Die Nachricht von Dels und Eddies gewaltsamem Tod schlug in Sunset Beach ein wie eine Bombe. Die Sensationsgier der Leute war geweckt.
Es gab zwar kaum jemanden, der Eddie Connors auch nur eine Träne nachweinte, denn er hatte nie richtige Freunde gehabt, nur Komplizen, die ihm für eine angemessene Bezahlung auch liebend gern selbst den Hals umgedreht hätten.
Del Douglas hingegen war zumindest als Geschäftsmann geachtet und als langjähriger Partner der Liberty Corporation von den Bürgern respektiert worden, ohne dass die meisten je etwas von seinen dunklen Geschäften geahnt hatten. Die schrecklichen Geschehnisse im fernen Tokio und die Entführung von Dr. Rae Chang gaben der Sache jedoch sofort eine entscheidende Wende und ließen die fast makellose Fassade, die Del für sich und seine Tochter aufgebaut hatte, in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.
Inzwischen war auch Dels Sekretärin und derzeitige Geliebte Shirley verhaftet worden.
Das Büro in Santa Monica wurde zur Stunde noch von den Behörden durchsucht.
Annie aber traf die Nachricht vom Tod ihres Vaters völlig unerwartet und knallhart. Fassungslos hatte sie Ricardo angestarrt, als er am Vormittag plötzlich vor ihrer Tür stand und versuchte, Ihr das Geschehene so schonend wie möglich beizubringen.
„Nein, Du lügst, das ist nicht wahr!“ hatte sie geschrieen und verzweifelt begonnen, mit den Fäusten gegen seine Brust zu trommeln, als könnte sie ihn dadurch zum Schweigen bringen und alles ungeschehen machen. Aufschluchzend war sie danach in seinen Armen zusammengebrochen, und Ricardo war mehr als erleichtert, als Dels Schwester Bette plötzlich mit zwei großen Reisekoffern an der Tür stand und ihre Nichte tröstend in die Arme schloss.
„Komm schon, Schätzchen, reiß Dich zusammen, ich bin ja da!“ sagte sie beruhigend und zwang Annie mit sanftem Druck auf die Couch. „Setz Dich, ich hol Dir einen Drink!“
Ricardo beobachtete, wie Bette Orangensaft in ein Glas goss und etwas aus ihrer Tasche holte, was sie dem Getränk beimischte, bevor sie es ihrer schluchzenden Nichte reichte.
„Trink das!“ sagte sie in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.
Erstaunt registrierte er, dass Annie bedingungslos gehorchte. Die attraktive, etwa 45jährige Blondine war wohl die Einzige, die einen erheblichen Einfluss auf sie ausübte. Und tatsächlich, was auch immer es war, das Bette Annie eingeflößt hatte, sie wurde sofort ruhiger und ließ sich sogar von ihrer Tante widerstandslos die Treppe hoch in ihr Schlafzimmer bringen.
Ein paar Minuten später war Bette zurück, setzte den großen weißen Hut, der perfekt zu ihrem eleganten hellen Reisekostüm passte, ab und warf ihn achtlos in den Sessel.
„Uff, das wäre geschafft, sie wird erst einmal eine Weile schlafen.“ meinte sie und goss kühles Mineralwasser in zwei Gläser, von denen sie Ricardo eines reichte. „Setz Dich hin, Detektiv, nimm mir nicht die Ruhe!“ meinte sie und ließ sich auf die Couch fallen, während sie ihre hochhackigen Pumps von den Füßen kickte. „So, jetzt geht’s mir wieder besser!“ stöhnte sie aufatmend, nachdem sie einen tiefen Schluck von dem Wasser genommen hatte. Ihre lebhaften blaugrünen Augen blitzten, als sie Ricardo ansah. „Ich hab die ganze Sache zufällig auf der Fahrt hierher im Autoradio des Taxis gehört und dachte zuerst, jemand erlaubt sich einen üblen Scherz. Aber anscheinend ist es wahr...“ sie atmete noch einmal tief durch.
