Der Strand der untergehenden Sonne   Teil 14

 

"Der Mond und die Sterne sehen von hier oben zum Greifen nahe aus," stellte Caroline nach einem Blick aus dem Seitenfenster fest. Sie und das Cummings-Ehepaar waren nun schon einige Stunden mit dem Flieger unterwegs, und Caroline wünschte sich nichts sehnlicher, als möglichst bald anzukommen. Sie war außerdem schon ganz aufgeregt, ihre Freundin Sara wiederzusehen, und noch viel gespannter war sie auf deren Bräutigam. "Wie ist denn Sara's Zukünftiger so, Mrs. Cummings?" fragte Caroline neugierig. Joan legte die Zeitschrift weg, in der sie gerade geblättert hatte und drehte sich zu Caroline um. "Sehr geheimnisvoll und mysteriös," antwortete Hank an ihrer Stelle, während er theatralisch eine Augenbraue hochzog. Joan warf ihrem Mann einen strafenden Blick zu. "Ja ..." gab sie dann schließlich zögernd zu," am Anfang hatten wir wohl alle diesen Eindruck von Derek, aber er hat sich sehr verändert," meinte sie und fügte hinzu," ... zum positiven." Sie erinnerte sich an ihr erstes Treffen mit Derek. Er war ihr spontan unsympathisch gewesen, obwohl er wie ein Gentleman aufgetreten war und sich geradezu mustergültig benommen hatte. Sie hatte schnell durchschaut, daß alles nur Show war. Die arme Sara! Was hatte sie damals gelitten. "Sara hat mir mal ein Bild von ihm gezeigt," fuhr Caroline fort. "Ich meine von ihm und ... Ben. Wow, die beiden sehen wirklich toll aus!" schwärmte Caroline. "Meg und Sara sind wirklich zu beneiden. Die Zwillingsbrüder haben nicht zufällig noch einen Bruder?" fragte sie und grinste dabei spitzbübisch. Joan sah ihren Mann ratlos an. "Ich weiß nicht so genau ...," meinte Joan. "Da solltest Du Derek besser selber fragen." Caroline nickte. "Werde ich ganz bestimmt machen." Sie strich sich ihre langen blonden Haare aus dem Gesicht. "Man wird ja auch nicht jünger ..."

"Ladies und Gentleman, in wenigen Minuten werden wir auf dem Sunset Beach Airport landen. Wir hoffen, daß Sie einen angenehmen Flug hatten. Wir würden uns freuen, Sie schon bald wieder an Bord unser Maschine begrüßen zu dürfen. Und nun wünschen wir Ihnen noch einen schönen Aufenthalt im Land der untergehenden Sonne!"

"Ich kann es nicht glauben," rief Caroline aufgeregt. "Wir sind tatsächlich in Kalifornien!" Sie legte ihre Hand leicht auf Joan's Schulter. "Wollen Sie direkt ins Hotel fahren, oder kommen Sie noch mit uns mit?" fragte sie. Joan sah ihren Mann ratlos an. Hank antwortete an ihrer Stelle. "Nein, es ist schon recht spät, und wir werden wohl direkt zum Hotel fahren - sofern es Meg und Sara keine Umstände macht!" fügte er noch hinzu. Joan verkniff sich ein Gähnen. "Ja," stimmte sie Hank's Vorschlag zu," ich möchte jetzt auch einfach nur noch alle viere von mir strecken," meinte sie lächelnd zu Caroline. "Bleibt Ihr jungen Leute erst einmal unter Euch," sagte sie augenzwinkernd. "Sicher habt Ihr viel zu besprechen, und wir kommen dann morgen vorbei." Caroline nickte. "In Ordnung." Sie legte ihren Gurt an und schaute aus dem Fenster. Unter sich sah sie die hellerleuchtete Rollbahn, und nur wenige Augenblicke später landete der Flieger auf dem Sunset Beach Airport.

Mona

 

 

Rae saß auf ihrem Bett und betrachtete bewundernd das herrliche weiße Hochzeitskleid, dass, schützend in eine hauchdünne, durchsichtige Folie gehüllt, an ihrem Kleiderschrank hing. Seitdem es vor einigen Stunden angeliefert worden war, stellte sie sich unaufhörlich vor, wie sie wohl darin aussehen würde, wenn sie mit dem Mann ihrer Träume den Kirchengang entlang zum Altar schreiten würde.
Sie lächelte still vor sich hin, mit einem melancholischen Ausdruck in ihren schönen dunklen Mandelaugen. Oh ja, sie konnte sich die Situation sehr gut vorstellen, und ihr Herz klopfte augenblicklich schneller, denn den Mann, dem sie in ihren Träumen ihr Jawort gab, sah sie deutlich vor sich. Er hatte blondes Haar, markante, liebenswerte Gesichtszüge und bemerkenswert blaue Augen, die ihr vom ersten Augenblick aufgefallen waren.
Casey... Sie liebte ihn wirklich, das war ihr inzwischen klar, sie liebte sein nettes, gutmütiges Wesen, seine Spontanität und Phantasie, und sie liebte auch die neuen Seiten an ihm, die sie während seiner schweren Krankheit kennengelernt hatte, seine ungeheure Willenskraft und seinen unerschütterlichen Optimismus, die Beharrlichkeit, mit der er in den letzten Wochen nach dem schrecklichen Unfall versucht hatte, zu neuen Kräften zu kommen. Und sie war stolz darauf, einer der Gründe dafür zu sein, dass er seinen Lebensmut wiedergefunden hatte. Morgen durfte er nach den unendlich vielen Wochen des Bangens, Hoffens und anschließenden Aufbautrainings die Klinik endlich verlassen, durfte zurückkehren in sein normales Leben, nach Hause ins Surf Center, zu seinen Freunden und Mitbewohnern, und zu ihr. Sie konnte diesen Augenblick kaum erwarten.
Rae stand auf und strich über das Hochzeitskleid. Es war wirklich genau nach ihrem Geschmack, weiße anschmiegsame Seide, das Oberteil ärmellos, mit rundem Ausschnitt und mit zarter Spitze überzogen, die obendrein auch noch mit winzigen schimmernden Perlen bestickt war. Die Taille schmal gehalten, und erst ab den Hüften wurde das Kleid weiter. Vorsichtig hob Rae die Folie etwas an und ließ den Rocksaum durch ihre Finger gleiten. Er war weit, sehr weit, weichfließend und hinten etwas länger als vorn.
Mühsam widerstand Rae der Versuchung, diesen Traum in Weiß einfach vom Bügel zu nehmen und anzuprobieren, aber sie wußte, das durfte nicht sein, denn es war nicht ihr Kleid... es war Megs.
Sie hatte es in Venice Beach von einem noch unbekannten Designer anfertigen und hierher schicken lassen, damit Ben es vor der Hochzeit nicht zu Gesicht bekam. Am Morgen vor der Tauung würde sie in aller Frühe herkommen und sich mit Hilfe ihrer Freundinnen für ihren schönsten Tag zurechtmachen.
Meg würde atemberaubend in diesem Kleid aussehen, davon war Rae überzeugt.
Zögernd griff sie nach den zarten weißen Stoffblüten, die auf dem Tisch lagen. Jede Blüte war in der Mitte ebenfalls mit einer Perle bestickt. Meg würde sie anstatt eines Schleiers in ihrem hochgesteckten Haar tragen.
Kurzentschlossen raffte Rae ihre lange schwarze Haarpracht im Nacken zusammen und steckte sie mit geschickten Handbewegungen fest. Dann nahm sie eine der Blüten und befestigte sie darin, dann noch eine und noch eine.
Sie war so beschäftigt, dass sie weder das zaghafte Anklopfen hörte, noch bemerkte, wie sich ihre Zimmertür leise öffnete...

Jeany

 

 

Prüfend betrachtete sie im Spiegel und lächelte zufrieden.
„Du siehst wunderschön aus, Rae.“ hörte sie plötzlich eine sehr vertraute Stimme hinter sich und fuhr herum.
Casey stand in der Tür und musterte sie mit bewundernden Blicken.
„Wo.. wo kommst Du denn jetzt her?“ rief sie total überrascht und wollte schnell die Blüten aus ihrem Haar entfernen, doch Casey war schneller. Er ging auf sie zu und hielt ihre Hände fest.
„Nicht... laß mich Dich ansehen...“ Zärtlich betrachtete er sie und strich ihr über die Wange. „Ich finde, sie passen ausgezeichnet zu Dir!“ meinte er dann mit diesem verschmitzten Ausdruck in den Augen, den sie so an ihm liebte. „Über diese Art von Schmuck sollten wir bei Gelegenheit nochmal reden!“
„Casey“ Raes Herz schlug Purzelbäume, und sie war froh, im Augenblick etwas Halt in seinen Armen zu finden. „Wieso bist Du hier? Ich meine, Du solltest doch erst morgen...“
Er lachte.
„Ich wollte Dich überraschen. Dr. Robinson hat mir erlaubt, die Klinik etwas früher zu verlassen.“
„...und hat sich damit über die Anweisungen Deiner behandelnden Ärztin einfach hinweggesetzt.“ ergänzte Rae in gespielt strengem Tonfall. „Ich werde ein ernstes Wort mit meinem Kollegen reden müssen!“
Sie lachten beide und umarmten sich.
„Herzlich willkommen zu Hause, Casey.“ sagte Rae fast feierlich.
„Warte einen Augenblick“ Er wandte sich um und ging zur Tür. Erstaunt sah Rae, wie er mit einem großen Strauss roter Rosen zurückkam.
„Ich habe den Taxifahrer gebeten, unterwegs nochmal anzuhalten.“ erklärte er und reichte ihr die Blumen.
„Casey...“ Überrascht starrte Rae auf die herrlichen dunkelroten Blüten. „Die sind... wunderschön!“
„Sie sind ein Dankeschön an die Frau, die mir in den vergangenen Wochen meinen Lebensmut zurückgegeben hat, und der ich zu verdanken habe, dass ich heute hier auf meinen eigenen Beinen stehe.“ Er räusperte sich und sah sie ernst an. „Ich liebe Dich, Rae, von ganzem Herzen!“

Jeany

 

 

"Kannst Du sie schon sehen?" Ungeduldig lief Sara vor der Absperrung des Terminals hin und her, während sie nach ihren Eltern und Caroline Ausschau hielt. Meg reckte ebenfalls den Hals. "Nein, bisher nicht, aber das Flugzeug ist ja auch erst gerade gelandet. Sie werden sicher noch ihr Gepäck holen, und dann müssen sie auch noch auschecken ..." Sie unterbrach den Satz abrupt und begann aufgeregt mit den Armen zu winken. "Da sind sie. Mom, Dad, Caroline ... wir sind hier!" rief sie ihren Eltern entgegen. Joan und Hank strahlten über's ganze Gesicht, als sie ihre Töchter entdeckten und überschwenglich nahmen sie die beiden zur Begrüßung in die Arme. Vorsichtig befreite sich Sara aus dem Arm ihrer Mutter. "Nicht so stürmisch, Mom!" lachte sie. Prüfend sah Joan ihre jüngste Tochter an. Ihr fielen sofort die dunklen Ringe unter Sara's Augen auf, und sie erschien ihr unnatürlich blaß zu sein. "Geht es Dir gut?" fragte sie besorgt. Sara nickte. "Ja, es geht mir gut, und dem Baby ebenfalls." Um ihrem Satz Nachdruck zu verleihen strich sie sanft über ihren gerundeten Bauch. "Wie war Euer Flug?" mischte Meg sich ein. Sie wollte verhindern, daß Sara ihren Eltern vom Streit mit Derek und dem Unfall erzählte. "Danke, sehr gut," antwortete Joan knapp, während ihre Blick weiterhin auf Sara ruhte. "Ich - ich schlafe in letzter Zeit nicht mehr so gut," versuchte diese ihr Aussehen zu entschuldigen. Joan nickte. "Das verstehe ich. Das Baby, ... und dann der ganze Hochzeitsrummel ... es ist vielleicht doch alles ein bisschen viel für Dich!" Caroline hatte sich die ganze Zeit diskret abseits gehalten, um die Familienidylle nicht zu stören, doch als sie Sara's verzweifelten Blick bemerkte, ging sie auf Meg und Sara zu und begrüßte sie ebenfalls. "Willkommen in Sunset Beach!" Sara nahm ihre Freundin liebevoll in den Arm und Meg streckte ihr die Hand entgegen. "Hi Caroline! Es ist ja eine Ewigkeit her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben," meinte sie. Caroline nickte. "Du siehst echt toll aus!" entfuhr es ihr. Sie rollte theatralisch mit den Augen. "Seitdem Du in der Serie mitspielst, verpasse ich keine Folge davon. Ich bin ein richtiger Fan von Dir!" Meg lachte. "Jetzt frag' aber bitte nicht, ob Du ein Autogramm von mir haben kannst," sagte sie scherzhaft. Caroline sah sie erstaunt an. "Woher weißt Du, das ich Dich das gerade fragen wollte?" fragte sie mit verschmitzt grinsender Miene. Joan mischte sich in das Gespräch ein. "Kinder, seid uns bitte nicht böse, aber Hank und ich sind sehr müde vom Flug und möchten doch jetzt gerne in unser Hotel. Meg, würde es Euch etwas ausmachen, uns dorthin zu fahren?" Meg schüttelte den Kopf, während Sara erleichtert aufatmete. Dieses "Gluckengetue" ihrer Mutter ging ihr jetzt schon auf die Nerven! "Nein, gar nicht." Meg drehte sich zu Caroline um. "Bist Du bereit?" Diese nickte. Meg schnappte sich einen der Koffer und steuerte auf den Ausgang zu, während ihre Eltern, Caroline und Sara ihr folgten.

Mona

 

 

Unruhig schaute Emily immer wieder zur Uhr. Wieder einmal griff zu zum Telefon und versuchte Cole anzurufen, aber wie auch schon zuvor, meldete er sich nicht. Stunden waren seid der Beerdigung von A.J und Jade vergangen und mittlerweile war es draußen schon stockfinster. Emily beschloss nun nicht länger darauf zu warten, dass Cole sich meldet. Sie schnappte sich Ihre Jacke und verließ das Haus. Sie wollte Cole unbedingt suchen. Gleich nach der Beerdigung hatte sie akzeptiert, dass Cole alleine sein wollte, aber nun begann sie sich doch sorgen zu machen. Bis zu Coles kleinem Apartment waren es nur wenige Minuten zu Fuß. Schon von draußen konnte Emily erkennen, dass alles dunkel war und Cole anscheinend nicht zu Hause war. Trotzdem fischte sie den Schlüssel, den Cole Ihr vor wenigen Tagen gebeben hatte, als Ihrer Jeanstasche und schloss die Tür auf. Wie sie schon vermutet hatte, war Cole nicht zu Hause. Sorgfältig verschloss sie die Haustür wieder und ging zum Strand hinunter. Ohne ein bestimmtes Ziel lief sie eine ganze Weile den Strand entlang und hielt dabei nach Cole Ausschau. Plötzlich entdeckte sie seine vertraute Gestallt ganz am Ende der Mole. Vorsichtig kletterte Emily auf die Mole und tastete sich Schritt für Schritt durch die Dunkelheit auf Cole zu. Als sie nach scheinbar endlosen Minuten Cole erreicht hatte, blieb sie stehen und atmete tief durch „Darf ich mich setzten?“ Cole blickte auf „Emily, wo kommst Du denn her?“ Emily setzte sich neben Cole „Ich habe mir Sorgen um Dich gemacht und habe nach Dir gesucht.“ Cole nahm Emilys Hand „Danke“ Emily sah Cole an. Er sah müde und erschöpft aus „Wie geht es Dir? Hast Du überhaupt schon etwas gegessen heute?“ Cole schüttelte seinen Kopf „Nein“ Emily stand auf und zog Cole mit sich hoch „Komm, lass uns gehen. Du musst etwas essen.“ Cole sah Emily an „Ich habe keinen Hunger.“ „Cole,“ sanft strich Emily mit Ihrem Handrücken über Coles Wange „Bitte für mich. Ich mache mir Sorgen um Dich.“ „Na gut,“ seufzte Cole „lass uns ins Java Web gehen.“

Meg_Cummings

 

 

Hand in Hand gingen sie schweigend zu dem Café. „Lass uns hier draußen an einem der Tische sitzen, drinnen ist es mir zu voll.“ Emily nickte „Ganz wie Du möchtest.“ Sie nahmen an einen der kleinen Tische Platz und es dauerte auch nicht lange, bis Mark erschien „Hallo Ihr beiden, was darf es sein?“ „Ich hätte gern ein Käsesandwich und eine Cola.“ Bestellte Emily. Mark notierte die Bestellung „Und was möchtest Du, Cole?“ „Bring mir einfach das selbe.“ Antwortete Cole. „Gut, ich bin gleich mit Eurer Bestellung zurück.“ Und schon war Mark wieder verschwunden. Emily spürte, dass Cole im Moment nicht reden wollte, also saßen sie schweigend dort, bis Mark mit der Bestellung zurück kehrte. Er stellte die Teller und Gläser ab „Guten Appetit.“ Sagte Mark und ging wieder. Cole griff in sein Sandwich und kaute lustlos darauf herum. Dann griff er zu seinem Glas, um das Brot mit der Cola hinunter zu spülen. In diesem Augenblick entdeckte er Gregory Richards auf der anderen Straßen Seite, wie dieser ganz selbstzufrieden dort lang schlenderte. Ohne das Cole es bemerkte, umklammerte Cole das Glas in seiner Hand und verstärkte den Druck, bis das Glas in seiner Hand zerbrach. Erschrocken blickte Emily auf „Oh mein Gott Cole! Hast Du Dich verletzt? Lass mal sehen.“ Sie griff nach Coles Hand. „Emily es ist alles in Ordnung, aber der Appetit ist mir nun endgültig vergangen.“ Er stand auf und legte ein paar Dollarnoten auf den Tisch „Komm lass uns gehen.“ „Und wohin?“ fragte Emily. „Zu mir.“ Cole nahm Emilys Hand „Kannst Du heute Nacht bei mir bleiben? Ich brauche Dich heute.“ „Natürlich Cole.“ Nickte Emily und die beiden verließen das Java Web.

Meg_Cummings

 

 

Sara war auf der ganzen Fahrt vom Hotel nach Hause sehr schweigsam, was auch Meg und Caroline auffiel. Sie hatten gerade das Cummings-Ehepaar vor dem "Sunset Inn" abgeliefert, wo diese für die Dauer ihres Aufenthaltes eine Suite gemietet hatten. "Was ist denn los, Sara?" fragte Meg, während sie ihre Schwester von der Seite fixierte. Sara saß mit verkniffener Miene und verschränkten Armen auf dem Beifahrersitz und blies Trübsal. "Wie soll ich das die nächsten Tage nur durchstehen?" seufzte sie schließlich. Meg sah sie verständnislos an. "Ich verstehe nicht, wovon Du sprichst." Sara verzog das Gesicht. "Ich rede von Mom's "guten Ratschlägen" und ihren ständigen Einmischungen!" entgegnete Sara genervt. "Bist Du auch sicher, daß alles in Ordnung ist, Sara? - "Was sagt denn Dein Arzt dazu?" - "Übernimm Dich nicht!" - blablabla ..." äffte Sara ihre Mutter nach. Meg verkniff sich den Kommentar, der auf ihrer Zunge lag. Sie wollte Sara nicht noch mehr reizen. "Deine Mutter meint es sicher nur gut," mischte sich nun auch Caroline ein. "Ja," bestätigte Meg," das sehe ich genauso, und Du darfst auch nicht vergessen, daß es ihr erstes Enkelkind ist. Da reagieren wohl alle Großeltern etwas über." Sara nickte. "Ich weiß ja, daß sie es nur gut meint, aber es nervt mich einfach, daß sie immer noch denkt, daß ich ein kleines Mädchen wäre, und dementsprechend behandelt sie mich eben auch!" Meg grinste hinter ihrem Steuer. "Du bist ja auch ihr "kleines Mädchen" und wirst es wohl immer bleiben," meinte sie. Sara lächelte. "Du hast recht, große Schwester!" entgegnete sie schon etwas versöhnlicher und fügte dann gleich hinzu, "da das dann ja nun geklärt wäre, könnten wir doch eigentlich das Thema wechseln, oder?" Caroline beugte sich im Font zu den beiden Schwestern herüber. "Wo sind denn eigentlich Eure Männer abgeblieben?" fragte sie neugierig. "Ich bin doch schon so gespannt, sie endlich kennenzulernen!" "Ein bisschen Geduld mußt Du schon noch haben," lachte Meg. "Ben hat sich heute entschlossen, einige Überstunden zu machen, da er die nächsten Tage dann nur noch sporadisch in der Firma sein kann, und Derek macht wohl dasselbe, oder Sara?" "Ja," bestätigte diese. "Derek ist im "Deep", um noch einiges aufzuarbeiten, was die letzten Tage liegengeblieben ist." Caroline runzelte die Stirn. "Was ist denn "Deep"? fragte sie. Sara gab ihr bereitwillig Auskunft. "Das "Deep" ist ein Nachtclub, und Derek ist der Besitzer," erklärte sie. "Wow, Dein Zukünftiger hat einen Nachtclub? Finde ich ja stark!" Meg verkniff sich ein Schmunzeln. Caroline war vom Typ her genauso wie Sara - offen und direkt. Meg bog die Einfahrt hoch und blieb vor Derek's Haus stehen. "Was würdet Ihr davon halten, wenn wir morgen Abend im "Deep" eine kleine Begrüßungsparty feiern würden?" schlug sie vor. Caroline klatschte begeistert in die Hände. "Ein tolle Idee!" Sara zeigte sich ebenfalls sehr angetan von dem Vorschlag. "Ich werde Derek nachher gleich fragen, ob sich da so kurzfristig noch was arrangieren lässt. Ich denke aber schon." Meg nickte zufrieden. "Gut, dann kannst Du mich ja nochmal anrufen, wenn Du genaueres weißt, in Ordnung?" "Werde ich machen," versprach Sara. Die beiden Schwestern umarmten sich zum Abschied. Während Caroline und Sara dann im Haus verschwanden, wendete Meg den Wagen und fuhr ebenfalls Richtung Heimat.

Mona

 

 

Als Mark kurz vor Mitternacht von seiner Schicht im Java Web, wo er kurzfristig für einen erkrankten Kollegen eingesprungen war, zurückkam, stellte er erstaunt fest, dass im Surf Center noch Licht brannte. Ein lebhaftes Stimmengewirr drang an sein Ohr, und als er die Küche betrat, fand er dort alle versammelt.
„Was ist denn mit Euch los?“ fragte er überrascht. „Steigt hier vielleicht eine Party, und ich weiß nichts davon?“
„Hallo Mark!“ wurde er von allen Seiten freudig begrüßt, und nach einem kurzen Blick in die Runde registrierte er, dass nach unendlich langer Zeit wirklich alle Bewohner des Hauses versammelt waren. Michael und Vanessa, Gabi, die ihre Schicht in der Klinik auch vor kurzem erst beendet hatte, Rae war da, Virginia und sogar Jimmy war zu dieser späten Stunde noch auf, und dort neben Rae saß...
„Casey! Du bist zu Hause!“ Mark eilte freudig überrascht auf ihn zu und begrüßte ihn herzlich. „Willkommen daheim!“ Er sah ihn prüfend an und nickte dann anerkennend. „Du siehst gut aus, Mann, hast ja fast die alte Form wieder!“
Während Virginia Jimmy, der am anderen Morgen pünktlich zur Schule mußte, schließlich ins Bett brachte, schenkte Vanessa jedem noch ein Glas Wein ein. Gemeinsam tranken sie auf Caseys Heimkehr und auf seine Gesundheit, auf das Surf Center und nicht zuletzt auf die bevorstehenden Doppelhochzeit, die wohl das Ereignis schlechthin in Sunset Beach werden würde.
Übermütig flachsten sie herum, tauschten sich über die neusten Neuigkeiten aus und freuten sich riesig, endlich wieder einmal alle so einträchtig beieinander zu sitzen.
Erst gegen 3.00 Uhr Morgens kehrte langsam Ruhe ein, und alle gingen schlafen.

Casey betrat sein Zimmer, zog sein Hemd aus und öffnete weit das Fenster. Er atmete tief durch, als er den leichten, angenehm kühlen Nachtwind auf seiner nackten Haut spürte und genoß den unverwechselbar würzigen Duft des Ozeans.
„Endlich!“ dachte er, „endlich daheim! Mein Gott, wie habe ich das alles in den letzten Monaten vermißt!“
Er fühlte sich plötzlich wieder so stark und lebendig, wie seit einer Ewigkeit nicht mehr.
„Ich hab es geschafft!“ sagte er leise zu sich selbst, „ich kann wieder laufen, und ich werde zur Hochzeit meiner besten Freunde auf meinen eigenen Beinen in die Kirche gehen und ihnen Glück wünschen. Und Rae wird an meiner Seite sein...“
Ein leises Klopfen riß ihn aus seinen Gedanken.
Er öffnete die Tür und traute seinen Augen kaum. Da stand Rae und sah ihn mit großen Augen an, und selbst im matten Schein des silbernen Mondlichtes, dass durch das Fenster fiel und den Raum ein wenig erhellte, konnte er erkennen, dass sie nur ein hauchdünnes Negligè trug.
„Rae... bitte, komm doch herein!“ sagte er und versuchte, nicht allzu erstaunt zu klingen. Zögernd trat sie näher, ein verlegenes Lächeln auf den Lippen.
Casey sah, dass sie fröstelte und schloß schnell das Fenster.
„Ist Dir kalt? Warte, ich hole Dir eine Jacke...“ meinte er besorgt und griff nach dem Lichtschalter, doch ihre leise Stimme hielt ihn zurück.
„Warte Casey... bitte mach kein Licht.“ bat sie und legte ihm ihre Hand auf den Arm. „Ich brauche auch keine Jacke. Ich bin hier, weil...“ Sie trat dicht an ihn heran und sah ihn mit einem Blick an, der sein Herz schneller schlagen ließ, „... weil ich mit Dir zusammen sein möchte!“

Jeany

 

 

Casey konnte kaum glauben, was sie da eben gesagt hatte. Vorsichtig, so als befürchtete er, sie könnte im nächsten Augenblick wieder verschwunden sein, legte er den Arm um sie und streichelte zärtlich über ihr schwarzes, glänzendes Haar.
„Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie oft ich mir gewünscht habe, Du kämst hier zu dieser Tür herein!“ flüsterte er.
„Bestimmt nicht halb so oft wie ich...“ erwiderte sie, und er sah, wie ein Lächeln ihre Lippen umspielte. „Ich glaube, davon habe ich schon geträumt, als wir beide uns noch andauernd herumgezankt haben. Ich habe Dich damals schon geliebt, Casey, ich wollte es mir nur nicht eingestehen.“
„Und jetzt bist Du Dir ganz sicher?“ fragte er leise. Rae nickte.
„Ja, das bin ich.“
Er beugte sich vor und ihre Lippen fanden sich zu einem leidenschaftlichen Kuß.
Rae schlang ihre Arme um Caseys Hals und schmiegte sich zärtlich an ihn, als er sie zum Bett hinüber führte.
„Warte einen Augenblick...“ Er kramte in seiner Hosentasche und brachte ein Feuerzeug zum Vorschein, mit dem er eine dicke, reich verzierte Kerze entzündete, die auf seinem Regal stand. Vorsichtig stellte er die Kerze auf den Nachttisch, und ihr dezenter Schein tauchte den Raum sofort in ein romantisches Licht.
„Meine Mutter hat diese Kerze von einer ihrer Weltreisen mitgebracht. Ich habe sie immer für eine ganz besondere Gelegenheit aufgehoben... eine Nacht wie diese.“ sagte er bedeutungsvoll, setzte sich zu Rae aufs Bett und schlang behutsam die Arme um sie.
„Weißt Du, Casey, da wo ich herstamme, ist es so Sitte, dass eine junge Frau sich erst in der Hochzeitsnacht zum ersten Mal dem geliebten Mann hingibt.“
Casey schluckte.
„Ich... möchte nicht, dass Du jetzt etwas tust, was Du später vielleicht bereust.“ sagte er schnell, doch Rae schüttelte energisch den Kopf und legte ihren Finger auf seine Lippen.
„Mein Zuhause ist jetzt hier, in Kalifornien, und hier ist es normal, dass man mit dem Mann, den man liebt, auch ohne Trauschein zusammen sein kann. Ich finde das gut, und ich habe mich entschieden, für das Leben hier und... für Dich!“

Sie sahen einander in die Augen und wußten, das war ihre Nacht, und diese Augenblicke der Leidenschaft würde ihnen niemand nehmen können. Sie liebten sich im Zauber des Kerzenscheins und spürten deutlich diese innige Zuneigung, die sie beide verband und die vielleicht ein Leben lang halten würde.

