Kapitel 115

Ein außergewöhnlicher Tag  (Teil 3)

 

 

Paradise Island

 

Meg war eine wunderschöne Braut.

Sie hatte sich für ein ärmelloses weichfließendes weißes Seidenkleid mit tiefem Ausschnitt entschieden, das ihre schlanke Figur umschmeichelte und ihre schmale Taille hervorragend zur Geltung brachte. Ihr Haar war von dem Hair- Stylisten kunstvoll hochgesteckt und mit mehreren kleinen weißen Rosenblüten fixiert worden. Die weißen Absatzschuhe, gehalten von einem zarten Geflecht dünner weißer Lederriemchen, passten hervorragend dazu.

Eric Forrester hatte mit seiner Kreation ganze Arbeit geleistet.

Meg verzichtete fast gänzlich auf Make up, das hätte ihrem makellosen leicht gebräunten Teint nur geschadet. Stattdessen betonte sie nur dezent ihre Augenpartie und trug etwas Lippenstift auf.

Zufrieden drehte sie sich vor dem Spiegel, als jemand an die Tür klopfte.

„Alle, außer dem Bräutigam!“ rief sie und lachte, als ihr Vater ins Zimmer trat.

Tief beeindruckt blieb er stehen und betrachtete seine schöne Tochter.

„Du siehst umwerfend aus, Schatz!“

Das Kompliment von Hanks Lippen wirkte doppelt, denn der Farmer war mit solchen Worten zum Leidwesen ihrer Mutter für gewöhnlich sehr sparsam.

Hank reichte seiner Tochter einen kleinen Brautstrauß aus kunstvoll zusammengebundenen weißen Rosen.

„Wenn Du nichts dagegen hast, mein Kind, so wäre ich nachher gerne Dein Brautführer.“ sagte er feierlich.

Meg ging auf ihn zu und umarmte ihn.

„Das würde mir wirklich viel bedeuten, Dad!“ flüsterte sie mit tränenerstickter Stimme. „Danke!“

 

 

Auch Rae hatte nicht lange gebraucht um sich für eines der Modelle aus der Forrester Collection zu entscheiden. Sie suchte sich ein zart cremefarbenes, schmal auf Taille geschnittenes Kostüm aus, dass ihre mädchenhaft schlanke Figur vorteilhaft hervorhob. Die Blusenjacke war im Vorderteil fein bestickt und hatte einen schmalen Schalkragen, der bis zum Brustansatz  offen getragen wurde.

Der Rock war knielang und leicht geschlitzt, die Riemchen der dazu passenden Sandaletten lagen weich um ihre schlanken Knöchel.

Ihr langes dichtes Haar trug sie offen, es fiel ihr wie ein kostbarer Vorhang aus glänzender schwarzer Seide über die Schultern. An einer Seite wurde es mit einer duftenden weißen Orchidee geschmückt, die einen äußerst wirkungsvollen Kontrast zu ihrer Haarfarbe bildete.

Nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ wählte sie schließlich ihr Make up für diesen besonderen Tag aus. Sie betonte lediglich ihre wunderschönen asiatischen Augen und benutzte für die Lippen einen sanft tönenden Lippenstift.

Prüfend betrachtete sie sich im Spiegel.

Nicht all zu konservativ, aber auch nicht zu offenherzig... Schließlich waren ihre Eltern anwesend.

Sie war gerade fertig, als sie die Stimme ihres Vaters hörte.

„Darf ich hereinkommen?“

„Aber natürlich!“

Rae eilte zur Tür und öffnete sie.

Mister Chang war tief beeindruckt, doch das zu zeigen, war nicht seine Art. Er betrachtete seine Tochter von oben bis unten und nickte dann zufrieden.

„Du bist eine würdige Braut, Rae.“ sagte er und reichte ihr den duftenden Brautstrauß aus weißen Orchideen. „Ich würde mich sehr glücklich schätzen, wenn ich Dich zum Altar führen dürfte.“

Rae hätte ihren Vater von Herzen gern umarmt, doch in ihrer Familie war der Austausch solcher Zärtlichkeiten sehr selten. Sie unterdrückte ihre Gefühlsregung und deutete stattdessen nur eine leichte Verbeugung an.

„Es ist mir eine große Ehre, Vater!“

Mister Chang schluckte. Dann tat er etwas, womit Rae nie im Leben gerechnet hätte. Er trat auf sie zu und küßte sie auf die Wange.

„Ich warte draußen auf Dich, mein Kind!“ sagte er mit brüchiger Stimme, bevor er ohne weitere Worte das Zimmer wieder verließ.

 

 

Maria trug ein Umstandsmodel der besonderen Art. Der vordere Teil des Kleides bestand aus zartem Georgette- Stoff, elegant gerafft und von hauchdünnen Spagettiträgern gehalten.. Über dem Bauch teilte sich der weiche Stoff noch einmal und fiel in weichfließender Seide bodenlang an den Seiten herunter. Die dazugehörigen Sandalen waren bequem und elegant zugleich, genau das Richtige für Marias Zustand als werdende Mutter.