„Na los, nun erzähl mal, was hat dieser verkommene Mistkerl von einem Bruder diesmal wieder angestellt, mal abgesehen davon, das es nun wohl sein letzter Cup gewesen ist!“
Ben war in den frühen Morgenstunden von der Klinik aus ins Hotel gefahren, um Joan und Sara die gute Nachricht über Megs Befinden persönlich zu überbringen. Natürlich wollten beide sofort zu ihr. Ben brachte sie hin, und da er Meg in guten Händen wusste und ihr das Wiedersehen mit ihrer Familie von Herzen gönnte, nutzte er die Zeit, um sich zu Hause zu duschen und umzuziehen, bevor er im Büro nach dem Rechten sehen und einiges aufarbeiten wollte. Gregory würde nicht da sein, der Prozess um den Mord an Tiffanys Vater ging in die heiße Phase und er hatte alle Hände voll zu tun, um Mark trotz der miesen Beweislage erfolgreich zu vertreten und dessen Unschuld vor den Geschworenen glaubwürdig zu beweisen.
Kaum hatte Ben seine Wohnung betreten, als es hinter ihm heftig an der Tür klopfte.
Er öffnete und Bette stürmte herein.
„Ben! Wo bist Du denn die ganze Zeit über gewesen?“ sprudelte sie los. „Seit einer Stunde versuche ich Dich zu erreichen! Na ja, ist egal, jetzt bist Du ja da.“ Sie atmete tief durch. „Hast Du es schon gehört?“
Ben, nicht besonders angetan von diesem spontanen Überfall seiner Nachbarin, seufzte.
„Hallo, Dir auch einen schönen guten Tag, Bette!“ grinste er und krempelte seine Hemdsärmel hoch, während er auf den freien Sessel wies. „Lange nicht gesehen! Setz Dich doch. Was soll ich gehört haben? Das Du Deine Endlosferien auf Acapulco plötzlich abgebrochen hast?“ Er lachte. „Oder bist Du am Ende gar wieder verheiratet?“
Bette winkte ab.
„Bin ich dämlich? Nein danke, sieben Ehekatastrophen haben mir gereicht!“ Sie ließ sich in den Sessel fallen und sah ihn mit großen Augen an.
„Du weißt es anscheinend wirklich noch nicht, Süßer!“
Ben zog die Stirn in Falten und sah sie herausfordernd an.
„Dann erzähl es mir, Bette, denn ich bin ziemlich in Eile!“
„Also gut“ Bette straffte die Schultern, um dem Nachfolgenden die richtige Wirkung zu geben. „Del ist tot.“
Ben stutzte.
„Was?“
Sie nickte eifrig und sprudelte heraus, was sie wusste.
Ben hörte fassungslos zu.
„Das gibt’s doch gar nicht!“ meinte er erschüttert, als sie ihren Redeschwall beendet hatte.
„Wie hat es Annie aufgenommen?“
„Sie ist völlig fertig, die Arme!“ jammerte Bette. „Ich hab ihr erst einmal ein Schlafmittel gegeben und sie ins Traumland geschickt!“
„Bleibst Du bei ihr?“
„Aber natürlich, ich werde doch meine Lieblingsnichte in dieser Situation nicht allein lassen!“
Ben nickte zustimmend.
„Gut. Ich werde heute Nachmittag rüberkommen und schauen, wie es ihr geht. Zuerst aber muss ich ins Büro und dann will ich noch einmal nach Meg sehen, aber danach komme ich vorbei, versprochen.“
„Wer ist Meg?“ fragte Bette sofort hellhörig.
„Das erkläre ich Dir später.“ erwiderte Ben und öffnete die Tür.
„Okay, okay, ich verschwinde schon, hab verstanden!“ rief sie und sprang auf. Kurz vor Ben blieb sie stehen und tätschelte gutmütig seine Wange. „Ich kann mir meinen Teil schon denken, schöner Mann! Ich sehe dieses Leuchten in Deinen Augen, wenn du von der Dame sprichst! Das ist gut... sehr gut!“ Sie zwinkerte ihm zu. „Aber es wäre wirklich schön, wenn Du Annie etwas Mut zusprechen könntest. Du kennst sie ja, Deine Meinung bedeutet ihr immer sehr viel.“ An der Tür drehte sie sich noch einmal um, und Ben glaubte ein verdächtiges Glitzern in ihren Augen zu entdecken.