Jeany

 

 

Ungeduldig erwartete Meg ihre Eltern, mit denen sie sich zum Frühstück in Bens Haus verabredet hatten. Sie hatte liebevoll den Tisch auf der Terrasse gedeckt, mit all den Köstlichkeiten, von denen sie wußte, dass ihr Vater und ihre Mutter sie gern mochten. Sogar frische Eier und irische Landbutter hatte sie vom Markt geholt, und heute morgen war sie in aller Frühe aufgestanden und hatte noch duftende, ofenwarme Brötchen aus dem Waffelshop bei Elaine besorgt.
Erleichtert hörte sie, wie Bens Wagen vor dem Haus hielt und eilte zur Tür.
Zu ihrer Überraschung stiegen nicht nur Ben, sondern auch Joan und Hank aus dem Auto.
„Mum.. Dad!“ Meg umarmte ihre Eltern herzlich. „Kommt herein, das Frühstück wartet schon!“ Sie wandte sich an Ben und gab ihm einen Kuß. „Hast Du die beiden am Hotel abgeholt?“
„Nein“ erwiderte Ben schmunzelnd, „ich habe zwei einsame Strandläufer gesehen, die mir irgendwie bekannt vorkamen, und da hab ich angehalten.“
„Stimmt“ nickte Hank, „die Morgensonne hat uns rausgelockt.“
„Von wegen die Morgensonne!“ neckte ihn Joan. „Du bist aufgewacht, weil kein Hahn krähte und Du das Rauschen des Meeres mit einem Sturm verwechselt hast und die Ställe sichern wolltest!“
„Dad ist eben ein unverbesserlicher Frühaufsteher!“ lachte Meg.
Während sie das gemütliche Wohnzimmer durchquerten und auf der Terrasse Platz nahmen, wandte sich Joan noch einmal an Ben.
„Danke, dass Du uns diese wunderschöne Suite im Sunset Inn gemietet hast.“ sagte sie beeindruckt. „Die Zimmer sind ein Traum, ein Balkon mit Blick aufs Meer... Das war doch sicher sehr teuer!“
Ben lachte.
„Überhaupt nicht. Ich bin ja der Besitzer.“
„Das Sunset Inn gehört Dir?“ Hank klappte der Unterkiefer herunter.
„Offiziell ja.“ erwiderte Ben. „Ich habe es vor Jahren über einen Mittelsmann gekauft, sozusagen als Geldanlage für schlechte Zeiten. Nur weiß das kaum jemand in Sunset Beach, und ich möchte Euch bitten, dass es auch weiterhin unter uns bleibt.“
„Na... natürlich.“ Joan schluckte und Meg mußte lachen, weil sie glaubte, die Gedanken ihrer Mutter in diesem Moment deutlich lesen zu können. Hank zeigte sich sehr beeindruckt.
„Das Hotel ist gut in Schuss.“
Ben nickte.
„Ja, darauf lege ich auch großen Wert. Mein Freund Sam ist übrigens der Chef der Sicherheitsabteilung im Sunset Inn, Ihr befindet Euch also dort in den besten Händen.“
Meg nickte zustimmend, während sie Kaffee einschenkte.
„Ihr sollt Euch ja während des Aufenthaltes hier auch richtig wohl fühlen, wie im Urlaub, und in dem kleinen Gästezimmer, das wir hier zur Verfügung haben, wäre es für zwei Personen wirklich zu eng geworden.“
„Ach Kind, das verstehen wir doch“ meinte Joan mit einem vielsagenden Blick, „außerdem wollt Ihr ja als fast frisch Vermählte sicher auch lieber noch ein bisschen allein sein!“
Kam es ihr nur so vor, oder wirkte Bens Lächeln mit einem Mal etwas gequält?
Er war überhaupt auf der Fahrt hierher ziemlich einsilbig gewesen... Nun, sicher war der Stress um die Hochzeitsvorbereitungen schuld daran, dass alle etwas nervös wirkten, denn auch Meg sah irgendwie abgespannt aus.
„Sind die Dreharbeiten auch nicht zu anstrengend für Dich?“ fragte sie teilnahmsvoll.
„Nein“ erwiderte Meg schnell, „außerdem hab ich ja nur eine Gastrolle, und die ist bald zu Ende. Noch ein paar Tage, dann ist alles im Kasten.“
„Du redest schon wie ein alter Profi!“ Joan lachte. „Ganz Ludlow spricht von nichts anderem, Mrs. Jones aus der Nachbarschaft hat mir erzählt, dass sogar im „Buckerroo“ der Fernseher läuft, wenn sie die „California Coast Story“ zeigen.“
„Das gibt’s doch gar nicht!“ Meg schüttelte fassungslos den Kopf.
„Tja, das ist noch längst nicht alles.“ ließ sich Hank mit einem Schmunzeln vernehmen. „Neulich hat mich der alte Baylee auf dem Markt angehalten und gefragt, ob ich ihm einen Teil von unserem Land verkaufe, jetzt, wo Joan und ich doch eine Tochter haben, die ein Filmstar ist, und sicher bald nach Beverly Hills umziehen werden!“

Jeany

 

 

Nachdem sie eine Weile in fröhlicher Runde gesessen und sich unterhalten hatten, sah Ben auf die Uhr.
„Meine Frühstückspause ist vorbei, fürchte ich. In einer halben Stunde haben Gregory und ich eine wichtige Geschäftsbesprechung. Wenn Ihr mich also entschuldigt... ich muß los.“
„Aber natürlich, das verstehen wir doch.“ erwiderte Joan lächelnd. „Dann sehen wir uns ja sicher heute abend im Deep.“
Ben sah Meg verunsichert an.
„Im Deep?“
„Oh, entschuldige bitte, das hatte ich ganz vergessen, Sara meinte gestern abend, wir könnten uns heute alle bei Derek im Deep treffen, sozusagen zu einer kleinen Begrüßungsparty.“ erklärte sie, doch plötzlich hielt sie erschrocken inne. „Da fällt mir ein, für heute hat Mr. Spelling ja diese Nachtaufnahmen geplant ...“
„Welche Nachtaufnahmen?“ erkundigte sich Joan erstaunt.
„Wir drehen ein paar Szenen am Strand, bei Sonnenuntergang und danach.“ klärte Meg ihre Mutter auf. Die klatschte begeistert in die Hände.
„Oh, wie romantisch!“
„Dann bist Du heute abend gar nicht da?“ fragte Ben, und Meg bemerkte seinen angespannten Blick, mit dem er sie musterte.
„Ich werde etwas später nachkommen.“ versprach sie schnell und hakte sich bei ihm ein, während sie ihn zur Tür begleitete.
„Nimm den Sportwagen, dann bist du schneller da, als wenn Du erst auf den Chauffeur warten mußt.“ meinte er beiläufig.
„Danke Ben.“ Meg umarmte ihn und wollte ihm einen Kuß geben, doch er wandte sich ab und küßte sie stattdessen zum Abschied nur flüchtig auf die Wange.
„Bis heute abend... irgendwann.“
Nachdenklich und mit einem etwas flauen Gefühl in der Magengegend sah Meg ihm nach, bevor sie zurück ins Haus ging.

Jeany

 

 

Meg hoffte, dass ihren Eltern Bens merkwürdige Reaktion nicht aufgefallen war, doch die unterhielten sich angeregt, als sie die Terrasse wieder betrat.
„Meg, ich habe eben mit Deinem Vater darüber gesprochen, ob wir Euch nicht vielleicht noch etwas helfen könnten, ich meine, bei den Hochzeitsvorbereitungen. Du hast ja kaum Zeit mit Deinen Dreharbeiten, und Ben hat in der Firma sicher auch furchtbar viel zu tun...“
Meg hob abwehrend die Hände, um den Redeschwall ihrer besorgten Mutter zu unterbrechen.
„Mum... es ist wirklich nicht nötig, dass Ihr Euch unseretwegen Sorgen macht. Wir haben das alles bestens im Griff, und wir haben ja unsere Freunde, die uns helfen.“ Sie schaute ihre Eltern lächelnd an. „Ihr müsst doch die ganze Zeit auf der Farm hart arbeiten, und deshalb möchten wir, dass Ihr die paar Tage hier genießt, als wenn es ein Urlaub ist!“
„Das ist lieb von dir!“ Joan sprang auf und umarmte ihre ältere Tochter gerührt.
„Trotzdem würde ich gern irgendwas tun. Habt Ihr eigentlich schon eure Hochzeitskleider, Du und Sara?“
„Ja Mum, die haben wir.“
Ben hat Deines hoffentlich nicht gesehen, oder? Du weißt doch, man sagt, es bringt Unglück, wenn...“
Meg lachte.
„Keine Sorge, das Kleid hängt im Surf Center. Er bekommt es ganz sicher nicht vor der Hochzeit zu Gesicht.“
„Und wie ist das mit...“ fuhr Joan in ihrer mütterlichen Sorge unbeirrt fort, doch Hank unterbrach seine Frau.
„Joan, nun laß sie doch in Ruhe! Du hast doch gehört, das alles in bester Ordnung ist!“ Er stand auf und legte seiner Tochter den Arm um die Schultern. „Und wenn Meg sagt, dass sie alles in Griff hat, dann ist es auch so, stimmts?“
Meg warf ihrem Vater einen dankbaren Blick zu. Sein Vertrauen in ihre Fähigkeiten hatte ihr schon früher viel bedeutet, und es tat ihr auch jetzt noch gut.
„Hör zu, Mum“ meinte sie diplomatisch, „Gabi und Caroline sind unsere Brautjungfern, wie Du weißt. Gabi will sich heute um die Blumenarrangements für die Hochzeit kümmern. Was hälst Du davon, wenn Du und Caroline sie dabei begleitet und vielleicht ein wenig beraten würdet?“
Joan strahlte.
„Das ist eine phantastische Idee!“ rief sie begeistert. „Kommst Du mit, Hank?“
Er wehrte lachend ab.
„Nein danke, das ist Frauensache. Ich werde währenddessen noch einen Spatziergang machen und mir vielleicht mal die Baustelle der neuen Ferienanlage etwas näher ansehen.“ Er zwinkerte Meg zu. „Es interessiert mich doch, was mein zukünftiger Schwiegersohn geschäftlich so auf die Beine stellt!“

Jeany

 

 

Nachdem Sam das Auto vor dem Eingang des South Bay General geparkt hatte, stellte er den Motor ab, stieg aus und ging um den Wagen herum, um Bette die Autotür zu öffnen. Er hielt Bette seine Hand hin, um Ihr beim Aussteigen behilflich zu sein. Absichtlich übersah Bette Sams Hand „Noch kann ich alleine aussteigen.“ „Bette bitte, ich wollte doch nur höflich sein.“ Sagte Sam. Bette ergriff Sams Hand „Tut mir leid, ich wollte dich nicht anfahren. Aber ich bin es einfach nicht gewohnt, dass man mich wie ein rohes Ei behandelt.“ „Tue ich das?“ Sam sah Bette mit hochgezogenen Augenbrauen an. Bette lächelte und schüttelte Ihren Kopf „Nein eigentlich nicht.“ Sam lächelte zurück „Gut, dann lass uns endlich rein gehen, ich kann kaum noch abwarten, dass Tyus uns endlich das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung mitteilt.“ „Sam,“ fragte Bette leise „und was ist, wenn er uns gleich erzählt, dass unser Baby nicht gesund ist? Ich mein, ich bin nicht mehr die jüngst und da ist das Risiko eines Down-Syndroms doch sehr hoch.“ Sam zog Bette in seine Arme „Ich habe ein gutes Gefühl, außerdem bist Du ja nicht alleine. Egal was auch passiert, wir werden es zusammen durchstehen.“ Bette seufzte „Na gut, dann lass es uns so schnell wie möglich hinter uns bringen.“ Hand in Hand betraten sie das Krankenhaus und standen wenige Minuten später vor Tyus Büro. Trudy, Tyus Sekretärin führte sie in das Behandlungszimmer „Dr. Robinson wird sofort bei Ihnen sein.“ Sam und Bette hatten sich gerade gesetzt, als Tyus auch schon herein kam „Guten Morgen“ begrüßte er die beiden. Er sah Bette an „Wie geht es Ihnen heute?“ „Es würde mir besser gehen, wenn ich endlich wüsste, wie das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung ausgefallen ist.“ Antwortete Bette. „Ich verstehe.“ Sagte Tyus und nahm Bettes Akte in die Hand und schlug sie auf. „Nun spannen Sie uns doch nicht so lange auf die Folter.“ Sagte Bette ungeduldig. Tyus blickte auf und ein Lächeln umspielte seine Lippen „Herzlichen Glückwunsch, Sie werden ein gesundes Baby zur Welt bringen.“ Sam umarmte Bette „Na siehst Du, habe ich es Dir nicht gesagt?“ „Ja,“ nickte Bette „Du hattest recht.“ „Bette ich würde Sie aber dennoch kurz untersuchen.“ Unterbrach Tyus die beiden. „Warum?“ fragte Bette „Ich denke es ist alles in Ordnung?“ „Soweit ja,“ nickte Tyus „aber dennoch macht Ihr Blutdruck mir immer noch sorgen. Außerdem würde ich gerne noch mal ein Ultraschall machen, um zu sehen, ob es dem Baby auch wirklich gut geht.“ „Aber Sie sagten doch eben, dass die Fruchtwasseruntersuchung ergeben hat, dass alles in Ordnung ist.“ Wandte Sam ein. „Das stimmt ja auch, aber durch den ständig erhöhten Blutdruck Ihrer Frau, kann das Baby schnell unter Stress geraten.“ Erklärte Tyus „Also Bette, würden Sie sich bitte soweit frei machen, dass ich Sie untersuchen kann?“ Bette nickte und ging in den Nebenraum, um sich auf die Untersuchung vorzubereiten. Einige Minuten später begann Tyus Bette zu untersuchen „Der Blutdruck ist immer noch ein wenig erhöht, aber schon viel besser, als das letzte Mal. Sie sollten sich weiterhin viel Ruhe gönnen.“ „Ich werde darauf achten.“ Versprach Sam. Dann begann Tyus mit dem Ultraschall „Na das sieht ja alles sehr gut aus.“ Er zeigte Sam und Bette den regelmäßigen Herzschlag des Babys. „Da fällt mir noch etwas ein, bei der Fruchtwasseruntersuchung wurde auch schon festgestellt, ob Sie ein Mädchen oder einen Jungen bekommen. Möchten Sie es gerne wissen?“ fragte Tyus. „Nein“ antwortete Sam, während Bette gleichzeitig „Oh ja bitte!“ rief. Tyus lachte „Na was nun?“ Sam „Na gut, dann sagen Sie es uns.“ „Sind Sie sicher?“ fragte Tyus noch einmal. Sam und Bette nickten. „Gut, ich darf Ihnen gratulieren, Sie bekommen ein...“ „Halt!“ rief Bette „ich will es doch nicht wissen.“ „Okay,“ sagte Tyus „es ist Ihre Entscheidung.“ Bette überlegte einen Moment „Sagen Sie es mir bitte doch, Doc.“ „Gut“ nickte Tyus „es wird ein....“ „Nein, ich hab es mir überlegt,“ fiel Bette Ihm ins Wort „lassen wir uns überraschen.“ Tyus lachte „Ich verstehe, es ist keine leichte Entscheidung. Wissen Sie was? Sie ziehen sich jetzt wieder an und ich schreibe auf, ob Sie ein Mädchen oder einen Jungen bekommen und werde das ganze in einen Briefumschlag stecken. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie wissen möchten, was es wird, können Sie es selber nachlesen.“ „Eine gute Idee.“ Sagte Bette und begann sich wieder anzukleiden. Tyus setzte sich hinter seinen Schreibtisch und schrieb etwas auf einen Zettel, steckte diesen in einen Umschlag und verschloss diesen. Als Bette fertig war, reichte er Ihr den Umschlag „Und nicht vergessen, Sie brauchen immer noch viel Ruhe.“ „Ich werde darauf achten, Doc.“ Sagte Sam und reichte Tyus die Hand „Bis zum nächsten mal.“ Bette und Sam verließen das Behandlungszimmer. Sie saßen gerade im Auto, als Bette den Umschlag aus Ihrer Handtasche holte und diesen ungeduldig aufriss. Nachdem sie gelesen hatte, was Tyus auf den Zettel geschrieben hatte, fing sie laut an zu lachen. „Was ist los?“ wollte Sam wissen. Bette wischte sich eine Lachträne aus den Augen und reichte Sam den Zette. Laut las Sam vor Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen ein...... hier deutete ein Pfeil darauf, den Zettel umzudrehen ....ein gesundes Baby. Genießen Sie die Schwangerschaft und freuen Sie sich auf Ihr Baby. Tyus. Nun fiel auch Sam in Bettes Lachen ein.

Meg_Cummings

 

 

Mit Joan einen Einkaufsbummel zu unternehmen, erwies sich als weitaus schwieriger, als Gabi und Caroline anfangs angenommen hatten.
Kaum in dem Blumenladen angekommen, geriet sie angesichts der Blütenvielfalt geradezu in Verzücken. Als dann die Verkäuferin noch einen Katalog hervorholte, in dem eine Unmenge an Arrangements für Hochzeiten und ähnliche Veranstaltungen aufgeführt wurde, war es ganz vorbei.
„Ich weiß nicht“ wandte sie sich an ihre beiden Begleiterinnen, „wir sollten uns den Katalog ausleihen und uns vielleicht heute abend in Ruhe noch einmal darüber unterhalten!“
Gabi ahnte, worin das Hauptthema der bevorstehenden kleinen Party im Deep dann sicherlich bestehen würde und schüttelte energisch den Kopf.
„Joan, ich finde, wir sollten uns jetzt entscheiden...“ begann sie, und Caroline nickte heftig. Zum Glück fanden sie in der netten Verkäuferin ebenfalls eine Unterstützung.
„Tut mir leid, Ma`m“ sagte sie freundlich, „aber diesen Katalog kann ich nicht aus der Hand geben, wir haben ihn für unser Geschäft extra zusammenstellen lassen, und in ca. einer Stunde kommt noch andere Kundschaft, um ebenfalls Blumen für eine Hochzeitsfeier auszuwählen. Außerdem...“ sie lächelte entschuldigend, als sie Joans enttäuschtes Gesicht sah, „dauert es gewohnheitsgemäß ein paar Tage, um die Arrangements so zu bestellen, dass sie auch pünktlich geliefert werden können. Mitunter müssen bestimmte Sorten sogar aus Europa eingeflogen werden.“
„Oh...“ Joan schluckte. „Aus... Europa!“
Gabi und Caroline zwinkerten sich heimlich zu.
„Nun, das wird bei uns nicht nötig sein, denke ich.“ meinte Gabi und holte einen Zettel hervor. „Zufällig weiß ich nämlich, was gewünscht wird.“
„Ach ja? Sie wissen das schon?“ fragte Joan etwas mit einem etwas skeptischen Blick.
„Aber natürlich. Ich wollte Sie vorhin nur nicht unterbrechen.“ erwiderte Gabi freundlich und warf Caroline einen vielsagenden Blick zu. „Schließlich können wir ja nicht irgend etwas bestellen, was den Brautpaaren dann gar nicht gefällt. Also...“ sie wandte sich an die Verkäuferin, die diensteifrig einen Stift zückte, um sich alles genau zu notieren. „Es ist eigentlich ganz einfach, aber mit Sicherheit wirkungsvoll. Sara wünscht einen Brautstrauß aus roten Rosen, Megs Lieblingsblumen sind weiße Rosen.
Die Dekoration in der Kirche und im Ballsaal des Sunset Inn, wo die anschließende Feier stattfindet, soll ebenfalls hauptsächlich aus Rosen bestehen. Ich könnte mir als Ergänzung dazu weißes und rosa Schleierkraut vorstellen.“
„Und die Sträuße der Brautjungfern sollen wie sein?“
„Rosa Rosen!“ antworteten Caroline und Gabi gleichzeitig und mußten lachen, weil sie den selben Gedanken gehabt hatten.
„Sehr schön...“ die Verkäuferin nickte. „Das läßt sich in der Tat sehr wirkungsvoll arrangieren. Sonst noch irgend welche Wünsche?“
Joan holte schon tief Luft, klappte dann aber mit einem Blick auf ihre beiden jungen Begleiterinnen den Mund schnell wieder zu und zwang sich zu einem Lächeln.
„Nein, danke.“ meinte Gabi freundlich, „wir verlassen uns voll und ganz auf Ihren guten Geschmack, was die Gestaltung angeht.“
Die Verkäuferin nickte geschmeichelt.
„Es wird alles zu Ihrer Zufriedenheit erledigt werden.“
Die drei Frauen erhoben sich. Gabi nannte noch Datum und Uhrzeit der Hochzeitszeremonie, dann begleitete die Verkäuferin ihre Kundinnen zur Tür.
„Vielen Dank für Ihre Bestellung. Ich verspreche Ihnen, Sie werden begeistert sein.“

Jeany

 

 

Anschließend schlenderten die drei Frauen noch ein wenig durch die Mainstreet von Sunset Beach und betrachteten die Auslagen der Geschäfte.
„Ich weiß auch nicht“ meinte Joan nach einer Weile stirnrunzelnd, als sie vor einer kleinen Boutique standen, die ziemlich gewagte Dessous zur Schau stellte, „ich habe manchmal den Eindruck, ich bewege mich hier in einer anderen Welt. Es ist alles...“ sie suchte krampfhaft nach einem geeigneten Wort, um ihre Empfindungen zu umschreiben, „ausgefallener hier, irgendwie gewöhnungsbedürftig.“
„Flippiger!“ brachte Caroline die Sache auf den Punkt, „und sexy! Findest Du nicht auch, Gabi?“
Die lachte.
„Tja, in unserer Heimatstadt Ludlow wird man allerdings vergeblich solche Auslagen finden!“
„Und solche Preise...“ ergänzte Joan und hakte sich schmunzelnd bei ihren Begleiterinnen ein. „Kommt Mädels, ich glaube, ich werde langsam zu alt für solche... modischen Ausrutscher!“
Lachend schlenderten sie weiter, als sie an Madame Carmens kleinem Stadtatelier vorbeikamen. Joan blieb interessiert stehen.
Wollen Sie heute schon wissen, was die Zukunft morgen für Sie bereithält?“ stand auf einem Schild in dem kleinen Schaufenster.
„Das klingt ja verheißungsvoll!“ meinte Caroline. Gabi trat ungeduldig von einem Fuß auf den anderen.
„Glaubst Du etwa an solchen Hokus Pokus?“ fragte sie leicht verwundert.
Caroline schüttelte den Kopf.
„Nein, eigentlich nicht, aber trotzdem... Es wäre doch ganz lustig, findet Ihr nicht? Ich hab so etwas schon einmal im Fernsehen gesehen, es war irgendwie mystisch.“
Joan nickte.
„Ja, das finde ich auch.“ Kurz entschlossen sah sie Gabi und Caroline an. „Wißt Ihr was? Wenn wir Mädels vom Land schon mal solch eine Gelegenheit haben, dann sollten wir sie auch nutzen! Ich lade Euch ein, auf einen Ausflug in die Zukunft! Na los, kommt schon!“
Caroline strahlte.
„Das ist eine tolle Idee, Joan!“
Sie waren bereits im Begriff, den kleinen, mit einem dichten Vorhang aus schimmernden bunten Glasperlen verhängten Laden zu betreten, als sie Gabis Zögern bemerkten.
„Was ist denn mit Dir? Kommst Du nicht mit?“ fragte Caroline überrascht.
Gabi schüttelte heftig den Kopf.
„Ich... also... mir ist eben etwas eingefallen, was ich unbedingt noch erledigen muß.“ sagte sie hastig. „Geht Ihr beiden ruhig allein, ich kann das ja immer noch nachholen. Schließlich lebe ich ja in dieser Stadt.“
„Oh schade...“ meinte Caroline enttäuscht und auch Joan zögerte.
„Vielleicht verschieben wir das Ganze dann auf ein anderes Mal!“ schlug sie vor, doch Gabi zwang sich schnell zu einem Lächeln.
„Nein, nicht nötig, wirklich! Ich komm schon zurecht. Ihr könnt mir ja heute abend im Deep erzählen, was die Zukunft Euch in nächster Zeit Wichtiges bringt. Bis dann!“
Joan und Caroline sahen ihr etwas erstaunt nach. Es sah fast nach Flucht aus, wie sie schnellen Schrittes die Mainstreet entlang eilte.
„Schade“ seufzte Caroline, zuckte die Schultern und sah Joan fragend an. „Und nun?“
„Na los“ meinte diese unternehmungslustig. „Ich will jetzt ganz genau wissen, was mich in der nächsten Zeit erwartet!“

Atemlos kam Gabi im Surf Center an. Erschöpft ließ sie sich auf ihr Bett fallen.
„Das hätte mir gerade noch gefehlt, mir von Ricardos Mutter in die Zukunft schauen zu lassen!“ murmelte sie und schloß die Augen.
Bestimmt hätte Madame Carmen keinen Augenblick gezögert, ihr die Pest oder Ähnliches an den Hals zu wünschen. Und das vor den beiden anderen... Nein danke!
Das mußte sie sich wirklich nicht antun, sie hatte mit ihrem Leben schon Probleme genug gehabt, und sie war froh, dass jetzt zwischen ihr und Ricardo mittlerweile alles in bester Ordnung war.
Aber war es das wirklich? fragte eine Stimme tief in ihrem Inneren.
Da würde auch kein Blick in Madame Carmens mystische Kristallkugel helfen, denn diese Frage konnte sich Gabi zur Zeit nicht einmal selbst beantworten...

Jeany

 

 

Das anfangs noch einigermaßen freundschaftliche Verhältnis zwischen Meg und Jake hatte sich seit dem Vorfall mit der Verlobung merklich abgekühlt. Zwar verfolgte er sie immer noch mit glühenden Blicken, wenn er sich unbeobachtet fühlte, aber Meg wich ihm aus und achtete darauf, das Zusammensein mit ihm ausschließlich auf die Dreharbeiten zu beschränken. Das passte ihm natürlich überhaupt nicht ins Konzept, denn er war bekannt dafür, dass er nicht so schnell kleinbei gab.
Als er an jenem Nachmittag sah, wie sie auf das Filmgelände fuhr und kurz darauf aus Bens Sportwagen stieg, schlenderte er lässig zu ihr hinüber.
„Dein Zukünftiger scheint wirklich Geschmack zu haben.“ meinte er mit einem bedeutungsvollen Blick auf den schnittigen BMW und zwinkerte Meg lächelnd zu. „In jeder Hinsicht.“
„Ja, da bin ich mir sicher.“ gab sie zurück, grüßte mit freundlichem Nicken einige Mitarbeiter der Crew, die ihr im Vorübergehen zuwinkten und wollte an Jake vorbei zu ihrer Garderobe.
„Warte mal, Meg.“ rief er und griff spontan nach ihrem Arm. „Ich muß noch was mit Dir besprechen.“
Meg blieb stehen und starrte einen Augenblick vorwurfsvoll auf seine Hand, mit der er sie festhielt.
„Okay, okay...“ meinte er schnell und ließ sie los. „Besser so?“
„Jake, was es auch ist, es muß warten, ich bin spät dran.“
Wie zur Bestätigung erschien Gwendolyn, Aarons persönliche Assistentin und schwenkte aufgeregt mit den Armen.
„Meg, Jake, schnell in die Maske, wenn wir noch länger warten, wird es zu dunkel für ersten Außenaufnahmen. Wir wollen diesen herrlichen Sonnenuntergang unbedingt nutzen!“
„Wir reden später.“ Meg drehte sich um und verschwand rasch in ihrer Garderobe.
Als Jake kurz darauf dort vorbeiging, hörte er sie telefonieren. Er blieb einen Moment lang stehen und lauschte interessiert.
„Sara, ich weiß, dass Du abends eine Party geplant hast“ hörte er sie sagen, „aber ich kann es nun mal nicht ändern, die Abendaufnahmen sind seit langem für heute geplant, und ich kann nicht einfach den Drehplan umgestalten, wie es mir passt... nein, ich weiß wirklich nicht, wie lange es genau dauern wird, kommt immer darauf an, wie alles klappt... natürlich beeile ich mich... ja ich weiß, dass Ben enttäuscht sein wird, wenn ich nicht dabei bin... ich komme ins Deep, sobald ich hier fertig bin... Sara, ich muß jetzt Schluß machen, ich fürchte der Akku vom Handy ist gleich alle, und draußen warten sie schon auf mich... okay, bis später!“
Jake ging schnell weiter, bevor ihn jemand entdeckte.
„So so, eine kleine Party ist geplant! Interessant...“ murmelte er leise, „und es wäre doch wirklich schade, wenn Meg nicht dabei sein könnte. Was würde Ben dann nur denken!“
Er grinste und schien plötzlich blendender Laune, während er schnellen Schrittes zu seiner Garderobe hinüberging.

Jeany

 

 

Die Dreharbeiten zogen sich ewig hin. Mehrmals blickte Meg zwischendurch in den Pausen verstohlen auf die Uhr. Verdammt! Schon so spät...
Die Szenen bei Sonnenuntergang waren schnell im Kasten gewesen, aber mit der hereinbrechenden Dunkelheit schien Jakes vielgerühmte Konzentrationsfähigkeit unwiderruflich dahinzuschwinden. Zuerst vergaß er dauernd seinen Text, beim nächsten Mal legte er den falschen Arm um Meg, während sie am Strand entlangbummelten, dann wieder war er der Meinung, die Scheinwerfer blendeten ihn und warfen ein unnatürliches Licht auf sein Gesicht. Meg hätte ihn erwürgen können, und es fiel ihr mit jeder Wiederholung zunehmend schwerer, ihm dem Drehbuch gemäß verliebt in die Augen zu schauen.
„Es liegt an ihr, das sehe ich genau!“ zischte Cynthia Aaron boshaft zu, „Sie irritiert ihn, so kann er nicht arbeiten, sie ist und bleibt ein dämlicher Amateur!“
„Ach was“ erwiderte der Produzent gereizt, „Meg kann nichts dafür, sie macht ihre Sache gut, aber Jake scheint heute irgendwie nicht ganz bei der Sache zu sein.“
„Weil dieses Miststück ihm auch privat schöne Augen macht!“ stichelte die Schauspielerin weiter. „Sie kann Geschäft und Vergnügen nicht auseinanderhalten, wie sollte sie auch, da wo sie herkommt!“
„Schluß jetzt!“ donnerte Aaron und gab dem Regieassistenten ein Zeichen.
„Schnitt!“ rief dieser mit ein abschließender Handbewegung.
Aaron ging hinüber zu seinen beiden Akteuren.
„Na Jake, ist wohl heute nicht Dein Tag, was?“ stellte er fest und klopfte seinem Hauptdarsteller wohlwollend auf die Schulter. „Komm, jetzt reiß Dich zusammen und mach unserem Gaststar das Leben nicht unnötig schwer!“
Jake nickte nur und murmelte etwas, was keiner verstand. Er drehte sich zu Meg, die ihn abwartend musterte.
„Komm mir etwas entgegen, Schätzchen, laß mich für die nächsten Minuten glauben, dass Du unsterblich in mich verliebt bist, dann beenden wir die Sache und Du kannst heimfahren zu Deinem Traumprinzen!“
Meg hatte bereits eine scharfe Antwort parat, aber sie wollte ihn nicht unnötig reizen, das hätte die ganze Angelegenheit sicher noch weiter verzögert. So lächelte sie nur zuckersüß und stellte sich in Pose für den nächsten Versuch, diese verflixte Szene endlich erfolgreich abzuschließen.

