Die Verlobungsparty im DEEP hatte durch den Einsturz des unterirdischen Höhlenganges ein jähes Ende gefunden. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, dass Caitlin Richards irgendwo dort unten verschüttet worden war. Ringsum wimmelte es nur so von Feuerwehr und Polizei, und jeder versuchte zu helfen.
Draußen vor der Bar stand bereits ein Rettungswagen bereit, und die Sanitäter warteten gespannt darauf, wann von unten endlich eine Nachricht kam, dass man Caitlin gefunden hatte.
Irgend jemand hatte sogar Jude verständigt, der natürlich ebenfalls so schnell wie möglich hergekommen war.
Die Einsatzkräfte arbeiteten sich vom Keller des DEEP aus mühsam vor. Glücklicherweise hatten sich in diesem Teil des Ganges keine allzu großen Gesteinsbrocken losgelöst, so dass die Helfer eine Kette bildeten und in fieberhafter Eile Steine und Schutt nach oben beförderten, um auf diese Art zu Caitlin vorzudringen. Trotzdem musste alles Meter für Meter professorisch abgesichert werden, denn jede Sekunde konnte noch mehr von dem Gang zusammenbrechen und weitere Menschen unter sich begraben.
Cole war unter den ersten, die sich in dem noch vorhandenen Gang vorarbeiteten. Er ließ sich durch nichts davon abbringen, selbst nach Caitlin zu suchen. Die Feuerwehrleute hatten ihn nicht zurückhalten können, die Hindernisse mit bloßen Händen aus dem Weg zu räumen. Schließlich gaben sie ihm zu seiner eigenen Sicherheit einen Helm, an dem eine Lampe befestigt war, damit er etwas sehen konnte. Immer wieder rief er Caitlins Namen und lauschte in den kurzen Atempausen vergeblich auf ein Zeichen von ihr.
Warum war sie bloß hier hineingegangen?
Dieser Gedanke ging ihm nicht aus dem Kopf, während er sich ohne Unterbrechung Stück für Stück vorarbeitete. Er konnte es nicht verstehen... Sie hatte doch Angst vor der Höhle gehabt! Er selbst war erst gestern aus Neugier vom Keller aus ein ganzes Stück in dem Gang gewesen, aber Caitlin hatte sich nicht getraut ihm zu folgen.
Aus unerklärlichen Gründen musste sie sich vorhin jedoch dazu überwunden haben, sonst hätte man sie nach dem Unglück im Weinkeller auffinden müssen. Einen anderen Ausgang gab es nicht.
Cole presste verbittert die Lippen aufeinander.
Sie war so durcheinander gewesen, seit ihr Vater im DEEP aufgetaucht war...
Zum Teufel mit Gregory Richards!
Er hatte seine eigene Tochter verstoßen, weil sie es wagte, sich ein einziges Mal seinen Interessen zu widersetzen! Als er heute Abend ins DEEP gekommen war, hatte er sie behandelt, als sei sie Luft für ihn, und nach dem Einsturz war er auch noch auf ihn, Cole, losgegangen, um ihm die Schuld für etwas zu geben, wofür nun wirklich niemand etwas konnte.
Cole fluchte leise und kämpfte sich verbissen durch Steine und Geröll.
„Caitlin!“ rief er und lauschte wieder kurz.
Nichts...
„Los weiter!“ keuchte er und musste husten, weil der feine Staub ihm in Mund und Nase drang. Der Feuerwehrmann, der sich vorn bei ihm befand, hielt ihn zurück.
„Warte... ich muß das hier erst sichern!“
Als er einen Schritt vortrat, stutzte er plötzlich und bedeutete den Leuten hinter sich durch eine Handbewegung, stehenzubleiben.
Er bückte sich und schob hastig etwas von dem losen Geröll beiseite. Eine Hand kam zum Vorschein, ein Arm, kurz darauf ein Kopf und verstaubtes blondes Haar.
„Ich hab sie!“ rief er und leuchtete auf die Stelle aus.
Caitlin lag reglos an der Seite unter einem größeren Felsvorsprung, der dem Erdrutsch standgehalten hatte. Sofort ließ sich Cole neben ihr auf die Knie fallen und begann in fieberhafter Eile, die Steine und den Sand um sie herum wegzuräumen, bevor er nach ihrem Hals griff und mit angehaltenem Atem ihren Puls suchte.