„Auch, wenn mein Bruder ein Mistkerl war, Annie hat ihn geliebt!“
„Das weiß ich, Bette.“ nickte Ben und lächelte. „Ich werde tun, was ich kann. Du weißt doch, ich bin immer für Euch da.“
Bette nickte gerührt.
„Ja, Schätzchen. Deshalb bin ich ja auch zuerst zu Dir gekommen!“
„Hat die Verteidigung noch weitere Zeugen aufzurufen?“
Die Stimme des Richters klang ungeduldig, fast schon provozierend in Gregorys Ohren, und er spürte, wie alle Blicke im Gerichtssaal ungeduldig auf ihm ruhten.
Verdammt, irgendwie war diesmal alles schiefgelaufen!
Mark verließ sich auf ihn, und Gregory selbst war sich seiner Sache so sicher gewesen, vielleicht zu sicher, dass dieser Prozess eine Kleinigkeit für einen Mann mit seinen Fähigkeiten sein würde. Aber James T. Baker wollte Blut sehen, sein Hass auf Gregory machte ihn brillant und gefährlich, er war in jeder Hinsicht perfekt vorbereitet und mit allen Wassern gewaschen, um seinen Kontrahenten in seine Grenzen zu verweisen. Dazu Richter Callaghan, dem es eine Freude sein würde, eine alte offene Rechnung zwischen ihnen zu begleichen.
Gregorys hatte während des nun schon drei Tage währenden Prozesses Michael, Casey und sogar Elaine Stevens als Zeugen aufgerufen, um Marks Loyalität als Freund und unbescholtener Bürger zu unterstreichen, und seine letzte Hoffnung war nun doch Tim Truman gewesen. Doch der war merkwürdigerweise seit einigen Tagen wie vom Erdboden verschwunden. Selbst Caitlin hatte keine Ahnung, wo er sich zur Zeit aufhielt.
Gregory knirschte wütend mit den Zähnen. Der Junge konnte sich auf einiges gefasst machen, wenn er irgendwann wieder auftauchen sollte!
„Herr Verteidiger, ich erwarte eine Antwort!“ rief Richter Callaghan nachdrücklich, und Gregory konnte James T. Baker im Geiste grinsen sehen.
Er erhob sich und straffte die Schultern.
„Nein, Euer Ehren!“
„Dann ordne ich eine Pause von zwei Stunden an, und danach wünsche ich die Abschlussplädoyers der Herren zu hören.“ Er nickte den beiden Angesprochenen zu. „Herr Staatsanwalt, Herr Verteidiger, geht das in Ordnung?“
„Ja Euer Ehren.“ antworteten beide gleichzeitig.
Die Herrschaften des Hohen Gerichts erhoben sich und verließen den Saal.
„Und was bedeutet das?“ fragte Mark unsicher. Gregory presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen.
„Das bedeutet, dass ich jetzt zur absoluten Bestform auflaufen werde, mein Junge!“
Nach einer eingehenden Untersuchung in der Klinik von Santa Monica durfte Rae mit Casey nach Hause fahren. Fürsorglich brachte er sie ins Surf Center und bestand darauf, dass sie sich sogleich auf die Couch im Wohnzimmer legte, während er hinaufeilte, um Decken und Bettzeug zu holen, damit sie es auch wirklich bequem hatte. Unter normalen Umständen hätte Rae heftig gegen so viel Fürsorge protestiert, aber Wei Lees Tod setzte ihr mehr zu, als sie sich selbst eingestehen wollte. Sie hatte einen Freund verloren, und auch, wenn sich ihre Wege in den letzten Monaten getrennt hatten, so war er doch ein Teil ihrer Kindheit und ihrer Jugend, und das würde er auch immer bleiben. Sie schluckte tapfer die Tränen hinunter, die ihr die Kehle zuschnürten und lächelte Casey an, dankbar dafür, dass er sich so um sie sorgte.