Jeany

 

 

Etwas ratlos stand Caroline dann am frühen Abend vor dem Kleiderschrank im Gästezimmer und schaute hinein. Sie hatte absolut nichts passendes zum Anziehen für die geplante Party am Abend. Seufzend schloß sie die Flügeltüren und verließ das Zimmer. Auf dem Flur traf sie Sara, die gerade aus dem Schlafzimmer kam. "Ich habe gerade mal den Kleiderschrank inspiziert," begann Caroline gleich. "Ich fürchte, ich habe nicht so elegante Sachen, wie Ihr sie hier zu tragen pflegt," fügte sie erklärend hinzu. Sara sah stirnrunzelnd an sich herunter. Sie trug eine verwaschene Jeans-Hose mit Gummizug und ein einfaches Poloshirt darüber. "Findest Du, daß ich elegant aussehe?" fragte sie erstaunt. Caroline musterte sie schmunzelnd von Kopf bis Fuß. "Ich meinte nicht Deinen jetzigen Aufzug, ich dachte mehr an die Party heute Abend," erklärte sie. "Ach die Party ..." Sara machte eine wegwerfende Handbewegung. "Das darfst Du nicht zu eng sehen. Es ist ja nicht wirklich eine Party im eigentlichen Sinne, sondern nur ein gemütliches Beisammensein im Kreise der Familie. Außerdem wird es wohl eher ein "Hochzeits-Vorbesprechungs-Treffen" werden," fügte sie lächelnd hinzu. "Jetzt weiß ich allerdings immer noch nicht, was ich anziehen soll," sagte Caroline mißmutig. "Zieh einfach an, worin Du Dich wohlfühlst," meinte Sara. "Ich kann doch schlecht in Jeans und Turnschuhen auflaufen," entgegnete Caroline empört. "Was sollen denn Deine Eltern denken?" "Über meine Eltern mußt Du Dir die wenigsten Gedanken machen," sagte Sara. "Das sind Landmenschen. Mein Vater läuft zuhause auch nur mit Latzhose und Gummistiefeln herum." Caroline brach in schallendes Gelächter aus. "Klasse, dann kannst Du mir vielleicht ein paar Gummistiefel leihen, damit ich zünftig angezogen bin," prustete sie los. Sara stimmte in das Lachen mit ein. "Hey, was ist denn hier los?" hörten sie plötzlich eine Männerstimme hinter sich. Derek war unbemerkt die Treppe heraufgekommen und schaute nun fragend die beiden Frauen an. "Wir haben uns bloß darüber unterhalten, was wir heute Abend anziehen könnten," klärte Caroline ihn auf, als sie sich wieder gefangen hatte. "Aha," war Derek's einziger Kommentar dazu. "Er wandte sich an Sara. "Hör mal, ich muß gleich nochmal ins "Deep". Leider gibt's einige Schwierigkeiten ..." Sara sah ihn fragend an. "Was denn für Schwierigkeiten?" "Nun, Mark und Caitlin sind wohl einige Tage verreist, d.h. ich habe weder ein Bedienung noch einen DJ für den heutigen Abend. Ich muß jetzt kurzfristig einige Aushilfskräfte anfordern. Hoffentlich klappt es noch." Er schaute auf die Uhr. "Viel Zeit haben wir ja nicht mehr." Er gab Sara einen Kuß. "Bis später, und drück mir mal die Daumen, daß ich noch rechtzeitig alles auf die Reihe bekomme, bevor Deine Eltern kommen." Sara nickte. "Soweit ich weiß, wollen sie ein Taxi nehmen, damit Ben sie nicht extra abholen muß." "Ben? Was ist denn mit Meg?" Derek sah Sara überrascht an. "Sie mussten da wohl noch eine Filmszene drehen, die sich nicht aufschieben ließ," erklärte sie seufzend," aber sie hat versprochen, später nachzukommen." "Okay, dann bis später." Während Derek schnell wieder die Treppe herunterrannte, gingen Sara und Caroline zurück in ihre Zimmer, um sich die passende Kleidung für die Party auszusuchen.

Mona

 

 

Ziemlich genau um 20 Uhr trafen Joan, Hank, Ben, Sara und Caroline im "Deep" ein. Es sollte ein reines Familientreffen werden, deshalb hatte Derek an diesem Abend auch an der Eingangstür ein Schild aufgehängt auf dem zu lesen war "geschlossene Gesellschaft". Caroline schaute sich neugierig um. "Nett ist es hier," stellte sie dann nüchtern fest. Sara sah ihre Freundin schmunzelnd an. "Laß das bloß nicht Derek hören!" neckte sie. "Ich glaube, "nett" ist nicht so ganz der richtige Ausdruck für eine Nachtbar." Sie ging auf einen der freien Tische zu und machte eine einladende Handbewegung. "Nehmt doch schon mal platz. Ich schaue mal, wo Derek steckt." Sara ging zum Tresen, wo ein junger Mann gerade dabei war, einige Gläser zu polieren. Einen Moment lang musterte sie ihn interessiert. Er war schätzungsweise Anfang 20, hatte dunkle Haare und eine schlanke Figur. "Hi, ich bin Sara," stellte sie sich vor. "Du bist bestimmt die Aushilfe von der Jobvermittlung. Der junge Mann lachte. "Nein, ich bin nicht von der Jobvermittlung. Ich bin ein Freund von Mark Wolper. Er hat mich gebeten, hier kurzfristig auszuhelfen." Er streckte Sara die Hand entgegen. "Ich bin Brian". Sara lächelte verlegen. Beide hatten nicht bemerkt, daß Derek hinter sie getreten war. "Wie ich sehe, hast Du Dich bereits mit Brian bekannt gemacht," stellte er fest. Sara nickte. "Und ich bin dabei ganz schön ins Fettnäpfchen getreten," meinte sie zerknirscht. "Ist schon okay," sagte Brian. Er wandte sich an Derek. "Soll ich jetzt den Champagner an den Tisch bringen, Boss?" fragte er. Derek nickte. "Eine sehr gute Idee," stimmte er zu. "Er griff nach Sara's Hand. "Dann laß uns mal rübergehen, damit ich unsere Gäste begrüßen kann."

Mona

 

 

Die ersten Stunden des Abends verliefen schleppend und zogen sich endlos in die Länge, und was Sara befürchtet hatte, traf tatsächlich ein. Joan redete von nichts anderem als von der bevorstehenden Hochzeit und sie konnte es sich auch nicht verkneifen, wieder einige Bemerkungen über Sara's Gesundheitszustand zu machen. Diesmal bekam sie nicht mal Rückendeckung von Meg, denn diese war - wider Erwarten - noch nicht im "Deep" erschienen. Ben schaute ständig nervös auf die Uhr, was auch den anderen nicht entging. "Sie kommt bestimmt bald," versuchte Sara ihn zu trösten, doch Ben's Laune war auf dem Nullpunkt. Hank versuchte seine Frau hin und wieder zu bremsen, da er Sara's genervten Blick bemerkte. Die einzige, die diesen Abend wirklich genoß war Caroline. Während die anderen über die Hochzeitsvorbereitungen diskutierten und stritten, wanderte ihr Blick ständig zu Brian hinüber, der hinter dem Tresen stand und Drinks mixte. Caroline rutschte näher an Sara heran. "Glaubst Du an "Liebe auf den ersten Blick"?" flüsterte sie ihr ins Ohr. Sara folgte ihrem Blick und grinste. "Er gefällt Dir, was?" fragte sie. Caroline nickte und senkte verlegen den Kopf, als sich ihr Blick mit Brian's kreuzte. "Ja, er ist einfach ..." Sie suchte nach dem passenden Wort. "... süß," fügte sie dann hinzu. Sara verbiß sich ein Lachen. "Worüber redet Ihr?" wollte Joan wissen. Caroline errötete, während Sara schlagfertig antwortete. "Wir haben gerade darüber diskutiert, ob es die berühmte "Liebe auf den ersten Blick" wirklich gibt," meinte sie. Sie griff nach Derek's Hand und drückte sie fest. "Ich bin davon überzeugt, daß es sie gibt!" sagte sie, während sie ihn verliebt anschaute. Derek räusperte sich. "Na ja," bei mir war es wohl erst der "zweite Blick"," gab er verlegen zu. Alle lachten. Derek stand auf. "Leider habe ich für den heutigen Abend keinen DJ mehr bekommen können, deshalb muß ich jetzt selber für etwas Musik sorgen," sagte er entschuldigend, während er zu seiner Anlage hinüberging und eine CD einwarf. "Und hiermit ist die Tanzfläche offiziell eröffnet!" Hank bot Joan den Arm, während Derek zu Sara hinüber ging und sie hochzog. "Ein letzter Tanz vor unserer Hochzeit?" fragte er lächelnd, und Sara schmiegte sich glücklich in seine Arme. Ben machte eine leichte Verbeugung vor Caroline. "Darf ich bitten?" fragte er höflich. Zögernd folgte Caroline ihm auf die Tanzfläche, während ihr Blick immer noch an Brian hing. "Und nun ist Damenwahl!" verkündete Derek, nachdem er einen neuen Song eingelegt hatte. Joan forderte Ben auf, Sara tanzte mit ihrem Vater, während Caroline auf Derek zuging. "Ist schon okay," sagte dieser. "Ich setze mal eine Runde aus." Er lächelte verschmitzt. "Vielleicht fragst Du Brian mal, ob er Lust zum Tanzen hat," schlug er vor. Caroline nickte und ging langsam auf den Tresen zu. Brian sah ihr erwartungsvoll entgegen. "Möchtest Du tanzen?" fragte sie schüchtern. Ihr Herz klopfte ihr dabei bis zum Hals. Brian lächelte. "Ja, gerne." Er kam hinter dem Tresen hervor, nahm Caroline's Hand, und gemeinsam gingen sie zur Tanzfläche hinüber, wo sich die anderen Paare schon im Takt der Musik hin und her wiegten.

Mona

 

 

Es war fast 23.00 Uhr, als endlich die letzte Aufnahme so im Kasten war, wie Aaron es sich vorgestellt hatte.
Nachdem sie sich in fliegender Eile abgeschminkt und umgezogen hatte, stieg Meg erschöpft und ziemlich genervt in Bens Wagen.
„Man könnte fast denken, dass Jake dieses Theater heute mit Absicht gemacht hat, um mir den Abend mit meinen Freunden zu verderben!“ dachte sie wütend und drehte den Zündschlüssel. Der Wagen gab ein undefinierbares Röcheln von sich und dachte nicht im Entferntesten daran, anzuspringen. Nach mehreren vergeblichen Startversuchen schlug Meg frustriert mit der flachen Hand aufs Lenkrad.
„Das glaub ich jetzt nicht!“
Ratlos stieg sie aus, genau in dem Augenblick, als Jake mit seinem Porsche das Filmgelände verlassen wollte. Mit einer Vollbremsung stoppte er neben ihr.
„Meg! Gibt’s ein Problem?“ fragte er durch das offene Fenster.
„Das kann man wohl sagen.“ knurrte Meg, vor Wut den Tränen nahe. „Er springt nicht an.“
Jake sprang aus dem Wagen und kam herüber.
„Laß mich mal sehen.“ Mit Kennermiene nahm er auf dem Fahrersitz des BMW Platz und drehte den Schlüssel. Der Motor machte abermals dieses „Laßt-mich-bloß-in-Ruhe“ Geräusch, dass Megs letzte Hoffnung auf eine schnelle Heimfahrt entgültig begrub.
Jake stieg wieder aus und zuckte mit den Schultern.
„Den kannst Du vergessen.“ sagte er und öffnete seine eigene Beifahrertür. „Steig ein, ich bring Dich nach Hause! Ich werde morgen Vormittag meine Werkstatt anrufen, damit sie sich um den Wagen kümmern, dann hast Du ihn am Nachmittag wieder.“
Meg sah sich ratlos um. Fast alle hatten das Gelände schon verlassen, und an ein Taxi war hier unten am Strand nicht zu denken, schon gar nicht um diese Zeit.
Als hätte er ihre Gedanken erraten, lächelte Jake.
„Na komm schon, oder willst Du die Nacht in Deiner Garderobe verbringen?“
Nein, das wollte sie nicht. Es würde ihr nichts anderes übrigbleiben, als sein Angebot anzunehmen. Und die Party im Deep konnte sie nun auch vergessen...
„Danke Jake.“ murmelte sie, als sie neben ihm saß und sein Wagen sich in Bewegung setzte.
„Keine Ursache, das tu ich doch gern für Dich. Zum Glück war ich ja noch da...“ er grinste und seine Augen blitzten scheinheilig, was Meg zum Glück nicht sehen konnte. „Ich werde Dich wie ein Gentleman wohlbehalten zu Hause abliefern. Oder möchtest Du vorher noch irgendwo anders hin?“
Sie schüttelte müde und traurig den Kopf.
„Nein, es ist schon zu spät. Ich möchte nur nach Hause.“
„Okay, fahren wir also nach Sunset Beach!“

Jeany

 

 

Während der Fahrt Richtung Sunset Beach schwiegen sie beide.
Jake hatte das Radio angestellt, und Meg war irgendwann von der leisen Musik eingeschlafen. Sie erwachte, als Jake den Wagen anhielt und den Motor abstellte.
„Sind wir schon da?“ fragte sie verschlafen und sah sich um. Nein, das war noch nicht Sunset Beach... sie standen auf einem kleinen Parkplatz gleich neben der Küstenstrasse. Um sie herum war es dunkel, nur über ihnen blinkten ein paar Sterne und die Straßenbeleuchtung verbreitete ein mattes Licht.
„Wo sind wir hier?“ fragte Meg irritiert und war mit einem Schlag hellwach.
Jake sah sie so merkwürdig an, und seine Augen erinnerten sie plötzlich an ein Raubtier, das auf Beute aus war. Sein Arm lag auf der Lehne ihres Sitzes.
„Ich habe in der letzten Zeit kaum Gelegenheit gehabt, mit Dir allein zu sprechen, Meg.“ sagte er leise und schaltete das Radio aus. „Jedesmal, wenn ich mit Dir reden will, läufst Du förmlich vor mir davon, fast so, als würdest Du Dich vor mir fürchten.“
Er lächelte. „Hast Du Angst vor mir? Oder einfach nur vor Deinen Gefühlen, Meg?“
Sie rückte so weit es ging von ihm ab und starrte ihn ungläubig an.
„Wovon redest Du, Jake? Was soll das? Wieso sollte ich mich denn vor Dir fürchten?“
„Vielleicht...“ er streckte die Hand aus und begann, spielerisch eine ihrer Haarsträhnen um seinen Finger zu wickeln, wobei er sie nicht aus den Augen ließ. „weil Du nicht zugeben willst, dass Du mich genauso begehrst, wie ich Dich!“
„Was?“ Sie richtete sich kerzengerade auf und schlug seine Hand weg. „Jetzt reichts mir aber! Bring mich sofort nach Hause!“
Jake rührte sich nicht.
„Du kannst es nicht verleugnen.“ meinte er gelassen. „Ich spüre in jeder Szene, die wir zusammen vor der Kamera stehen, dass ich Dir nicht gleichgültig bin. Warum gibst Du es nicht einfach zu, Meg! Wir beide wären das perfekte Paar!“
Sie schüttelte fassungslos den Kopf.
„Und ich dachte, Du bist der Profi von uns beiden! Aber dann müßtest Du eigentlich merken, dass meine Gefühle vor der Kamera nur gespielt sind!“
„Das stimmt nicht, das weiß ich. Und Du weißt es auch...“ Er beugt sich zu ihr hinüber, um sie zu küssen, aber Meg schob ihn mit aller Kraft weg.
„Jake, ich hab Dich schon zweimal geohrfeigt! Zwing mich nicht, es schon wieder zu tun!“ rief sie wütend. Er lachte.
„Das nehme ich gerne in Kauf!“
Meg öffnete die Tür des Wagens und sprang blitzschnell heraus.
„He!“ rief Jake. “Verdammt Meg, bleib hier! Ich tu Dir doch nichts!“
„Da bin ich mir nicht so sicher!“ gab sie zurück.
Jake schlug wütend mit der Hand aufs Lenkrad.
„Meine Güte, was glaubst Du eigentlich, was ich hier vorhabe! Ich wollte nur nett zu Dir sein! Ich habe es nicht nötig, einer Frau hinterherzulaufen! Jede andere würde...“
„Ich bin aber nicht jede andere!“ fauchte Meg. „Und wenn Du Dich nicht benehmen kannst, gehe ich lieber zu Fuß nach Hause, als mich nochmal zu Dir in den Wagen zu setzen!“
Sie drehte sich um und begann loszulaufen. Jake stieß einen Fluch aus, ließ den Motor des Porsche an und folgte ihr.
„Meg, bitte steig ein, ich verspreche Dir, ich werde mich benehmen!“ rief er durch das offene Fenster.
„Okay.“ Sie blieb stehen und stieg nach kurzem Zögern wieder ein. „Bring mich heim, Jake, und ich vergesse den Vorfall.“ Sie maß ihn mit einem durchdringenden Blick. „Und Du auch, hoffe ich.“

Jeany

 

 

Ben saß auf der Veranda seines Hauses und starrte in die Dunkelheit. Das Rauschen der Wellen, das sonst immer so beruhigend auf ihn gewirkt hatte, schien seine innere Unruhe heute Nacht nur noch zu verstärken. Zum wiederholten Male sah er auf die Uhr. Mitternacht vorbei... Wo blieb Meg nur? Sie konnten doch unmöglich so lange drehen! Oder doch? Ben hatte mehrfach versucht, sie anzurufen, aber auf ihrem Handy meldete sich nur die Mailbox. Anscheinend hatte sie es ausgeschalten, oder der Akku war mal wieder alle.
Er dachte an den vergangenen Abend.
Die von Sara so spontan organisierte Party war wirklich lustig gewesen, alle hatten sich prächtig amüsiert, alle, außer ihm. Es hatte ihn ziemliche Überwindung gekostet, auf die zahlreichen Fragen nach Meg gelassen zu antworten, und es schien ihm, als hätte er nie deutlicher als am heutigen Abend gespürt, wie leer sein Leben ohne sie war. Und dann noch zu wissen, dass sie in diesen Momenten vielleicht einen anderen küßte... und sei es auch nur für die Filmkameras, trotzdem brachte der Gedanke ihn fast um den Verstand. Hoffentlich hatte diese ganze Filmerei bald ein Ende!
Ben beschloß, sich einen Drink zu holen, während er wartete. Schlafen konnte er sowieso nicht, solange er nicht wußte, dass Meg wohlbehalten zu Hause angekommen war. Er stand auf und wollte ins Zimmer gehen, als er hörte, wie ein Wagen vor dem Haus hielt.
Ben beugte sich neugierig über die Brüstung der Veranda. Trotz der Dunkelheit konnte er deutlich erkennen, wie Jake Williams aus seinem eleganten Porsche sprang, um den Wagen herumlief und galant die Beifahrertür öffnete. Meg stieg aus. Die beiden sprachen noch ein paar Worte miteinander, dann setzte sich Jake wieder ans Steuer und fuhr in rasantem Tempo davon.
Sekunden später hörte Ben, wie sich der Schlüssel im Türschloß drehte, kurz darauf ging das Licht an und Meg trat ins Zimmer. Sie bemerkte ihn nicht gleich, da er immer noch draußen in der Dunkelheit stand. Aufseufzend streifte sie ihre eleganten Schuhe von den schmerzenden Füßen und ließ sich in einen der Sessel fallen, während sie sich mit der Hand über die Stirn strich. Sie sah völlig fertig aus, und Ben hatte plötzlich das Bedürfnis, sie schützend in den Arm zu nehmen und dafür zu sorgen, dass sie beruhigt in seinen Armen einschlafen und sich erholen konnte. Im nächsten Moment jedoch dachte er wieder an Jake Williams, und sein fürsorgliches Lächeln gefror zu Eis.
„Hallo Meg!“ sagte er und trat ins Zimmer.
Sie fuhr erschrocken herum.
„Ben! Du bist noch auf?“ Sie erhob sich und kam auf ihn zu. „Hast Du auf mich gewartet?“
„Natürlich habe ich gewartet.“ sagte er vorwurfsvoll und erwiderte ihre Umarmung nicht. „Ich habe mir Sorgen gemacht!“
„Tut mir leid, Schatz, aber irgendwie ist heute am Set alles schief gelaufen. Wir mußten die einzelnen Szenen mehrmals wiederholen, dann war auch noch mein Handy war leer, und zum Schluß sprang Dein Wagen nicht an...“
Ben, der sich gerade seinen Drink eingoss, sah erstaunt auf.
„Der Wagen sprang nicht an?“ fragte er ungläubig. „Aber der war doch letzte Woche erst zur Inspektion!“
Meg zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß auch nicht, woran es lag. Zum Glück war Jake noch auf dem Gelände, er bot mir an, mich nach Hause zu fahren.“
„Der gute Jake...“ meinte Ben mit sarkastischem Unterton. „Ein richtiger Wohltäter!“
„Ben...“ Meg trat auf ihn zu und legte ihre Arme um seinen Hals. „Er wollte doch nur helfen! Wir waren fast die letzten, die das Gelände verließen, wo hätte ich denn da ein Taxi herbekommen sollen, noch dazu ohne Handy? Nun komm, sei nicht böse! Am Vormittag will Jake Deinen Wagen in seine Werkstatt bringen lassen, damit ich ihn am Nachmittag wiederhabe.“
„Auf Jake!“ meinte Ben und trat einen Schritt zurück, während er sein Glas hob und spöttisch die Augen verdrehte. „Er ist doch für meine zukünftige Frau wirklich unentbehrlich geworden!“
Meg zog ärgerlich die Augenbrauen zusammen.
„Weißt Du was, Ben Evans... das ist mir einfach zu albern! Ich hatte einen wirklich furchtbaren Tag, und es tut mir leid, dass ich die Party versäumt habe, aber ich werde keinesfalls jetzt über solchen Blödsinn mit Dir streiten!“ Sie packte ihre Tasche und ihre Schuhe. „Ich gehe schlafen. Gute Nacht!“
Ben sah ihr finster nach, wie sie die Treppe hinauflief. Dann stellte er wütend das unbenutzte Glas zurück auf die Bar und griff zum Telefon.

Jeany

 

 

Emily, Bette und Sam saßen gerade beim Frühstück, als es an der Tür klopfte. „Nanu, wer kommt denn da schon so früh am Morgen?“ wunderte sich Sam. Er legte seine Servierte zur Seite und stand auf „Ich geh mal nachsehen.“ Er ging zur Haustür und öffnetet sie. „Cole, guten Morgen, was bringt Sie denn schon so früh her.“ Fragte Sam überrascht, als er Cole vor der Tür entdeckte. „Guten Morgen, entschuldigen Sie bitte die frühe Störung, aber ist Emily da? Ich muss sie dringend sprechen.“ Antwortete Cole. Sam trat einen Schritt zur Seite, um Cole Einlass zu gewähren „Bitte kommen Sie herein, wir frühstücken gerade.“ „Ich will aber nicht stören, aber ich muss Emily wirklich dringend sprechen.“ Erwiderte Cole, als er zögernd eintrat. Sam lächelte den jungen Mann an „Cole, Sie sind Emilys Freund und damit in diesem Haus jederzeit willkommen.“ „Danke“ sagte Cole und folgte Sam in die Küche. „Cole, wie schön Dich zu sehen.“ Emily sprang auf und umarmte Cole. „Guten Morgen Honey,“ Cole küsste Emily sanft auf die Lippen „ich wollte nicht stören, aber ich muss unbedingt mir Dir reden.“ „Hey Mr. Dimples, Sie brauchen sich nicht dafür zu entschuldigen, wenn Sie Emily sehen möchten.“ Fiel Bette Ihm ins Wort. „Danke Mrs Peterson, das gleiche hat mir Ihr Mann eben auch schon gesagt.“ „Und da hat er ganz recht.“ Lächelte Bette „Sie sind hier jederzeit willkommen, vorausgesetzt, Sie lassen dieses Mrs. Peterson weg. Ich bin Bette.“ „Danke Bette.“ Nickte Cole und wandte sich wieder Emily zu „Ich weiß jetzt gar nicht so richtig, wie ich es Dir sagen soll, aber ich bin hier um mich zu verabschieden.“ „Dich zu verabschieden? Was soll denn das heißen?“ Emily sah Cole mit großen Augen an. Cole nahm sie in seine Arme „Keine Angst, nicht für immer, aber ich muss für eine Weile nach England.“ „Nach England? Was willst Du denn dort?“ fragte Emily. „Nun,“ begann Cole „der Anwalt meines Vaters hat mich letzte Nacht angerufen. Das Testament meines Vater soll in ein paar Tagen eröffnet werden und ich muss als einzigster lebender Verwandter anwesend sein.“ „Oh Cole,“ nun umarmte Emily Cole „das wird bestimmt nicht einfach für Dich?“ Emily überlegte einen Augenblick „Soll....soll ich vielleicht mitkommen? Du kannst bestimmt eine Schulter zum anlehnen gebrauchen.“ Cole lächelte traurig „Emily, ich hätte Dich gerne dabei, aber Deine Mutter braucht Dich doch hier.“ „Papperlapapp Mr. Dimples,“ wandte Bette ein „Sie brauchen Emily im Moment mehr als ich. Ich habe schließlich noch Sam, Annie und all unsere Freunde.“ Cole sah Emily an „Würdest Du wirklich mitkommen?“ Emily nickte „Ja, Du brauchst da nicht alleine durch. Ich bin für Dich da.“ „Gut,“ lächelte Cole „dann werde ich mich mal um die Flugtickets kümmern.“ „Das werde ich machen.“ Sam griff bereits zum Telefon „Sie junger Mann helfen Emily am besten beim packen.“ Emily trat einen Schritt auf Sam zu und küsste Ihn auf die Wange „Danke Sam, Du bist der beste Vater der Welt.“ Sie nahm Coles Hand „Komm lass uns packen.“ Sie führte Cole aus der Küche. Sam sah Ihr nach „Na wenn das eben kein Kompliment war.“ Lächelte er. „Ich wusste, dass Emily Dich genauso in Ihr Herz geschlossen hat, wie ich, Big Boy.“ antwortete Bette.

Meg_Cummings

 

 

"Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich!" rief Caroline gut gelaunt, während sie die Terrasse betrat, wo Derek und Sara schon beim Frühstück saßen. "Guten Morgen!" erwiderten beide den Gruß. "Wir wollten, daß Du ausschläfst, deshalb haben wir Dich nicht geweckt," sagte Sara zur Entschuldigung. "Hast Du gut geschlafen?" Caroline nickte. "Ja, einfach traumhaft gut." Sie lächelte verschmitzt. "Stimmt es, daß Träume, die man in einer neuen Umgebung träumt in Erfüllung gehen?" Derek zuckte nur mit den Schultern, während Sara leise vor sich hin lächelte. "Ich wette, daß ich weiß, von was ... oder sollte ich besser sagen von wem Du diese Nacht geträumt hast!" grinste sie. Caroline senkte verlegen den Kopf und nahm schnell platz, damit man nicht sehen konnte, wie sie errötete. "Ja," gab sie dann schließlich kleinlaut zu. Sie griff nach einem Croissant und biß hinein. Derek sah verwirrt von Sara zu Caroline. "Ist mir da irgendetwas entgangen?" fragte er neugierig. Caroline nahm einen Schluck aus ihrem Orangensaftglas, damit sie nicht antworten musste. "Ich glaube," kicherte Sara," Caroline hat eine männliche Begleitung für unsere Hochzeitsfeier gefunden. Stimmt's Caroline?" Derek schien ein Licht aufzugehen. "Ach, jetzt verstehe ich, Ihr redet von Brian ... Na, das ist ja prima, daß Ihr Euch angefreundet habt." Caroline nickte. "Ja ... natürlich nur, wenn Ihr nichts dagegen habt?" Fragend sah sie Derek an. "Nein, natürlich nicht," antwortete er. Sara warf über den Tisch hinweg wissende Blicke zu Caroline herüber. Derek stand auf. "So, Ladys, dann entschuldigt mich bitte. Ich habe noch einen dringenden Termin, der nicht aufgeschoben werden kann." Er gab der verblüfften Sara einen Kuß auf die Wange. "Was denn für einen Termin?" fragte sie überrascht. Derek lächelte vielsagend. "Das wird noch nicht verraten," entgegnete er. "Es ist eine Überraschung!" Nachdem Derek das Haus verlassen hatte, beugte sich Sara zu Caroline hinüber. "So, und nun mußt Du mir unbedingt erzählen, was Brian gestern zu Dir gesagt hat ..."

Mona

 

 

Derek betrat "Johnssons Juweliergeschäft" und ging zielstrebig zu einem der Tresen hinüber. "Mr. Evans," rief der Verkäufer erfreut, als er ihn erkannte. "Ich habe gute Neuigkeiten." Er griff unter den Tresen und zog eine Samtschatulle hervor. "Die Ohrringe für ihre Verlobte sind gerade vorhin fertig geworden." Er klappte das kleine Etui auf, damit Derek den Inhalt überprüfen konnte. Die in Weißgold eingefassten Diamantohrringe schimmerten in einem warmen grün-blau Ton. "Ist es recht so?" fragte der Verkäufer. Derek nickte zufrieden. "Ja, sehr schön." Er nahm die Schatulle in die Hand und klappte den Deckel zu. "Bitte schicken Sie die Rechnung an meine Adresse," sagte er, während er die Ohrringe in seiner Jackentasche verschwinden ließ. Der Verkäufer nickte. "Natürlich, und beehren Sie uns bald wieder!" Derek lächelte dem Verkäufer noch einmal zu, bevor er das Juweliergeschäft verließ und sich auf den Heimweg machte.