„Sie lebt!“ rief er schließlich mit einem Seufzer der Erleichterung. „Los, helft mir!“
„Vorsichtig...“ mahnte einer der Männer hinter ihm und drehte sich dann zu den anderen um. „Sagt den Sanitätern bescheid, dass wir Miss Richards gefunden haben. Sie sollen sich bereit halten. Wir bringen sie gleich raus!“
Völlig außer Atem war Gregory an der Absperrung zur mittleren Felsenhöhle angekommen. Fassungslos starrte er auf das Ausmaß des Einsturzes. Den Eingang der Höhle, deren unterirdischer Gang den Stand von hier aus mit dem DEEP verbunden hatte, gab es nicht mehr. Da wo er gewesen war, schien der Felsen von oben her in sich zusammengesunken zu sein. Einzelne Felsbrocken, Staub und Gestein hatten sich mit dem feinen Sand des Strandes vermischt.
Wer auch immer sich in dieser Höhle befunden hatte, konnte das nicht überlebt haben...
Mit zitternden Händen tastete Gregory an der eingestürzten Wand entlang, so als wolle er dadurch erreichen, dass der Felsen sich auftat und Caitlin wieder freigab.
Schließlich sank er in die Knie und weinte wie ein kleines Kind.
„Caitlin... das wollte ich doch nicht... wie um alles in der Welt hätte ich denn wissen sollen, dass Du da unten bist... Oh Gott, ich bin schuld an allem... ich habe Dich umgebracht...“ schluchzte er haltlos.
So fand ihn Ricardo, der mit einigen Einsatzkräften den Strand sichern wollte.
„Mister Richards!“ rief er und eilte zu ihm hinüber, „bitte kommen Sie weg hier! Jeden Augenblick kann noch mehr einstürzen!“
„Lasst mich in Ruhe!“ wehrte sich Gregory wie von Sinnen, „ich muß zu meiner Tochter!“
„Die Rettungskräften suchen vom DEEP aus nach ihr.“ versuchte ihn Ricardo zu beruhigen. „Von hier aus können Sie gar nichts tun! Kommen Sie bitte mit!“
„Nein... ich werde hier nicht weggehen!“ schluchzte Gregory eigensinnig. „Ich bin schuld an allem!“
Die übrigen Männer sahen sich verständnislos an.
„Wie meint er denn das?“
Ricardo zuckte mit den Schultern.
„Soviel ich weiß, hatten die beiden in letzter Zeit ein paar familiäre Probleme. Man hat da so einiges gehört. Nun gibt er sich vermutlich aus Angst um seine Tochter selbst die Schuld für das, was geschehen ist.“ Er trat erneut auf Gregory zu, der mit glasigen Augen auf den Felsen starrte, und packte ihn an den Schultern. Mit sanfter Gewalt zwang er ihn, ein paar Schritte zurückzutreten. „Kommen Sie, Gregory, wir fahren jetzt zurück ins DEEP, dort werden wir zuallererst erfahren, wenn man Caitlin gefunden hat. Hier können wir absolut nichts tun!“
„Sie verstehen nicht, Detektiv...“ murmelte Gregory und ließ sich widerstandslos zum Streifenwagen führen, „Sie können nicht wissen, was ich getan habe...“
„Schon gut.“ erwiderte Ricardo beruhigend und gab einem seiner Kollegen ein Zeichen. Dieser öffnete die Wagentür.
Nein!“ rief Gregory plötzlich und riss sich los. „Ich muß das jetzt loswerden... Hören Sie mir zu... Ich habe veranlasst...“
In diesem Moment meldete sich Ricardos Kollege aus dem DEEP über Funk:
„Wagen 114 Officer Ruiz an 112 Detektiv Torres! Ricardo bitte kommen!“
Ricardo hob die Hand und bedeutete Gregory damit, still zu sein. Schnell griff er nach dem Sprechgerät.
„Hier Torres. Gibt’s was neues, Oscar?“
„Unsere Leute haben Caitlin Richards gefunden! Sie lebt!“
Penthouse- Suite der Familie Richards
Olivia saß in ihre Penthouse- Suite auf dem Sofa, hatte die Beine hochgelegt und blätterte gelangweilt in einer Illustrierten, als sich plötzlich der Sicherheitsdienst des SUNSET INN über die Sprechanlage meldete.