„Hast Du Schmerzen?“ fragte er und wies auf den Verband, den ihre Bluse nur teilweise verdeckte. Sie schüttelte den Kopf.
„Kaum der Rede wert.“
„Soll ich Dir etwas zu trinken holen?“
„Nein.“
„Hast Du Hunger?“
Wieder schüttelte sie den Kopf. Ratlos stand er da. Er fühlte sich befangen und wusste nicht, was er tun sollte.
„Ich... ich werde uns einen Tee kochen, einverstanden?“ Er war schon fast an der Küchentür, als sie leise seinen Namen rief. Erwartungsvoll drehte er sich um.
Rae sah ihn mit ihren schönen dunklen Mandelaugen an.
„Du könntest doch etwas für mich tun, bitte.“
„Natürlich, klar doch, und was?“ rief er bereitwillig.
„Komm her und nimm mich einfach in den Arm!“
Mark umklammerte Tiffanys Hand, als sie gemeinsam mit Gregory im Nebenzimmer des Gerichtssaales auf die Fortführung der Verhandlung warteten.
„Sie werden mich verurteilen, da bin ich mir sicher!“ flüsterte er resigniert, als Gregory kurz nach draußen gegangen war, um zu telefonieren.
Tiffany blickte ihn erschrocken an.
„Nein Mark, das darfst Du nicht sagen!“ rief sie empört. „Wie kommst Du nur auf so was!“
„Ach Tiff, sieh den Tatsachen ins Auge“ meinte er resigniert, „alles spricht gegen mich, und Gregory kommt auch nicht weiter, da kann er so gut sein, wie er will, er hat keine konkreten Beweise für meine Unschuld. Dieser Baker wird ihn fertigmachen...“ Er seufzte und schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, als wenn der Richter nur darauf wartet, dass mein Anwalt einen Fehler macht.“
„Es sieht nicht gut aus für Mark.“ schätzte Vanessa die Lage ein, als sie mit Michael den Gerichtssaal verließ. „Und wir können absolut nichts tun, um ihm zu helfen.“
„Ja“ knurrte Michael, „das macht mich völlig fertig. Ich bin so wütend darüber, wie dieser Staatsanwalt auf ihn und auch auf uns als Zeugen losgegangen ist!“
„Er und Gregory sind sich nicht grün.“ erklärte Vanessa. „Ich hab vorhin gehört, wie sich zwei Herren auf dem Flur darüber unterhielten.“
„Das fehlt uns gerade noch!“ schnaufte Michael, „dass Mark eine persönliche Fehde zwischen den beiden ausbaden muss.“ Er sah auf die Uhr. „Ich habe Ben versprochen, ihn sofort anzurufen, falls sich etwas Neues ergibt. Bestimmt ist er gerade wieder in der Klinik. Wir sollten die Pause nutzen und gleich mal nach Meg sehen.“
Vanessa nickte.
„Gute Idee. Lass uns gehen.“
Überglücklich saß Joan am Bett ihrer Tochter, und auch Sara war froh und erleichtert darüber, dass ihre Schwester wieder aufgewacht war. Meg in einem todesähnlichen Schlaf so still und reglos hier vorzufinden, hatte sie doch mehr erschreckt, als sie vor den anderen zugegeben hatte. Aber nun würde sicher wieder alles in Ordnung kommen.
Der Arzt war da gewesen um nach Meg zu sehen, und eine Physiotherapeutin hatte mit ihr erste Übungen zur Muskelkräftigung durchgeführt. Dr. Robinson war sehr zufrieden und meinte, sie könne ab morgen schon teilweise das Bett verlassen.
Als Ben später vom Büro aus vorbeikam, fand er die drei Damen lachend und fröhlich schwatzend vor, Meg saß im Bett und ihr hübsches Gesicht hatte sogar schon wieder etwas Farbe bekommen, ihre Wangen schimmerten frisch und rosig, und nur die triste Krankenzimmeratmosphäre erinnerte ihn vage an die bangen, endlosen Tage und Nächte des Wartens und Hoffens, die er hier bei ihr verbracht hatte. Glücklich nahm er sie in die Arme.