Mona

 

 

Es war bereits 9.00 Uhr durch, als Meg aus einem tiefen traumlosen Schlaf erwachte.
Sie hatte heute viel Zeit, denn sie wurde erst gegen Mittag in L.A. erwartet, und streckte sich genüßlich, als sie bemerkte, dass das Bett neben ihr leer war. Verwundert stand sie auf und zog ihren Morgenmantel über, bevor sie hinunterging.
War Ben etwa nach ihrem Streit in der vergangenen Nacht einfach ins Büro gefahren, ohne sich von ihr zu verabschieden? Hatte er am Ende vergessen, dass sie beide am Vormittag mit Sara und Derek verabredet waren, um gemeinsam zur Kirche zu gehen und mit Pater Antonio noch einmal alles für die bevorstehende Hochzeit durchzusprechen?
Fast sah es so aus, aber dann hörte sie Ben plötzlich unten an der Tür mit jemandem reden.
Neugierig trat sie näher, doch er hatte das Gespräch schon beendet und drehte sich um.
„Guten Morgen.“ sagte Meg und sah ihn forschend an, um herauszufinden, wie seine Stimmung heute morgen war, aber seine Miene ließ nichts erkennen. Im Gegenteil, er lächelte und gab ihr einen Kuß.
„Hast Du gut geschlafen?“ fragte er. Meg nickte.
„Ja, wie ein Murmeltier.“
„Das habe ich bemerkt. Du hast Dich nicht gerührt, als ich aufgestanden bin.“
„Wer war das, eben an der Tür?“ fragte Meg.
„Jemand von der Autowerkstatt.“ erwiderte Ben und warf den Schlüssel des BMW achtlos auf den Tisch. „Komm, das Frühstück ist fertig!“
„Die Autowerkstatt?“ fragte Meg erstaunt, während sie ihm in die Küche folgte. „Ja aber...“
„Sie haben meinen Wagen aus L.A. abgeholt. Er ist wieder in Ordnung!“ Ben setzte sich an den Tisch und goß Kaffee ein. Irritiert sah Meg ihn an. Plötzlich stieg ein Verdacht in ihr auf. Sie nahm neben Ben Platz und sah ihn aufmerksam an.
„Was war denn mit dem Wagen?“ fragte sie vorsichtig. Ben setzte die Kaffeekanne ab und zog die Stirn in Falten.
„Nur eine Kleinigkeit. Jeder Laie hätte sie beheben können.“ Er lächelte und sah Meg bedeutungsvoll an. „Irgendwer hatte den Stecker vom Zündkabel herausgezogen.“

Jeany

 

 

Als Jake an diesem Morgen auf das Filmgelände von Spelling Entertainment fuhr, fiel ihm als erstes auf, dass Bens BMW nicht mehr dastand. Voller böser Vorahnungen wandte er sich sofort an den Security- Dienst.
„Der Wagen wurde heute früh ganz zeitig abgeholt, Mr. Williams.“ erklärte der Wachmann diensteifrig. „Ein Mitarbeiter einer Werkstatt aus Sunset Beach hat ihn sich gleich an Ort und Stelle angesehen, und nach fünf Minuten war der Schaden behoben. Der Mann hat den Mr. Evans` Wagen dann gleich mitgenommen. Wollen Sie die Unterschrift sehen?“
„Nicht nötig.“ knurrte Jake unfreundlich und ging hinüber zu seinem Wohnwagen.
Verdammt, das roch nach Ärger! Wie hätte er auch wissen sollen, dass dieser Ben Evans noch in der Nacht seine Werkstatt anrufen würde! Zu dumm...

Während er in der Kantine anrief und sich einen Kaffee orderte, dachte er über Meg nach. Er konnte sich nicht erinnern, jemals bei einer Frau, die ihn brennend interessierte, solche Probleme gehabt zu haben, sie zu erobern. Egal, ob sie nun verliebt, verlobt oder mit einem anderen verheiratet gewesen waren, das hatte keine Rolle gespielt, letztendlich waren sie alle seinem Charme erlegen. Und irgendwann hatte ihn das gelangweilt. Er suchte die Herausforderung, und Meg war genau das, was er brauchte. Aber ihm lief die Zeit davon. In ein paar Tagen war ihr Vertrag mit Spelling- Entertainment abgelaufen, und er würde sie vermutlich nie wiedersehen!
Er mußte etwas unternehmen, und zwar gleich. Vielleicht war Aaron schon in seinem Büro anzutreffen.
Jake grinste zuversichtlich. Er würde mit dem Produzenten reden, schließlich war er nicht umsonst dessen bestes Pferd im Stall...
An der Tür wäre er fast mit einer jungen Frau zusammengeprallt, die ihm den gewünschten Kaffee brachte. Sie hatte ein hübsches Gesicht, langes dunkles Haar und braune Rehaugen, die ihn mit unverhohlener Bewunderung anhimmelten.
„Hallo Mr. Williams, hier ist Ihr Kaffee.“ sagte sie mit samtweicher Stimme. Jake betrachtete sie wohlwollend und machte dann eine einladende Bewegung.
„Komm doch rein, Schätzchen.“
Sie konnte ihr Glück kaum fassen. Der große Jake Williams lud sie in seine Garderobe ein!
Jake sah auf die Uhr. Na gut, Aaron würde ihm nicht weglaufen, und außerdem... ein wenig Selbstbestätigung könnte ihm in der gegenwärtigen Situation wirklich nicht schaden!
Mit einem zuversichtlichen Grinsen schloß er die Tür.

Jeany

 

 

"Was willst Du wissen?" fragte Caroline. Sara stand auf und begann den Tisch abzuräumen. "Na, einfach alles! Habt Ihr Adressen ausgetauscht?" Caroline lächelte geheimnisvoll. "Du bist wohl gar nicht neugierig, oder?" neckte sie. Sara sah sie empört an. "Ich doch nicht!" sagte sie grinsend. "Aber wenn sich meine beste Freundin verliebt, möchte ich das natürlich wissen." Caroline lachte. "Okay, Du gibst ja doch nicht eher Ruhe," seufzte sie. "Setz Dich hin, ich erzähle Dir alles." Erwartungsvoll nahm Sara platz. "Also," begann Caroline," ... nachdem wir getanzt haben, hat er mich gefragt, ob ich etwas Luft schnappen wollte." "Ja," unterbrach Sara," ich erinnere mich, daß Ihr plötzlich verschwunden seid ... und weiter?" "Wir sind dann etwas am Strand spazieren gegangen und haben uns unterhalten," fuhr Caroline fort. "Wie langweilig!" entfuhr es Sara. Caroline grinste verschmitzt. "Na ja," gab sie zu," ... nicht die ganze Zeit. Wir haben uns dann später in Ufernähe auf eine Bank gesetzt und auf's Meer hinausgeschaut." "Wie romantisch!" Sara hob bedeutungsvoll die Augenbrauen. "Und dann hat er Dich geküsst?!" Caroline schüttelte lachend den Kopf. "Ich muß Dich leider enttäuschen. Wir haben nur so dagesessen und dem Rauschen des Meeres gelauscht." Sara stand auf. "Schade," meinte sie enttäuscht. Caroline stand ebenfalls auf. "Eigentlich nicht, denn auf dem Weg zum "Deep" zurück hat er mir gesagt, daß er mich gerne wiedersehen würde, und ich habe ihn gefragt, ob er mein Begleiter bei Eurer Hochzeit sein möchte." Sara nickte heftig. "Das war eine gute Idee," sagte sie zustimmend. "Vielleicht kommt Ihr Euch ja doch noch etwas näher. Du magst ihn doch, oder?" "Ja," gab Caroline seufzend zu," sehr sogar!" Sara sah sie grinsend an. "Und das sagt eine, die sich nie für Männer interessiert und behauptet hat, daß sie nie heiraten würde." "Da war ich 17!" meinte Caroline empört. "Man kann seine Meinung ja auch ändern," fügte sie schmunzelnd hinzu. Sara nickte bestätigend. "Ja, da hast Du recht." Sie schaute auf die Uhr und erschrak. "Du liebe Güte, schon so spät, und ich habe doch noch so viel zu tun!" Caroline half Sara noch schnell beim Tisch abräumen, bevor beide in ihren Zimmern verschwanden.

Mona

 

 

Am späten Nachmittag fanden sich Sam, Bette, Emily und Cole am Flughafen wieder. Sam war es gelungen für Cole und Emily noch am selben Tag Firstclass Tickets nach London zu bekommen. Sie hatten gerade das Gepäck eingecheckt und waren nun auf den Weg in die Firstclasslonge, um die restliche Wartezeit bis zum Abflug dort zu verbringen. Cole ging neben Sam „Noch einmal vielen Dank Mr. Peterson, dass Sie uns die Flugtickets besorgt haben, aber es hätten nicht unbedingt Tickets für die Firstclass sein müssen.“ Bedankte sich Cole. Sam klopfte Cole freundschaftlich auf den Rücken „Zunächst einmal lassen wir dieses Mr. Peterson, mein Junge und dann habe ich doch schon einmal erklärt, dass die Flüge nach London für die nächsten 5 Tage alle restlos ausgebucht waren. Nur diese beiden Plätze für heute in der Fristclass waren noch zu haben.“ Bette seufzte „Mir wäre es ja lieber gewesen, wenn Ihr nicht gleich heute fliegen müsst, aber andersherum hoffe ich ja, dass Ihr dann um so schneller wieder zurück seid.“ „Mom, ich hoffe doch, dass Du verstehst, dass ich mit Cole nach England fliege?“ fragte Emily. Bette nickte und setzte sich in einen der weichen Sessel, die in der Lounge zum verweilen einluden. „Emily mach Dir um mich keine Sorgen. Wenn es um Sam ginge, würde ich auch nicht einen Augenblick zögern und Ihn begleiten.“ Bette setzte sich neben Ihre Mutter „Du musst mir aber versprechen, dass Du gut auf Dich aufpasst und Dich schonst. Ich freue mich doch so, dass ich in ein paar Monaten eine große Schwester sein werde.“ Bette lächelte und legte Ihre Hand auf Ihren Bauch. Sam legte seinen Arm um Bette „Keine Angst Emily, ich werde auf Deine Mutter aufpassen und ich bin sicher, dass uns unsere Freunde dabei helfen werden.“ Bette sah Sam an und dann wieder Emily „Hey, ich bin nicht gebrechlich, ich bin nur schwanger.“ Sam nahm Bettes Hand „Ja, aber es ist eine Risikoschwangerschaft und Tyus hat gesagt, Du musst Dich sehr viel schonen.“ „Ja,“ seufzte Bette „ich weiß und ich versuch ja auch mein bestes, aber....“ „Kein aber,“ fiel Sam Ihr ins Wort „Du weißt was Tyus Dir gesagt hat, wenn Du Dich nicht schonst, weist er Dich wieder in die Klink ein.“ „Ja...“ bevor Bette Ihren Satz beenden konnte, wurde der Flug von Emily und Cole aufgerufen. Emily umarmte Ihre Mutter „Ich rufe an, sobald wir in London sind.“ „Ja mach das. Ich vermisse Dich jetzt schon.“ Verstohlen wischte sich Bette eine Träne aus den Augenwinkeln „Und Sie Mr. Dimples,“ wandte sie sich an Cole „passen gut auf meine Emily auf.“ „Keine Angst Bette, ich werde sie hüten wie meinen Augapfel.“ Emily umarmte auch Sam „Danke noch einmal für alles.“ „Gern geschehen, meine Kleine.“ Lächelte Sam „Ich hoffe, Du genießt trotz der Umstände die Reise nach England.“ „Ich werde Ihr auch ein paar schöne Seiten von England zeigen. Mein Vater hat einen wunderschönen Landsitz außerhalb von London. Dort gibt es viele Pferde und ich denke, dass es Emily dort gefallen wird.“ Versicherte Cole. „Werdet Ihr dort wohnen?“ fragte Bette. Cole nickte „Ja, andernfalls würde mir Miss Hampton das nie verzeihen. Sie führt den Haushalt dort und ich habe meine Ferien dort immer verbracht.“ Ein letztes Mal umarmte Emily Bette „Bis bald.“ „Bis bald“ erwiderte Bette, dann mussten Cole und Emily gehen. Sam und Bette sahen den beiden nach, bis sie hinter einer Tür verschwunden waren. „So,“ Sam nahm Bettes Hand „jetzt wird es Zeit für Dich, dass Du Dich ein wenig ausruhst. Lass uns nach Hause fahren.“ Bette nickte und folgte Sam.

Meg_Cummings

 

 

Seit Jakes vermutlicher Manipulationen an Bens Wagen und seinem Annäherungsversuch an jenem Abend distanzierte sich Meg vollkommen von ihm.
Natürlich hatte sie ihn wegen des herausgezogenen Zündkabels zur Rede gestellt, aber er stritt alles ab und bezeichnete sie sogar als paranoid, als sie ihm nicht glauben wollte. Meg war wütend, dass sie wegen ihm die Party im Deep versäumt hatte, und obwohl sie versuchte, dass sich ihre Diskrepanzen möglichst nicht auf die gemeinsamen Dreharbeiten auswirkten, bestellte Aaron sie am kommenden Tag in sein Büro.
Meg setzte sich zögernd in den ihr angebotenen Sessel und hatte sofort ein schlechtes Gewissen, als sie in das freundliche Gesicht des Produzenten blickte.
„Es tut mir leid, Aaron, ich weiß, dass ich meine Rolle in Jakes Gegenwart nicht mehr so überzeugend spiele, wie Sie es gewohnt sind, aber...“ sie überlegte, wie sie es am besten ausdrücken sollte, „die Chemie zwischen uns stimmt einfach nicht.“
Aaron lachte.
„Meg, meine Liebe, die Chemie zwischen Euch stimmt sehr wohl, das ist ja gerade das Problem, mit dem Ihr beide zu kämpfen habt. Jake hat sich anscheinend ernsthaft in Sie verguckt, und ich kann es ihm nicht verdenken. Sie finden ihn ganz sicher auch attraktiv, aber Sie haben einen ebenso attraktiven Verlobten, und Sie wollen in Kürze heiraten, während Jake versucht, das irgendwie mit seinen...“ er grinste amüsiert, „nun, sagen wir, etwas unlauteren Mitteln zu sabotieren. Meine Güte, wenn ich mir das so überlege, gibt mir das gleich wieder Stoff für eine neue Soap. Sind Sie interessiert?“
„Um Himmels willen!“ erwiderte Meg und sie lachten beide.
„Nun gut“ Aaron rieb die Handflächen aneinander und sah Meg einen Moment nachdenklich an. „Ich werde mit Jake noch einmal ein ernsthaftes Wort reden. Und Sie bleiben bitte in Zukunft so locker wie jetzt eben. Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit einem Mann wie Jake eine Firma leiten, und Ihr beiderseitiges Interesse gilt dem gemeinsamen Projekt.“
Meg verstand.
„Und um dieses Projekt zu verwirklichen, müssen wir unsere persönlichen Interessen hinten anstellen.“
Aaron nickte ernsthaft.
„Genauso ist es.“ Er lächelte. „Ihr Verlobter ist ein sehr intelligenter Mann, Meg, er wird es verstehen, denn er vertraut Ihnen. Außerdem...“ Er fuhr sich übers Kinn und warf ihr einen bedeutungsvollen Blick zu, „... habe ich noch große Pläne mit dem Mädchen aus Kansas.“
Meg starrte ihn erstaunt an.
„Mit mir? Aber... meine Rolle ist doch bald abgedreht, und ich dachte, danach...“
Aaron stand auf und kam auf sie zu.
„Ich habe beobachtet, wie Sie auf die Medien und die Fans wirken, Meg. Seitdem die Folgen im TV laufen, in denen Sie in der „California Coast Story“ mitwirken, sind die Einschaltquoten phänomenal gestiegen. Es ist selten, dass eine Laiendarstellerin so gut ankommt, Ihr Gesicht wirkt einfach phantastisch auf der Leinwand, Sie flirten auf eine Art mit der Kamera, die einfach eine Naturbegabung ist.“ Er sah Megs skeptischen Blick und nickte zur Bestätigung. „Ich glaube, Sie sind sich dessen selbst nicht bewußt, aber meine Berufung und meine Aufgabe ist es, so etwas zu erkennen und wenn möglich festzuhalten.“ Er straffte die Schultern und holte tief Luft. „Was ich Ihnen damit sagen will, ist, dass ich Sie gerne noch länger unter Vertrag nehmen würde, Meg Cummings... sehr viel länger!“

Jeany

 

 

An diesem Tag war Meg das erste Mal froh, die von Spelling Entertainment bereitgestellte Limousine in Anspruch nehmen zu können, denn in dem Sturm der gemischten Gefühle, die seit dem Gespräch mit Aaron von ihr Besitz ergriffen hatten, hätte sie sich unmöglich gleichzeitig aufs Fahren konzentrieren können. Es machte ihr auch nichts aus, dass der Chauffeur wieder besonders schweigsam war, so konnte sie wenigstens in Ruhe versuchen, ihre Gedanken zu ordnen.
Meg lehnte sich in die weichen Polster zurück und schloß die Augen.
Man hatte ihr doch wahrhaftig eben eine der Hauptrollen in der „California Coast Story“ angeboten und ihr damit den Weg geebnet für eine beispiellose TV- Karriere! Aaron hatte ihr mit seinem Angebot die Tür geöffnet, die zu den großen Stars führen würde! Aber diese Tür führte gleichzeitig auch zu den Schattenseiten des Ruhmes, dessen mußte sie sich bewußt werden. Sie würde mehr denn je im Fadenkreuz der Presse und der Öffentlichkeit stehen, und es würde kaum noch ein Privatleben für sie geben. Wollte sie das wirklich? Wollte Ben das? Hatten diese zum größten Teil erfundenen Berichte in der Presse sie beide und ihre Beziehung nicht schon genug belastet?
Meg schluckte und hatte plötzlich einen dicken Kloß im Hals.
Sie würde sich mit Ben kaum noch in der Öffentlichkeit sehen lassen können, ohne dass am nächsten Tag ein Artikel darüber in der Presse zu finden sein würde, sie konnten vielleicht nie wieder unbeschwert am Strand entlanglaufen, ohne das jemand sie verfolgte...
Aaron hatte sie darum gebeten, sich möglichst schnell zu entscheiden, da die Zeit drängte.
Noch zwei Tage bis zur Hochzeit, und bis dahin sollte ihre entgültige Entscheidung gefallen sein.
Sie mußte unbedingt mit Ben darüber reden. Sie würden gemeinsam das Für und Wider abwägen und dann zusammen entscheiden, ob sie beide bereit waren, ihr gemeinsames Leben der Karriere Megs anzupassen.
Meg nickte stumm vor sich hin. Ja, von Bens Entscheidung würde alles abhängen, denn sie wollte ihm auf keinen Fall schaden, und vor allem wollte sie eines nicht: sie wollte nie, niemals seine Liebe verlieren.

Jeany

 

 

Ben war bereits zu Hause, als sie heimkam. Er wirkte müde und abgespannt, und irgendwie ... ärgerlich. Meg lief auf ihn zu und legte ihre Arme um seinen Hals.
„Ich muß unbedingt mit Dir reden, Liebling!“ rief sie aufgeregt. Ben nickte mit zusammengepressten Lippen.
„Ja, Meg, wir sollten wirklich reden. Setz Dich.“
Überrascht von seiner Reaktion nahm sie auf dem Sofa platz und sah ihn prüfend an.
„Ben, was ist los? Hast Du irgendwas?“
„Wie war Dein Tag in L.A.?“ fragte er statt einer Antwort.
Meg lächelte verunsichert.
„Ich war mit den Dreharbeiten relativ schnell fertig, wenn es das ist, was Du wissen willst.“ erwiderte sie. „Aber dafür hat mich Aaron danach in sein Büro bestellt. Zuerst hatte ich ein total ungutes Gefühl, weil ich dachte, er ist momentan nicht sehr zufrieden mit mir...“
„Wieso sollte er nicht zufrieden mit Dir sein?“
„Na ja, ich bin immer noch ziemlich böse auf Jake wegen dem Blödsinn, den er andauernd verzapft hat, Du weist schon...“
Ben nickte.
„Ich weiß. Was hat Mr. Spelling denn gewollt?“
Meg lächelte bedeutungsvoll.
„Stell Dir vor, Ben“ platzte sie schließlich heraus, „er will mich weiterengagieren und hat mir eine der Hauptrollen in der Serie angeboten!“ Erwartungsvoll forschte sie in seinem Gesicht nach irgend einer Reaktion auf das eben Gesagte, doch es kam keine. Bens Mienenspiel verriet nicht, was er gerade dachte. Dafür traf sie sein nächster Satz um so mehr.
„Jake Williams scheint wohl immer zu erreichen, was er will.“
„Wie... meinst Du denn das?“
„Nun“ meinte Ben gedehnt, „er hat mir heute einen kurzen, aber sehr interessanten Besuch in meinem Büro abgestattet.“
Meg klappte buchstäblich der Unterkiefer herunter.
„Jake war hier?
In der Liberty Corporation? Was wollte er von Dir?”
„Oh, er wollte dies und das, aber vor allem wollte er... Dich.“

Jeany

 

 

„Was?“ Meg glaubte sich verhört zu haben. Ben grinste sarkastisch.
„Na ja, so direkt hat er es nicht gesagt, aber letztlich lief es darauf hinaus. Er erwähnte, dass Aaron Dich für sehr talentiert hält und Dich gerne weiterbeschäftigen würde, aber er sagte auch, Du bist zu sehr in Deinem Privatleben gefangen, um Dein Talent voll entfalten zu können, und ich sollte mir doch überlegen, ob ich es wirklich verantworten wolle, Dir eine großartige Karriere zu verbauen. Genau das würde ich nämlich tun, wenn ich Dich heirate.“
Meg war aufgesprungen.
„Dieser verdammte Mistkerl!“ rief sie, außer sich vor Wut und ballte die Fäuste. „Ich hätte nie gedacht, dass er so weit gehen würde!“ Sie sah Ben verunsichert an. „Du hast ihm hoffentlich kein Wort von diesem Unsinn geglaubt!“
Ben stand auf.
„Beruhige Dich. Ich habe mich nicht provozieren lassen. Im Gegenteil, ich habe ihm unmißverständlich klargemacht, dass die Entscheidung über eine mögliche Filmkarriere ganz bei Dir liegt.“
Meg stutzte und schüttelte dann entschieden den Kopf.
„Nein, das tut sie nicht. Es sollte unsere gemeinsame Entscheidung sein, Ben, denn sie wird ganz sicher einen ziemlichen Einfluß auf unser zukünftiges Leben nehmen. Ich weiß noch nicht, was ich tun werde, aber auf keinen Fall werde ich einem Vertrag zustimmen, von dem Du nicht genauso überzeugt bist wie ich.“
Anstatt einer Antwort drehte sich Ben um und trat hinaus auf die Veranda, den Blick aufs Meer hinaus gerichtet und die Hände tief in den Hosentaschen vergraben.
Meg blickte ihm nach.
Jakes Besuch hatte ihn tiefer getroffen, als er jemals zugeben würde, das war ihr klar. Sie wollte ihn auch nicht zu irgend einer Entscheidung drängen, denn sie spürte deutlich, dass er Zeit brauchte, sich über alles klar zu werden. Plötzlich wünschte sie sich mehr als alles andere, dass er sie einfach in die Arme nehmen würde.
Leise trat sie hinaus auf die Veranda und legte ihm behutsam die Hände von hinten auf die Schultern.
„Übermorgen ist die Hochzeit und ich weiß gar nicht, was ich zuerst erledigen soll!“ versuchte sie lächelnd einen umgänglichen Plauderton anzuschlagen und so die Stimmung wieder zu verbessern. Leider schien das bei ihm in der gegenwärtigen Situation eher das Gegenteil zu bewirken.
„Ach ja?“ Er lachte etwas abfällig. „Bisher hatte ich eher den Eindruck, das Ganze interessiert Dich gar nicht mehr!“
„Was?“ fragte Meg verständnislos. „Ich kann an nichts anderes denken!“
„Mh, eigenartig!“ erwiderte Ben. „Warum hast Du dann immer noch kein Hochzeitskleid?“
Meg lächelte.
„Was bringt Dich denn auf den Gedanken, ich hätte noch kein Kleid?“ fragte sie geheimnisvoll. Ben ließ sich nicht beirren.
„Es wurde nichts dergleichen vom Konto abgebucht.“
Meg holte tief Luft, drehte ihn mit sanftem Nachdruck zu sich herum und legte ihre Arme um seinen Hals.
„Vielleicht deshalb..., weil ich Dich damit überraschen wollte? Ich habe es selbst bezahlt... von meiner ersten Gage.“
„Und... wo ist es?“
„Ich habe es ins Surf Center schicken lassen. Schließlich darf der Bräutigam seine Braut am Morgen vor der Hochzeit nicht sehen!“
Ben stutzte kurz, entzog sich dann aber ihrer Umarmung. Aufseufzend trat Meg einen Schritt zurück und sah ihn einen Augenblick lang prüfend an, bevor sie kurz darauf zurück ins Zimmer trat und begann, ihre Tasche nach irgend etwas zu durchsuchen.
„Ich wollte meiner zukünftigen Frau das Hochzeitskleid bezahlen.“ nörgelte Ben und kam sich dabei so spießig vor wie noch nie, während er unruhig im Zimmer auf und ab wanderte. „Was suchst Du?“ fragte er schließlich gereizt, weil er das Gefühl hatte, Meg höre ihm überhaupt nicht zu, während sie geschäftig in den in der Tasche befindlichen Unterlagen herumwühlte.
„Ich suche Spellings private Telefonnummer.“ antwortete sie, ohne jedoch ihre Tätigkeit zu unterbrechen. „Noch habe ich nichts unterschrieben. Ich werde ihm absagen.“
Ben schnaufte höhnisch.
„Vielleicht sollten wir stattdessen die Hochzeit absagen!“ erwiderte er und erschrak zugleich über seine eigenen Worte, die ihm in der Wut so herausgerutscht waren.
Meg hielt mitten in ihrer Bewegung inne und hob langsam den Kopf. Ungläubig starrte sie ihn an.
„Was hast Du da eben gesagt?“
Ben schluckte. Vielleicht war es kindisch von ihm, auf diesen Mann eifersüchtig zu sein, der mit Meg vor der Kamera stand, der sie umarmen und küssen durfte, auch wenn das von ihrer Seite her angeblich nur gespielte Gefühle waren. Trotzdem schmerzte es, jeden Tag diese Artikel in der Klatschpresse zu lesen, diese Fotos zu sehen... und nun auch noch Jakes Besuch in seinem Büro! Sein Stolz und der ganze angestaute Frust ließen es nicht zu, dass er jetzt einen Rückzieher machte.
„Du hast schon verstanden, Meg.“ meinte er sarkastisch. „Vielleicht steht Dir ja wirklich die ganz große Karriere bevor, und ich will Dir dabei nicht im Weg sein.“
Megs Augen füllten sich mit Tränen.
„Was redest Du denn da für einen Unsinn, Ben!“ rief sie entsetzt. „Das alles bedeutet mir doch überhaupt nichts!“
„Da wäre ich mir nicht so sicher.“ Ben holte tief Luft. „Jake Williams hat mir heute immerhin einen sehr aufschlussreichen Auftritt geliefert.“ Er lächelte abfällig, als er Megs erstaunten Blick sah. „Du solltest Dir wirklich erst einmal darüber klar werden, wer oder was Dir wichtiger ist.“ meinte er und ging zur Tür. „Ich liebe Dich, Meg. Aber ich werde Dich nicht mit irgend so einem Film- Heini teilen. Niemals!“ Damit drehte er sich um und zog die Tür hinter sich ins Schloss.

