Teil 12

 

Madame Carmen, die Wahrsagerin, hatte sich zu später Stunde in ihr Atelier zurückgezogen.

Der kleine Raum mit dem dicken Perlenvorhang an der Tür wirkte schon bei Tage sehr mystisch und geheimnisvoll, aber jetzt bei Nacht mutete das Ganze fast gespenstisch an. Überall brannten Kerzen, es duftete nach Weihrauch und wunderlichen Kräutern.

Carmen selbst, eine dunkelhaarige Frau um die Fünfzig, deren Gesichtszüge verrieten, dass sie einmal sehr schön gewesen war, trug einen langen goldbestickten Kaftan, schimmernde Perlenohrringe und an ihrer rechten Hand, die bedächtig die Karten legte, leuchtete ein prachtvoller Rubin in der Farbe ihrer glutrot geschminkten Lippen, die sich eben zu einem zufriedenen Lächeln verzogen.

„Maria, mein Kind, Du solltest die Hoffnung noch nicht aufgeben! Die Dinge sind nicht immer so, wie sie auf den ersten Blick scheinen, und manchmal wendet sich das Blatt ganz unerwartet.“ Sie blickte hoch, geradewegs in die erwartungsvollen Augen ihrer Tochter.

Maria war an diesem Abend heimgekehrt, nachdem sie lange Zeit so gut wie nichts hatte von sich hören lassen. Sie wirkte müde und verzweifelt und hatte mit der vor Lebensfreude übersprühenden jungen Frau, die sie bis vor zwei Jahren noch gewesen war, wenig gemein.

Carmen hatte sich überreden lassen, einen Blick in Marias Zukunft zu werfen, nicht zuletzt, um ihr zu beweisen, dass vielleicht doch nicht alles so düster und trostlos war, wie es ihr im Augenblick schien.

Carmens Lächeln verschwand  schlagartig, und ein seltsames Funkeln lag in ihrem Blick.

„Du bist jung... und stark! Dein Schicksal liegt allein in Deiner Hand, die Sterne stehen gut. Kämpfe, Maria!“ Sie ballte die Fäuste. „Kämpfe mit aller Kraft um Dein Glück, hol Dir zurück, was Dir zusteht, es ist noch nicht zu spät!“ Sie sah ihre Tochter eindringlich an.

„Seit böse Kräfte von Deiner Seite gewichen sind, bist Du stärker denn je. Deine Zukunft sieht verheißungsvoll aus, aber Du mußt kämpfen...“

Sie nahm eine Karte und deckte sie auf. Plötzlich verdüsterte sich ihre Miene.

„Was ist?“ fragte Maria beunruhigt.

Carmen betrachtete die Karte nachdenklich und zog die Stirn in Falten.

„Etwas Unerwartetes tritt in Dein Leben. Hast Du eine Ahnung, was das sein könnte?“

Maria schüttelte den Kopf.

„Nein, ich wüßte nicht, was das sein sollte...“

„Nun, was auch immer das sei, diese Sache wird Dir noch einige Probleme bereiten.“

„Vielleicht eine andere Frau in Bens Leben?“ vermutete Maria atemlos. „Er hat nicht direkt gesagt, dass es jemanden gibt, aber er hat es auch nicht abgestritten...“

„Das kann ich nicht sagen, auf jeden Fall ist es etwas, das erheblichen Einfluß auf Dein weiteres Leben nimmt, mein Kind. Ob diese Veränderung gut oder schlecht ist, liegt daran, wie Du selbst damit umgehst. Wenn Du diese Sache geschickt zu Deinem Vorteil nutzen kannst, dürfte Deinem Lebensglück nichts mehr im Wege stehen.“

Sie ließ ihre Hände sinken, atmete tief ein und ihr Gesicht entspannte sich. Lächelnd schob sie die Karten zu einem Stapel zusammen und legte sie beiseite.

„Nun Maria, zufrieden?“

„Ja Mutter, ich denke, ich weiß, was ich zu tun habe. Du hast mir den Weg gezeigt.“

„Das ist richtig.“ nickte Madame Carmen und erhob sich. Sie löschte die Kerzen und legte ihrer Tochter den Arm um die Schultern. „Und laß Dich nicht von diesem Weg abbringen, so schwer er auch sein mag, scheue keine Hürde, den am Ende wartet das Glück auf Dich, dass Du einst leichtfertig verloren hast.“

 

 

 

Carmen ging mit ihrer Tochter zurück ins Haus.