Ihr Haar war hochgesteckt worden. Ähnlich wie bei Meg war ihre Frisur mit zarten Rosenblüten geschmückt, nur waren sie dieses Mal rot. Rote Rosen waren von jeher Marias Lieblingsblumen gewesen.

Ihre Wangen glühten vor Aufregung und freudiger Erwartung. Make up brauchte sie nicht, nur ein wenig Wimperntusche und Lipgloss.

Ihr Spiegelbild zeigte eine glückliche Frau.

Die perfekte Braut, die bald Mutter sein würde...

„Bist Du soweit, Maria?“ hörte sie hinter sich die Stimme von Madame Carmen.

„Ja, ich bin fertig.“

Die wachsamen Augen ihrer Mutter durchbohrten sie.

„Und bist Du Dir wirklich sicher, dass Du noch einmal mit einem Evans den Bund der Ehe eingehen willst?“

Maria schluckte und nickte dann.

„Ja, Mama, das bin ich. Ich war mir noch nie so sicher wie in diesem Augenblick!“

Carmens Gesicht verriet keinerlei Regung. Hochaufgerichtet stand sie in der Tür, bereit zu gehen.

„Dann werde ich Deinen Bruder bitten, dass er Dich nachher zum Traualtar führt.“

„Mama... warte bitte!“ Maria atmete tief durch.

„Ich habe ein gutes Gefühl bei dem, was ich tue.“ sagte sie leise. „Und ich wäre glücklich, wenn auch Du das akzeptieren könntest.“

Carmen sah ihre Tochter einen Augenblick lang wortlos an, dann trat sie spontan auf sie zu und umarmte sie.

„Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du diesmal Dein Glück findest, mein Kind!“ sagte sie leise. „Und nun beeil Dich, Dein Bräutigam wartet!“

 

 

Paradise Island

 

„Das wir in der Kürze der Zeit auf Brautjungfern verzichten müssen, ist ja okay“ meinte Maria, nachdem sie sich alle drei in Megs Zimmer versammelt und einander ausgiebig betrachtet hatten. „Aber eine andere Sache macht mir etwas Sorgen.“

„Und was?“ fragte Meg erstaunt.

„Nun ja, wie Ihr sicher wisst, bin ich mitunter ein wenig abergläubisch!“

„Kein Wunder, bei Deiner Herkunft!“ platzte Rae heraus. „Sei bloß froh, dass Deine Mutter keine Zeit mehr hatte, aus dem Kaffeesatz zu lesen!“

Meg lachte.

„Mach Dir nichts draus, Maria. Also raus mit der Sprache, was stört Dich?“

„Jede Braut sollte zu ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Blaues und etwas Geborgtes bei sich haben.“

„Neu sind die Kleider.“ sagte Rae.

„Moment... Etwas Blaues habe ich heute Morgen am Strand gefunden.“ Meg holte das funkelnde Strandglas aus ihrer Tasche und hielt es hoch. „Seine Zauberkraft wird für uns alle drei reichen, da bin ich sicher.“

„Meine Großmutter pflegte immer zu sagen, alles was wir zu Lebzeiten auf Erden besitzen, ist nur geborgt.“ ließ sich Rae mit altklugem Lächeln vernehmen. „Wenn wir einmal sterben, können wir nichts von all dem mitnehmen.“

„Deine Großmutter war eine kluge Frau.“ stimmte Meg zu. „Und sie hatte recht.“

„Okay, damit hört es aber auch schon auf.“ seufzte Maria. „Wo sollen wir so schnell was Altes herbekommen?“

„Keine Ahnung... Aber das ist mir ehrlich gesagt auch egal.“ meinte Rae entschlossen. „Ich heirate trotzdem!“

„Ich auch.“

„Und ich erst recht!“

 

 

Paradise Island

 

Ben, Derek und Casey warteten in dem kleinen Salon neben der Terrasse darauf, dass die Trauung beginnen würde.

Derek lief nervös auf und ab.

Casey lehnte am Fenster und versuchte vergeblich sich zu entspannen.

„Ihr seht völlig fertig aus!“ grinste Ben, um seine eigene Nervosität zu überspielen. Er ging zur Bar und nahm drei Gläser heraus. Kurz darauf reichte er jedem einen Cognac.

„Trinkt das, damit Ihr Eure eigene Trauung einigermaßen heil übersteht!“

 

„Ist schon komisch...“ sagte Casey nachdenklich, als sie alle drei ihre Gläser geleert hatten.

„Was meinst Du?“ fragte Ben.

„Alle unsere Freunde sind hier, Megs und Raes Eltern, Marias Mutter und ihre Brüder, nur von unseren Familien ist niemand anwesend.“

„Stimmt...“ nickte Ben und lächelte bitter. „So eine Hochzeit wäre eigentlich die Gelegenheit gewesen, gewisse Familiendifferenzen beizulegen und sich endlich einmal wiederzusehen!“

„Glaubst Du im Ernst, unser Vater wäre hergekommen?“ erkundigte sich Derek skeptisch.

„Zumindest weiß er, dass wir heute heiraten.“ erwiderte Ben. „Ich habe ihn angerufen und veranlasst, dass in London ein Flugticket für ihn hinterlegt wird.“

„Was hat er gesagt?“ fragte Derek atemlos.