Joan und Sara warfen sich einen vielsagenden Blick zu, denn das Leuchten in Megs Augen, sowie Bens zärtliche Gesten zeigten ihnen nur allzu deutlich, wieviel die beiden einander bedeuteten.
Joan lächelte gerührt und freute sich für ihre Tochter, während Sara sofort wieder an einen gewissen jungen Mann denken musste, der ihr, seitdem sie ihn unter etwas eigenartigen Umständen in Ludlow kennengelernt hatte, nicht mehr aus dem Kopf ging. Leider hatte sie ihn, seit er sie gestern hergeflogen und bis zur Klinik begleitet hatte, nicht mehr wiedergesehen, obwohl sie hoffte, er würde jeden Moment hier auftauchen.
Ben nach Casey zu fragen, getraute sie sich nicht so recht, das wäre wahrscheinlich etwas zu offensichtlich. Also versuchte sie sich weiter in Geduld zu üben, doch ihre Blicke wanderten immer wieder sehnsüchtig zur Tür, und sie hielt erwartungsvoll die Luft an, als es plötzlich klopfte und sich tatsächlich Besucher ankündigten.
Enttäuscht musste sie jedoch feststellen, dass es nicht Casey war, der hereinkam, sondern zwei junge Leute, die Meg ihnen als ihre Mitbewohner aus dem Surf Center vorstellte.
„Mum, Sara, das sind Michael und Vanessa. Ich hab Euch schon von ihnen erzählt, wir wohnen zusammen. Mit Vanessa bin ich für „Blue Sky“ geflogen, wir kennen uns schon etwas länger.
Michael und Vanessa begrüßten Mrs. Cummings und ihre jüngste Tochter und umarmten dann Meg herzlich.
„Willkommen im Leben!“ meinte Michael scherzhaft, und Vanessa fügte schmunzelnd hinzu:
„Ich muss sagen, Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt, Süße!“
„Nicht nur uns!“ stellte Michael fest und klopfte Ben freundschaftlich auf die Schultern.
Während Vanessa mit Meg und ihrer Familie plauderte, nahm Ben Michael beiseite.
„Was gibt es Neues?“ fragte er erwartungsvoll. „Wie stehen die Chancen für Mark?“
„Nicht sehr gut.“ erwiderte Michael betreten. „Der Staatsanwalt hebt fast die Welt aus den Angeln, um ihn wegen dem Mord dranzukriegen. Und es scheint fast so, als hätte er den Richter auf seiner Seite. Gregory muss alle Register seines Könnens ziehen, wenn er das Blatt noch wenden will.“ Er sah kurz auf die Uhr. „Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen, und in einer Stunde sind die Schlussplädoyers dran.“
„Verdammt!“ Ben verzog beunruhigt das Gesicht. „Wenn Baker und dieser Richter gegen Gregory voreingenommen sind, dann kann er so gut sein, wie er will, ohne konkrete Beweise kämpft er gegen Windmühlenflügel!“
Michael nickte.
„Genauso sehe ich das auch.“
Ben sah ihn ernst an.
„Bitte erwähnt Meg gegenüber nichts davon.“ bat er eindringlich. „Ich möchte nicht, dass sie sich unnötige Sorgen macht. Sie hat Mark sehr gerne und würde sich fürchterlich aufregen, wenn sie erfährt, dass...“
„Schon gut, Mann.“ unterbrach ihn Michael. „Ist doch klar.“ Er trat auf Vanessa zu. „Tut mir leid, wenn ich Euch unterbreche, aber wir haben noch einen Termin und müssen langsam wieder los.“
„Wo wollt Ihr denn hin?“ fragte Meg neugierig.
„Marks Gerichtsverhandlung geht gleich weiter.“ platzte Vanessa heraus, bevor weder Michael noch Ben es verhindern konnten.
Meg saß kerzengerade in ihrem Bett und wurde kreidebleich.
„Oh mein Gott!“ brachte sie erschrocken heraus. „Mark!“