„Was gibt es denn?“ fragte sie etwas unwirsch.
Seit Gregory Caitlin aus dem Haus geworfen hatte, war sie nicht an Besuch interessiert. Im Gegenteil, sie hoffte die ganze Zeit über, Gregory möge sich endlich besinnen und Caitlin bitten zurückzukommen, aber er verhielt sich nur außergewöhnlich stur und abweisend. Olivia kannte seinen Charakter und wusste, dass sie in diesem Falle machtlos war. Es tat weh, dass sie ihre Tochter nur heimlich treffen und anrufen konnte, ohne gleich eine Riesenszene mit ihrem Ehemann heraufzubeschwören, und solange dieser Zustand anhielt, wollte sie auch niemand anderen hier sehen.
„Ma`m“ klang die Stimme des Sicherheitsbeamten aus dem Lautsprecher, „hier ist ein Herr, der Sie dringend sprechen möchte. Allerdings weigert er sich hartnäckig, mir seinen Namen zu nennen. Er meint, er sei ein guter Freund von Ihnen und würde Sie gerne mit seinem Besuch überraschen. Wenn Sie wünschen, begleite ich ihn zu Ihrer persönlichen Sicherheit nach oben.“
Olivia hob erstaunt eine Augenbraue, eine ihr ganz eigene Reaktion, die sich immer dann zeigte, wenn sie überrascht war und angestrengt über etwas nachdachte.
Ein guter Freund? Wer konnte das sein?
Nach kurzer Überlegung siegte die Neugier.
„In Ordnung, Steve. Kommen Sie herauf und bringen Sie den geheimnisvollen Besucher bitte mit!“
Sie stand auf und besah sich einen Augenblick lang in dem großen Wandspiegel. Obwohl sie sich durch den Ärger in der Familie zur Zeit alles andere als ausgeglichen fühlte, war sie dennoch mit ihrem Spiegelbild zufrieden. Ihr mahagonifarbenes, dunkles Haar fiel seidig glänzend bis auf die Schultern, und ihre schönen Augen waren wie immer dezent, aber absolut perfekt geschminkt. Sie trug einen smaragdgrünen Hausanzug, der ihre tadellose Figur umschmeichelte und hervorragend zu ihrem Haar und ihren Augen passte.
Olivia atmete tief durch und setzte ihr sorgsam einstudiertes verbindlich höfliches Lächeln auf.
Wer auch immer der geheimnisvolle Besucher sein möge, sie war bereit, ihn zu beeindrucken.
Der Lift öffnete sich und Steve trat heraus, gefolgt von einem gutaussehenden schlanken Mann, der mit einem unwiderstehlichen Lächeln auf Olivia zutrat.
„Eric?“ fragte sie atemlos und kniff ungläubig die Augen zusammen. „Eric Forrester?“
Anstatt einer Antwort drehte sich der Besucher zu Steve um und nickte ihm kurz, aber unmissverständlich zu.
„Vielen Dank Steve, Sie können jetzt gehen!“
Etwas verärgert blickte der Security- Mann zu Olivia hinüber. Was bildete dieser Forrester sich eigentlich ein! Als ob er berechtigt wäre, ihm Anweisungen zu geben...
„Ist schon gut Steve, es ist alles in Ordnung.“ nickte ihm Olivia freundlich zu, als hätte sie seine Gedanken erraten. „Haben Sie vielen Dank!“
Als Steve den Raum verlassen hatte, trat Eric auf Olivia zu und ergriff ihre Hände.
„Meine Güte, Du bist ja beinahe noch schöner geworden!“ meinte er charmant und sein Lächeln brachte sofort wieder jene Gefühle bei ihr zum Vorschein, die sie seit ihrem letzten Besuch in Los Angeles konsequent auf Eis gelegt hatte.
„Wie.. hast Du mich gefunden?“ fragte sie verwirrt, entzog ihm ihre Hände und trat einen Schritt zurück. Eine absolut dumme Frage, dachte sie, jeder hier in Sunset Beach wusste, wo die Richards zu finden waren.
Einen Augenblick lang sahen sie sich beide schweigend an.
