt hinzugetreten war.

„Hey, hast Du uns belauscht?“ fragte Rae entrüstet. Er hob abwehrend die Hände.

„So etwas würde ich niemals tun!“

Meg klopfte ihm scherzhaft auf die Finger, als er sich ein Stück Wurst vom Tisch angelte. Er lachte schelmisch.

„Beeilt Euch, Ihr beiden, gleich geht die Sonne unter!“ meinte er und legte einen Arm um Raes Schultern. „Und wir wollen doch heute das Schicksal herausfordern, nicht wahr, Frau Doktor?“

„Ohne mich!“ meinte Rae und trat einen Schritt beiseite, um sich seiner Umarmung zu entziehen.

„Ach Rae...“ bettelte er in gespielter Verzweiflung, „bitte komm doch mit! Ich verspreche auch, ich werde nicht von Deiner Seite weichen und garantiert der erste Mensch sein, der Dir am Ende des Piers begegnet!“

„Genau das befürchte ich ja gerade!“ entgegnete Rae schlagfertig und sie lachten alle drei übermütig.

„Also, kommst Du mit?“ Casey ließ nicht locker.

„Na schön“ gab Rae schließlich nach, „aber ich warne Dich, halt ja Abstand!“

Er grinste.

„Ich weiß schon, Du hast Angst, dass Du meinem Charme nicht widerstehen kannst!“

Rae schüttelte den Kopf und tippte ihm mit dem Zeigefinger an die Stirn.

„Wohl zu lange in der Sonne gewesen?“ spottete sie und folgte ihm zur Tür.

„Und was ist mit Dir, Meg?“ fragte Casey im Hinausgehen.

Sie schüttelte entschieden den Kopf.

„Nein, ich werde wohl noch etwas warten, bevor ich mein Schicksal herausfordere.“ Meinte sie lächelnd.

Casey nickte.

„Ich verstehe.“ Er kam zurück und legte ihr vertraulich seine Hand auf den Arm. „Er wird sich melden, ganz bestimmt!“

Meg lachte und sah ihn schelmisch an.

„Ich weiß gar nicht, was Du meinst!“ meinte sie augenzwinkernd. „Nun beeilt Euch schon, Ihr beiden, sonst geht die Sonne ohne Euch unter! Ich werde die Sandwiches noch verpacken und dann nachkommen.“

Gedankenverloren sah sie Casey und Rae hinterher. Dann packte sie die Brote in einen großen Korb und beschloß, wenigstens von ihrem Balkon aus noch einen kurzen Blick auf den Sonnenuntergang zu werfen.

 

 

Seit er vom Büro heimgekommen war, wanderte Ben ruhelos durch sein Haus. Annie hatte schon zweimal angerufen, aber er gab vor, beschäftigt zu sein. In Wahrheit hatte er keine Lust mit ihr zu reden oder einen ihrer zugegeben einfallsreichen Verführungsversuche über sich ergehen zu lassen.

Schließlich zog er sich um und ging zum Strand hinunter. Ohne sich überhaupt so recht dessen bewußt zu sein, schlug er den Weg zu Caseys Haus ein.

Erst als er kurz davor angekommen war, blieb er zögernd stehen.

Casey konnte ihm sagen, wo er seine Traumfrau finden würde. Und dann? Er konnte schließlich nicht quer durchs Land hinter ihr herrennen, überhaupt konnte er momentan gar nicht hier weg, Gregory würde platzen, wenn er jetzt einfach verschwand...

Und außerdem, was hieß hier „Traumfrau“, er hatte dieses Mädchen erst einmal gesehen, vielleicht war sie ja schon längst bei ihrem Freund, Verlobten oder Ehemann und lag glücklich in dessen Armen, während er sich hier zum Narren machte!

Andererseits, wenn sie schon vergeben wäre, hätte Casey ihm bestimmt nicht seine Hilfe angeboten, um sie zu finden.

Hin- und hergerissen von seinen zwiespältigen Gefühlen stand Ben da und wußte nicht, was er machen sollte.

Die Sonne war schon fast im Meer versunken, der Himmel rotgefärbt wie gestern im Flugzeug...

„Okay“ gab er sich schließlich einen Ruck, „jetzt bin ich einmal hier und werde Casey fragen!“

Kurzentschlossen ging er die drei Stufen hoch zum Eingang und streckte gerade die Hand nach dem Klingelknopf aus, als die Tür plötzlich geöffnet wurde...