Jeany

 

 

Mit einer Hand schloss Ted die Haustür auf und zog mit der anderen Hand Annie hinter sich her. Sobald sie das Haus betreten und die Tür hinter sich geschlossen hatten, drückte Ted Annie mit dem Rücken gegen die Tür und begann sie leidenschaftlich zu küssen. Den ganzen Nachmittag lang hatte Annie Ted im Büro provoziert. Zuerst hatte sie sich Ted gegenüber auf einen Stuhl gesetzt, eines Ihrer langen Beine in die Luft gestreckt und dieses nach einer Laufmasche in dem nicht vorhandenen Strumpf abgesucht. Als Ted darauf hin nicht reagiert hatte, war sie wieder aufgestanden, hatte sich noch zwei weitere Knöpfe Ihrer ohnehin schon weit ausgeschnittenen Bluse geöffnet und über die Hitze gestöhnt, bevor sie sich weit über Teds Schreibtisch gebeugt hatte, um nach einem Bleistift zu angeln. Als auch dieses nicht den gewünschten Erfolg brachte, ließ sie einige Akten fallen und bückte sich danach. Dabei achtete sie genau darauf, dass sie vorher Ihr kurzen Rock noch ein wenig höher zog, so dass Ted nun ungehindert die schwarze Spitze Ihres knappen Slips sehen konnte. Frustriert hatte Ted darauf hin seinen Computer ausgeschalten und Annie angegrinst „Komm, lass uns lieber Feierabend machen. Hier bekommen wir heute eh nichts mehr fertig.“ Wenn Ted nun aber dachte, dass er Annie damit den Wind ein wenig aus den Segeln genommen hatte, hatte er sich diesmal geirrt. Während der Heimfahrt ließ Annie immer wieder die Finger Ihrer linken Hand an der Innenseite von Teds Schenkel auf und abwandern, so dass dieser Schwierigkeiten bekam, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. All dies schoss Ted noch einmal durch den Köpf, während er Annie nun küsste. Als sie endlich atemlos von einander abließen lächelte Ted „Du bist eine kleine Hexe, weißt Du das?“ Annie grinste zurück „Komm, seit heute morgen um acht haben wir in diesem Büro festgesessen, nicht mal eine Richtige Mittagspause haben wir uns gegönnt.“ „Dafür werden wir uns jetzt einen schönen Feierabend machen.“ Antwortete Ted und hob Annie mit einem Schwung hoch. Mit langen Schritten trug er sie ins Schlafzimmer, wo er sie auf das Bett plumpsen lies. „Hey, das geht auch ein wenig vorsichtiger.“ Protestierte Annie. Ted stoppte Ihren Protest, indem er sich über sie beugte und leidenschaftlich küsste „Dann hättest Du mich vorher nicht so anheizen dürfen.“ Mit flinken Fingern begann er die restlichen Knöpfe Ihrer Bluse zu öffnen und ließ seine Hand hineingleiten. Annie lehnte sich zurück und genoss seine Berührungen auf Ihrer erhitzen Haut. Gerade als Ted Annies BH löste, begann das Telefon zu klingeln. „Oh nein, muss das jetzt sein?“ seufzte Annie. „Lass es einfach klingeln, der Anrufbeantworter schaltet sich gleich ein.“ Antwortete Ted und begann Annie zu streicheln. Und richtig wenige Augenblicke später konnten die Beiden Sams Stimme über den Anrufbeantworter hören „Ted? Annie? Seid Ihr zu Hause? Wenn ja, dann nehmt doch bitte ab, es geht um Bette.“ Verdammt stöhnte Ted, rollte sich zur Seite und nahm den Hörer ab „Ja? Was gibt es?“ gespannt lauschte er dem, was Sam am anderen Ende sagte. Annie beobachtete Ted dabei, wie sich seine Augenbraun immer mehr zusammen zogen „Und Du hältst das für eine gute Idee?“ fragte Ted und wartete Sams Antwort ab „Okay, ich werde Annie fragen, aber ich kann Dir nichts versprechen. Du weißt ja, wie sie zu Meg steht.“ Erwiderte Ted dann. „Ja, wir melden uns dann bei Euch, bye.“ Sagte er erneut nach einer kurzen Pause und legte auf. Annie hatte sich inzwischen aufgesetzt „Was ist mit mir und Meg?“ Ted setzte sich hinter Annie, so dass diese zwischen seine Beine sitzen konnte und zog sie an seine Brust „In erster Linie geht es um Deine Tante Bette. Emily musste kurzfristig verreisen und wird weder zu Megs und Saras Ladiesnight noch zur Hochzeit da sein. Sam möchte aber ungern, dass Bette alleine zur Ladiesnight geht und wollte darum fragen, ob Du Bette begleiten kannst?“ „Oh nein,“ stöhnte Annie auf „muss das sein? Ich meine Meg und ich sind eigentlich nicht die besten Freundinnen.“ „Warum hast Du eigentlich etwas gegen Meg? Sie ist doch so eine nette Person.“ Wollte Ted wissen. „Ja, ja, ist ja schon klar, dass auch Du auf der Seite von Miss Sunshine stehst.“ Trotzig kreuzte Annie Ihre Arme vor Ihrer Brust. Ted legte seine Arme um Annie und küsste Ihren Nacken „Wer sagt, dass ich auf Megs Seite bin. Ich wollte doch nur wissen, warum Du sie nicht leiden kannst.“ „Ganz einfach, sie hat mir Ben weggenommen!“ brachte Annie hervor. „Du warst mal mit Ben zusammen?“ wollte Ted nun wissen „Davon hat er mir ja gar nichts gesagt.“ „Nun ja, direkt zusammen waren wir nicht gerade,“ gab Annie zu „aber ich habe jahrelang daran gearbeitet. Kaum aber tauchte Miss Sunshine hier in Sunset Beach auf, hat sie auch schon Ben den Kopf verdreht und Ihn mir vor meiner Nase weggeschnappt. Ted konnte sich ein leises Glucksen nicht verkneifen „So, dann bist Du also auf Meg nur Eifersüchtig.“ „Bin ich nicht!“ leugnete Annie. Ted drehte Annie zu sich herum „Bist Du doch. Und eigentlich müsste ich deswegen nun verletzt sein.“ Ted sah Annie ernst an „Sag mal ganz ehrlich, würdest Du Ben mir immer noch vorziehen?“ Annie überlegte einen Augenblick und schüttelte dann langsam Ihren Kopf „Nein, mir gefällt mein Leben so, wie es jetzt ist.“ Ted hob Annies Kinn an „Gut, mir gefällt es nämlich auch.“ Sanft küsste er Annie auf die Lippen „Dann dürftest Du doch auch kein Problem damit haben, mit Bette zu der Party zu gehen. Ben und Meg werden in zwei Tagen heiraten und da Ben mein Bruder ist, werden wir öfter mit den Beiden zusammen kommen. Du solltest Dich also an Meg gewöhnen.“ Annie seufzte „Du hast ja recht. Also gut, ich werde Tante Bette begleiten.“ „Das ist meine Annie.“ Lächelte Ted und zog Annie zu sich heran „Und nun lass uns da weiter machen, wo das Telefon uns unterbrochen hat.“

Meg_Cummings

 

 

„Gib mir einen Drink, aber einen Doppelten!“ knurrte Ben Mark an, der heute mal wieder hinter der Bar stand.
„Was ist denn mit Dir los?“ fragte Mark erstaunt und schob Ben das Glas über die Theke, das dieser mit einem Zug leerte.
„Das geht Dich nichts an. Noch einen...“ Ben schien für seine Umwelt keinen Blick zu haben, sondern starrte nur wütend vor sich hin. Mark beobachtete ihn, während er den zweiten Drink einschenkte. Irgend etwas Schwerwiegendes mußte geschehen sein, wenn Ben sich so benahm. Das war doch sonst überhaupt nicht seine Art...
Beunruhigt drückte Mark auf den kleinen Knopf unter der Theke, der mit Dereks Büro verbunden und für Notfälle vorbehalten war. Eine halbe Minute später erschien Derek unten und sah Mark fragend an. Der deutete mit einer unauffälligen Kopfbewegung hinüber zu Ben, der unablässig in sein Glas stierte. Derek nickte Mark zu und ging hinüber zu seinem Zwillingsbruder.
Er setzte sich neben ihn auf einen der Barhocker und sah sich kurz um. Das Deep war um diese Zeit noch fast leer, nur zwei Tische weiter hinten waren besetzt.
Ben schien Derek gar nicht zu bemerken. Er hob sein Glas und verlangte von Mark einen weiteren Drink.
„Scheint so, als hättest Du vor, heute schon Deinen Abschied vom Junggesellendasein zu feiern!“ bemerkte Derek trocken. „Die Party ist aber erst morgen!“
Ben lachte.
„Hallo Bruderherz... ja, Abschied ist gut. Aber nicht von meinem Leben als Single, sondern von der Frau, die ich liebe... von Meg...“
„Was?“ Derek glaubte, nicht richtig verstanden zu haben. „Bist Du noch bei Trost?“
„Nein...“ antwortete Ben und lachte wieder. Es war ein bitteres Lachen. Mark kam mit dem nachgefüllten Glas herüber und sah Derek fragend an. Der nahm den Drink und hielt ihn fest in der Hand.
„Gib schon her!“ befahl Ben.
„Erst, wenn Du mir endlich sagst, was los ist!“
„Was soll los sein, sie hat andere Pläne, auch wenn sie es nicht zugibt. Sie wird berühmt und dieser Kerl, mit dem sie ständig zusammen ist, streckt seine Krallen nach ihr aus. Was soll ich tun?“ Er nahm dem verblüfften Derek einfach das Glas aus der Hand und schüttete den Inhalt in einem Zug hinunter. „Ich räume das Feld... ich will ihr nicht im Wege stehen...“ meinte er mit schon etwas schwerer Zunge.
Derek starrte ihn an.
„Bist Du übergeschnappt? Weißt Du, was für einen Stuss Du da faselst, Mann?“ Er packte Ben am Arm. „Komm mit hinauf in mein Büro, wir müssen reden.“
„Ich will aber nicht reden...“ widersetzte sich Ben. „Ich will mich betrinken, dann geht’s mir vielleicht besser!“ Damit riß er sich los und stand auf. „Und wenn Du mich nicht läßt, dann geh ich eben woandershin!“
„Okay“ antwortete Derek völlig ruhig und stand ebenfalls auf. Dann holte er unerwarteter Weise kurz Schwung und versetzte seinem Bruder einen wohlgezielten K.O.- Schlag auf die Kinnspitze, so dass dieser umgehend wegsackte. Blitzschnell fing er ihn auf und lud ihn sich über seine Schulter.
„Los Mark, mach mal oben die Tür auf“ ächzte er.
Die Besucher hinten an den Tischen waren aufmerksam geworden, aber Derek lachte ihnen trotz der Last, die er zu schleppen hatte, gespielt fröhlich zu. „Alles in Ordnung Leute, nur ein kleiner Familienstreit.“
Oben ließ er den bewußtlosen Ben auf die Couch fallen. Er holte ein nasses Tuch und legte es ihm auf die Stirn. Langsam kam Ben wieder zu sich.
„Was... was ist los?“ fragte er verwirrt und rieb sich sein schmerzendes Kinn, während er sich erstaunt umblickte.
Derek saß grinsend auf der Kante seines Schreibtisches.
„Das, mein Lieber, will ich jetzt von Dir hören!“

Jeany

 

 

Es waren eine Menge Tränen geflossen, Tränen der Wut und Enttäuschung, aber auch der Angst um ihre Beziehung zu Ben, die ihr mehr als alles andere bedeutete. Meg hatte ihn noch nie so erlebt...
Und dann irgendwann fiel ihr Blick auf die Illustrierten, die sich auf Bens Schreibtisch stapelten. Seit wann kaufte er denn so was? Irritiert griff sie danach und begann darin zu blättern, aber schon nach den ersten Seiten sprangen ihr Schlagzeilen ins Auge, die ihr die Luft nahmen... Jetzt begann sie zu begreifen, warum Ben so reagiert hatte! Diese verdammte Klatschpresse dichtete ihr doch wirklich immer noch ein Verhältnis mit Jake Williams an, in allen Einzelheiten, mit Fotos belegt, von denen sie lieber nicht wissen wollte, wie sie entstanden waren... und dann war Jake heute auch noch in Bens Büro aufgetaucht und hatte es sicher meisterhaft verstanden, mit seinem Besuch zusätzlich Salz in dessen Wunden zu streuen... Verdammt! Meg presste die Lippen zusammen, um nicht laut zu schreien. Sie hatte sich nichts, nicht den kleinsten Fehltritt geleistet, hatte Jake erfolgreich auf Distanz gehalten, zumindest war sie bis eben davon überzeugt gewesen... aber was hier alles hinter ihrem Rücken geschah, das war das Letzte... kein Wunder, dass Ben ihr nicht mehr vertraute!
„Jetzt ist Schluss!“ rief sie und warf die Zeitungen wütend in die Ecke. Mit zitternden Händen wählte sie die Handynummer von Jake.
Er nahm sofort ab, als hätte er ihren Anruf erwartet.
„Nun meine Süße, hast Du etwas auf dem Herzen?“ fragte er honigsüß.
„Allerdings!“ fauchte sie. „Ich verlange von Dir, dass bis morgen in allen Illustrierten eine Gegendarstellung von Dir erscheint, die unser angebliches Verhältnis eindeutig dementiert!“
„Was?“ rief er scheinbar erstaunt. „Meg, ich versichere Dir, ich habe diese Gerüchte nicht in die Welt gesetzt!“
„Mag sein, aber Du hast auch nichts getan, um sie in diversen Interviews, die Du der Presse gegeben hast, abzustreiten!“
„Sag mal ...“ meinte er gedehnt, und sie konnte förmlich sehen, wie er grinste, „was ist eigentlich so verkehrt daran? Laß doch die Leute denken, was sie wollen, das belebt das Geschäft! Immerhin haben wir traumhafte Einschaltquoten!“
„Nicht mehr lange, Jake.“ antwortete sie entschlossen und plötzlich wußte sie genau, was sie zu tun hatte. „Dein Besuch heute hier in Sunset Beach hat mir die Entscheidung leichtgemacht. Ich steige aus, es ist vorbei!“
„Meg! Das ist nicht Dein Ernst! Komm, sei doch vernünftig, laß uns reden...“ versuchte er sofort einzulenken, doch sie hatte sich entschieden.
„Es gibt nichts mehr zu reden, Jake. Meine Gastrolle ist abgedreht, mein Vertrag erfüllt. Damit ist die Sache gelaufen. Ich bin sicher, Ihr findet schnell Ersatz für mich.“
„Für Dich gibt es keinen Ersatz.“ antwortete er aufgeregt und Meg lächelte. Der große Jake Williams zeigte Gefühle...
„Es tut mir leid, aber das ist nicht mein Problem!“ erwiderte sie kalt. „Ich werde Aaron morgen anrufen und ihm meine Entscheidung mitteilen. Und übermorgen werde ich heiraten.“
„Zumindest hoffe ich das...“ fügte sie in Gedanken hinzu.
„Meg...“ Jake suchte verzweifelt nach Worten. „Du wirst das sicher bereuen, bitte tu das nicht...“ bat er und war sich selbst nicht sicher, welche ihrer beiden letzten Aussagen ihn mehr in Panik versetzte, ihr Ausstieg aus der Serie oder die Tatsache, dass sie heiraten wollte. „Alles Gute, Jake.“ antwortete sie mit fester Stimme und legte auf.
Sie lehnte sich zurück und schloß die Augen. Mit einem Mal fühlte sie sich erleichtert, aber zugleich auch ausgelaugt und vollkommen erledigt. Als sie die Augen öffnete, begann sich das Zimmer zu drehen.
Sie ließ den Kopf in die Kissen auf dem Sofa fallen und legte die Beine hoch.
„Ich muß wirklich ein bisschen kürzer treten“ dachte sie beunruhigt. „Die letzten Wochen waren der Wahnsinn...“
Als es ihr etwas besser ging, griff sie zum Telefon und wählte Raes Nummer in der Klinik.
„Hallo Rae“ sagte sie, sichtlich erleichtert, die Stimme der jungen Ärztin zu hören, „sag mal, hast Du heute vielleicht noch einen Termin für mich frei?... Nein, keine Bange, es fehlt mir nichts, die Dreharbeiten haben mich etwas mitgenommen und ich will nur zur Hochzeit wieder richtig fit sein. ... danke Rae, ich bin in einer halben Stunde da.“
Mit immer noch etwas wackligen Knien stand sie auf, zog sich um und machte sich auf den Weg ins Sunset Memorial.

Jeany

 

 

Sara und Caroline saßen am späten Nachmittag auf dem Sofa und tauschten gemeinsame Erinnerungen aus, als sie durch das Schellen der Türglocke aufgeschreckt wurden. "Das wird bestimmt mein Hochzeitskleid sein!" rief Sara, während sie vom Sofa aufsprang und eilig zur Tür lief. Erwartungsvoll öffnete sie, doch wer da vor ihr stand war nicht etwa der Bote vom Brautsalon sondern kein geringerer als Brian. "Hi Sara," sagte er leicht verlegen. Er räusperte sich. "Ich hoffe, ich störe nicht?" Es war mehr eine Frage als eine Feststellung, und Sara schüttelte den Kopf. "Nein, überhaupt nicht. Komm doch rein!" Sara machte eine einladende Handbewegung, und Brian trat ein. Als er Caroline sah, hellte sich sein Gesicht gleich noch ein bisschen mehr auf. "Was führt Dich hierher?" platzte sie direkt heraus, und Sara musste sich ein Schmunzeln verkneifen. "Wenn Ihr mich entschuldigen würdet," sagte sie, während sie zur Treppe ging. "Ich habe oben noch einiges zu erledigen." Caroline warf Sara einen hilflosen Blick zu, den diese völlig zu ignorieren schien. Brian kratzte sich verlegen am Kopf. "Ich kam zufällig vorbei, und da dachte ich, daß ich auch gleich mal anklingeln könnte ..." Er lächelte, und Caroline fühlte, wie ihr Herz einen Satz machte. "Das - das ist wirklich nett," stotterte sie. Wieso nur fühlte sie sich in seiner Gegenwart nur so befangen? Bei der Party und am Strand war sie viel lockerer gewesen. Aber damals hatte sie auch schon einige Gläser Champagner getrunken, und im "Deep" hatte man durch das diffuse Licht auch nicht jedes Detail erkennen können. Das erste Mal sah sie Brian bei Tageslicht und ihr gefiel, was sie sah. Er strich sich gerade eine widerspenstige Strähne aus der Stirn, und ihr fiel auf, daß er schöne schlanke Hände hatte. Außerdem erschienen zwei niedliche Grübchen auf seinen Wangen, wenn er lächelte. Nachdem sie ihn eine Weile nur angestarrt hatte, erinnerte sie sich wieder an ihre guten Manieren. "Ich bin unhöflich ... Möchtest Du Dich setzen?" fragte sie. Brian schüttelte den Kopf. "Nein, ich dachte, daß wir vielleicht ein wenig spazieren gehen könnten. War doch ganz nett neulich Nacht, fand ich ..." Er grinste sie schelmisch an, und Caroline fühlte, wie sie errötete. "Ja, es war sehr schön ..." bestätigte sie. "Ich sage Sara bescheid, und dann können wir gehen." Schnell rannte sie die Treppe hinauf, um sich von Sara abzumelden. "Viel Glück!" rief diese ihr hinterher, als Caroline anschließend wieder aufgeregt die Treppe nach unten lief. "Bist Du fertig?" wollte Brian wissen. Caroline nickte. "Fertig! Wir können gehen." Sie zog ihre Jacke über, öffnete die Tür, und gemeinsam verließen Brian und Caroline das Haus.

Mona

 

 

Während die beiden am Strand spazieren gingen und sich angeregt unterhielten, vergasen sie alles um sich herum. Sie bemerkten nicht, daß sie sich immer weiter vom Hauptweg entfernten und sich das Landschaftsbild langsam veränderte. Schließlich türmte sich ein riesiges Felsgewölbe vor ihnen auf.. "Wo sind wir hier?" fragte Caroline unsicher und schaute sich um. "Wo ist das Meer?" "Ich weiß nicht," gab Brian zu. Er drehte den Kopf ebenfalls in alle Richtungen. "Ich war hier noch nie." Caroline sah ihn empört an. "Ich denke, Du kennst den Strand und das Meer wie Deine Westentasche!" lästerte sie. Brian grinste verlegen. "Dieser Teil muß mir irgendwie entgangen sein." Er schaute sich wieder um und schüttelte dann den Kopf. "Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wo wir hier sind, geschweige denn, wie wir wieder zurückfinden sollen." Seufzend ließ sich Caroline auf einem Felsbrocken nieder. "Schöner Schlammassel!" sagte sie. "Und was machen wir jetzt?" Brian setzte sich neben sie. "Du hast nicht zufällig ein Handy dabei?" fragte er hoffnungsvoll. Caroline schüttelte den Kopf. "Wenn Du mir vorher gesagt hättest, daß wir uns verlaufen würden, hätte ich bestimmt eins eingesteckt," meinte sie sarkastisch. Sie hob den Kopf und stellte erstaunt fest, daß sich der Himmel bereits zu verfärben begann. "In einer Stunde ist es hier zappenduster," stellte sie frustriert fest. Brian griff nach ihrer Hand. "Hast Du Angst?" fragte er mit sanfter Stimme. Caroline sah ihn überrascht an. Zu ihrem großen Erstaunen fühlte sie tatsächlich keine Angst. Sie war vielmehr wütend, daß sie überhaupt in eine solche Situation kommen konnten. "Wie spät ist es?" fragte sie. Brian schaute auf seine Uhr. "18.25 Uhr." Caroline zog ihre Jacke enger um sich. "Wie sind die Nächte hier?" fragte sie. Brian sah sie fragend an. "Ich meine, ob es kalt wird sobald die Sonne verschwunden ist?" Sie schüttelte sich. "In Ludlow ist es manchmal so kalt, daß man seinen eigenen Atem sehen kann." Brian griff in seine Hosentasche und zog ein Feuerzeug hervor. "Voila! Für den Fall wäre vorgesorgt," meinte er schmunzelnd. "Ich war zwar nie bei den Pfadfindern, aber ich glaube schon, daß ich ein Lagerfeuer machen kann." Caroline stand auf und streckte sich. "Ungemein beruhigend!" stellte sie mit einem ironischen Unterton fest. "Zumindest können wir dann nicht mehr erfrieren!" Brian ließ sich wieder neben Caroline nieder. "So hatte ich mir unser erstes Rendezvous eigentlich nicht vorgestellt," seufzte er. Caroline nickte. "Ich auch nicht," sagte sie traurig. Sie spürte plötzlich, wie Brian seinen Arm um sie legte. Vertrauensvoll ließ sie ihren Kopf gegen seine Schulter sinken. "Meinst Du, das uns hier jemand findet?" fragte sie leise. Brian zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung ..." Er drehte sich zu Caroline um. "Wenn wir das hier überstehen musst Du mir etwas versprechen." Caroline hob erstaunt den Kopf. "Was denn?" fragte sie neugierig. Brian atmete tief durch, bevor er ihr die Antwort gab. "Wenn wir das nächste Mal einen Strandspaziergang machen, vergiß bloß nicht, Dein Handy vorher einzustecken!" Trotz der angespannten Situation musste Caroline plötzlich lächeln, und während sie sich enger an Brian's Schulter schmiegte, verschwand die Sonne langsam hinter dem Horizont.

Mona

 

 

Rae führte eine sehr gründliche Untersuchung durch, nachdem sie erschrocken festgestellt hatte, wie blass Meg wirkte, und dass ihr Blutdruck viel zu hoch war.
„Das ist doch wirklich nicht nötig, Rae“ widersprach Meg, als die Ärztin anordnete, man solle ihr Blut abnehmen, um wirklich sicherzugehen, dass alles nur eine Folge der Überanstrengung sei. „Gib mir ein Schreiben mit, dass Du mich zur Zeit für arbeitunfähig hälst,“ bat sie schließlich, „dann wird man mir morgen am Drehort keine Probleme machen, wenn ich meinen Vertrag nicht verlängern will.“
„Du willst aussteigen?“ fragte Rae erstaunt und legte ihr Stethoskop weg. Meg nickte.
„Ja, ich mach Schluß mit den Dreharbeiten.“
„Und warum?“
Meg lächelte wehmütig.
„Weißt Du Rae, es war eine schöne Zeit, aber mein Glück und meine Privatsphäre sind mir wichtiger. Die letzte Zeit war nicht nur für mich anstrengend, auch Ben mußte allerhand einstecken. Wenn ich nur an diverse Berichte in der Presse denke...“
Rae nickte verstehend.
„Ja, ich glaube, ich weiß, was Du meinst.“
Meg atmete tief durch.
„Na siehst Du, es hat sich also schon bis ins gute alte Sunset Memorial herumgesprochen, dass man mir eine Affäre mit Jake Williams andichtet. Ich möchte nicht, dass Ben auch noch darunter leidet, er bedeutet mir so viel...“
Rae legte Meg ihre Hand auf die Schulter.
„Du hast recht, ich glaube, ich würde mich genauso entscheiden.“
Meg lächelte.
„Das hast Du doch schon getan.“
„Wie meinst Du das?“ fragte Rae erstaunt.
„Nun, indem Du Deine Karriere in L.A. aufgegeben und wegen Casey zurück nach Sunset Beach gekommen bist.“ erinnerte Meg. „Ich fand das großartig von Dir.“
Rae nickte.
„Soll ich Dir was sagen? Es ist mir überhaupt nicht schwergefallen, im Gegenteil. Und ich hab meine Entscheidung keine Sekunde lang bereut.“
„Siehst Du, und genauso geht es mir jetzt. Ich weiß, ich tue genau das Richtige.“
Die beiden sahen sich an und wußten, dass sie in diesem Augenblick viel gemeinsam hatten.
Rae begleitete Meg zur Tür.
„Ich rufe Dich an, sobald ich das Ergebnis Deiner Blutuntersuchung aus dem Labor vorliegen habe.“ versprach sie. „Und bis dahin solltest Du Dir etwas Ruhe gönnen, damit Du an Deinem großen Tag übermorgen absolut fit bist!“

Jeany

 

 

Meg ging zum Strand hinunter und setzt sich am Pier auf eine der Bänke. Sie schloß die Augen und spürte die wohltuende Wärme der letzten Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. In Gedanken ließ sie all die schönen Erlebnisse mit Ben an sich vorüberziehen, ihre erste Begegnung am Strand bei Sonnenuntergang, ihr gemeinsamer Ausflug nach L.A., die Party bei den Richards, und wie Ben sie danach auf dem Heimweg am Strand zum ersten Mal geküßt hatte, die erste gemeinsame Nacht in seinem Haus, der erste Streit und die wundervolle Versöhnung auf Catalina, die Abenteuer auf Hawaii... Dabei ging ihr ein Lovesong, den sie kürzlich im Radio gehört hatte, nicht aus dem Sinn: „This love is unbreakabel...“
“Hoffentlich ist sie das.” dachte sie und seufzte, während die Sonne am Horizont den Himmel tiefrot färbte und dabei langsam im Meer versank...
Sie schreckte aus ihren Gedanken, als sich eine Hand auf ihre Schulter legte...

Im ersten Augenblick glaubte Meg, dass Ben zu ihr zurückgekommen wäre, aber es war Derek, der sich lächelnd neben sie setzte.
„Nun guck nicht so enttäuscht.“ meinte er gutmütig. „ich bin froh, dass ich Dich gefunden habe.“
„Was ist denn los?“ fragte Meg beunruhigt. „Weißt Du, wo Ben ist?“
„Allerdings.“ grinste Derek. „Und ich weiß auch, dass Ihr ein paar Probleme habt, und das auch noch kurz vor der Hochzeit.“
Meg seufzte.
„Ja, und ich bin daran schuld. Ich habe Ben bisher noch nie so wütend erlebt. Ich glaube, ich habe ihm zuviel zugemutet mit meiner Filmerei.“ Sie sah Derek entschlossen an. „Aber damit ist Schluß. Ich werde meinen Vertrag bei Spelling Entertainment nicht verlängern. Jake weiß es schon, und mit Aaron rede ich morgen persönlich. Ich hoffe nur, es ist noch nicht zu spät...“
Derek legte seinen Arm um Meg.
„Du mußt Ben wirklich lieben, wenn Du so eine Karriere einfach aufgibst.“
Meg lächelte.
„Ja, ich liebe ihn über alles. Dieses ganze Theater um die Serie bedeutet mir rein gar nichts, ebenso wenig wie mir Jake Williams etwas bedeutet. Mein Fehler war, die Macht der Medien zu unterschätzen und dazu einen Mann, der es gewohnt ist, alles zu bekommen, was er will.“
„Tja, dann kann ich Ben ja nach Hause schicken, wenn er seinen Rausch ausgeschlafen hat.“
Meg zog erstaunt die Stirn in Falten.
„Seinen Rausch?“
„Nun ja“ erklärte Derek vorsichtig, „mein lieber Bruder wollte wohl seinen ganzen Herzschmerz heute abend in Alkohol ertränken, und ich brauchte einige... nun, sagen wir... schlagkräftige Argumente, um ihn halbwegs davon abzuhalten.“ Er schlug andeutungsweise mit der einen Faust in seine andere Handfläche. Meg sah ihn erschrocken an.
„Oh nein... willst Du damit sagen, Du hast ihn... Derek!“
Er lachte.
„Keine Angst, er lebt ja noch, und auf ein blaues Auge hab ich aufgrund der bevorstehenden Feierlichkeiten auch verzichtet. Allerdings...“ er rieb sich andeutungsweise das Kinn und grinste, „kann es durchaus sein, dass ihm das Wörtchen „Ja“ vor dem Altar noch einige Schmerzen bereitet...“
Meg knuffte ihn in die Seite und sie lachten beide.
„Du solltest jetzt nach Hause gehen, Meg“ meinte Derek fürsorglich. „Ich bin sicher, Ben wird sofort heimkommen, wenn er sich besser fühlt. Spätestens morgen hast Du ihn wieder!“
Meg nickte, stand auf und küßte ihren zukünftigen Schwager auf die Wange.
„Danke Derek.“

Einigermaßen beruhigt ging Meg nach Hause. Dort angekommen, hörte sie als erstes den Anrufbeantworter ab. Rae hatte von der Klinik aus angerufen.
Obwohl Ben noch nicht nach Hause gekommen war, schlief Meg an diesem Abend mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen ein.

Jeany

 

 

Ein diskretes Räuspern riß Caroline aus ihren Träumen. Überrascht stellte sie fest, daß sie tatsächlich an Brian's Schulter eingeschlafen war. "Caroline, ich glaube, da kommt jemand!" sagte Brian aufgeregt. Langsam richtete sie sich auf und starrte in die Dunkelheit, doch so sehr sie sich auch anstrengte, sie konnte nichts erkennen. "Bist Du sicher?" fragte sie skeptisch, doch im selben Augenblick sah sie einen Lichtschein. "Du hast recht," flüsterte sie, während sie sich enger an Brian drückte. Jetzt hatte sie tatsächlich Angst. Der Lichtschein kam näher, und Caroline hielt unwillkürlich den Atem an. Sie spürte, wie Brian's Anspannung zunahm und sich sein Armdruck verstärkte, als wollte er sie vor dem Fremden in Schutz nehmen. "Hallo?" hörten sie eine männliche Stimme fragen. "Ist dort jemand?" Die Person kam näher, und plötzlich schauten Caroline und Brian in den grellen Kegel einer Taschenlampe. Von der Helligkeit geblendet, stieß Caroline einen tiefen Seufzer aus. Brian ließ sie los und stand auf. "Hey, Mann, müssen Sie uns direkt in die Augen leuchten?" fragte er ungehalten. "Wer sind Sie?" Der Mann richtete die Taschenlampe auf sich, und im diffusen Licht konnte Caroline einen uniformierten Beamten erkennen. "Officer ..." stammelte sie erleichtert. "Wir - wir haben uns verlaufen." Der Polizeibeamte sah die beiden skeptisch an. "So, so," meinte er," verlaufen." Wo kommen Sie beide denn her?" wollte er wissen. Brian gab ihm bereitwillig Auskunft. Auch er war erleichtert darüber, daß nun Hilfe zur Stelle war. "Sie haben Glück," sagte der Beamte. "Ich mache diese Runde normalerweise nur einmal im Monat. Hier verirrt sich sonst auch niemand hin ..." Er nahm seine Mütze ab und kratzte sich am Kopf. "Mein Wagen steht etwas weiter oberhalb. Wenn ich Ihnen leuchte, meinen Sie, daß Sie mir folgen können?" Caroline und Brian nickten beide heftig. "Dann kommen Sie!" Wie selbstverständlich ergriff Brian Caroline's Hand, während sie dem Polizeibeamten zu seinem Einsatzfahrzeug folgten.