Ben zuckte mit den Schultern.

„Er hat es zur Kenntnis genommen. Festlegen wollte er sich nicht.“

„Na toll.“ murmelte Derek enttäuscht. „Damit wäre ja alles gesagt.“

„Meine Mutter hält sich zur Zeit in Südafrika auf.“ erzählte Casey und drehte nachdenklich sein leeres Glas zwischen den Fingern. „Sie macht dort irgendwelche Foto-Aufnahmen für ein Fernsehmagazin.“

„Deine Mum ist Fotografin?“ fragte Derek interessiert.

Casey nickte.

„Mit Leib und Seele.“

„Weiß sie, das heute Dein Hochzeitstag ist?“

„Ich habe mit ihr telefoniert, aber sie wußte nicht, ob sie es noch schafft, rechtzeitig zur Trauung hier zu sein.“

„Tja Leute“ meinte Derek achselzuckend, „Sieht ganz danach aus, als müssten wir drei die Sache heute ohne familiären Beistand durchziehen!“

 

 

Paradise Island

 

„Sind wir zu spät?“ fragte Alex, die schweratmend und nach Luft ringend mit Jonathan und Vincent im Schlepptau die Stufen zur Villa erklommen hatte.

Evita stand an der Tür und blickte überrascht von einem zum anderen.

„Ich wußte gar nicht, dass noch jemand fehlt!“

„Jonathan Evans und Alexandra Mitchum.“ stellte Vincent seiner Frau die Neuankömmlinge vor, bevor diese das selbst tun konnten. „Und diese Dame hier ist sozusagen meine bessere Hälfte, Haushälterin und Mädchen für alles auf Paradise Island!“

„Kurz gesagt, ich bin Evita! Herzlich willkommen!“

Sie schüttelten sich erfreut die Hände.

Vincent stellte das mitgebrachte Gepäck ab.

„Nun los, nun beeilt Euch ein wenig! Ich bin gefahren, so schnell ich konnte. Schließlich wollen die Herrschaften ihre Söhne noch ein letztes Mal in Freiheit sehen!“

„Vincent!“ mahnte Evita ihren Mann und verdrehte kopfschüttelnd die Augen, doch Alex und Jonathan lachten herzlich über die Bemerkung ihres Bootsführers.

„Im Hafen war kein einziges Boot zu haben, dass bereit war, diese Insel anzulaufen.“ berichtete Alex. „Wir hatten schon befürchtet, dass die Trauung ohne uns stattfinden würde.“

Evita nickte.

„Die Boote dürfen Privatinseln wie diese hier nur mit Sondergenehmigung anlaufen.“

„Ja, genau das hat man uns auch gesagt.“ grinste Jonathan mit einem amüsierten Seitenblick auf Alex. „Mehrmals sogar!“

„Und wieso war Ihr Mann im Hafen?“ erkundigte sich diese neugierig. „Er konnte doch gar nicht wissen, dass wir doch noch kommen würden!“

„Tja, also...“ lächelte Evita, „manchmal habe ich so einen sechsten Sinn. Von den drei Bräuten sind mittlerweile alle Familienmitglieder anwesend, nur von Mister Ben, Mister Derek und Mister Casey war überhaupt niemand da. So habe ich Vincent gebeten, noch ein letztes Mal rüber nach Sunset Beach zu fahren und nachzusehen, ob vielleicht doch noch jemand angereist ist. Mit Erfolg, wie man sieht.“

„Sie sind ein Schatz, Evita!“ lachte Alex und umarmte die Haushälterin spontan. „Und wo finden wir die Herren nun?“

Evita hakte sich bei Jonathan und Alex ein.

„Dann kommen Sie mal mit! Heute ist ein Tag voller Überraschungen. Sie beide sind ganz sicher eine davon!“

 

 

Auf der Terrasse

 

Während die drei Bräute noch in Megs Zimmer beisammensaßen und sich die übrigen Hochzeitsgäste in dem prächtigen Garten der Villa ein wenig die Füße vertraten, wurden oben auf der Terrasse die letzten Vorbereitungen für die bevorstehende Hochzeit getroffen. Die Arbeiter, die Ben eigens dafür engagiert hatte, arbeiteten schnell und präzise. In kürzester Zeit entstand vor dem Geländer hoch über dem Meer ein kleiner mit Rosen und Orchideen geschmückter Altar, die Stühle wurden für die Gäste zurechtgerückt und in der Mitte der Terrasse wurde ein roter Teppich ausgerollt, der bis zum Altar reichte und auf dem die Hochzeitspaare zur bevorstehenden Zeremonie entlangschreiten sollten.

Antonio stand, bereits feierlich in seinen weißen Talar gehüllt, etwas abseits und blickte aufs Meer hinaus, als er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter spürte.

Er drehte sich erstaunt um und sah in Gabis Augen.

„Wie geht es Dir?“ fragte sie leise.

Er lächelte.

„Es geht mir gut.“ sagte er wahrheitsgetreu. „Ich habe meinen Frieden gefunden. Und wie ist es mit Dir? Konntest Du mir inzwischen verzeihen?“

Gabi nickte.