Maria war froh, wieder hier zu sein. Die Weissagungen ihrer Mutter hatten ihr Kraft und Zuversicht gegeben.

Sie hatte eine wilde Zeit hinter sich. Die vergangenen zwei Jahre mit Derek waren kräftezehrend gewesen. Er war so rastlos und unberechenbar und konnte nirgends lange bleiben. Sein unersättlicher Lebenshunger, der sie einst so fasziniert hatte, ging ihr bald auf die Nerven und machte sie müde.

Nachdem sie beide zunächst kreuz und quer durch Europa gereist waren, hatten sie das letzte halbe Jahr in New York und Miami verbracht. Als dann Dereks beträchtliches Vermögen fast aufgebraucht war, begann er zu spielen, einer der Gründe, warum Maria ihn verlassen hatte. Der Hauptgrund ihrer Trennung jedoch war ein anderer: die Frauen.

Er konnte nicht treu sein, ständig ging er fremd und wurde dabei immer dreister. Schamlos log er Maria an, wenn sie ihn zur Rede stellte.

Derek war einfach kein Mann für nur eine Frau, er brauchte Abwechslung, Abenteuer und den Reiz des Neuen. Er fand nur interessant, was er nicht haben konnte, und Maria vermutete, dass er sich damals überhaupt nur deshalb für sie interessiert hatte, weil sie die Frau seines verhassten Zwillingsbruders war und damit für ihn als unerreichbar galt.

Er hatte all seinen Charme eingesetzt, um sie zu erobern und gleichzeitig Ben damit zu demütigen, was ihm auch gelungen war. Sobald er sein Ziel jedoch erreicht hatte, ließ sein Interesse schlagartig nach.

Maria hatte keine Ahnung, ob er sich derzeit noch in Miami aufhielt oder inzwischen schon weitergezogen war, wahrscheinlich hatte er noch nicht einmal bemerkt, dass sie ihn verlassen hatte, oder es interessierte ihn nicht.

Maria hoffte von ganzem Herzen, ihn nie wiederzusehen.

 

Langsam und lustlos begann sie, einen Teil ihrer Sachen in ihr altes Zimmer einzuräumen, aber schon nach wenigen Handgriffen ließ sie sich erschöpft aufs Bett fallen und starrte an die Decke. Sie dachte an Ben und an das schöne große Haus, das ihr gemeinsames Zuhause gewesen war. Wie hatte sie das nur alles aufgeben können? Warum hatte sie, als Derek damals plötzlich auftauchte, ständig geglaubt, etwas im Leben zu versäumen? Sie war so geblendet gewesen...

Aber vielleicht war es ja doch noch nicht zu spät!

Sie dachte an die Worte ihrer Mutter, vorhin, als diese die Karten gelegt hatte. Kämpfe, Maria...

Na gut, aber bevor sie einen momentan ziemlich aussichtslos erscheinenden Kampf aufnahm, mußte sie erst einmal ihre derzeitigen gesundheitlichen Probleme auf die Reihe bekommen. Sie fühlte sich schon seit mehreren Tagen schwach und elend, was sie allerdings auf den Streß mit Derek und ihre überstürzte Reise aus Miami schob.

Gleich morgen früh würde sie ihren Arzt, Dr. Tyus Robinson im Sunset Memorial Hospital aufsuchen und sich ein paar Vitamine verschreiben lassen.

 

 

 

Meg erwachte, als die ersten Sonnenstrahlen durch die halbgeöffnete Verandatür ins Zimmer fielen. Wohlig kuschelte sie sich an Bens Schulter und sah in sein schlafendes Gesicht. Sie spürte seine Wärme und genoß es, wie seine Arme sie umschlungen hielten. Ein verträumtes Lächeln glitt über ihr Gesicht, als sie an die vergangene Nacht dachte.

Als hätte er ihren Blick gespürt, öffnete Ben die Augen. Er sah sie an und strich ihr liebevoll eine widerspenstige Locke aus der Stirn.

„Guten Morgen.“ Meg hauchte ihm einen Kuß auf die Wange. „Hast Du gut geschlafen?“

Ben nickte und lachte.