Mona

 

 

"Vielen Dank!" Caroline gab dem Polizisten die Hand und stieg aus. Er hatte sie wohlbehalten nach Hause gebracht. "Gern geschehen," sagte dieser. "Und denken Sie beim nächsten Mal daran, daß sie einen Kompass oder ähnliches mitnehmen, wenn sie am Strand spazieren gehen." Er zwinkerte Caroline zu und drehte sich dann zu Brian um. "So, junger Mann, und wo darf ich Sie absetzen?" Statt eine Antwort zu geben, stieg Brian ebenfalls aus und ging zu Caroline hinüber. Vorsichtig ergriff er ihre Hände, während er ihr tief in die Augen sah. "Gute Nacht!" sagte er leise, und noch bevor Caroline etwas erwidern konnte, beugte er sich zu ihr herab und sie fühlte, wie seine Lippen die ihren berührten. Sie schloß die Augen und erwiderte den Kuß. Ein warmes Gefühl tiefer Geborgenheit durchflutete sie, und sie wünschte, daß dieser Kuß nie enden würde, doch die Stimme des Polizeibeamten brachte sie in die Wirklichkeit zurück. "Entschuldigt, Kinder, aber ich muß mich mal so langsam wieder an die Arbeit machen!" Brian ließ Caroline widerstrebend los und ging zum Wagen zurück. Der Polizeibeamte startete den Motor. Caroline sah, wie Brian einige Worte formte, während er ihr zum Abschied winkte. Obwohl sie nicht verstand, was er sagte, konnte sie den Inhalt der Worte erahnen. "Ich liebe Dich auch!" flüsterte sie, während sie dem Wagen hinterher sah, der langsam vom Hof rollte.

Mona

 

 

Sara war schon in heller Aufregung, als Caroline das Haus betrat. "Mein Gott, Caroline, ich habe mir schon Sorgen gemacht! Wo bist Du denn nur gewesen?" Caroline unterdrückte mühsam ein Gähnen. "Brian und ich sind am Strand spazieren gegangen, und da haben wir wohl die Zeit vergessen," sagte sie mit einer Unschuldsmiene. "Das scheint mir so," meinte Sara kopfschüttelnd. "Weißt Du eigentlich, wie spät es ist?" Zaghaft schüttelte Caroline den Kopf. "Es ist schon nach Mitternacht!" klärte Sara sie auf. "Na ja ..." Sie sah, wie blass und müde Caroline aussah. "Wir reden morgen weiter. War es denn wenigstens nett mit Brian?" fragte sie schmunzelnd. Carolines Augen bekamen ein seliges Leuchten. "Ja, und weißt Du was? - Ich glaube, er hat sich in mich verliebt!" sagte sie glücklich. Sara klatschte begeistert in die Hände. "Das ist ja wundervoll! Ich freue mich für Dich ... ich meine ... für Euch!" Sie lächelte. "So, dann gehe ich jetzt auch mal ins Bett." Sie streckte sich und gähnte. "Derek wird sicher auch bald kommen." "Warte - ich komme mit!" Sara und Caroline gingen gemeinsam die Treppe hinauf. "Morgen erzähle ich Dir alles," versprach Caroline ihrer Freundin. "Gute Nacht, Sara!" "Gute Nacht, Caroline ... und angenehme Träume!" wünschten sich beide gegenseitig, bevor jede auf ihrem Zimmer verschwand.

Mona

 

 

Ted war gerade auf dem Rückweg vom Yachthafen, wo er für den heutigen Junggesellenabschied noch ein paar letzte Details abklären musste, als sein Handy klingelte. Er stoppte am Straßenrand und holte sein Handy aus seiner Jackentasche. „Evans“ beantwortete er den Anruf. „Hi Ted, hier ist Sam. Wo bist Du gerade?“ hörte Ted Sams Stimme. „Ich war gerade am Yachthafen und habe die letzten Details abgeklärt.“ Antwortete Ted „Gut, es gibt da nämlich ein Problem.“ Sagte Sam. „Was für ein Problem?“ wollte Ted wissen. „Eigentlich müsste ich schon auf den Weg zum Flughafen sein, um unsere Überraschungsgäste abzuholen, aber ich sitze hier fest, da es mit der Getränkelieferung Probleme gibt. Könntest Du die beiden vielleicht am Flughafen abholen und ins Hotel bringen?“ fragte Sam. „Kein Problem, wann genau landen sie denn?“ wollte Ted nun wissen. „Um 10:25 Uhr. Ich denke, Du wirst sie gleich erkennen. Ein ungleicheres Paar gibt es wohl kaum. Thomas Magnum hat eine Vorliebe für bunte Hawaiihemden und Higgins ist immer ganz korrekt gekleidet. Außerdem ist er um einiges kleiner, als Thomas.“ „Ich werde sie schon finden, notfalls lasse ich sie einfach ausrufen.“ Antwortete Ted und sah auf seine Uhr „Aber ich sollte mich jetzt sputen, da ich noch quer durch die Stadt fahren muss, um zum Flughafen zu kommen.“ „Okay, ich will Dich nicht aufhalten. Am besten bringst Du unsere Gäste dann gleich ins Sunset Inn, aber vergiss nicht, dass sie dort als Mr. Miller und Mr. Smith angemeldet sind.“ Informierte Sam Ted. „Alle klar, wir sehen uns dann später.“ Antwortete Ted. „Ja, bis später.“ Sagte Sam und legte auf. Ted steckte das Handy in seine Jackentasche zurück, fädelte sich wieder in den fließenden Verkehr ein und fuhr in Richtung Flughafen davon.

Meg_Cummings

 

 

Als Ted am Flughafen ankam, stellte er seufzend fest, dass der Parkplatz mal wieder überfüllt war. Fast zehn Minuten brauchte er, um einen Parkplatz zu finden. Als er endlich ausstieg und Richtung Eingang des Terminals ging, stellte er mit einem Blick auf seine Uhr fest, dass der Flug von Honolulu bereits vor fünf Minuten gelandet sein müsste. Schnell sah er auf der Anzeigentafel nach, zu welchem Gate er gehen musste. „Gate F, natürlich das, was am weitesten weg ist.“ Stöhnte Ted auf und ging mit langen Schritten durch das Terminal. Als er bei Gate F ankam, kamen gerade die ersten Passagiere durch die Abfertigung heraus. Es dauerte nicht lange, bis Ted zwei Männer auffielen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Der eine Mann, hochgewachsen, mit einem buschigen Schnurrbart, war mit einem knallroten Hawaiihemd und Jeansshorts bekleidet. Dazu trug er ein Paar ausgetretene Turnschuhe, deren Ursprungsfarbe wohl mal weiß gewesen sein muss. Über seiner rechten Schulter hatte er lässig einen grünen Seesack geworfen. Er redete unaufhörlich auf seinen Begleiter ein, der ganz korrekt mit einem dunkelblauen Blazer und beigen Hosen, mit akkurater Bügelfalte, gekleidet war. In seiner rechten Hand trug er einen kleinen, aber sehr elegant aussehenden Lederkoffer und eine passende Umhängetasche hatte er auf der rechten Schulter. Ted war sich sicher, dass es sich bei den beiden um Thomas Magnum und Higgins handeln musste. Er schritt auf die beiden zu und stoppte direkt vor Ihnen „Entschuldigen Sie bitte, aber sind Sie Mr. Magnum und Mr. Higgins?“ Der größere der beiden angesprochenen setzte seinen Seesack ab „Ja, ich bin Thomas Magnum und das hier ist Higgins.“ Ted reichte Ihm die Hand „Dann herzlich willkommen in Sunset Beach. Ich bin Ted Evans. Sam ist leider verhindert und konnte sie nicht abholen, darum hat er mich geschickt, damit ich Sie in Ihr Hotel bringen kann.“ Erklärte Ted und reichte auch Higgins seine Hand. „Ist das alles, was Sie an Gepäck haben, Mr. Magnum?“ „Nennen Sie mich einfach Thomas, niemand sagt Mr. Magnum zu mir. Und ja, das ist alles was wir dabei haben.“ „Gut,“ nickte Ted „denn ich bin nur mit meinem Porsche hier, da ist nicht soviel Platz für Gepäck, aber ich denke, dass werden wir unterbekommen.“ Die drei Männer gingen zum Ausgang des Terminals und schon bald standen sie vor Teds schwarzem Porsche. „Wow, ein schickes Fahrzeug.“ Nickte Thomas bewundernd „Ich selber fahre ja einen roten Ferrari.“ „Leider,“ murmelte Higgins „ich kann bis heute nicht verstehen, warum Master Robin Ihnen überhaupt erlaubt, seinen teuren Wagen zu fahren.“ „Am besten klappe ich das Verdeck runter,“ sagte Ted „dann ist hinten mehr Platz.“ Mit ein paar geübten Handgriffen, war das Verdeck heruntergeklappt und Thomas sah in den Wagen hinein „Higgins, ich denke Sie müssen nach hinten. Ich kann dort meine langen Beine beim besten Willen nicht unterbringen.“ Er öffnete die Beifahrertür und klappte den Sitz nach vorne, so dass Higgins hineinklettern konnte. Das Gepäck verstauten sie neben Higgins auf den Rücksitz. Dann stiegen auch Thomas und Ted ein. Ted schoss rückwärts aus der Parklücke und schon wenige Augenblicke später befanden sie sich auf der Küstenstrasse Richtung Sunset Beach. „Ich bringe Sie jetzt gleich ins Hotel. Dort können Sie sich noch ein wenig ausruhen, bevor es dann am späten Nachmittag losgeht. Ben und Derek wissen noch nicht, was wir geplant haben, es soll eine Überraschung für sie werden. Sam oder ich werden Sie gegen 17 Uhr abholen.“ Informierte Ted die beiden Gäste während der Fahrt. Als er kurz darauf vor dem Sunset Inn hielt und dabei half das Gepäck auszuladen fiel Ihm noch etwas ein „Da das hier Bens Hotel ist, haben wir Sie als Mr. Miller und Mr. Smith angemeldet. Wir wollten nicht, dass Ben schon vorher etwas mitbekommt.“ Er führte die beiden ins Hotel „Und noch etwas, der heutige Abend wird sehr leger, also am besten sind Jeans und T-Shirt.“ „Kein Problem.“ Nickte Thomas „Vielen Dank fürs abholen. Ich denke, wir sehen uns dann spätestens heute Abend.“ Ted nickte und reichte beiden die Hand zum Abschied „Ja, falls noch etwas sein sollte, rufen Sie einfach Sam an.“ „Danke Mr. Evans, aber ich denke, wir kommen schon klar. In dem Hotel hier bekommen wir doch bestimmt Lunch und danach werden wir uns ausruhen.“ Sagte Higgins. Thomas zog seine Augenbrauen hoch „Ausruhen? Das können Sie ja meinetwegen machen, aber ich sehe mir am Strand die kalifornischen Mädchen an, von denen man immer soviel hört.“ Und ehe sich Ted versah, steckten die beiden in einer heftigen Debatte. Ted winkte noch einmal zum Abschied und machte sich dann auf den Weg nach Hause.

Meg_Cummings

 

 

Am Morgen fuhr Meg in aller Herrgottsfrühe nach Los Angeles und meldete sich in Aaron Spellings Büro. Erstaunt blickte der Produzent ihr entgegen.
„Meg, was für eine nette Überraschung!“ rief er erfreut. „Sie können es wohl gar nicht erwarten, den neuen Vertrag zu unterschreiben?“ Er drückte auf den Knopf der Wechselsprechanlage und bat seine Sekretärin, die Verträge für Miss Cummings hereinzubringen. „Ich freue mich, dass wir weiter zusammenarbeiten werden.“ sagte er und trat lächelnd hinter seinem Schreibtisch hervor.
„Aaron...“ Meg suchte angesichts seiner Zuversicht, die er aufgrund ihrer vermeintlichen Zusage an den Tag legte, krampfhaft nach den richtigen Worten. Sie entschloß sich spontan, nicht lange drum herum zu reden. „Ich werde den Vertrag nicht unterschreiben, ich steige aus.“
„Was?“ Der erfolgsgewohnte, ältere Mann erstarrte mitten in seiner Bewegung. „Das ist ein Scherz, oder?“
Meg atmete tief durch.
„Nein, ich meine es ernst.“ sagte sie und schluckte.
Spellings Sekretärin, die eben mit den Papieren hereinkam, blieb wie angewurzelt stehen und sah entgeistert von einem zum anderen. Das war ja wohl nicht möglich... da lehnte diese Person tatsächlich eine Hauptrolle in einer der beliebtesten US- Soaps ab! Nicht zu fassen!
„Ähm... Chelsea...“ wandte sich Aaron, der sich anscheinend einigermaßen von dem ersten Schreck erholt hatte, an seine Sekretärin. „Lassen Sie mich bitte einen Augenblick mit Miss Cummings allein, und machen Sie uns einen starken Kaffee... meinen mit einem Schuss Rum... den kann ich jetzt brauchen.“
„Sofort, Mister Spelling.“ erwiderte die immer noch fassungslose Vorzimmerdame und rauschte hinaus.
„So...“ Aaron wies auf die beiden Besuchersessel in seinem Büro, „setzen wir uns und reden wir. Und das eine sage ich Ihnen, wenn Sie nicht absolut überzeugende Argumente für diesen Ausstieg vorweisen, dann gehen Sie hier nicht raus, ohne diesen Vertrag unterschrieben zu haben!“
Meg lächelte auf eine Art, wie nur eine Frau lächeln kann, die ein wunderbares Geheimnis hütete.
„Glauben Sie mir, Aaron, die habe ich.“

Jeany

 

 

Von L.A. aus fuhr Meg gleich in der Klinik vorbei, wo Rae noch eine Untersuchung machen wollte. Beruhigend legte die junge Ärztin ihrer Freundin die Hand auf die Schulter.
„Du hast das Richtige getan, Meg.“ sagte sie lächelnd, als sie erfuhr, dass Meg den Vertrag nicht unterschrieben hatte. „Trotzdem mußt Du Dich schonen, und ich werde Dich auch morgen an Deinem Hochzeitstag nicht aus den Augen lassen!“ Sie reichte ihr einen Umschlag. „Das ist für Dich. Und nun raus mit Dir, nach Hause zum Mann Deiner Träume!“

Als sie gegen Mittag nach Hause kam, stellte sie enttäuscht fest, dass Ben immer noch nicht dazusein schien. Seufzend warf sie ihre Tasche in den Sessel und trat auf die Veranda, als es an der Wohnungstür klingelte.
Meg öffnete... und traute ihren Augen nicht. Draußen stand jemand mit einem riesigen Strauß weißer Rosen.
„Meg Cummings?“ erklang die Stimme des Boten durch die Blumen hindurch. „Ich soll die hier für Sie abgeben!“
Meg mußte lachen.
„Moment bitte...“ sie angelte schnell ein Trinkgeld aus ihrer Handtasche und reichte es dem jungen Mann, während sie versuchte, den Strauß mit dem anderen Arm zu umfassen.
Mit einiger Mühe brachte sie die Blumen, die einen betörenden Duft ausstrahlten, in die Küche und verteilte sie in mehrere Vasen, die sie liebevoll im Wohnzimmer arrangierte. Als sie damit fertig war, bemerkte sie den Umschlag, der wahrscheinlich vorhin aus dem Strauß herausgefallen war. Sie öffnete ihn und las:
„Meg, mein Schatz, leider haben wir uns heute morgen verpasst. Ich mußte dringend ins Büro und konnte nicht warten, bis Du zurück warst, deshalb nimm diese Rosen in der Zwischenzeit als kleine Entschuldigung von mir. Ich war ein Trottel, dass ich Dir nicht vertraut habe, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass Du mir verzeihst! Laß uns nachher über alles reden. Ich liebe Dich, Ben“
Meg lächelte glücklich.
„Natürlich verzeihe ich Dir!“ sagte sie mit strahlenden Augen und strich zärtlich über die zarten Rosenblüten. „Komm bitte bald heim, Ben!“

Jeany

 

 

Als Ben am späten Nachmittag vom Büro nach Hause kam, erwartete auch ihn eine Überraschung.
Meg hatte ein phantastisches Abendessen zubereitet. Der Tisch war gedeckt und Kerzen brannten, doch Ben hatte nur Augen für seine zukünftige Frau, die lächelnd auf ihn zutrat und ihre Arme um seinen Hals schlang.
„Du bist spät dran, Mr. Evans“ sagte sie leicht vorwurfsvoll. „Aber nicht zu spät...“
Ben ließ seinen Aktenkoffer fallen und nahm Meg in seine Arme.
„Ich war so dumm...“ meinte er kopfschüttelnd.
„Schsch...“ Meg legte ihre Finger leicht auf seine Lippen. „Halt einfach den Mund und küss mich!“
Ben folgte nur zu gern ihrer Aufforderung. Er konnte gar nicht genug bekommen von ihren süßen Lippen, und er war so unendlich glücklich, dass alles zwischen ihnen wieder in Ordnung schien.
Irgendwann schob Meg ihn sanft, aber bestimmt von sich.
„Wenn wir jetzt nicht damit aufhören, wird nicht nur das Essen kalt“ erklärte sie lächelnd, „sondern Du kommst auch zu spät zu Deinem Junggesellenabend, und Derek feiert ohne Dich!“

Nachdem sie sich das Essen hatten schmecken lassen, räusperte sich Ben und sah Meg nachdenklich an.
„Weißt Du...“ begann er etwas umständlich, „ich hab nochmal über all das nachgedacht, ich meine... die Dreharbeiten und das ganze...“
Meg lachte.
„Zu spät.“
„Wieso... was soll das heißen?“ fragte Ben verständnislos.
„Ich war heute morgen in L.A. und hatte ein langes Gespräch mit Mr. Spelling.“
„Und... worüber, wenn ich fragen darf?“
„Über meine Zukunft bei Spelling Entertainment.“ erwiderte Meg. „Eine Zukunft, die es nicht geben wird.“
„Was?“ Ben zog die Stirn in Falten. „Was willst Du denn damit sagen?“
Meg stand auf, trat hinter ihn und schlang ihre Arme um seinen Hals.
„Ganz einfach, das soll bedeuten, dass ich ausgestiegen bin. Keine Dreharbeiten mehr bis spät in die Nacht, keine Annäherungsversuche von sogenannten Kollegen, keine gemeinen und erlogenen Presseberichte, die unser Leben belasten... ich will ab morgen nur noch Deine Frau sein!“
„Meg...“ Ben zog sie in seine Arme. „Du bist unglaublich, ich fasse es nicht!“ Er küßte sie liebevoll und Meg merkte an seiner Reaktion, wie erleichtert er war.
„Ich werde alles dafür tun, dass Du diesen Entschluß niemals bereust!“ versprach er leise. Sie befreite sich lachend aus seiner Umarmung.
„Das hoffe ich doch sehr!“ meinte sie schelmisch. „Und nun solltest Du Dich endlich umziehen und zusehen, dass Du ins Deep kommst, Du wirst ganz sicher schon erwartet. Außerdem...“ sie zwinkerte ihm zu, „erwarte ich ja heute auch noch Gäste, schließlich feiert nicht nur Ihr Männer Abschied vom Single- Dasein! Zudem muß ich noch ein wenig über mein Hochzeitsgeschenk für Dich nachdenken!“

Jeany

 

 

„Du hast ein Hochzeitsgeschenk für mich?“ fragte Ben überrascht.
Meg lächelte geheimnisvoll.
„Natürlich! Es ist etwas sehr Persönliches, aber mehr werde ich auf gar keinen Fall verraten. Ich hoffe, es wird Dir gefallen.“
Mit diesen Worten küßte sie ihn auf die Wange und wollte ihn schon zur Tür hinausschieben, doch er blieb auf der Schwelle stehen und drehte sich noch einmal um.
„Ich werde Dich vor unserer Trauung gar nicht mehr sehen, stimmts?“
Meg lachte.
„Stimmt. Der Bräutigam darf die Braut am Morgen der Hochzeit erst vor dem Traualtar sehen, so ist es Tradition.“
„Hast Du denn wirklich alles, was Du für morgen brauchst?“ fragte er bedeutungsvoll.
Meg sah ihn fragend an.
„Was meinst Du?“
„Na...“ Ben grinste geheimnisvoll... „zum Beispiel sollte eine Braut unbedingt etwas Neues tragen, außer dem Hochzeitskleid natürlich.“
„Na ja... ich weiß nicht...“ Während Meg noch etwas erschrocken überlegte, was sie denn sonst noch Neues hätte, um diesem alten Brauch zu entsprechen, griff Ben in die Innentasche seiner Jacke und brachte ein längliches Etui zum Vorschein.
„Dreh Dich doch bitte mal um und schließ die Augen!“
Erstaunt kam Meg seiner Aufforderung nach, und Sekunden später spürte sie seine Hände in ihrem Nacken, und etwas, was sich im ersten Moment kühl anfühlte, legte sich um ihren Hals.
„Du kannst die Augen jetzt wieder aufmachen.“ hörte sie Bens Stimme.
Neugierig trat Meg zu dem großen Wandspiegel.
„Oh mein Gott...!“ entfuhr es ihr, als sie die schimmernden Perlen sah, die um ihren Hals lagen. Fast ehrfürchtig berührte sie die wunderschönen Kostbarkeiten mit den Fingerspitzen. Sie wirkten trotz ihrer glatten Oberfläche irgendwie samtweich und geheimnisvoll und ihr matter Glanz erinnerte Meg an das Mondlicht kalter Winternächte in Kansas.
„Ich hoffe, sie gefallen Dir!“ meinte Ben lächelnd. „Und ich hoffe, sie passen zu Deinem Kleid, von dem ich ja noch nicht weiß, wie es aussieht!“
Meg wirbelte herum und fiel ihm um den Hals.
„Ja... oh ja, sie sind... unbeschreiblich schön!“ Sie sah ihn voller Zärtlichkeit an. „Ich liebe Dich, Ben!“ Sie dachte an das mit winzigen schimmernden Perlen bestickte Oberteil ihres Kleides und lächelte. „Keine Sorge, ich kann Dir versprechen, nichts anderes würde besser zu meinem Hochzeitskleid passen als diese Perlen hier!“

Jeany

 

 

"Bist Du fertig?" Sara stand im Türrahmen des Gästezimmers und sah zu, wie Caroline ungeduldig an dem Reißverschluß ihres Kleides herumfingerte. "Du kommst gerade richtig," sagte sie erleichtert. "Würdest Du mir mal helfen?" Sara nickte. "Wir sollten uns dann aber wirklich beeilen," mahnte sie, während sie den Reißverschluß nach oben zog. "Meg wartet bestimmt schon, und es macht sich sicher nicht so gut, wenn wir zu spät zu der Party kommen." "Gib mir noch 15 Min," bat Caroline, während sie auf dem Boden kniend unter dem Bett nach ihren Schuhen angelte. Sie stand auf und griff sich in ihr langes Haar. "Vielleicht sollte ich damit noch was anstellen," meinte sie seufzend. "Es sieht einfach langweilig aus, wenn sie nur nach unten hängen." Sara zog leicht genervt die Augenbrauen nach oben. "Caroline, die Hochzeit ist erst morgen! Dies ist nur die Ladysnight, dafür mußt Du Dich nicht aufstylen. Das kannst Du Dir für Brian aufsparen!" Caroline nickte grinsend. "Trotzdem ..." Sie hob ihr Haar nach oben und betrachtete sich kritisch im Spiegel. "Bitte, Sara, nur 10 Min.!" bettelte sie. "Ich beeile mich auch." Sara nickte. "Gut, dann werde ich mich jetzt von meinem Zukünftigen verabschieden." Sie seufzte tief. "Wenn wir uns dann das nächste Mal wiedersehen, wird es vor dem Traualtar sein ..." Sara verließ das Gästezimmer und ging in ihr Schlafzimmer hinüber, wo Derek auch gerade dabei war, sich für den Junggesellenabend herauszuputzen. Er hielt einen Moment inne als er Sara sah und machte eine einladende Handbewegung zum Bett hinüber. "Würdest Du Dich einen Moment setzen?" fragte er. Erstaunt und neugierig folgte sie seiner Bitte. "Was gibt es?" fragte sie. Derek holte tief Luft und griff nach Sara's Hand. "Du erinnerst Dich an unseren Streit vor einigen Tagen?" fragte er, während er sich vorsichtig über die bepflasterte Stelle an seiner Stirn fuhr. Sara sah ihn entrüstet an. "Wie könnte ich DAS wohl jemals vergessen!" entgegnete sie gequält. Derek hob sanft ihr Kinn an, damit sie ihm in die Augen blicken konnte. "Ich habe durch meine Geheimnistuerei eine Menge Ärger und Stress verursacht. Ich hoffe, daß es sich dafür gelohnt hat ..." Er ließ Sara's Hand los und zog aus seiner Jackentasche ein kleines Päckchen hervor. "Eigentlich wollte ich es Dir am Morgen nach unserer Hochzeitsnacht geben ..." Er unterbrach kurz und schaute gespannt zu, wie Sara langsam die goldene Schleife entfernte, mit der das Päckchen verziert gewesen war und wie sie den Deckel öffnete. "Derek ..." Fassungslos und sprachlos vor Glück schaute sie auf die funkelnden Diamantohrringe. "Ich möchte, daß Du sie auf unserer Hochzeit trägst," sagte er mit sanfter Stimme. Tränen der Freude rannen Sara die Wangen hinunter, als sie Derek umarmte. Vorsichtig befreite er sich aus ihren Armen. "Du machst mich ja ganz nass!" sagte er schmunzelnd. "Gleich kann ich mich nochmal umziehen." Sara wischte sich lächelnd die Augen. "Entschuldige, aber ich werde in solchen Momenten immer so sentimental." "Dann solltest Du nicht vergessen, Dir für morgen ein riesiges Paket Taschentücher einzustecken," lachte Derek. Sara stand auf und klappte den Deckel des Schmuckkästchens zu. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll," sagte sie gerührt. "Danke ist einfach zu wenig!" Derek schob sie sanft zur Tür. "Ich denke, mir wird schon noch etwas passendes einfallen, wie Du mir Deine Dankbarkeit zeigen kannst," grinste er. Sara legte schnell ihre Arme um seinen Hals und gab ihm einen sinnlichen Kuß auf den Mund. "Reicht das für's erste als Vorgeschmack?" fragte sie lächelnd. Derek fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. "Hm, nicht schlecht, aber ich fürchte, daß wir das ganze auf morgen verschieben müssen. Und nun raus, ehe ich meine guten Manieren vergesse und über Dich herfalle!" drohte er lachend. Schnell zog Sara die Tür von außen zu und ging dann kichernd die Treppe hinunter.

Mona

 

 

Kaum hatte Sara das Wohnzimmer betreten, schellte das Telefon. Etwas genervt sah sie auf die Uhr. Zum Telefonieren hatte sie nun überhaupt keine Zeit mehr! Sie wollte das Schellen erst ignorieren, doch dann ging sie trotzdem ans Telefon. "Ja, bitte?" meldete sie sich ungeduldig. Als sie die Stimme ihrer Mutter hörte, fiel ihr siedendheiß ein, daß sie ja versprochen hatte, sie vom Hotel abzuholen! "Nein, Mom, natürlich habe ich Dich nicht vergessen!" behauptete sie kleinlaut. Sara war erleichtert, daß ihre Mutter sie nicht sehen konnte, denn sonst wäre ihr sicher aufgefallen, daß sie log. "Ob ich weiß, wie spät es ist? - Klar doch! Ich war gerade auf dem Weg zum Hotel, als das Telefon klingelte," log sie weiter. Sie warf Caroline, die gerade stirnrunzelnd die Treppe herunterkam, einen hilflosen Blick zu. "Aber sicher, Mom, ich beeile mich. Natürlich werde ich vorsichtig fahren ... Bye, Mom!" Sara legte schnell auf. "Puh, das wäre beinahe schief gegangen," sagte sie und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Habe ich das richtig verstanden? Du hast Deiner Mutter versprochen, sie abzuholen und hast es vergessen?!" Caroline konnte sich ein ironisches Grinsen nicht verkneifen. "Ja, so in etwa," grinste Sara verlegen zurück. Ich glaube, die Schwangerschaft schlägt mir so langsam aufs Gehirn." Caroline lachte. "Alzheimer nennt man das wohl," sagte sie. "Ja," bestätigte Sara," im fortgeschrittenem Stadium ..." Sie griff nach dem Autoschlüssel. "Entschuldige, Caro, aber ich muß jetzt los, meine Mutter abholen. Du hast jetzt alle Zeit der Welt, Dich aufzustylen," fügte sie lächelnd hinzu. Caroline nickte. "Ich bin zwar jetzt fertig, aber ... geh nur. Ich komme schon alleine zurecht. Wir sehen uns dann bei der Party!" "Danke!" Sara gab ihrer Freundin einen Kuß auf die Wange und verließ eilig das Haus.