„Es war nicht leicht, Dich loszulassen“ gestand sie. „Anfangs fühlte ich mich so furchtbar verraten von Dir. Aber inzwischen... weißt Du, ich kann Dich jetzt viel besser verstehen und ich habe Dir längst verziehen. Du bist ja nur Deinem Herzen gefolgt. Und nun folge ich meinem.“

„Ja, ich weiß. Ricardo hat es mir erzählt.“ erwiderte Antonio und nickte bestätigend. „Ich finde es schön, dass Ihr beide Euch gefunden habt. Es ist gut und richtig. Ich für meinen Teil werde mich immer an unsere gemeinsame Zeit erinnern. Sie war schön und... einmalig.“

„Ja, das war sie.“ Gabi trat auf ihn zu und küßte ihn auf die Wange.

„Ich hoffe, das geht in Ordnung, Pater Antonio!“ sagte sie mit einem Lächeln, das er sofort erwiderte.

„Aber natürlich. Dein Kuß macht mir Mut für das, was in wenigen Minuten vor mir liegt. Ich habe in meiner kurzen Amtszeit noch nicht viele Paare getraut, und schon gar nicht drei Paare auf einmal!“

„Du schaffst das.“ ermutigte Gabi ihn optimistisch. „Bring sie zusammen, Antonio, hier zwischen Himmel und Erde. Einen schöneren Platz kann es doch für einen Schwur auf Lebenszeit gar nicht geben.“

Da hatte sie allerdings recht.

Antonio sah ihr nach und nahm sich vor, diesen Ausdruck in seiner Ansprache zu verwenden.

Zwischen Himmel und Erde...

 

 

Paradise Island

 

Nach einem kurzen Klopfen betrat Evita den Raum, in dem Ben, Casey und Derek sich aufhielten. Sofort sprangen alle drei auf und starrten die Haushälterin erwartungsvoll an.

„Ist es soweit?“ fragte Derek atemlos.

„Also bitte“ erwiderte Evita kopfschüttelnd und stemmte tadelnd die Hände in die Hüften, „Das hier ist Ihre Hochzeit, und nicht Ihre Hinrichtung! Also bleiben Sie locker, meine Herren!“

Casey verdrehte lachend die Augen.

„Leicht gesagt... Das ist immerhin meine erste Hochzeit! Und eigentlich soll es auch meine letzte sein...“

„Dein Wort in Gottes Gehör!“ lachte Ben und klopfte ihm auf die Schulter. Dann wanderte sein Blick zurück zu Evita.

„Was gibt es denn?“

„Da ist Besuch für Sie!“

„Besuch für mich?“ fragte Ben erstaunt.

„Nein, Besuch für jeden von Ihnen!“

 

Während sich die Blicke der drei Männer erwartungsvoll auf die Tür richteten, schob sich eine Kamera durch die Türöffnung und ein Blitzlicht blendete für eine Sekunde ihre Augen.

„Überraschung!“ rief eine helle Frauenstimme. „Ich wollte unbedingt Eure dummen Gesichter aufzeichnen, wenn Ihr uns seht!“

„Mum?“ fragte Casey ungläubig. Dann zog mit einem Mal ein fröhliches Grinsen über sein Gesicht. „Das gibt es doch nicht! Als ich die Kamera sah, hab ich zwar sofort an Dich gedacht, aber das Du es nach meinem Anruf wirklich geschafft hast, noch rechtzeitig von Südafrika hierher zu kommen, das ist unfassbar!“

„Ja, das ist es. Aber um nichts in der Welt wollte ich so ein wichtiges Ereignis wie die Hochzeit meines einzigen Sohnes verpassen! Also... da bin ich!“

Casey wartete nicht länger, sondern schloss seine Mutter glücklich in die Arme und schwenkte sie ausgelassen herum, als sei sie ein junges Mädchen.

„Sehen Sie sich das an, Evita!“ ließ sich eine Stimme von der Tür her vernehmen. „Es ist kaum zu glauben, dass die beiden Mutter und Sohn sind!“

Derek und Ben, die bisher das Geschehen zwischen Alex und Casey verfolgt hatten, drehten sich erstaunt um.

Jonathan lehnte lächelnd im Türrahmen, und sein Blick wanderte hinüber zu seinen Söhnen.

„Es ist verdammt lange her, Ihr beiden, aber eines muß ich Euch lassen: Ihr seht fantastisch aus. Einer wie der andere!“

 

Betretenes Schweigen machte sich sekundenlang breit, als sich Vater und Söhne erstmals seit Jahren wieder gegenüberstanden. Es war wie eine unsichtbare Wand, die es zu überwinden galt.

Ben bezwang sie zuerst.

„Hallo Dad!“ sagte er, ging auf Jonathan zu und reichte ihm die Hand. Die beiden Männer, die einander so ähnlich waren, sahen sich in die Augen. „Ich freue mich, dass Du meiner Einladung gefolgt bist!“

„Ich fand, dass es endlich an der Zeit war.“ erwiderte Jonathan.

Ein weiterer Augenblick verstrich, dann endlich umarmten sich beide spontan und herzlich.

Das Eis war gebrochen.