„Ich habe geträumt, ich hätte auf zwei unbequemen Sesseln übernachtet, und nun wache ich auf und liege hier neben Dir...“

„Du hattest die Wahl!“ gab Meg spitzbübisch zurück.

„Nein, die hatte ich nicht...“ Ben zog sie zu sich heran und küßte sie leidenschaftlich. „mit Dir in einem Zimmer, das ist wie Magie...“ Zärtlich glitten seine Lippen über ihr Gesicht. Plötzlich hielt er inne und sah sie an.

„Ich hoffe, Du bereust das nicht, Meg. Ich meine... es ging ja alles ziemlich schnell mit uns beiden...“

Sie legte ihm lächelnd einen Finger auf den Mund.

„Glaub mir, ich bereue keine Sekunde. Das einzige, was mir leidtut, ist, dass diese Nacht schon zu Ende ist.“

Ben zog bedeutungsvoll die Augenbrauen hoch.

„Ist sie das? Das muß nicht sein... Wir haben noch so viel Zeit.“ flüsterte er und suchte wieder ihre weichen Lippen.

 

 

 

 In seinem kleinen Büro in Santa Monica knallte Del Douglas wütend den Hörer auf die Telefonanlage.

„Stümper!“ wetterte er gereizt. Er trat zum Fenster und sah hinaus. Das Meer war heute ungewöhnlich ruhig, absolute Flaute, wie derzeit in seinen Geschäften. Bisher hatte er immer etwas Wichtiges am Laufen gehabt, auch wenn es meistens nicht ganz legale Geschäfte waren, aber die brachten doch immer noch das meiste Kapital ein. Aber momentan lief sein als Immobilien- Beratung getarntes Unternehmen eher schlecht, vor allem, weil einer seiner Leute eine sehr wichtige Transaktion in Tokio vermasselt hatte.

Gregory Richards fiel ihm ein, und er grinste, als er an ihn denken mußte. Dieser Idiot!

Die ganzen Jahre hindurch hatte er Del mitleidig belächelt, seinen sogenannten „stillen Teilhaber“, der ihm nie Schwierigkeiten machte und sich stets im Hintergrund hielt. Solche Leute brachten es einfach zu nichts, schien Gregory der festen Meinung zu sein und ließ ihn daher in Ruhe. Doch das war grundverkehrt. Inzwischen war sich Del fast sicher, dass sein Privatvermögen größer war als das von seinem ach so cleveren Geschäftsfreund.

Und nun, da Gregory Annie durch die Aktien, die ihr Vater ihr nicht ohne Hintergedanken geschenkt hatte, freien Zugang zur Liberty Corporation gewähren mußte, erhoffte er sich auch von ihr noch den ein oder anderen Insidertipp, den er geschickt nutzen konnte, um sich zu bereichern. Er würde sein liebes Töchterlein mit der Zeit schon auf die richtige Fährte bringen.

Ein Klopfen an der Bürotür riß ihn aus seinen Gedanken. Shirley, seine junge Sekretärin und derzeitige Geliebte, kam im superkurzen Mini und dazu passenden hohen Pumps hereinstolziert.

„Besuch für Sie, Del.“ säuselte sie und wies auf den jungen Mann, der ihr gefolgt war, ohne auch nur einmal den Blick von ihrer aufreizend wippenden Kehrseite zu wenden.

„Danke Shirley.“ erwiderte Del kurz angebunden und forderte seinen Besucher durch eine unwirsche Handbewegung auf, näherzutreten. Dieser ließ sich jedoch nicht beirren und verfolgte die Sekretärin mit seinen lüsternen Blicken, bis sie die Tür wieder hinter sich schloß.

„Was für ein Fahrgestell...“ schwärmte er.

„Treten sie nicht auf ihre Stielaugen, Connors!“ knurrte Del. „Setzen Sie sich.“

Der dunkelhaarige schlanke Mann trat näher, ließ sich in den Sessel vor dem Schreibtisch fallen und schlug lässig die Beine übereinander. Auf den ersten Blick wirkte er recht attraktiv, doch wer ihn genauer betrachtete, konnte den verschlagenen Ausdruck in seinen dunklen Augen nicht übersehen.

