TEIL 57
LIBERTY
CORPORATION
Etwas außer Atem verließ Ben wenig später den Lift in der LC und sah Elisabeth
erwartungsvoll an.
„Ist Mr. Duncan schon eingetroffen?“
„Nein, Mr. Evans, noch nicht.“
Er wollte schon erleichtert aufatmen, als er sah, wie die Chefsekretärin
bedeutungsvoll die Augenbrauen hob.
„Miss Douglas wartet in Ihrem Büro!“
„Die hat mir gerade noch gefehlt!“ stöhnte Ben. „Dann werde ich mal versuchen,
sie so schnell wie möglich wieder loszuwerden!“
Annie thronte in seinem Schreibtischsessel und schaukelte darin gelangweilt
hin und her.
„Hallo Ben, schön, dass Du da bist!“ begrüßte sie ihn strahlend.
„Annie...“ Er zwang sich zu einem Lächeln. „Was verschafft mir die Ehre?“
Sie stand auf und humpelte auf ihn zu.
„Sieh mal, der Gips ist ab! Ich kann wieder arbeiten!“
Jetzt musste Ben lachen.
„Also entschuldige mal, wann hast Du jemals gearbeitet?“
Sie zog einen Schmollmund.
„Das ist nicht nett.“
Ben atmete tief durch.
„Okay, entschuldige Annie. Natürlich freut es mich für Dich, dass Du Deinen
lästigen Gipsfuß los bist. Aber deswegen hättest Du doch nicht extra herkommen
müssen!“
„Zu Hause erreicht man Dich ja nicht.“ nörgelte sie. „Und wenn, dann nur in
Begleitung dieser... Person!“
„Fang nicht schon wieder an!“ ermahnte er sie mit drohendem Unterton in der
Stimme. Unbeirrt wechselte sie das Thema.
„Hast Du eigentlich mal wieder etwas von Maria gehört?“
Ben sah sie erstaunt an.
„Wie kommst Du denn darauf?“
Annie zuckte die Schultern.
„Na ja, ich dachte nur... Sie ist ja keine Frau, die so leicht aufgibt!“
„Also was das betrifft, liebe Annie, da kann ich Dich beruhigen. Ich war
gerade mit Maria zum Lunch, und ich versichere Dir, dass sie ganz und gar
nicht die Absicht hat, sich zwischen mich und Meg zu stellen! In keinster
Weise.“
„Das sind ja wunderbare Nachrichten!“ rief Annie und umarmte Ben spontan.
Für den Moment war er viel zu überrascht, um sie abzuwehren.
„Freut mich, dass Dir mein Liebesleben so zu Herzen geht!“ grinste er und
schob sie sanft von sich. „Aber jetzt musst Du mich bitte entschuldigen, ich
erwarte einen wichtigen Kunden aus LA, der jeden Moment hier eintreffen
müsste.“
Annie nickte heftig. Sie hatte erfahren, was sie wissen wollte, und sie war
zufrieden.
Ben wusste noch nichts von Marias Schwangerschaft... Vielleicht konnte sie es
arrangieren, dass es auch so blieb!
Huntington Memorial
Mit zwiespältigen Gefühlen betrat Tim Caitlins Krankenzimmer. Die Handschellen
hatte man ihm auf dem Weg hierher abgenommen, um in der Klinik kein unnötiges
Aufsehen zu erregen, doch vor der Tür warteten zwei Polizisten, und in
Anbetracht der Tatsache, dass Caitlin ihn allein sprechen wollte, legte ihm
Ricardo nun die Fesseln wieder an.
„Wenn Du mich brauchst, ich warte draußen.“ ließ er Caitlin wissen und
bedachte Tim mit einem warnenden Blick. „Keine Faxen, Freundchen, ich hoffe,
wir haben uns verstanden!“
„Wie geht’s Dir?“ fragte Tim, sobald sie allein waren.
Caitlin schnaubte verächtlich.
„Als ob Dich das interessieren würde!“ Sie grinste feindselig. „Dich
interessiert doch nur, ob ich Dich an die Bullen verraten habe!“
Tim sah sie erschrocken an.