„Setz Dich doch...“ Etwas nervös wies Olivia auf das Sofa hinter sich. Eric folgte der Einladung und nahm lächelnd Platz, während er sie erwartungsvoll ansah.
Um Distanz zwischen ihnen zu schaffen, setzte sich Olivia ihm gegenüber in den Sessel.
„Kann ich Dir irgend etwas anbieten? Einen Cognac, einen Orangensaft, oder ein Glas Wasser...“
„Mache ich Dich nervös, Olivia?“ fragte er ruhig. „Das tut mir leid, ich wollte Dich nicht in Verlegenheit bringen!“
„Nun... das hätte allerdings sehr leicht der Fall sein können, wenn mein Mann dagewesen wäre. Zum Glück hat er heute Abend noch dringende Termine.“
„Glaubst Du, ich wäre hergekommen, wenn ich das nicht wüsste?“
„Ja.. nein.. ich weiß nicht...“ stotterte sie.
Eric stand auf, kam zu ihr herüber und ergriff wieder ihre Hände. Sie wehrte sich nicht, als er sie sanft aus dem Sessel hochzog und in die Arme nahm. „Ich wusste, dass Du heute allein zu Hause bist. Ich bin heute morgen hier im SUNSET INN abgestiegen und konnte es einfach nicht länger aushalten, in Deiner Nähe zu sein, ohne Dich sehen zu können...“
„Was tust Du hier?“ fragte sie leise, längst gefangen in seinem Blick, der sie nicht losließ.
„Ich bin geschäftlich hier.“
„Geschäftlich?“
„Ja... ein Geschäft mit der Firma Deines Gatten. Leider habe ich ihn heute noch nicht in seinem Büro angetroffen, um mit ihm zu reden. Aber egal, ich bin nicht in Eile, und auf diese Art habe ich die Gelegenheit, etwas länger in Deiner Nähe zu sein...“
Während er sprach, war er ihr ganz nah gekommen und sein Mund konnte ihren fast berühren. Wie hypnotisiert öffneten sich Olivias Lippen...
Das Klingeln des Telefons ließ sie beide zusammenfahren.
Wie aus einem Traum erwacht löste sich Olivia hastig aus Erics Umarmung
„Entschuldige mich bitte...“
Eilig nahm sie den Hörer an sich.
„Ja bitte?... Ja, hier spricht Olivia Richards... Was sagen Sie da, Detektiv? ... Nein.. oh nein, bitte, das muß ein Irrtum sein! Wann ist das passiert?... Um Gottes Willen, ich komme sofort!“
Mit zwei Schritten war Eric bei ihr und hielt sie fest, als sie taumelte. Ihr Gesicht hatte alle Farbe verloren.
„Es hat einen Unfall gegeben... eine der Höhlen ist eingestürzt... Caitlin war da drin...“ Ihr Stimme brach und sie begann hysterisch zu schluchzen. „Sie bringen sie soeben ins Medical Center. Ich muß sofort hin...“
Eric schluckte und nickte dann entschlossen.
„Ich komme mit.“
Noch immer standen die Gäste der Verlobungsparty vor dem DEEP. Der Jubel, als die Nachricht aus dem Keller nach oben drang, dass Caitlin gefunden worden sei, war schnell einer bedrückenden Stille gewichen.
Ehrfürchtig bildeten alle eine Gasse für die Sanitäter und beobachteten stumm, wie der Rettungswagen kurz darauf mit Caitlin, Rae und John Carter an Bord in Richtung Klinik davon raste. Ein paar Minuten später sammelten sich auch die Feuerwehrleute zum Rückzug. Ihre Aufgabe war erfüllt, mehr konnten sie im Moment nicht tun.
„Geht nach Hause Leute.“ sagte Ben schließlich, der seinen Arm schützend um Megs Schultern gelegt hatte. „Ich bin sicher, Caitlin wird es schaffen. Morgen werdet Ihr sicher alle erfahren, wie es ihr geht.“
„Ben hat recht!“ stimmte Michael zu und legte Cole freundschaftlich seine Hand auf die Schulter. „Gehen wir heim. Du auch, Cole! Aufräumen können wir die Bar auch morgen. Ich befürchte, Du wirst sowieso ein paar Tage schließen müssen, bis alles richtig gesichert ist.“
Cole sah total fertig aus. Sein Gesicht war noch immer staubig und seine Sachen schmutzig von der Rettungsaktion. Trotzdem blickte er voller Entschlossenheit in die Runde.