Mona

 

 

Ben war schon seit ein paar Minuten weg, da stand Meg immer noch vor dem Spiegel und betrachtete gedankenversunken die Perlen, die anschmiegsam um ihren Hals lagen.
Sie lächelte still vor sich hin, während sie mit den Fingerspitzen immer wieder vorsichtig über die kostbare Kette strich. Ihre Augen glänzten, und das lag nicht nur an dem Geschenk, dass Ben ihr eben gemacht hatte. Sie war einfach glücklich, und dieses tiefe Glücksgefühl schloß alles ein, was momentan zu ihrem Leben gehörte. Sie war in diesem Augenblick so sicher wie nie zuvor, sich richtig entschieden zu haben.
„Ich glaube an uns, Ben“ sagte sie leise, „an unsere Liebe zueinander und an die Legende von Sunset Beach, denn sie hat uns für immer zusammengeführt.“

Das Läuten an der Tür brachte sie schließlich in die Wirklichkeit zurück, und etwas erschrocken stellte sie fest, wie spät es inzwischen schon war.
„Partyservice!“ rief ein junger Mann und grinste fröhlich, als sie öffnete. „Hier soll in Kürze eine tolle Fete steigen, hab ich gehört!“
„Ja, das stimmt!“ erwiderte Meg lachend und machte Platz, damit er und sein Kollege eintreten konnten. „Die Küche ist gleich hinten links, bitte stellen Sie dort alles ab.“
„Geht in Ordnung, Miss.“ Die beiden Männer schleppten verschiedene sorgfältig verpackte Köstlichkeiten herein.
Als alles bereitgestellt war, reichte der junge Mann Meg noch ein zwei Flaschen Champagner.
„Mit Empfehlung vom Deep!“ sagte er und zwinkerte bedeutungsvoll. „Die Herren dort möchten, dass es Ihnen hier richtig gutgeht!“
„Was Sie nicht sagen!“ ertönte eine Stimme hinter ihnen. „Dann bestellen Sie mal den Herren unseren besten Dank, und keine Sorge, es wird uns gutgehen! Und Wie!“
Sara stand mit Joan an ihrer Seite da und grinste schelmisch.
„Mum... Sara! Schön, dass Ihr da seid!“
Meg begrüßte ihre Mutter und ihre Schwester mit einer herzlichen Umarmung.
Sie verabschiedeten die Männer vom Partyservice und traten ins Zimmer.
„Wir haben uns extra beeilt, damit wir vor den anderen Gästen da sind.“ erklärte Joan. „Ich habe nämlich meinen beiden Töchtern noch etwas zu geben.“

Sara und Meg sahen sich überrascht an, als Joan in ihrer Tasche kramte und zwei liebevoll verpackte Geschenke herausholte.
„Das ist für Dich, mein großes Mädchen“ wandte sie sich feierlich an Meg, „und das hier“ sie sah Sara mit feuchten Augen an, „das ist für meine Kleine!“
„Ach Mum...“ protestierte Sara, „ich bin schon lange nicht mehr klein!“
„Trotzdem bleibst Du immer meine Kleine!“ beharrte Joan und nickte ihren Töchtern zu. „Na los, nun macht Eure Geschenke schon endlich auf!“

Jeany

 

 

Das ließen sich die beiden nicht zweimal sagen. Voller Erwartung rissen sie das Geschenkpapier entzwei und öffneten die darin befindlichen Päckchen.
Meg und Sara hielten beeindruckt die Luft an, als sie sahen, was ihre Mutter ihnen da eingepackt hatte.
„Das... ist doch...“ Meg starrte ihre Joan ungläubig an. „Mum, diese Ohrringe... Du hast mir einmal erzählt, das war das Geschenk von Großmama zu Deiner Hochzeit!“
„Und diese Kette, die hat Dir Daddy geschenkt, zu eurem ersten Hochzeitstag!“ fügte Sara fassungslos hinzu und betrachtete begeistert den grünblau schimmernden, in zartes Gold eingefassten ovalen Diamantanhänger. „Ich weiß es genau, Du hast es mir erzählt, weil sie mir immer so gut gefiel, wenn Du sie getragen hast!“
Joan lächelte.
„Und nun ist der Tag gekommen, an dem Ihr beide diese schönen Schmuckstücke tragt, und in nicht allzu langer Zeit werden Eure Kinder sie an Euch bewundern, genauso wie Ihr sie damals an mir bewundert habt.“ meinte sie gerührt. „Ihr habt hoffentlich bisher noch nichts „Altes“ zu Eurer Hochzeit?“
„Nein!“ antworteten beide gleichzeitig.
Sara schluckte, während sie die Kette in ihren Händen hielt und sie dann fast ehrfürchtig um ihren Hals legte. Staunend betrachtete sie sich im Spiegel und fiel anschließend ihrer Mutter um den Hals.
„Vielen Dank, Mum! Sie ist wunderschön!“
Meg hatte inzwischen die in zart verziertem Gold eingefassten Perlenohrringe an ihren Ohren befestigt und stellte fest, dass sie einen perfekten Einklang mit der Perlenkette von Ben bildeten, genauso, als würde beides zusammengehören. Sie atmete tief durch und drehte sich um.
„Einfach phantastisch!“ sagte sie lächelnd. „Mum, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll... ich bin so glücklich!“
Joan umarmte nun auch ihre ältere Tochter.
„So soll es ja auch sein. Wenn Ihr beide Euer Glück gefunden habt, dann bin ich wirklich zufrieden!“
Jetzt erst schien sie die Perlen zu bemerken, die um Megs Hals lagen. „Ist das... Dein Hochzeitsgeschenk von Ben?“ fragte sie beeindruckt.
Meg nickte.
„Ja, er hat mir die Kette vorhin gegeben, bevor er ins Deep ging. Ich werde sie morgen als etwas „Neues“ tragen!“
Joan lächelte.
„Wunderschön... und so romantisch!“
„Habt Ihr Euch abgesprochen, Mum?“ fragte Sara und grinste schelmisch. „Ich meine, Du und unsere beiden zukünftigen Ehemänner? Oder ist es ein Zufall, dass Derek mir Ohrringe schenkt und ich von Dir dann die passende Kette dazu bekomme? Und bei Meg passt ja auch alles perfekt zusammen!“
Joan zog ein gespielt unschuldiges Gesicht und zwinkerte ihren Töchtern dann zu.
„Na ja... sagen wir mal so... wir haben vor einiger Zeit mal miteinander telefoniert.“
Sara lachte.
„Also doch eine Verschwörung! Das fängt ja gut an!“

Jeany

 

 

Pünktlich um 19 Uhr stand Ben vor dem Deep. Zu seiner Überraschung war es verschlossen. Nur ein großes Schild hing an der Tür Wegen einer privaten Feier heute geschlossen. „Eigenartig,“ dachte Ben „warum ist die Tür denn abgeschlossen?“ Ben steckte seine Hände in die Hosentaschen und überlegte, was er nun tun sollte. Sollte er vielleicht Derek anrufen und Ihn fragen, ob er wüsste, was hier vor sich ging? Dann fiel Ihm ein, dass er sein Handy zu Hause gelassen hatte, da er der Meinung war, dass er es heute Abend nicht brauchen würde. Er blickte die Strasse hinunter und sah an der Ecke eine Telefonzelle „Hoffentlich habe ich einen viertel Dollar.“ Sagte Ben zu sich selbst und begann seine Taschen nach Kleingeld zu durchsuchen. „Ha, Glück muss der Mensch haben.“ freute er sich, als er ein 25 Cent Stück in seiner Hosentasche fand. Mit dem kleinen Geldstück in seiner Hand ging er zu der Telefonzelle hinüber. Als er den Hörer abnahm, musste er feststellen, dass irgendjemand das Kabel gekappt hatte. „Soviel zu meinem Glück.“ Murmelte Ben und ging zum Deep zurück. Wenige Augenblicke tauchte Derek auf „Nanu Ben,“ begrüßte er seinen Bruder „traust Du Dich alleine nicht rein?“ „Witzbold!“ knurrte Ben „Ich hoffe Du hast Deinen Schlüssel dabei?“ „Meinen Schlüssel? Wieso?“ fragte Derek „Den hat sich Ted doch heute Nachmittag bei mir abgeholt.“ „Na toll, dann haben wir wohl die Wahl, entweder hier draußen stehen zu bleiben oder wieder nach Hause zu gehen.“ Sagte Ben. „Warum willst Du denn nach Hause gehen? Sam und Ted sagten doch, dass unsere Party um 19 Uhr im Deep stattfindet.“ Derek drückte den Türknauf an der Eingangstür zum Deep hinunter und musste überrascht feststellen, dass diese verschlossen war. „Was soll denn das jetzt?“ „DAS versuche ich Dir die ganze Zeit zu sagen.“ Antwortete Ben sarkastisch „Anscheinend haben sie uns vergessen und feiern lieber ohne uns.“ Derek hämmerte mit seiner Faust auf die Tür ein „HALLO HÖRT UNS DENN NIEMAND?“ rief er, bekam aber keine Antwort. „Eigenartig“ stellte Derek fest. Wir sollten Ted mal anrufen, was das soll.“ „Gute Idee.“ Nickte Ben „Hast Du Dein Handy dabei?“ „Ich? Wieso hast Du denn Deins nicht mit?“ wollte Derek wissen. Ben schüttelte seinen Kopf „Nein, ich dachte nicht, dass ich es heute Abend brauchen würde.“ „Hast Du einen viertel Dollar? Da vorne an der Ecke ist eine Telefonzelle...“ schlug Derek vor „....die leider kaputt ist.“ Beendete Ben den Satz seines Bruders. „Okay“ seufzte Derek und wandte sich wieder der verschlossenen Tür zu „Lass uns noch ein paar Minuten warten und wenn uns dann niemand aufmacht, gehen wir woanders unsere eigenen Party feiern.“ „Das wird nicht nötig sein.“ Hörten sie Teds Stimme hinter sich. „Ted“ begrüßte Ben seinen Bruder „es wird aber auch Zeit, dass einer von Euch auftaucht. Nun schließ schon endlich die Tür auf.“ „Nein“ Ted schüttelte seinen Kopf „die Feier findet nicht im Deep statt.“ Noch während er sprach, zog er zwei schwarze Tücher aus seiner Tasche. „Was soll das heißen, die Feier findet nicht hier statt.“ Fragte Derek verwundert „Du hast Dir doch heute extra den Schlüssel fürs Deep von mir geholt.“ Ted grinste „Das war nur ein Ablenkungsmanöver. Eine Party hier im Deep wäre ein wenig zu langweilig. Wir haben eine Überraschungsparty an einem geheimen Ort vorbereitet. Ich werde Euch jetzt die Augen verbinden und Euch hinbringen.“ „Das ganze trägt eindeutig Sams Handschrift.“ Knurrte Ben. „Na komm Ben, Du liebst doch Geheimnisse, also stellt Euch nicht so an.“ Antwortete Ted. Derek griff sich eins der Tücher „Na komm schon Ben, lass uns rausfinden, was die beiden ausgeheckt haben.“ Mit diesen Worten legte er das Tuch als Augenbinde um. „Na gut, ich gebe mich geschlagen.“ Sagte Ben und nahm das andere Tuch und verband sich damit die Augen. „Sehr gut.“ Sagte Ted „Dann kann der Spaß ja beginnen.“ Vorsichtig führte er seine Brüder zu seinem Auto und half Ihnen beim Einsteigen.

Meg_Cummings

 

 

Eine halbe Stunde nach Joan und Sara trafen auch Vanessa, Gabi, Rae und Caroline ein und brachten unter großem Hallo jede Menge Geschenke und ausnahmslos gute Laune mit.
Mit Riesenappetit machten sich alle über die leckeren Platten her, die der Partyservice geliefert hatte. Anschließend ging es mit Feuereifer ans Auspacken der Geschenke.
Sara konnte sich danach über eine fast vollständige Babyausstattung freuen, und Meg mußte sich Gedanken darüber machen, wo sie die Kristallschale und die dazu passende Vase in Bens nahezu perfekt eingerichtetem Haushalt unterbringen sollte.
Das Geschenk von Vanessa rief dann allerdings einheitlich verzücktes Kreischen hervor, denn es bestand aus eben jenen gewagten Spitzendessous, über die sich Joan, Gabi und Caroline bei ihrem Stadtbummel vor einigen Tagen ihre Gedanken gemacht hatten. Zum Glück bemerkte keiner, wie Joans Gesichtszüge beim Anblick dieses „sündhaften Verführungsversuches“ für einen Augenblick fast zu entgleisen drohten. Nein, so etwas würde ihre Tochter niemals tragen... oder etwa doch???
Rae überraschte Sara und Meg mit Präsenten, passend für die Hochzeitsnacht und viele Nächte danach: zwei hauchdünne, seidene Negligès, die so fließend geschnitten waren, dass sogar Saras Bauch sicher noch eine Weile hineinpassen würde.

Schließlich hob Vanessa das Glas.
„Auf unsere beiden Bräute, die zukünftige Misses Ben Evans und die zukünftige Misses Derek Evans!
Auf Eure bevorstehende Hochzeit und auf eine unvergessliche Ladysnight heute Abend! Prosit, Mädels!“

Jeany

 

 

Ben versuchte herauszubekommen, in welche Richtung Ted fuhr, aber schon nach wenigen Augenblicken hatte er die Orientierung verloren. Ted war ein paar mal im Zickzack gefahren und schon nach dem vierten abbiegen, konnte Ben nicht mehr sagen, wo sie sich gerade befanden. Nach ca. 10 Minuten fahrt, stoppte Ted den Wagen „So, jetzt geht es etwas zu Fuß weiter.“ Er half seinen beiden Brüdern beim aussteigen und nahm einen an seine rechte Seite und den anderen an seine linke Seite. Vorsichtig begann er sie zu führen. „Vorsichtig, jetzt kommen acht Stufen.“ Warnte Ted sie. Langsam und vorsichtig vortastend stiegen sie die Treppe hinab. Unten angekommen, stellte Ben fest, dass sich der Boden unter seinen Füßen verändert hatte. Er hatte das Gefühl nun auf Holzplanken zu gehen. Auch hörte er Möwen kreischen und das Geräusch von Wellen, die sacht an das Ufer stießen „Sind wir am Yachthafen?“ fragte er. „“Hey Du bist gut.“ Stellte Ted fest. Derek stöhnte auf „Jetzt sag nur nicht, dass unsere Party in diesem versnobten Yachtclub stattfindet.“ Ted lachte „Nein keine Angst. Ich weiß doch, dass Du kein Yachtclubtyp bist. Auf unserer Party wird es ganz locker zu gehen.“ Ted führte seine Brüder weiter „So und nun müsst Ihr vorsichtig einen großen Schritt machen, aber lasst mich vorweg gehen.“ Er ließ Ben und Derek für einen Augenblick los und kletterte in ein Motorboot. Dann reichte er Ben seine Hand „Komm jetzt, einfach einen großen Schritt machen.“ Ben tat was Ted sagte und er schrak ein wenig, als der Grund unter seinen rechten Fuß, den er nach vorne gesetzt hatte, zu schwanken anfing „Ein Boot? Findet unsere Party auf einer Yacht statt?“ fragte er. „Nein Ben,“ antwortete Ted „das Boot hier ist nur ein weiteres Transportmittel.“ Dann hielt er Derek seine Hand hin „So, nun bist Du an der Reiche.“ Derek griff nach Teds Hand und kletterte auch auf das Boot. Ted führte die beiden zu den Sitzen „So, hier könnt Ihr Euch hinsetzten. Gleich könnt Ihr auch die Tücher wieder abnehmen. Ich sage Euch aber wann.“ Ted setzte sich hinter das Steuer und startete den Motor des Bootes. Wenige Minuten später hatte er das kleine Boot aus dem Hafen hinaus und auf die offene See gesteuert. „Nun dürft Ihr die Tücher abnehmen.“ Sagte er dann. Ben und Derek nahmen beide die Tücher ab „Und wo fährst Du uns nun hin?“ fragte Ben. „Habt noch ein paar Minuten Geduld, dann sind wir da.“ Antwortete Ted und konzentrierte sich auf das Steuern des Bootes.

Meg_Cummings

 

 

Die Damen schwatzten und lachten so laut durcheinander, dass sie beinahe das erneute Klingeln überhört hätten.
„Ich mach schon auf!“ erbot sich Gabi und lief zur Tür.
„Überraschung!“ ertönte eine wohlbekannte Stimme und eine strahlende und gutaussehende Bette präsentierte sich den überraschten Anwesenden.
„Bette!“ rief Meg hocherfreut. „Das ist ja toll, dass Du doch noch vorbeikommt!“
„Na was glaubst Du denn, Muffin!“ erwiderte Bette und breitete die Arme aus, um Meg theatralisch an ihre Brust zu drücken. „Um nichts in der Welt würde ich mir diese Party hier entgehen lassen!“ Sie sah in die Runde. „Hallo Mädels... ich hoffe, ich habe den Stripper nicht verpasst!“
Alle lachten schallend, und Joan verschluckte sich an ihrem Wein.
Während Sara und die anderen Bette freudig begrüßten, schloß Gabi mit Schwung die Tür hinter ihr, ohne sich noch einmal umzusehen, als sich kurz darauf ein erneutes Klopfen vernehmen ließ.
„Nanu, fehlt noch jemand?“ fragte sie erstaunt, öffnete ... und traute ihren Augen kaum...
Draußen stand Annie.

Jeany

 

 

„Hey,“ stieß Derek Ben an „ist das nicht Licht dahinten?“ Ben kniff die Augen zusammen und schaute in die Richtung, in die Derek wies. „Ja,“ nickte er „Du hast recht. Das muss auf einer der vielen kleinen Inseln sein, die vor der Sunset Beach liegen.“ Gespannt schauten beide auf den Lichtpunkt, dem sie sich langsam näherten. Je näher sie kamen, desto mehr Lichter tauchten in der Dunkelheit auf. Eine viertel Stunde später legte Ted mit dem Boot an einem kleinen Holzsteg an. „So, da wären wir, willkommen auf Eurer Party. Ben und Derek kletterten aus dem Boot und sahen sich um. Am Strand brannten mehrere kleine Lagerfeuer, um denen einfache Holztische und Bänke gruppiert waren. In der Mitte brannte ein größeres Feuer über dem ein Spanferkel am Spieß briet. Zwischen den Tischen liefen einige Männer, die als Piraten verkleidet waren, umher und versorgten die Gäste, die bereits an den Tischen saßen, mit Getränken. Als die Gäste Ben und Derek entdeckten, brachen sie in lautes Gejohle zur Begrüßung aus. Sam war neben Ted getreten „Nun Ihr beiden, herzlich willkommen zu Eurem Junggesellenabschied. Es gibt reichlich zu Essen und zu trinken. Alles was Ihr nun nur noch tun müsst, ist Euch zu amüsieren.“ Sagte Sam und reichte Ben und Derek je ein Krug Bier. „Auf Euch!“ sagte Sam und hob seinen eigenen Bierkrug. Die Gäste waren alle aufgestanden und hoben auch Ihre Bierkrüge und stimmten mit ein „Auf Ben und Derek!“ Etwas verlegen schauten Ben und Derek in die Runde. Ted schob sie sanft auf einen der Tische zu „Nun setzt Euch endlich und seid nicht so ungemütlich.“ Kaum hatten sich Ben und Derek hingesetzt, kam auch schon einer der Piraten und stellte je einen Teller mit frisch aufgeschnittenem Spanferkel und Salat vor Ihnen hin „Guten Appetit.“ Wünschte er und verschwand wieder in der Dunkelheit. Ben und Derek sahen sich an und dann auf Ihre Teller „Na dann, guten Appetit.“ Sagte Ben und begann zu essen.

Meg_Cummings

 

 

„Hallo“ sagte Annie trocken und sah leicht verunsichert in die Runde, etwas, dass man von ihr überhaupt nicht kannte. „Ähm... ich bin nur auf Sams Bitte hin mitgekommen, damit Bette sich nicht... überanstrengt.“ erklärte sie hastig, marschierte kurzentschlossen auf Meg und Sara zu und drückte jeder von ihnen etwas in den Arm, das wie ein eingepackter Blumentopf aussah.
„Was ist das?“ fragte Meg unsicher. „Ein Kaktus?“
„Nein...“ knurrte Annie, „ich gebe zu, ich hatte mit dem Gedanken gespielt. Aber Ted meinte...“
„Ted ist ein intelligenter Mann.“ unterbrach Sara, die mit dem Auspacken fertig war, und das niedliche Rosenbäumchen mit den weißen Blüten kritisch von allen Seiten betrachtete. „Mh... aber ab und zu passiert sogar dem tollsten Kerl mal ein Ausrutscher.“
In der Hoffnung, Annie hätte ihren Seitenhieb verstanden, drehte sie sich zu Meg.
„Die Blüten an Deinem Bäumchen sind sicher rot, laß uns tauschen!“
Meg lachte. Insgeheim mußte sie zugeben, dass sie Annies Mut, hier aufzutauchen, bewunderte. Versöhnlich reichte sie ihr ein Glas Wein.
„Herzlich willkommen, Annie. Komm, setz Dich zu uns.“
„Ja, wenigstens einen Augenblick lang.“ fügte Sara giftig hinzu. „Bis das Gift im Wein wirkt.“
„Sara...“ wurde sie sogleich von ihrer Mutter ermahnt, die diese ganze Szene mit wachsendem Unbehagen verfolgt hatte. Bette, die neben Joan auf der Couch saß, tätschelte dieser beruhigend den Oberschenkel.
„Nur keine Panik, meine Liebe, glauben Sie mir, die drei bluffen nur, in Wirklichkeit sind sie die besten Freundinnen!“
Sie nippte an ihrem Wasser und kramte dann eilig zwei kleine Päckchen aus ihrer Tasche.
„Fast hätte ich es vergessen, hier hab ich noch eine Kleinigkeit für die beiden Heiratskandidatinnen!“

Jeany

 

 

Während Ben aß, sah er sich um. Dann hellte sich sein Gesicht auf „Hey, da hinten ist ja Casey. Den muss ich gleich mal begrüßen.“ „Geh nur, ich habe da hinten auch jemanden entdeckt, den ich lange schon nicht mehr gesprochen habe.“ Nickte Derek. Die beiden Brüder standen auf und gingen in unterschiedlichen Richtungen davon. „Casey, schön Dich hier zu sehen.“ Begrüßte Ben wenige Minuten später den jungen Mann. Casey stand auf und schüttelte Bens Hand „Na das hätte ich um keinen Preis verpassen wollen.“ „Mensch Casey, toll Dich wieder auf Deinen eigenen Beinen zu sehen. In den letzten Wochen hast Du ja enorme Fortschritte gemacht.“ Freute sich Ben. „Naja, es könnte schneller gehen.“ Antwortete Casey und zuckte mit den Schultern. „Hey, Du weißt ganz genau, was Rae gesagt hat. Du musst es langsam angehen, sonst kann es wieder zu einem Rückfall kommen.“ Mischte sich Michael ein. „Ja, ja ich weiß, aber Du hast ja auch gut reden, Du kannst ja arbeiten und sitzt nicht nur den ganzen Tag da und das einzigste was Du zu tun hast, sind diese Übungen, die die Muskulatur wieder stärken sollen.“ Seufzte Casey. „Ach Casey, sieh es doch einmal von der positiven Seite, noch vor ein paar Monaten hat niemand daran geglaubt, dass Du je wieder laufen könntest und sieh, wie weit Du heute bist.“ Versuchte Michael Casey aufzuheitern. „Du hast ja recht, Kumpel.“ Nickte Casey „Und nun genug davon, wir sind heute schließlich hier, um Ben und Derek aus dem Junggesellenleben zu verabschieden.“ Er schaute Ben an „Und wie fühlt man sich so einen Tag, bevor einem die Fesseln angelegt werden?“ „Da Meg mir diese Fesseln, wie Du es ausdrückst, anlegt, ist es ein tolles Gefühl. Meg verkörpert all das, was ich von einer Frau je erträumt habe.“ Lächelte Ben. „Naja, sie ist ja auch schon eine tolle Frau.“ Nickte Casey „Meg ist eine tolle Frau und nun macht sie auch noch Karriere als Schauspielerin, Du kannst stolz auf sie sein.“ „Ich bin stolz auf Meg, aber was Ihre Karriere als Schauspielerin betrifft, so ist diese vorbei.“ Antwortete Ben. „Wieso denn das?“ fragte Michael erstaunt „Sie hatte doch so tolle Kritiken. Die Zuschauer lieben Meg.“ „Das schon,“ nickte Ben „aber das ganze drum und dran war einfach zu viel. Meg konnte ja schon keinen Schritt mehr tun, ohne das irgendwelche Reporter hinter Ihr her waren. An Privatleben war da gar nicht mehr zu denken und das hat Meg nicht gefallen. Sie hat Ihren Vertrag mit Aaron Spelling nicht weiter verlängert.“ „Naja, ich denke, dann sehen wir mal wieder ein wenig mehr von Meg. Ich weiß, dass Rae und Gabi Ihre Freundin schon sehr vermisst haben.“ Sagte Casey. „Und nicht nur die beiden. Wir haben uns in den letzten Wochen auch kaum noch gesehen.“ Antwortete Ben „So und nun genießt die Party. Ich will mal meine Runde drehen, um zu sehen, wen Ted und Sam noch so eingeladen haben. Wir sehen uns noch.“

Meg_Cummings

 

 

Gespannt reckten alle beim Auspacken die Hälse. Zum Vorschein kamen zwei leuchtend blaue Strumpfbänder aus zarter Spitze. Die Anwesenden klatschten begeistert Beifall, als Meg und Sara sie stolz herumzeigten.
„Jede Braut braucht zu ihrer Hochzeit etwas Blaues!“ erklärte Bette überflüssigerweise.
„Eine blaue Kornblume ins Haar hätte es auch getan...“ murmelte Annie eifersüchtig und verdrehte genervt die Augen.
Bette griff dann nach dem Geschenkkarton mit den Dessous, der noch neben den anderen Geschenken auf dem Tisch stand und geriet sofort hemmungslos ins Schwärmen.
„Wow... Meggi, meine Güte! Das ist ja scharf... Also wenn Ben das sieht, kommt Ihr beide ja gar nicht mehr aus Eurer Hütte!“
Es war schon das zweite Mal an diesem Abend, dass Joan sich verschluckte.
Bette ließ sich davon nicht stören. Während sie das Objekt ihrer Begierde beeindruckt von allen Seiten bewunderte, meinte sie bedauernd: „Nur schade, dass ich vorläufig sowas nicht mehr tragen kann.“
„Sie tragen... solche Reizwäsche?“ platzte Joan heraus. Bette lachte.
„Natürlich, meine Liebe, jede Frau sollte so etwas tragen. Das mögen die Männer! Was glauben Sie denn, wieso ich so schnell schwanger geworden bin!“
Meg, die sich bisher krampfhaft das Lachen verbiß, aber nun anhand des Gesichtsausdrucks ihrer Mutter befürchten mußte, dass diese kurz vor einem Herzinfarkt stand, räusperte sich schnell.
„Ähm... Bette, Annie... ich hoffe, Ihr habt noch nicht zu Abend gegessen. In der Küche steht ein kleiner Imbiss bereit.“ Sie zwinkerte Bette zu. „Du kannst beruhigt für zwei essen, solange Du das Kleine in Deinem Bauch nicht ausschließlich mit Kaviar verwöhnst und Ben damit in den Ruin stürzt!“
Bette lachte und folgte Meg in die Küche.
„Ich hoffe, ich habe Deine Mutter nicht allzu sehr schockiert!“ flüsterte sie ihr zu. Meg schüttelte amüsiert den Kopf.
„Nein, ganz und gar nicht, sie muß sowieso lernen, in manchen Dingen etwas lockerer zu werden. Schließlich sind wir hier in Kalifornien!“

Jeany

 

 

Derek schlenderte umher und begrüßte nach und nach die Gäste. Hier und da blieb er eine Weile stehen oder setzte sich und hielt ein kleines Plauschchen. Die eifrigen Kellner achteten immer darauf, dass er stets ein gefülltes Bierglas in seiner Hand hielt. Nach dem dritten Glas, beschloss er aber, dass er es langsamer angehen lassen sollte und hielt von da an ständig ein halbgefülltes Glas in seiner Hand, an dem er nur zum Schein nippte. Nun ging er auf den nächsten Tisch zu und entdeckte Mark dort „Hi Mark, ich hoffe Du genießt den Abend?“ begrüßte er seinen jungen Angestellten. Mark schaute Derek ein wenig verlegen an „Ich hoffe, Sie nehmen mir es nicht übel, dass ich heute Abend hier bin und nicht im Deep?“ Derek setzte sich lachend neben Mark „Und warum solltest Du heute Abend im Deep sein? Das hat mein Bruder doch für heute geschlossen.“ Mark errötete ein wenig „Ich habe Ihm ja gesagt, dass Ihnen das nicht gefallen wird, Boss.“ Derek sah Mark ein wenig nachdenklich an „Jetzt will ich Dir mal was sagen mein Junge. Erstens lässt Du mal dieses Boss weg. Du arbeitest nun lange genug für mich, da wird es allmählich zeit, dass wir ein wenig familiärer werden. Ich bin Derek.“ Mark schluckte „Okay Bo....ich meine Derek.“ „Gut“ lächelte Derek „und was die Schließung des Deeps angeht, so ist das schon in Ordnung. Schließlich ist das hier ja mein Junggesellenabschied heute und jeder soll sich amüsieren, auch Du, mein Junge.“ Schüchtern lächelte Mark „Danke.“ „Nicht zu danken, schließlich bist Du in den letzten Monaten ja oft genug für mich eingesprungen.“ Derek fasste sich an das Pflaster an seinem Kopf „Ohne Dich wäre der Laden inzwischen bestimmt schon zusammen gebrochen.“ Verlegen grinste Mark „Sara hat wohl manch schlagfestes Argument?“ Derek lachte „So kann man es auch sehen. Meine Sara hat manchmal ein Temperament wie eine warme Flasche Brause, die man schüttelt. Sie geht hoch, ohne das man etwas dagegen machen kann. Aber das ist genau die Art von Frau, die ich immer wollte. Ich wollte kein liebes, kleines Hausmütterchen, dass mir am Abend die Puschen bringt. Das Leben mit Sara ist jeden Tag aufs neue aufregend, da ich nie weiß, welche Ideen Ihr hübsches Köpfchen nun wieder ausbrühtet.“ „Das hört sich ganz so an, als ob Sie mit Sara sehr glücklich sind.“ Sagte Mark. Derek nickte „Ja, das bin ich auch. Wenn mir vor ein paar Monaten jemand Profizeit hätte, dass ich morgen heirate und in ein paar Monaten sogar Vater werde, den hätte ich für verrückt erklärt. Aber das alte Sprichwort, jeder Topf findet seinen Deckel, scheint wohl zu stimmen.“ Mark lachte „Ja, sieht wohl ganz so aus.“ Derek stand wieder auf „So und nun genieß den Abend. Wie ich meine Sara kenne, musst Du in nächster Zeit bestimmt öfter mal Überstunden machen.“ Zwinkerte er Mark zu und ging weiter.