„Hast Du` s Ihnen gesagt?“
Ein paar Sekunden lang kostete sie seine Angst aus, bevor sie langsam den Kopf
schüttelte.
„Nein...“ Er atmete sichtbar auf, doch sie fügte leise und drohend hinzu: „...
noch nicht.“
Tim sah sie an.
„Was soll das heißen, Cait?“
Trotz ihrer heftigen Kopfschmerzen setzte sie sich kerzengerade in ihrem Bett
auf.
„Das heißt, dass Du ab sofort zwei Möglichkeiten hast, Tim Truman.“
„Und... welche?“
„Entweder ich erzähle Ricardo von Deinen ganzen Lügen, von dem Deal zwischen
Dir und Eddie Connors und was sich wirklich in der Mordnacht abgespielt hat,
und Du wanderst schnurstracks zurück ins Gefängnis, oder...“
„Oder was?“
„Oder ich erkläre ihm, dass der Vorfall gestern im Hotel ein bedauerlicher
Unfall gewesen ist, an dem Du keinerlei Schuld hattest. Im Gegenzug dazu
verschwindest Du für immer aus Sunset Beach und lässt mich und Meg für alle
Zeiten in Ruhe!“
Tim kniff wütend die Augen zusammen.
„Das ist Erpressung, Cait...“
„Damit kennst Du dich ja inzwischen gut aus, mein Lieber.“ erwiderte sie
ungerührt. „Also, was ist?“
„Was geht Dich Meg an?“ knurrte er. „Du kennst sie doch gar nicht!“
„Oh doch, ich kenne sie, und ich mag sie sehr. Und ich weiß, dass sie hier
sehr glücklich ist und bestimmt nicht wieder nach Kansas zurück will, weder
mit Dir noch mit sonst irgendwem.“
„Du bist so hinterhältig wie Dein Vater!“ zischte Tim beleidigt.
Caitlin lächelte.
„Oh nein, ich bin nicht wie er, aber ich habe von ihm gelernt. Du hast mir mit
Deinen Lügen sehr wehgetan, Tim. Bei Meg wird Dir das nicht gelingen. Nicht,
wenn ich es verhindern kann.“ Sie lehnte sich zurück und verschränkte
entschlossen die Arme.
„Und, was sagst Du?“
Mit finsterem Gesicht stand Tim da und dachte fieberhaft nach, doch er wusste,
dass er verspielt hatte. Wenn er ihre Forderung nicht erfüllte, würde sie der
Polizei alles erzählen, was er ihr unvorsichtigerweise verraten hatte. Allein
dafür wären ihm ein paar Jahre Knast und die Rache der beiden von Eddie
angeheuerten Ganoven so gut wie sicher. Darüber hinaus wäre es ihr ein
Leichtes zu behaupten, er hätte sie gestern Abend absichtlich vor den Kamin
gestoßen und verletzt. Dann drohte ihm zu allem Unglück garantiert noch eine
Anklage wegen Körperverletzung. Gregory Richards würde ihm vor Gericht mit
einem eiskalten Lächeln im Gesicht den Garaus machen...
„Immerhin habe ich sofort den Notdienst gerufen, nachdem Du im Hotel gestürzt
warst. Ich hätte auch verschwinden können, dann wärst Du jetzt vielleicht...“
machte er einen letzten Versuch, Caitlin umzustimmen, doch sie lachte nur.