„Willkommen auf Paradise Island, Dad!“

 

Zögernd trat nun auch Derek näher.

„Vater.“ sagte er und blickte Jonathan mit ernster Miene an. Sie hatten sich damals im Streit getrennt und er wußte nicht so recht, wie er sich in diesem Augenblick verhalten sollte.

„Ich... hatte keine Ahnung, dass Ben Dich angerufen hat. Aber ich freue mich, dass Du da bist.“

Jonathan sah seinen zweiten Sohn aufmerksam an.

„Wie geht es Dir nach Deiner Operation?“

„Es geht mir gut. Hat Ben Dir davon erzählt?“

„Ja.“

Derek nickte betreten.

„Es hat sich seitdem vieles geändert.“ sagte er leise. „Ich... habe mich geändert.“

„Das hoffe ich.“

„Ich habe ein neues Leben begonnen. Ben hilft mir dabei. Und auch Maria, meine zukünftige Frau.“

Jonathan nickte.

„Zwischen uns ist in der Vergangenheit viel verkehrt gelaufen“ sagte er mit ernster Miene und sein Blick blieb an Dereks Gesicht hängen. „Ich habe mich nicht nur wegen Eurer Hochzeit dazu entschlossen, heute hierher zu kommen, sondern weil ich möchte, dass wir einen  Neuanfang machen. Vor allem, was Dich betrifft, Derek.“

„Danke Dad. Das bedeutet mir sehr viel.“

Dann endlich reichten sich die beiden Männer die Hand.

Ben atmete merklich auf.

Erleichtert lächelnd trat er auf Alex zu und begrüßte sie herzlich.

„Hallo Alex, wir haben uns lange nicht gesehen!“

„Ja“ nickte sie und umarmte ihn, „viel zu lange. Ich bin froh, dass ich hier bin. Und ich kann es kaum erwarten, meine zukünftige Schwiegertochter kennenzulernen.“ Ihr Blick wanderte zu Jonathan Evans. „Was ist mit Ihnen? Auch neugierig auf den Familienzuwachs? Schließlich bekommen Sie gleich zwei von der Sorte.“

Er hob lachend die Schultern.

„Tja, was soll ich sagen... die Doppelpacks sind anscheinend in unserem Clan recht beliebt!“

 

 

Paradise Island

 

Meg, Rae und Maria verließen das Zimmer, um sich mit ihren Brautführern zur Trauungszeremonie aufzustellen.

„Dürfen wir kurz stören?“

Evita trat mit geheimnisvollem Lächeln auf sie zu, an ihrer Seite zwei Fremde, deren Gesichter ihnen dennoch auf irgend eine geheimnisvolle Weise vertraut vorkamen.

„Darf ich Ihnen Jonathan Evans, den Vater von Mister Ben und Mister Derek vorstellen? Und die Dame hier neben mir ist Alexandra Mitchum...“

„Caseys Mum!“ entfuhr es Rae. „Die Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen!“

„Nach Caseys Beschreibung mußt Du Rae sein“ lächelte Alex und trat auf sie zu, „Ich wollte meine  zukünftige Schwiegertochter unbedingt vor der Hochzeit noch kennenlernen!“ Sie umarmte Rae herzlich und betrachtete sie dann staunend. „Casey hat Recht... Du bist wunderschön!“

„Danke... Misses Mitchum!“ sagte Rae gerührt.

„Bitte sag einfach Alex zu mir. Mein Sohn tut das zuweilen auch.“ erwiderte sie schmunzelnd.

Jonathan hatte die kurze Szene mit einem Lächeln verfolgt. Dann wandte er sich an die beiden Frauen, die in wenigen Minuten seine Schwiegertöchter werden würden.

„Nicht nur Casey hat eine erstklassige Wahl getroffen, wie mir scheint!“ meinte er charmant.

„Gestattet Ihr einem alten Vater, Euch in der Familie willkommen zu heißen?“

„Aber natürlich!“ Meg trat auf ihn zu und die beiden umarmten sich.

Maria zögerte ein wenig.

„Es ist schon eigenartig“ sagte sie nachdenklich. „Als Ben und ich damals heirateten, sind Sie nicht dabeigewesen.“

„Das tut mir leid. Ich habe das damals gar nicht gewusst.“ entschuldigte er sich. „Ben hat es mir erst später telefonisch mitgeteilt.“

„Wie dem auch sei“ Sie zuckte mit den Schultern und eine winzige Spur von Wehmut lag in ihrem Lächeln. „So etwas nennt man wohl Ironie des Schicksals.“

„Was meinst Du?“ fragte Meg irritiert.

 „Ich mußte mich vielleicht erst für den richtigen Zwilling entscheiden, um endlich die Gelegenheit zu bekommen, seinen Vater kennenzulernen!“ Sie trat auf Jonathan zu und umarmte ihn nun ebenfalls.

„Und dafür macht Ihr beide mich nun auch bald zum Großvater, wie ich sehe!“ meinte er im Hinblick auf Marias Schwangerschaft. „Das macht mich sehr stolz und unwahrscheinlich glücklich!“

Er zog zwei Päckchen aus seiner Jackentasche und reichte sie Meg und Maria.