„Nun, was gibt es neues, Eddie?“ fragte Del streng. „Wissen Sie inzwischen, wo unser Mann sich aufhält?“

Ein heimtückisches Grinsen umspielte Eddies Lippen.

„Natürlich, Mister Douglas. In einer Klinik in L.A.“ Er zog einen zerknitterten Notizzettel aus seiner Hemdtasche. „Hier stehen Etage, Zimmernummer und medizinische Abteilung, und der Name, unter dem er dort angemeldet ist.“

„Was soll ich denn damit?“ blaffte Del ihn an. „Glauben Sie vielleicht, ich will ihm dort einen Besuch abstatten? Wozu bezahle ich Sie denn eigentlich?“

„Ach ja, weil wir gerade davon sprechen...“ Eddie Connors beugte sich etwas vor und trommelte nervös mit den Fingern auf die Schreibtischplatte, „es wäre angenehm, wenn Sie mir einen kleinen Vorschuß...“

„Vergessen Sie es!“ schnitt Del ihm das Wort ab. „Keinen Cent mehr, bevor diese Sache nicht erledigt ist. Hätten Sie den Auftrag in Tokio nicht vergeigt, wären Sie schon um einiges reicher, aber so... Sie arbeiten bei mir auf Provisionsbasis, schon vergessen?“

Verärgert lehnte sich Eddie zurück.

„Okay, wollen Sie meinen Plan hören?“

„Nein, behalten Sie ihn für sich. Was Sie auch vorhaben, es ist mir egal. Nur – erledigen Sie endlich Ihren Auftrag, Connors!“ Er beugte sich vor und starrte seinen Gast eindringlich an. „Ich will diese Firma!“ sagte er gefährlich leise, wobei er jedes einzelne Wort betonte.

„Und zwar bald!“

 

 

Mark und Tiffany waren gleich nach dem Frühstück aufgebrochen, um bei Elaine vorbeizuschauen. Sie hatten Glück, im Waffelshop war um diese Zeit noch nicht allzuviel los und die Wirtin setzte sich einen Moment zu ihnen an den Tisch.

„Wir wollten Dich gerne etwas fragen.“ begann Mark ohne Umschweife, nachdem er Elaine mit Tiffany bekannt gemacht hatte.

„Was gibt’s denn so wichtiges, Mark! Na los, immer raus mit der Sprache!“

„Na ja“ er blickte zu Tiffany hinüber, doch die sah nicht aus, als wollte sie das Wort ergreifen, dazu war sie viel zu verlegen. „Es ist so, Tiff ist erst seit kurzem in der Stadt, und sie hat noch keinen Job gefunden, so dass sie sich kein eigenes Zimmer leisten kann, und wir sind im Surf Center, ich meine, in Caseys Haus momentan voll besetzt bis unters Dach, tja, und da wollten wir Dich fragen...“

„Ja...“ gespannt lächelnd zog Elaine die Augenbrauen hoch, „was, Mark?“

„Du hast doch dieses kleine Zimmer hier über dem Waffelshop. Könntest Du, ich meine würdest Du es vielleicht... Tiff eine Zeitlang überlassen?“

Etwas überrascht sah Elaine von einem zum anderen. Ihr Blick blieb an Tiffany hängen. Wie alt mochte dieses Mädchen sein? Sie sah jedenfalls noch sehr jung aus, fast zu jung...

„Ich hoffe, Du bist volljährig?“ sprach sie ihre Gedanken aus. Tiffany nickte hastig.

„Ich bin neunzehn, Misses Stevens.“

„Ah ja...“ nickte Elaine, und obwohl sie ihre berechtigten Zweifel an dieser Aussage hatte, lächelte sie. Die Kleine war ihr sympathisch.  „Bitte nenn mich Elaine, wie alle hier.“

Tiffany nickte wieder.

„Also gut,“ sie stand auf und machte eine einladende Handbewegung zur Treppe hinüber. „Dann wollen wir uns das Zimmer mal anschauen. Aber ich warne Dich, es ist wirklich nicht groß, mehr eine Abstellkammer.“

Tiffany strahlte und drückte Marks Hand.

„Das macht überhaupt nichts, Misses... ähm, Elaine. Ich bin überhaupt nicht anspruchsvoll. Nur... da wäre noch...“

„Ja, was denn?“

„Ich bin nicht allein.“ gestand Tiffany.