„Klar Tim, hättest Du. Aber Du vergisst unseren Sicherheitsdienst! Die
wussten, wer bei mir war!“
„Okay“ Ergeben hob er seine mit den silbern glänzenden Handschellen
gefesselten Hände, „okay, Du hast gewonnen. Ich vermute, es nützt mir gar
nichts mehr, wenn ich Dir sage, dass ich Dich trotzdem sehr...“
„Verschone mich!“ unterbrach ihn Caitlin in eisigem Tonfall. „Das letzte, was
ich jetzt von Dir hören will, ist irgend eins von Deinen scheinheiligen
Liebesbekenntnissen!“ Sie wies auf die Tür. „Ruf Ricardo herein, damit wir
diese Sache mit Anstand beenden können. Und danach...“ sie sah ihm
entschlossen ins Gesicht, „danach will ich Dich niemals in meinem Leben
wiedersehen!“
Paradise Island
Die Sonne stand bereits ziemlich tief, als Ben endlich wieder auf seiner Insel
ankam. Er hatte im Büro ewig lange auf Mister Duncan gewartet, der jedoch
nicht wie vereinbart erschien. Elisabeth hatte auf seine Frage hin, was Mr.
Duncan denn am Telefon genau gesagt habe, ratlos mit den Schultern gezuckt und
gemeint, sie wüsste es nicht, da Miss Douglas dieses Gespräch angenommen
hätte. Das erschien Ben schon irgendwie komisch, zumal Mister Duncans
Sekretärin kurz darauf anrief und Elisabeth mitteilte, ihr Boss befände sich
noch immer in einer wichtigen Besprechung und müsse den Termin in Sunset Beach
für heute leider absagen.
Wütend nahm sich Ben vor, mit Annie bei nächster Gelegenheit über dieses
eigenartige Gespräch zu reden.
Während er mit dem Motorboot übers Wasser düste, verflog sein Frust über
diesen vergeudeten Arbeitstag. Er freute sich auf Meg und den Abend mit ihr
auf seiner Insel.
Etwas enttäuscht stellte er jedoch wenig später fest, dass sie nicht am
Bootssteg auf ihn wartete.
„Was hast Du denn gedacht, alter Egoist“ schalt er sich selbst, während er das
Boot festband, „soll sie etwa die ganze Zeit hier stehen und auf Dich warten,
bis Du endlich von der Arbeit kommst?“
Er war erst ein paar Schritte in Richtung der Treppe gegangen, die zur Villa
hinaufführte, als fröhliches Gelächter an sein Ohr drang. Neugierig folgte er
dem Geräusch und ahnte bereits, wo die Stimmen herkamen.
Er hatte richtig vermutet. Vincent und Evita saßen mit Meg auf der kleinen
Terrasse vor ihrer Hütte und spielten Karten. Sie waren so in ihr Spiel
vertieft, dass sie Ben gar nicht bemerkten. Schmunzelnd blieb er stehen und
beobachtete das Geschehen einen Augenblick lang.
Meg sah total entspannt aus und hatte vom Spieleifer leicht gerötete Wangen,
während Evita ihren Ehemann lautstark beschuldigte, er würde schummeln und
ständig versuchen, ihr in die Karten zu schauen. Vincent ließ sich jedoch
nicht aus der Ruhe bringen und zwinkerte Meg schelmisch zu. Es war ein wahres
Vergnügen, den Dreien zuzuschauen.
Als Meg Ben schließlich bemerkte, sprang sie auf und lief voller Freude auf
ihn zu.
„Schön, dass Du endlich da bist!“ rief sie und umarmte ihn stürmisch.
„Entschuldige, dass es so spät geworden ist“ sagte er lächelnd und reichte ihr
eine rote Rose, die er hinter seinem Rücken hervorgezaubert hatte. „Ich hoffe,
Du hattest einen schönen Tag, mein Schatz!“
„Oh ja, den hatte ich!“ erwiderte Meg begeistert, mit einem Blick auf Vincent
und Evita, die sich ebenfalls erhoben hatten, um Ben zu begrüßen. „Die beiden
sind einfach wunderbar und haben sich fantastisch um mich gekümmert!“
Evita lächelte gerührt.
„Nun, das Gegenteil war wohl eher der Fall. Seniorita Meg hat uns die ganze
Zeit geholfen! Ich befürchte fast, sie hat sogar ein paar Blasen an den Händen
von der Gartenarbeit!“ sagte sie mit einem leicht vorwurfsvollen Blick. Ich
habe ihr gesagt, Senior Ben wird böse sein, wenn sie sich ihre schönen Hände
ruiniert, aber sie wollte einfach nicht hören!“
„Gartenarbeit?“ fragte Ben überrascht.