„Hier ist etwas für Euch beide, dass einmal Bens und Dereks Mutter gehört hat. Ich möchte es an diesem besonderen Tag an Euch weitergeben.“

 

Erwartungsvoll öffneten Meg und Maria ihre Geschenke.

Meg war einen Augenblick lang sprachlos vor Erstaunen. In dem Samtkästchen befand sich eine Halskette aus den schönsten Perlen, die sie je gesehen hatten. Matt und geheimnisvoll schimmernd lagen sie in ihrer Hand.

Aus Marias Päckchen kam die selbe Kette zum Vorschein. Staunend hielt sie das Schmuckstück hoch und betrachtete es ehrfürchtig von allen Seiten.

„Ich habe sie schnell noch umarbeiten lassen.“ erklärte Jonathan lächelnd. „Meine Frau trug sie früher immer mehrreihig, aber da ihr zu zweit seid, dachte ich, ich lasse einfach aus einem Schmuckstück zwei machen.“

Maria schluckte gerührt.

„Das ist...“

„Wunderschön!“ ergänzte Meg und wandte sich lächelnd an Jonathan. „Ich würde sie gern zur Trauung tragen.“

„Das würde mich freuen.“

Maria nickte zustimmend.

„Ja, ich trage sie auch. Sie bringt mir bestimmt Glück.“

 

„Du sollst nach alter Tradition auch etwas von der Mutter Deines zukünftigen Mannes bekommen.“ ließ sich Alex vernehmen, die gemeinsam mit Rae die bewegende Szene verfolgt hatte. Sie nahm die goldene Halskette mit dem zierlichen in Gold gefassten Perlenanhänger ab, die sie trug und legte sie Rae um den Hals. „Die ist für Dich. Ich habe sie einst von meiner Mutter bekommen. Nun ist es an der Zeit, sie an die nächste Generation weiterzugeben, und ich hoffe, sie bringt Dir Glück, so wie sie mir immer Glück gebracht hat.“

Rae kämpfte mit den Tränen.

„Vielen Dank, Alex. Sie ist wunderschön. Ich bin sehr stolz darauf, sie zu tragen.“

 

Evita wischte sich die Tränen der Rührung aus den Augen und räusperte sich vorsichtig.

„Wir müssen anfangen.“ sagte sie mit einem Blick auf die Uhr. „Die Sonne steht schon ziemlich tief.“

 

Meg hielt Maria und Rae kurz zurück und blickte die Freundinnen bedeutungsvoll an.

„Mädels, nun kann uns eigentlich nichts mehr passieren. Wir haben jetzt etwas Neues, etwas Geborgtes, etwas Blaues und...“

„...etwas Altes!“ riefen alle drei zugleich.

 

 

Zwischen Himmel und Erde

 

Während die traditionelle Hochzeitsmusik einsetzte, erhoben sich die anwesenden Gäste ehrfürchtig von ihren Plätzen.

Neugierig drehten alle die Köpfe. Ein erwartungsvolles Raunen ging durch die Reihen, während sich die breite Terrassentür langsam öffnete.

 

Als Meg am Arm ihres Vaters in der Tür erschien, hielten Freunde, Verwandte und Bekannte gleichermaßen beeindruckt den Atem an. Die Braut war wunderschön, doch selbst ihr strahlendes Aussehen verblasste im Vergleich zu ihrem glücklichen Lächeln, mit dem sie alle Anwesenden glattweg verzauberte.

Sie jedoch hatte nur Augen für Ben, der am Ende des Teppichs vor dem Altar auf sie wartete.

Nur noch wenige Schritte, dann konnte sie beide nichts und niemand  mehr trennen...

 

Am Altar angekommen übergab der stolze Brautvater seine Tochter nach alter Sitte an ihren zukünftigen Bräutigam, indem er ihre Hand in die von Ben legte.

 

Während Hank diskret zur Seite trat, erschien bereits die nächste Braut.

Mit glänzenden Augen schritt Maria am Arm ihres Bruders Ricardo über den Teppich zwischen den Sitzreihen der Zuschauer hindurch zum Altar.

„Mach sie glücklich, das rate ich Dir!“ raunte Ricardo Derek zu und in seiner Stimme schwang ein deutlich drohender Unterton mit, während er die Hand seiner Schwester in die ihres zukünftigen Mannes legte.

„Genau das habe ich vor!“ gab Derek leise zurück und lächelte.

Ricardo nickte zufrieden und stellte sich neben Hank Cummings.

 

Nervös trat Casey von einem Bein aufs andere und konnte nur mit größter Mühe einen Ausruf der Bewunderung unterdrücken, als Rae endlich an der Tür erschien, geführt von ihrem Vater, der würdevoll und stolz in die Runde blickte, als wolle er allen sagen: Seht her, diese schöne Frau ist meine Tochter!

„Rae...“ brachte Casey kaum hörbar heraus, als sich ihre zarte Hand endlich in seine legte. Sie sah ihn an und verstand auch ohne viele Worte, was er ihr in diesem Augenblick sagen wollte.

 

 

Alle Anwesenden lauschten andächtig, als die Musik verstummte und stattdessen Pater Antonios Stimme erklang.

„Ben und Meg, bitte tretet vor!”