„Oh“ Elaines Blick huschte zu Mark hinüber, „also nein, dass wird zu eng...“

„Nicht ich, Elaine“ lachte Mark und wies auf Tiffanys abgetragene Jeansjacke, aus der plötzlich ein kleiner zotteliger Kopf mit zwei neugierigen schwarzen Knopfaugen herauslugte.

„Darf ich vorstellen... das ist Spike.“

„Oh wie süß!“ schwärmte Elaine sogleich und streichelte dem kleinen Hund liebevoll über den Kopf. „Ich hoffe, er ist stubenrein!“

„Ja, er macht keine Probleme.“ bestätigte Tiffany, „Und er bellt überhaupt nicht. Sie werden gar nicht merken, dass wir da sind.“

„Na gut.“ Elaine ging vor und schloß oben die Tür zu der kleinen Kammer auf. Mark ließ Tiffany vorangehen. Etwas zögernd trat sie ein und schaute sich um.

Das Zimmer war in zarten Grüntönen gehalten. Da stand ein Bett, ein Schrank, ein kleiner Tisch und ein alter, aber gemütlich aussehender Sessel.

„Wie gesagt, es ist sehr einfach.“ wiederholte Elaine und öffnete das Fenster. „Aber Du hast von hier aus einen fantastischen Blick aufs Meer.“

„Ich finde es super!“ freute sich Tiffany und sah Elaine dankbar an. „Ich hatte noch nie ein eigenes Zimmer.“ fügte sie leise hinzu.

Die Waffelshopwirtin betrachtete sie nachdenklich. Irgend etwas stimmte mit diesem Mädchen nicht, das spürte sie. Bestimmt hatte sie in ihrem jungen Leben schon schwere Zeiten durchgemacht. Aber sie würde nicht fragen. Wenn Tiffany soweit war, würde sie es ihr sicher irgendwann von selbst erzählen. Geschickt wechselte sie das Thema.

„Meine Tochter Paula hat hier eine Zeitlang gewohnt. Doch dann bekam sie einen Job in Santa Monica und zog dorthin um. Seitdem steht das Zimmer mehr oder weniger leer.“

„Ist sie noch bei der Polizei?“ fragte Mark interessiert.

„Nun ja, leider.“ Elaine winkte ab. „Das war ja immer ihr Berufswunsch, schon von kleinauf. Aber wenn Ihr mich fragt, das ist kein Job für eine Frau. Ich werde mich nie daran gewöhnen, und wenn sie nicht mindestens zweimal die Woche bei mir anruft, werde ich nervös. So...“ sie lächelte und strich ihr nackenlanges rotblondes Haar zurück. „Ich muß wieder nach unten. Wenn Du etwas brauchst, Tiffany, dann laß es mich wissen.“

Tiff nickte.

„Danke, Elaine. Ach ja, und wegen der Miete...“

„Mach Dir mal deswegen vorerst keine Sorgen, mein Kind. Ich bin sicher, wir werden schon eine Lösung finden.“

Nachdem Elaine gegangen war, ließ sich Tiffany mit einem Seufzer der Erleichterung aufs Bett fallen.

„Ein eigenes Zimmer, ich fasse es nicht!“

Mark lachte.

„Na siehst Du, ab und zu hab sogar ich einmal eine ganz brauchbare Idee. Und ich hab das Gefühl, Elaine mag Dich.“

„Ja, sie ist sehr nett.“ stimmte Tiff zu. „Hauptsache, sie versucht nicht, mich andauernd zu bevormunden.“

„Nein, das tut sie ganz bestimmt nicht.“ meinte Mark. Etwas verlegen sah er sich um. Er wußte nicht, wie Tiffany reagieren würde, wenn er sich neben sie aufs Bett setzte, also ließ er es lieber.

„Ich werd` jetzt besser gehen. Dann kannst Du Dich in Ruhe einrichten.“ verabschiedete er sich. „Wir sehen uns sicher später im Surf Center.“

„Mark, warte!“ Tiffany sprang auf und lief auf ihn zu. Ehe er sich versah, hatte sie ihm einen Kuß gegeben. „Vielen Dank für Deine Hilfe!“