Meg lachte.
„Ja, wie bei uns zu Hause in Kansas auf der Farm. Da habe ich so was jeden Tag
gemacht. Und Evita konnte ein bisschen Hilfe gut gebrauchen!“
„Sie können sich wirklich glücklich schätzen, Senior Ben.“ sagte Evita mit
einem liebevollen Blick auf Meg. „Sie haben die netteste Seniorita, die man
sich denken kann. Sie ist etwas ganz Besonderes!“
Ben nickte und nahm Meg fest in seinen Arm.
„Das haben mir schon mehrere Leute gesagt.“ meinte er bestätigend. „Und es ist
wahr, Mama Evita, sie ist etwas Besonderes, oh ja, das wusste ich bereits vom
ersten Moment an!“
Penthouse Suite der Familie Richards im SUNSET INN
„Hier scheint wirklich alles drunter und drüber zu gehen, wenn ich mal einen
Abend nicht zu Hause bin!“ grollte Gregory, als er am Abend von seiner
Geschäftsreise zurückkam. Olivia hatte soeben ihre Tochter aus der Klinik
abgeholt, wo man sie unter den strengen Anweisungen Dr. Carters, sich noch ein
paar Tage absolute Ruhe zu gönnen, entlassen hatte.
„Das ich nicht lache!“ fauchte Olivia ihren Mann an, „Du solltest besser
sagen, wenn Du zufällig mal einen Abend zu Hause verbringst!“
„Hör schon auf mit Deinen ewigen Vorwürfen“ gab er mürrisch zurück und rückte
Caitlin die Kissen auf der Couch zurecht, „einer von uns muss ja schließlich
das Geld verdienen, meine Liebe, sonst könntest Du Dir den ganzen Luxus hier
gar nicht leisten!“
Olivia starrte ihn böse an, die Hände in die Hüften gestemmt.
„Jetzt hör mal gut zu...“ begann sie, doch Caitlin verzog schmerzlich das
Gesicht und hob abwehrend beide Hände.
„Hört sofort auf, Ihr beiden!“ rief sie erbost. „Dr. Carter hat gesagt, mein
Kopf braucht viel Ruhe, und wo, bitteschön, soll ich die hier finden, wenn Ihr
Euch pausenlos streitet!“
„Ja, du hast Recht, Schätzchen!“ lenkte ihre Mutter sofort ein, nahm sich eine
Illustrierte und setzte sich in den Sessel, von wo aus sie Gregory mit einem
giftigen Blick bedachte, „ich werde etwas lesen und Dein Vater hat bestimmt
noch etwas in seinem Arbeitszimmer zu erledigen!“
Bevor Gregory etwas erwidern konnte, summte die Wechselsprechanlage des
Sicherheitsdienstes.
„Mr.
Richards?“
„Ja bitte, Roger?“
„Eine Miss Tess Marin ist hier und möchte Sie dringend
sprechen.“
Ein siegessicheres Lächeln zog über Gregorys Gesicht.
Na also, jetzt würde er bekommen, was er wollte.
„Schicken Sie die junge Dame hinauf in mein Arbeitszimmer!“ befahl er und
wandte sich an Olivia.
„Du hattest recht, ich habe wirklich noch etwas Geschäftliches zu besprechen.
Ein sehr lohnendes Geschäft. Wenn alles klappt, lade ich Dich nachher zu einem
Glas Champagner in die Bar ein!“
Überrascht zog Olivia die Augenbrauen hoch und wechselte mit ihrer Tochter
einen bedeutungsvollen Blick, während Gregory gutgelaunt in seinem
Arbeitszimmer verschwand und die Tür hinter sich schloss.
Paradise Island
Die Sonne stand schon sehr tief und tauchte am Horizont bereits ins Meer. Der
Himmel war heute von einem unvergleichlich intensivem Rot, das sich in allen
nur denkbaren Farbtönen ausbreitete.