„Ich werde zu Caitlin in die Klinik gehen und abwarten, was die Ärzte sagen.“ Er löschte das Licht im DEEP und verschloss die Tür. „Ich melde mich bei Euch, sobald es etwas neues gibt.“
„Ich komme mit.“ rief Casey kurz entschlossen. „Ich werde dort auf Rae warten.“
Ben schloss seinen Wagen auf.
„Dann mal los, Meg und ich fahren Euch hin. Gute Nacht, alle zusammen. Wir sehen uns morgen.“
Während Casey und Cole bereits ins Auto einstiegen, nahm Meg Ben diskret zur Seite.
„Bitte sei mir nicht böse, Ben“ sagte sie leise, „aber ich würde heute doch lieber mit den anderen zurück ins SURF CENTER gehen. Sara scheint mir nach dem ganzen Schreck ziemlich durcheinander. Außerdem ist sie extra wegen mir hierhergeflogen, und ich fürchte, ich war vorhin doch ein bisschen streng mit ihr.“
Man sah ihm die Enttäuschung zwar einen Moment lang an, doch dann lächelte er verständnisvoll.
„Vielleicht hast Du recht.“ stimmte er zu. „Du solltest Dich ein wenig um Deine kleine Schwester kümmern. Ich hätte diese Nacht zwar viel lieber mit meiner zukünftigen Frau verbracht, aber heute scheint sowieso alles anders zu verlaufen, als geplant. Ich hoffe, Du hast Dich ein wenig von dem Schrecken erholt!“
Meg nickte.
„Ich bin froh, dass Caitlin gefunden wurde, und dass sie lebt. Es hätte schlimmer kommen können! Und ich verspreche Dir, wir holen alles nach, was wir heute versäumt haben!“
„Oh ja, mein Schatz!“ Ben zog Meg in seine Arme und gab ihr einen zärtlichen Kuss. „Das werden wir. Morgen, übermorgen und für immer. Ich liebe Dich!“
„Ich liebe Dich auch, Ben!“
„Und nun los, kümmere Dich um Sara. Sie steht dort drüben neben Mark und sieht aus, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen! Wir sehen uns morgen.“ Er zwinkerte Meg zu. „Ich werde pünktlich im SURF CENTER sein und bin schon gespannt, was das für eine Überraschung ist, die Du dir ausgedacht hast!“
Meg lachte.
„Es wird Dir gefallen, glaub mir. Bis morgen!“
Gut verborgen hinter den Dünen stand eine dunkle Gestalt mit einem Fernglas und beobachtete interessiert das Geschehen vor dem DEEP. Sein besonderes Interesse galt den beiden Menschen, die sich dort eben zärtlich verabschiedeten. Ein breites Grinsen zog sich über sein Gesicht, als er sah, wie der Mann mit zwei anderen in seinen Wagen stieg und in Richtung SB Medical Center fuhr, während die junge Frau mit einigen anderen Leuten gemeinsam die andere Richtung einschlug.
„Tja, dumm gelaufen, Bruderherz!“ murmelte er und ließ das Fernglas sinken. Der fahle Schein der Strandlaternen beleuchteten sein Gesicht, und das Mondlicht spiegelte sich gespenstig in seinen kalten Augen. „Das heute wäre definitiv Deine letzte Chance auf eine Nacht mit Meg gewesen. Du hast es vermasselt, wie immer...“
Zufrieden ging Derek Evans zurück zu seinem Wagen. Sein Plan stand fest...
Es dauerte nur ein paar Minuten, dann hatte sich die kleine Menge zerstreut und die Straße lag ruhig und friedlich da, als wäre überhaupt nichts geschehen.
Auch in der Bar selbst war es still, Dunkelheit hüllte den riesigen Raum ein, wo eben noch fröhlicher Lärm, Licht und Musik gewesen war.
Langsam legte sich der feine Staub auf Tische, Stühle, auf den Tresen und die Treppe, die nach unten führte. Die Stille wirkte fast bedrohlich und wurde nur ab und zu unterbrochen von einem leisen, kaum hörbaren Klopfen, das in immer größer werdenden Abständen aus dem eingestürzten Gang im Keller drang und später irgendwann verstummte...