Die beiden fassten sich bei den Händen und sahen einander lächelnd in die Augen, während sie dicht vor dem Altar stehenblieben, um Antonios Segen zu empfangen.

 

„Derek und Maria, kommt bitte nach vorn.“

Derek hielt Marias Hand in seiner, und sie war ihm dankbar dafür. Mit etwas wackeligen Knien trat sie an der Seite ihres zukünftigen Ehemannes nach vorn.

 

„Casey und Rae, auch Euch beide bitte ich vorzutreten.“

Sich ebenfalls an den Händen haltend folgten die beiden der Aufforderung.

 

 

Es herrschte feierliche Stille auf der festlich geschmückten Terrasse, nur das Rauschen der Wellen tief unten und der goldene Schein der tief stehenden Sonne, die allmählich mit ihrem abendlichen Farbenspiel begann, untermalte würdig die Einmaligkeit dieses Augenblickes, während die drei Hochzeitspaare vor dem Altar standen.

Alle Anwesenden lauschten andächtig, als Antonio die Stimme erhob und die Trauungszeremonie mit einem Gebet begann:

 

„Vater, wir bitten Dich, erhöre unser Gebet für Ben und Meg, Derek und Maria, Casey und Rae. Diese drei Paare stehen heute hier vor Dir, um den heiligen Bund der Ehe zu schließen. Gib ihnen Deinen Segen und festige ihre Liebe zueinander, darum bitten wir Dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. In Liebe und Einigkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

 

In seinen folgenden Worten würdigte Antonio noch einmal die Besonderheit dieser Zeremonie, in der gleich drei glückliche Paare den Segen der Kirche empfangen sollten. Gleichzeitig erinnerte er jedoch die Brautpaare eindringlich daran, welche Eigenschaften eine glückliche und beständige Ehe ausmachten: Liebe, Achtung voreinander, Aufrichtigkeit und gegenseitiges Vertrauen. Er versicherte ihnen, dass wenn all diese Eigenschaften ihr gemeinsames Leben prägen würden, ihre Liebe zueinander unantastbar wäre.

„In guten wie in schlechten Zeiten, in Reichtum und Armut... Bis dass der Tod Euch scheidet.“

 

Antonio machte eine Pause und betrachtete lächelnd die drei Paare, die hier vor ihm standen und einander voller Liebe und Zärtlichkeit anblickten, bereit, sich auf Lebenszeit das Jawort zu geben.

Er würde sie nicht länger warten lassen...

 

„Sollte Jemand der hier Anwesenden etwas vorzubringen haben, nach dem die ehrwürdige eheliche Tradition der Liebe, der Aufrichtigkeit, des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts nicht geachtet wird, oder uns irgend einen anderen Grund nennen können, aus dem diese Menschen heute nicht in den heiligen Stand der Ehe treten sollten, so möge er jetzt reden... oder für immer schweigen.“

 

Wieder lag für einen kurzen Augenblick feierliche Stille über der Insel. Sogar die Vögel schienen für ein paar Sekunden ihr Gezwitscher zu vergessen und lauschten andächtig, während die tief stehende Abendsonne den Himmel purpurrot und das Meer golden färbte.

 

„Ben und Meg, möchtet Ihr ein Hochzeitsgelübde vortragen?“ unterbrach Antonio schließlich das Schweigen.

 

Ben nahm Megs Hand.

„Du hast mein Leben verändert, Meg. Ich war noch nie so glücklich wie heute. Dafür möchte ich Dir danken. Seitdem ich Dich damals hoch über den Wolken kennengelernt habe, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Mit Dir an meiner Seite ist jeder neue Tag wie ein Geschenk für mich. Ich liebe Dich, Meg!“

 

Ein leichter Wind kam auf und vermischte den Duft der Rosenblüten, der ringsum in der Luft lag, mit einer lebendig frischen Brise würziger Seeluft.

Die Palmen rauschten und wiegten sich sanft im Wind und die letzten warmen Strahlen der untergehenden Sonne ließen das Grün der Blätter in den verschiedensten Farbnuancen erscheinen.

 

Meg nahm von all dem nichts wahr.

Sie sah nur Ben. Er blickte sie an und sie fand in seinen Augen all das, was sie sich in ihren Träumen immer ersehnt hatte.

 

„Ich habe leider keine Zeit gehabt, ein Ehe-Gelübde vorzubereiten.“ sagte sie leise, aber mit klarer Stimme. „Ich kann Dir nur sagen, was ich in diesem Augenblick fühle:

Ich liebe Dich, Ben. Von ganzem Herzen, für immer!“

 

Nachdem wenig später auch Casey und Rae, Derek und Maria in einfachen Worten ihre Liebe zueinander bekundet hatten, traten die drei Trauzeugen noch einmal vor und übergaben Antonio die Ringe, die er dann mit den üblichen Worten an die Brautpaare weiterreichte.      

 

„Kraft der mir von der heiligen Kirche und dem Staate Kalifornien verliehenen Macht erkläre ich Euch hiermit an diesem schönen Ort zwischen Himmel und Erde zu Mann und Frau.“ segnete er der Reihe nach alle drei Paare.