Ein ganz besonderer Abend... dachte Ben, als er auf die Veranda hinaustrat. Meg stand an der Brüstung und schaute dem Spiel der Natur fasziniert zu.
„Ich kann gar nicht genug bekommen von diesen Sonnenuntergängen am Meer!“ schwärmte sie, als sie Ben bemerkte.
Er legte den Arm um sie.
„Mir geht es genauso, obwohl ich schon so viele Jahre hier lebe. Man wird süchtig danach. Und ich muß sagen...“ er sah sie lächelnd von der Seite an, „seitdem Du hier in Sunset Beach bist, sind sie noch viel bezaubernder geworden.“
Sie standen beide eine Weile schweigend und engumschlungen da und ließen den Zauber des Augenblickes auf sich wirken.
„Wie war Dein Tag?“ fragte Meg schließlich.
Ben erzählte ihr von dem geplatzten Treffen mit dem Kunden aus San Remo, von Annies Besuch in seinem Büro und er verschwieg auch seinen Lunch mit Maria nicht.
Megs Lächeln verschwand, als sie hörte, dass er sich mit seiner Exfrau getroffen hatte.
„Und was wollte sie nun so Wichtiges von Dir?“ fragte sie vorsichtig.
Ben zuckte die Schultern.
„Keine Ahnung. Ihr Verhalten wirkte, ehrlich gesagt, ein wenig verwirrend auf mich. Irgend etwas schien sie auf dem Herzen zu haben, aber dann kam der Anruf aus dem Büro, und ich bin sofort aufgebrochen. Aber ich denke, so wichtig wird das Ganze wohl nicht gewesen sein...“
„Ben?“
„Ja?“
„Sie liebt Dich noch immer.“
Meg sagte es leise, aber voller Überzeugung. „Sie will, dass zwischen Euch alles wieder so wird, wie es war...“
Ben stutzte kurz, dann aber schüttelte er entschieden den Kopf. Er nahm Meg bei den Schultern und zwang sie, ihn anzusehen.
„Hör zu Meg. Es ist mir egal, was Maria will. Es interessiert mich nicht. Nie mehr...“ Er lächelte sie zärtlich an. „Ich habe mich in eine andere Frau verliebt, in eine, die mein Leben von Grund auf verändert hat und die mich jeden Tag aufs neue bezaubert, genauso wie die Sonnenuntergänge am Meer... in eine, mit der ich mein ganzes restliches Leben verbringen möchte.“
Bevor Meg den Sinn dessen, was er eben gesagt hatte, überhaupt begriff, strich er ihr behutsam über die Wange. „Schließ doch bitte mal Deine Augen.“
„Was?“
„Mach die Augen zu!“ wiederholte er.
Verwirrt schloss Meg die Augen. Was würde jetzt passieren? Würde er sie küssen?
„Meg?“
Erwartungsvoll blinzelte sie.. und traute ihren Augen nicht.
Der funkelnde Ring mit dem kunstvoll eingefassten Diamanten, den Ben in seiner Hand hielt, und in dessen edlem Schliff sich das Licht der untergehenden Sonne in allen Farben brach und ihn schöner glitzern ließ, als die Wellen draußen auf dem Meer, übertraf ihre kühnsten Erwartungen.
„Ben, was soll...“
Weiter kam sie nicht.
Ben` s blaue Augen waren ihr ganz nah, er blickte sie ernst an und was er sagte, war wohl das Schönste, was sie jemals gehört hatte.
„Meg... ich wünsche mir nichts auf der Welt so sehr, als für immer mit Dir zusammenzusein. Willst Du meine Frau werden?“
Meg schluckte und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Freudentränen...
„Ja“ flüsterte sie heiser und nickte heftig, weil ihre Stimme einen Augenblick lang versagte.
„Ja Ben, ich will...“
Sie standen da, eng umschlungen und küssten sich, zwei Menschen, die unsagbar glücklich waren, auf ihrer Insel mitten im Meer, während am Horizont die Sonne feuerrot im Meer versank.