„Ihr dürft Euch jetzt küssen.“

 

Von sämtlichen Sitzreihen tönte Beifall zu ihnen herüber, doch die Frischvermählten  hörten es gar nicht.

 

Mister und Misses Casey Mitchum lagen sich in den Armen und besiegelten ihre Liebe zueinander mit einem Kuß, der sie alles ringsum vergessen ließ. Diese Mal störte es Rae nicht, dass alle dabei zusahen, im Gegenteil, sie genoss jede Sekunde.

 

Zärtlich nahm Derek seine hochschwangere Frau in die Arme.

„Ich liebe Dich, Misses Derek Evans“ raunte er ihr zu, bevor ihre Lippen sich zu einem innigen Kuß trafen, „Dich.. und unser Baby! Für immer!“

 

Meg mußte plötzlich an das blaue Strandglas denken, dass sie heute morgen zufällig am Strand gefunden hatte. Oh ja, es war tatsächlich ein Glücksbringer.

Dieser Tag hatte ihr Leben perfekt gemacht.

Ein unbeschreibliches Glücksgefühl ließ sie taumeln, doch Bens Arme hielten sie fest und sicher.

„Du bist etwas ganz Besonderes, Misses Ben Evans!“ flüsterte er ihr ins Ohr. „Und genauso wird unsere Ehe sein... Etwas ganz Besonderes!“

„Eine Ehe, die zwischen Himmel und Erde geschlossen wurde, muß doch etwas Besonderes sein!“ flüsterte Meg zurück.

Als sich ihre Lippen berührten, schien die Welt um sie herum zu versinken.

Sie standen da, eng umschlungen und küssten sich, zwei Menschen, die sich gefunden hatten, auf ihrer Insel mitten im Meer, während am Horizont die Sonne feuerrot im Meer versank.

Nichts und niemand würde sie je wieder trennen... Für immer, ewig und alle Zeiten!

 

                                                      - ENDE -

 

 

 

An dieser Stelle verabschiedet sich SUNSET PARADISE.

 

Die Serie SUNSET BEACH, die dieser Websoap zugrunde liegt, wurde in den USA drei Jahre lang ausgestrahlt.

Genauso lange gab es SP im Internet.

Im Sommer 2002 ging die Websoap zum ersten Mal online und war seitdem ein fester Bestandteil der Seiten

http://www.web.soapgalaxy.de

sowie

http://www.sunsets-beach.de/

 

Ich bedanke mich Anja, dass ich meine Story auf ihrer Homepage regelmäßig veröffentlichen durfte.

 

Abschließen werde ich SUNSET PARADISE mit einem Epilog, der morgen, am Samstag, erscheinen wird.

 

 

 

Ach so... Ihr wollt gern wissen, wer denn nun nach der Hochzeit die drei Brautsträuße aufgefangen hat?

Na gut...

 

 

 

Maria warf ihren Brautstrauß als erste hinter sich, in die Richtung, in der sämtliche unverheiratete Damen erwartungsvoll Aufstellung genommen hatten.

Der Strauß aus roten Rosen landete genau in Gabis Armen. Jubelnd hielt sie ihn hoch und eilte dann zu Ricardo, der sie lachend in die Arme nahm.

 

Dann warf Rae ihren Orchideenstrauß rückwärts über ihre Schulter.

Er flog hoch über die Köpfe der Damen. Eine von ihnen sprang beherzt in die Luft und bekam ihn zu fassen.

Es war Caitlin.

Strahlend hielt sie ihn fest in den Händen und tauschte einen bedeutungsvollen Blick mit Cole. Oh ja, sie würden ganz sicher bald wieder ein Ehepaar sein!

 

Meg stellte sich als Letzte auf. Sie holte aus und warf den Brautstrauß aus duftenden weißen Rosen schwungvoll hinter sich. Er drehte sich mehrmals in der Luft und flog genau auf Bette zu. Doch anstatt ihn aufzufangen, duckte sich Bette blitzschnell und der Strauß landete stattdessen mitten in Annies Armen.

„Um Himmels willen!“ entfuhr es ihr und sie hielt die Blumen, als würde sie sich die Finger daran verbrennen. „Was soll ich denn damit?“

„Tja, Poopsie“ lachte Bette verschmitzt, „Sieht ganz so aus, als wärst Du die nächste Braut in Sunset Beach!“

Annies Wangen verfärbten sich tiefrot. Wütend funkelte sie ihre Tante an.

„Das hast Du mit Absicht gemacht, Tante Bette!“

„Aber sicher, Kleines!“ gab diese unbeeindruckt zu. „Schließlich war ich bereits siebenmal verheiratet, und dieses Auf und Ab der Gefühle werde ich mir ganz bestimmt kein achtes Mal antun!“

„Auch nicht mir zuliebe?“ fragte Eric, der unbemerkt hinzugetreten war, und legte lächelnd den Arm um sie.

„So wie es zwischen uns ist, so ist es gut.“ erwiderte Bette und zwinkerte ihm liebevoll zu. „Du bleibst offiziell mit Deiner Stephanie verheiratet, und ich behalte meine Freiheit. Auf die Art können wir beide miteinander alt werden!“