Meg_Cummings

 

 

Der Abend wurde ein voller Erfolg. Alle amüsierten sich prächtig, und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als zu fortgeschrittener Stunde plötzlich zwei junge, äußerst gutaussehende Männer vor der Tür standen.
„Sorry, aber das hier ist eine Party nur für Ladys!“ meinte Vanessa, die ihnen ahnungslos öffnete.
„Ja klar, deswegen sind wir ja hier!“ erwiderte einer der Männer und grinste.
Vanessa hob erstaunt die Augenbrauen.
„Also ich kann mir nicht helfen, aber wie Ladys seht Ihr nun nicht gerade aus!“ meinte sie unter dem Gelächter der anderen.
„Nein, aber wir sind für die Ladys hier, extra bestellt.“ Er spähte neugierig in die Runde. „Wer von Ihnen sind denn Sara und Meg?“
„Iiiich!“ riefen fast alle gleichzeitig, worauf wieder lautes Gelächter folgte. Schließlich trat Meg vor, um die unverhofften Gäste zu begrüßen.
„Ich bin Meg, und hier ist meine Schwester Sara. Darf ich fragen, worum es geht?“
Der Mann lächelte charmant.
„Wir sollen hier für etwas... nun, sagen wir, hauseigene Stimmung sorgen. Mit vielen Grüßen von...“ er zog einen Zettel aus der Hosentasche seiner knackig eng sitzenden Jeans, „Derek und Ben, mit den besten Empfehlungen!“

„Wow!“ rief Bette übermütig, „rein mit Euch, Jungs! Das nenne ich eine Superidee!“
Während Sara den beiden Männern den Weg zum Badezimmer wies, wo sie sich für ihren Auftritt umzuziehen gedachten, trat Meg mit ernster Miene auf Bette zu.
„Du hast da gewisse Anweisungen von Dr. Robinson, hab ich gehört!“ meinte sie gespielt streng.
„Ach... na ja, das...“ stotterte Bette etwas verlegen, doch Meg ließ sich nicht beirren. „Du hast zwei Möglichkeiten, Bette... entweder Du legst Dich jetzt sofort für ein halbes Stündchen oben auf mein Bett und erholst Dich, oder Du machst es Dir hier auf der Couch bequem, legst die Beine ganz brav hoch und befielst Deinem Blutdruck, schön unten zu bleiben, während wir den Auftritt dieser netten Herren genießen! Und... Du wirst nicht mittanzen!“
Während alle Anwesenden schallend lachten, schnappte Bette geräuschvoll nach Luft und wandte sich an Joan.
„Haben Sie das gehört? Was sagt man dazu... Ich frage mich ernsthaft, was aus dem schüchternen, netten, umgänglichen Mädel vom Lande geworden ist!“ Sie hob ergeben die Hände und grinste. „Okay, okay, ich hab schon verstanden, Muffin! Ich werde natürlich auf gar keinen Fall nach oben gehen. Und mein Blutdruck auch nicht, ich verspreche es. Außerdem haben wir ja eine kompetente Ärztin hier unter uns... Dr. Chang, bitte nehmen Sie doch vorsichtshalber neben mir Platz!“
Lachend kam Rae ihrer Aufforderung nach, als auch schon diverse Musik einsetzte und Meg schnell den Lichtschalter betätigte, um die Beleuchtung im Raum angemessen der bevorstehenden Darbietung auf ein Minimum zu reduzieren.

Jeany

 

 

Als Ben weiter umher ging, sah er plötzlich ein leuchtend, rotes Hawaiihemd vor sich. Er blinzelte zweimal, um sich er zu sein, dass es keine Vision war „Thomas? Bist Du das? Was machst Du denn hier?“ „Hey Ben, mein Freund.“ Thomas Magnum schlug Ben freundschaftlich auf den Rücken „Wir konnten doch auf keinen Fall, die Hochzeit des Jahres verpassen.“ „Wir? Wer ist denn sonst noch dabei?“ Mit schaudern dachte Ben an seinen Aufenthalt auf Hawaii zurück und wie er dort von Tamiha in Ihrer Hütte gefangen gehalten wurde. „Higgins ist noch mit gekommen. Master Robin hält sich zur Zeit mal wieder in Europa auf, lässt Dir aber seine Grüße ausrichten.“ Antwortete Thomas. Ben sah sich um „Wo ist Higgins denn?“ „Er sitzt dort drüben, neben Deinem zukünftigen Schwiegervater.“ Thomas zeigte auf einen Tisch hinter sich „Der ärmste tut mir schon richtig leid, da Higgins mal wieder am Geschichten erzählen ist. Du weißt schon, Geschichten die mit, das erinnert mich an die Zeit, als wir damals... anfangen.“ Ben blickte über Thomas Schulter „Oh je, der arme Hank.“ Stellte Ben fest. „Ja, aber bisher hat es sich als sehr geduldig erwiesen.“ Sagte Thomas. „Kann schon sein,“ nickte Ben „aber ich denke, ich sollte Ihn langsam aus Higgins Klauen befreien.“ „Ich glaube Du hast recht.“ Grinste Thomas „Higgins redet bestimmt schon seit einer halben Stunde auf Ihn ein.“ Ben und Thomas gingen zu Hank und Higgins hinüber. „Mr. Higgins, schön Sie in Sunset Beach begrüßen zu dürfen.“ Begrüßte Ben Higgins. Dieser stand auf und reichte Ben die Hand „Mr. Ben, es ist mir eine Ehre hier sein zu dürfen.“ „Es ist für mich eine Ehre, Sie und Thomas auf meiner Hochzeit begrüßen zu dürfen. Meg und ich werden Ihnen nie vergessen, was Sie damals auf Hawaii alles für uns getan haben.“ Entgegnete Ben. „Ach, das war doch selbstverständlich.“ Lächelte Higgins „Außerdem habe ich mich schon in weit aus gefährlicheren Situationen befunden. Wenn ich nur daran denke, was passierte, als wir damals im Kongo auf der Flucht waren....“ und schon legte er los und Ben blieb nichts anderes übrig, als sich zähneknirschend zu setzten und zu zuhören. Ein paar Minuten später schlenderte Derek hinter Higgins vorbei. Ben sah seinen Bruder an und formte lautlos das Wort „Hilfe“ Derek blieb hinter Higgins stehen und brauchte einen Augenblick, um zu verstehen, was Ben meinte. Aber als er dann Higgins Monolog mitbekam, nickte er Ben zu. Er räusperte sich „Hier bist Du ja Ben, ich habe Dich schon überall gesucht. Kannst Du mal eben mit mir mitkommen?“ Ben sah seinen Bruder an „Natürlich. Mr. Higgins, wenn Sie mich bitte entschuldigen würden? Wir sprechen später weiter.“ „Gehen Sie Mr. Ben.“ Nickte Higgins „Es ist eh unhöflich, den Gastgeber die ganze Zeit in Beschlag zu nehmen.“ „Danke Mr. Higgins. Ich wünsche Ihnen noch viel Spaß.“ Antwortete Ben und drehte sich zu Hank um „Kommst Du auch mal bitte mit, ich möchte Dir jemanden vorstellen.“ Eilig sprang Hank auf „Selbstverständlich!“ Als Hank, Ben und Derek sich ein paar Schritte von dem Tisch entfernt hatten, sah Ben seinen Bruder an „Danke, für Deine Hilfe. Ich fürchte, wenn Du nicht gekommen wärst, hätten wir den restlichen Abend mit Anekdoten a la Higgins verbracht.“ „Ja,“ nickte Hank „das kann auf die Dauer ganz schön anstrengend werden.“ „Kein Problem,“ lachte Derek „wozu sind denn Brüder da?“ Ben und Hank fielen in Dereks Lachen ein.

Meg_Cummings

 

 

Was nun folgte, war eine erotische Tanzeinlage der besonderen Güte.
Unter dem Beifall und den begeisterten Zurufen der Damen erschienen die beiden Herren, die jetzt dunkle Anzüge und Hüte trugen, im Wohnzimmer und begannen, sich äußerst routiniert und elegant zum Takt der Musik zu bewegen. Gekonnt ließen sie dabei ein Kleidungsstück nach dem anderen fallen. Zwischendurch forderten sie sich immer wieder abwechselnd die Damen zum Tanz auf, und Joan schwor sich, bis an ihr Lebensende dankbar darüber zu sein, dass sie an der Reihe war, bevor die beiden Tänzer nur noch einen knappen Slip trugen. Als sie wieder auf ihrem Platz saß, stürzte sie nervös und hektisch ein ganzes Glas Wein auf einmal hinunter.
Während Sara sich auf Grund ihres Zustandes etwas zurückhalten mußte, bestritten ausgerechnet Meg und Annie den letzten Tanz mit den Animateuren.
Natürlich wollte keine der anderen etwas schuldig bleiben, und so hielten sie beide voll mit und scheuten sich auch nicht davor, den Tänzern auf deren Ermutigung hin die Slips nun auch noch auszuziehen.
„Meggi!“ rief Joan entsetzt, aber alle anderen klatschten begeistert Beifall, als unter den Slips zum Schluß glänzende Tangas zum Vorschein kamen, die das Wesentliche doch noch notdürftig verdeckten.
Lachend verbeugten sich die beiden Herren und verschwanden unter mehrstimmigen Bravorufen wieder im Badezimmer.
Annie atmete tief durch, zog ihren Supermini glatt und betrachtete Meg mit einem abschätzenden Seitenblick.
„Na, alles okay?“
„Aber natürlich!“ antwortete diese lachend. „An so etwas bin ich gewöhnt, das gab es bei uns in Kansas auf jedem Dorffest!“

Jeany

 

 

Einige Stunden und einige Liter Bier später, war es an der Zeit, dass die ganze Gesellschaft wieder zurück zum Festland gebracht wurde. Ted und Sam hatten für diesen Zweck eine große Yacht gemietet, die alle wieder unbeschädigt nach Sunset Beach zurück bringen sollte. „Alle mal herhören.“ Klatschte Ted in die Hände, um die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich zu ziehen „Bitte geht jetzt alle an Board de Yacht. In zehn Minuten legen wir ab und kehren nach Sunset Beach zurück.“ Einige der Gäste folgten Teds Aufforderung sofort, andere protestierten. Resolut begannen Ted und Sam die Gäste einzusammeln und zur Yacht zu bringen „Kommt Leute,“ sagte Sam dabei „morgen ist die Hochzeit von Ben und Derek und wir wollen doch nicht daran Schuld sein, dass sie zu spät kommen.“ Zwanzig Minuten später war auch endlich der letzte Gast an Board der Yacht und sie konnten ablegen. Die Stimmung an Board war großartig und während der Überfahrt wurde viel gesungen und gelacht. Als die Yacht dann endlich in Sunset Beach wieder anlegte, begannen Ted und Sam die Gäste auf die vorbestellten Taxis zu verteilen. Am Ende standen nur noch Ben, Derek, Ted um Sam am Kai. Sam sah die drei Brüder an „Was haltet Ihr davon, wenn wir noch auf ein letztes Glas zu mir gehen?“ „Eine gute Idee.“ Stimmte Ben zu „Denn ich weiß nicht, ob die Ladies noch bei uns sind. Und ich habe keine Lust in deren Party zu platzen.“ Stimmte Ben zu. „Hast Du etwa Angst davor, dass sie ein paar anzügliche Bemerkungen machen?“ stichelte Derek. „Nein das nicht, aber ich möchte auch nicht mit dem Stripper verwechselt werden.“ Konterte Ben. „Also was ist jetzt?“ fragte Sam noch einmal uns schloss seinen Wagen auf. „Ich bin dabei.“ Nickte Derek. „Ich auch.“ Stimmte Ted zu und alle stiegen in Sams Auto ein. Dieser startete den Wagen und fuhr los.

Meg_Cummings

 

 

Als Ben spät in der Nacht nach Hause kam, war alles still. Leise öffnete er die Tür und schaltete das Licht ein.
„Ach Du liebe Zeit!“ entfuhr es ihm angesichts des Durcheinanders, das im Wohnzimmer herrschte. Auf dem Tisch standen Flaschen und Unmengen benutzte Gläser, und rundherum lagen Schleifen, aufgerissenes Geschenkpapier und mittendrin diverse Geschenke, die Ben, obwohl er ziemlich müde war, neugierig betrachtete.
„Sieht ganz danach aus, als hätten die Ladys genauso viel Spaß gehabt wie wir!“ meinte er zufrieden und lugte in den letzten Geschenkkarton.
„Na, was haben wir denn da?“ Erstaunt hielt er die roten Dessous hoch. „Mh“ meinte er angenehm überrascht und verzog das Gesicht zu einem Grinsen, „da hat ja jemand wirklich Geschmack bewiesen!“ Er betrachtete die zarten Teile von allen Seiten und versuchte sich seine zukünftige Frau darin vorzustellen.
„Ben, alter Junge“ schmunzelte er schließlich auf dem Weg ins Gästezimmer, wo er die letzte Nacht vor der Hochzeit verbringen musste, um die Braut am frühen Morgen nicht vorzeitig zu Gesicht zu bekommen, „Dein neues Leben wird sehr verheißungsvoll, darauf kannst Du wetten!“

Jeany

 

 

Am nächsten Morgen verließ Meg in aller Herrgottsfrühe das Haus, während Ben noch im Gästezimmer schlief.
An der Tür begegnete sie der Putzfrau. Die korpulente, fröhliche Mexikanerin schüttelte Meg überschwänglich beide Hände und wünschte ihr in ihrem lustigen englisch- spanischem Kauderwelsch alles Gute für die bevorstehende Hochzeit.
„Danke, Carlita.“ lächelte Meg. Dann fiel ihr noch etwas ein, und sie winkte die Frau vertraulich zu sich heran. „Würden Sie bitte nachher, bevor Sie wieder gehen, oben am Gästezimmer anklopfen? Ich möchte nämlich nicht, dass Mr. Evans die Trauung vielleicht noch verschläft!“
Carlita nickte eifrig.
„Si Senjorita, ich werrde klopfen, dass er ganz bestimmt werrden munter! Kann doch so wunderschönen Braut nicht lassen warten vor Kirche! Ist mir sowieso ein Rätsel, wie err kann ruhig schlafen vor so eine grosse Fest!“
Meg lachte.
„Er hat gestern noch ein bisschen mit seinen Freunden gefeiert.“
„Si si“ nickte Carlita und zwinkerte ihr zu. “Nun, heute abend err feiert allein mit seine schönne junge Frau!”

Jeany

 

 

Im Surf Center warteten Rae, Gabi und Vanessa schon ungeduldig, und es schien fast so, als seien sie aufgeregter als die zukünftige Braut.
Gabi trug bereits eines der zartrosa Spitzenkleider, die extra für die beiden Brautjungfern angefertigt worden waren. Sie sah phantastisch aus, und ihr langes schwarzes Haar bildete einen reizvollen Kontrast zu dem Kleid, das zudem durch den schlanken Schnitt ihre tadellose Figur unterstrich.
Rae löste als Erstes vorsichtig die Folie um das Brautkleid, und Meg betrachtete noch einen Moment lang diesen Traum in Weiß, bevor sie fast ehrfürchtig hineinschlüpfte. Mit Feuereifer machte Gabi sich nun daran, ihrer Jugendfreundin das lange dunkle Haar zu frisieren und kunstvoll hochzustecken.
„Hast Du das Strumpfband?“ fragte Vanessa. Meg nickte.
„In meiner Tasche, dort sind auch die Ohrringe und die Kette drin.“
Vanessa kramte alles heraus und legte diese wichtigen Kostbarkeiten vor Meg auf die Kommode.
„Moment, die Blüten fürs Haar!“ rief Rae und lief in ihr Zimmer, um sie zu holen.
Dann wurde noch ein dezentes Make up aufgetragen und die Braut war fertig.
Meg stand auf und drehte sich lachend um die eigene Achse.
„Nun, was sagt Ihr?“
Ihre Freundinnen schienen in Ehrfurcht erstarrt. Gabi fand als Erste ihre Sprache wieder.
„Perfekt!“ meinte sie und nickte zufrieden. „Lass uns noch mal alles durchgehen... Du hast ein Hochzeitskleid, Du hast die Perlenkette als etwas Neues, die Ohrringe als etwas Altes, das Strumpfband als etwas Blaues...“ Ihre Augen wanderten an Meg hinunter und weiteten sich plötzlich erschrocken. „Meg! Wo sind Deine Schuhe?“
Alle Blicke richteten sich auf Megs fein manikürte, nackte Füße, die immer noch in ihren alten Sandalen steckten.
„Oh mein Gott!“ Die Braut wurde sofort einen Schein blasser. „Die Schuhe! Ich habe tatsächlich in der ganzen Hektik vergessen, mir passende Schuhe zu kaufen!“

Jeany

 

 

Obwohl Ted nur wenige Stunden geschlafen hatte, fühlte er sich frisch und ausgeruht, als er am nächsten Morgen erwachte. Er duschte ausgiebig und da es noch zu früh war, um seinen Anzug für die Hochzeit anzuziehen, schlüpfte er schnell in eine Jeans. Dann ging er in die Küche und setzte Kaffee auf. Vor sich hin summend, holte er das Brot aus dem Schrank und begann es zu toasten. Er stellte Butter und Marmelade auf den Tisch. Da er von Annie an diesem Morgen noch nichts gehört hatte und er sich sicher war, dass sie so lange schlafen wollte, wie sie nur konnte, stellte er nur für sich eine Tasse auf den Tisch. Als der Kaffee fertig war, nahm der die Kanne mit an den Tisch und goss sich von der heißen, köstlich duftenden Flüssigkeit ein und begann eine goldbraune Scheibe Toast mit Butter zu bestreichen. „Wie kann man am frühen Morgen nur schon so munter sein?“ hörte er eine verschlafene Stimme von der Tür her. Er blickte auf und sah Annie im Türrahmen stehen. Wie üblich trug sie nur eins seiner Hemden. Rote Locken umrahmten wild Ihr Gesicht und sie rieb sich die Augen. „Guten Morgen,“ lächelte Ted „an so einem wunderschönen Morgen kann man doch nur gut gelaunt sein.“ Annie schritt zum Tisch hinüber und griff sich Teds Kaffeetasse „Mmm, frischer Kaffee.“ „Das war eigentlich meine Tasse.“ Sagte Ted und zog Annie auf seinen Schoß „Und nun ist es meiner.“ Lächelte Annie und beugte sich vor um Ted zu küssen. „Danke mein Schatz.“ Ted lächelte zurück „Du weißt ganz genau, wie Du mich um den Finger wickeln kannst.“ Annie lachte „Jede Frau sollte wissen, wie sie Ihren Mann um den Finger wickeln kann.“ Ted sah Annie an „Du bist ja richtig gut gelaunt heute. Dann war die Party gestern Abend wohl doch nicht so schlecht, oder?“ Annie zuckte mit den Schultern und trank noch einen Schluck Kaffee, bevor sie antwortete „Naja, wenn man einmal davon absieht, dass Sara mich wohl am liebsten umgebracht hätte, dann war es ganz nett. Sogar Meg war ganz locker drauf und hat mit einem Stripper getanzt und ihm die Hose ausgezogen.“ Ted zog seine Augenbrauen hoch „Ihr hattet einen Stripper auf der Party?“ Annie grinste „Nicht nur einen, wir hatten gleich zwei Stripper da. Haben Dir das Ben und Derek nicht erzählt? Die haben die doch extra bestellt.“ Ted lachte „Das sieht den beiden ähnlich. Da bist Du ja so richtig auf Deine Kosten gekommen, oder?“ Annie kicherte „Ja, aber Du hättest mal Megs und Saras Mutter sehen sollen. Die hat ausgesehen, als ob sie kurz vor einem Herzinfarkt stand. Als Meg den Stripper die Hose ausgezogen hat, dachte ich, jetzt kippt sie um.“ „Nun, ich denke nicht, dass die arme Joan schon mal zu vor in Ihrem Leben einen Stripper gesehen hat und dann gleich zwei davon, dass war wohl ein wenig zu viel auf einmal.“ Ted sah auf die Küchenuhr „Aber nun wird es Zeit, dass wir uns langsam für die Hochzeit fertig machen. Als Bestman von Derek darf ich nicht zu spät kommen. Vielleicht braucht er ja noch meinen Beistand.“ Annie sprang auf „Ich muss noch unter die Dusche und mir die Haare waschen.“ „Na dann aber los, wir haben keine Ewigkeit mehr Zeit.“ „Ich beeil mich ja schon.“ Sagte Annie und hatte schon die Küche verlassen.

Meg_Cummings

 

 

 

Im Surf Center sahen sich die Freundinnen ratlos an.
„Was nun? Ich kann doch nicht barfuss zum Altar gehen!“ Meg hätte heulen können. „Wo hab ich nur meine Gedanken gehabt? Wie konnte ich die Schuhe vergessen!“
Vanessa und Rae tauschten einen panikartigen Blick.
„Warte!“ rief Gabi plötzlich und lachte. „Ich bin gleich wieder da...“
Ein paar Sekunden später kam sie mit eine paar weißen Pumps in der Hand wieder herein. „Hier!“ rief sie stolz und hielt Meg die Schuhe hin. „Probier mal! Wir haben doch die gleiche Größe, die müssten Dir passen.“ Sie sah die anderen beiden an und fügte fast entschuldigend hinzu: „Die sind erst einmal getragen!“
Gespannt beobachteten die Damen, wie Meg die Schuhe anzog. Sie ging ein paar Schritte im Zimmer auf und ab und verkündete dann strahlend:
„Sie passen!“
Rae, Vanessa und Gabi atmeten erleichtert auf.
„Na also!“ lachte Gabi, „wir haben doch schon auf dem Abschlussball der Ludlow High damals die Schuhe getauscht, weißt Du noch?“
„Allerdings!“ erwiderte Meg trocken und grinste. „Meine haben vorn auf die Zehen gedrückt und Deine an den Fersen!“
„Also meine Damen“ meinte Vanessa, um die Sache abzurunden, „somit hat sich meine Frage ja erledigt.“
„Welche Frage?“ wollte Rae wissen.
„Die Frage nach etwas Geborgtem für Meg!“

Jeany

 

 

Dann galt es, die Frage zu klären, wer nun mit wem zur Kirche fuhr. Vanessa war außer sich, als sie vergeblich nach ihren Autoschlüsseln suchte. Gabi fand ihren Brautstrauß nicht mehr dort vor, wo sie ihn vor ein paar Minuten hingelegt hatte und Raes Reißverschluß am Rock hatte sich mit ihrer Bluse verklemmt und rückte keinen Zentimeter. Mitten in diesem Chaos klingelte es.
„Meg, Gabi!“ hörten sie Casey unten rufen. „Eure Limousine ist da!“
Augenblicklich war es still im Zimmer, denn alle vier erstarrten verwundert.
„Limousine?“ fragte Meg, die als erste ihre Sprache wiederfand. „Ja aber... ich habe doch gar keine bestellt!“
Plötzlich ertönte ein Schrei.
„Das gibt’s doch gar nicht!“ Gabi war ans offene Fenster getreten und starrte aufgeregt hinunter auf die Strasse. „Hey, kommt schnell her, das müsst Ihr sehen!“ rief sie begeistert. Meg, Vanessa und Rae drängten zum Fenster.
„Ich glaub, ich träume!“
Meg traute ihren Augen kaum.
Da stand tatsächlich eine weiße Hochzeitskutsche vor dem Haus, mit zwei herrlich geschmückten, glänzenden Rappen davor. Auf dem Kutschbock saß Mark in Frack und Zylinder und winkte ihnen fröhlich zu.
Meg drehte sich zu ihren Freundinnen um und sah mit einem Mal deren verschmitztes Grinsen.
„Jetzt sagt mir bloß nicht, Ihr habt das gewusst?“
Nun lachten alle drei fröhlich.
„Das ist unser Hochzeitsgeschenk an Euch!“ erklärte Gabi augenzwinkernd. „Genieß die Fahrt, die Kutsche gehört Euch den ganzen Tag lang!“

Jeany

 

 

"So, das wäre erledigt!" Zufrieden lächelnd schloß Caroline die Tür des Gästezimmers und ging zu dem großen Wandschrank hinüber. "Was hast Du gemacht?" fragte Sara neugierig. "Ich habe ein Schild rausgehängt >>Bitte nicht stören!<< grinste sie. "Dein Zukünftiger soll uns doch nicht bei der Anprobe überraschen," fügte sie erklärend hinzu. "Das wird er wohl kaum," sagte Sara schmunzelnd. "Derek schläft wie ein Toter! Nicht einmal ein Erdbeben könnte ihn erwecken! Die gestrige Feier war wohl etwas zu feucht-fröhlich!" Caroline lachte. "Die Männer feiern ihren Abschied vom Jungesellendasein eben doch anders als wir zivilisierten Frauen," flachste sie, doch dann sah sie Sara empört an. "Ich hoffe, er hat Dich nicht gesehen! Du weißt doch, das bringt Unglück!" fügte sie erklärend hinzu. Sara schüttelte den Kopf. "Keine Sorge, er schläft tief und fest. Ich habe ihm nur den Wecker gestellt, damit er auch rechtzeitig in der Kirche erscheint," sagte sie schmunzelnd. Caroline grinste. "Na, dann kann ja nichts schiefgehen!" Sie öffnete die Flügeltüren des Wandschranks und drehte sich zu Sara um. "Bist Du bereit?" fragte sie, und als Sara nickte, holte Caroline Sara's Brautkleid aus dem Schrank und legte es vorsichtig auf's Bett. Vorsichtig zog sie die Umhüllung darum zurück und schaute fasziniert auf den cremefarbenen Satinstoff. "Sara, Dein Kleid ist wirklich ein Traum!" schwärmte sie. Sara strich vorsichtig, geradezu ehrfürchtig über den weichen Stoff. "Komm, ich helfe Dir beim Ankleiden," bot sich Caroline an, und Sara nickte dankbar. Eine Stunde später stand Sara als strahlende Braut vor dem Spiegel. Sie strich zart über die nun schon üppiger gewordene Rundung unterhalb ihrer Brust. "Ich glaube, länger hätten wir mit der Hochzeit nicht mehr warten können," seufzte sie. "Dann wäre nur noch ein Zelt als Brautkleid infrage gekommen!" "Du siehst wirklich toll aus!" sagte Caroline bewundernd. "Und laß Dir von niemandem etwas anderes einreden." Sara drehte sich lächelnd vor dem großen Wandspiegel. Caroline hatte Sara beim Frisieren geholfen und ihre Haare auf große Wickler gedreht, so daß diese nun in einer seidigen Welle auf ihre Schultern fielen. Auf dem Kopf trug sie das perlenbesetzte Blütendiadem. Sara befühlte vorsichtig die Diamant-Halskette, die um ihren Hals lag. "Die Ohrringe sind wirklich eine Wucht!" sagte Caroline in diesem Moment. "Dein Mann hat einen guten Geschmack!" "Nicht nur in Schmuckangelegenheiten," grinste Sara. Caroline ging zur Kommode hinüber und zog aus einer der Schubladen eine kleine Schatulle, die sie Sara reichte. Fragend sah diese sie an. "Mach es auf!" forderte Caroline Sara auf. Sie räusperte sich verlegen, als sie Sara's fassungsloses Gesicht sah, nachdem diese die Schatulle geöffnet hatte. "Du brauchst doch noch etwas "Geborgtes"," erklärte sie. "Dieses Armband habe ich zu meinem 18. Geburtstag von meiner Großmutter geschenkt bekommen.! Caroline nahm das Armband aus der Schatulle und hielt es ins Licht. "Siehst Du die kleinen Symbole? Der Anker steht für die Hoffnung, das Kreuz symbolisiert den Glauben, und das Herz die Liebe. Es soll Dir am heutigen Tag - Deinem Hochzeitstag - Glück bringen ... und natürlich auch an den darauffolgenden Jahren," fügte sie lächelnd hinzu. Sie legte Sara das zierliche Goldarmband ums Handgelenk. "Vielen Dank!" Gerührt umarmte Sara ihre Freundin. Als Caroline sah, daß an Sara's Wange eine Träne hinunterlief holte sie gleich ein Taschentuch und tupfte sie vorsichtig weg. "Du ruinierst noch Dein Make up!" sagte sie mahnend. "Tränen kannst Du nach der Trauung vergießen, jetzt noch nicht!" Sara lächelte. "Derek hatte recht," schniefte sie. "Er hat gesagt, daß ich mir viele Taschentücher einstecken soll." "Recht hat er!" stimmte Caroline zu. Kritisch sah sie Sara an. "Fehlt jetzt noch irgendetwas?" fragte sie. Sara schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht, oder warte ... das blaue Strumpfband fehlt noch." Sie zog es aus der Kommodenschublade hervor und bat Caroline, ihr beim Anlegen zu helfen. "So, fertig!" Sara betrachtete sich noch einmal prüfend im Spiegel. Sie legte eine Hand auf ihr nervös pochendes Herz. "Lach bitte nicht, aber ich habe tatsächlich Angst!" sagte sie mit einem gequälten Gesichtsausdruck. Caroline nickte. "Falls es Dich tröstet ... hätte ich auch," sagte sie mit ernster Miene. Sara sah sie empört an. "Na, herzlichen Dank," meinte sie ironisch," das baut natürlich ungemein auf!" Caroline grinste. "War nur ein Scherz," sagte sie. "Ich denke, daß es normal ist, Angst vor so einem entscheidenden Schritt zu haben, aber ganz ehrlich ... ich beneide Dich darum." Sara atmete tief durch. "Ja, ich hoffe nur, daß ich vor lauter Lampenfieber nicht meinen Text vergesse!" Caroline hatte Mühe, ernst zu bleiben. "Das ist kein Casting, Sara," sagte sie grinsend und zum Trost fügte sie hinzu. "Es wird schon schief gehen!" Caroline öffnete die Tür und schaute vorsichtig um die Ecke. "Die Luft ist rein, wir können gehen. Das Taxi ins Glück erwartet uns!" Sie ergriff Sara's Hand, die sich ganz kalt und schweißig anfühlte. "Keine Angst, ich werde immer ganz dicht bei Dir bleiben," versprach sie. Sara sah sie dankbar an. Caroline nahm den Brautstrauß, und leise schlichen beide die Treppe hinunter und öffneten erwartungsvoll die Haustür.

Mona

 

 

Sara traute ihren Augen kaum, als sie zur verabredeten Zeit mit Caroline auf die Strasse hinaustrat. Eine weiße Hochzeitskutsche mit zwei glänzend schwarzen Pferden davor bog um die Ecke, gefolgt von Vanessas kleinem Honda, in dem Michael, Rae und Casey saßen. Auf dem Kutschbock thronte Mark und lüftete ehrfürchtig den schwarzen Zylinder, als er Sara und Caroline sah. Er hielt an und sprang von seinem Sitz.
Galant reichte er der zukünftigen Braut seine Hand.
„Darf ich bitten, Prinzessin?“
„Mark... wieso... ich meine“ Sie schluckte überwältigt, „kannst Du denn das Ding überhaupt richtig kutschieren?“
Mark lachte.
„Natürlich! Ich habe extra Stunden genommen dafür!“
Vorsichtig stieg Sara die drei Stufen hoch und nahm fast ehrfürchtig neben ihrer Schwester platz. Caroline setzte sich neben Gabi und machte ebenso große Augen.
„Nicht zu fassen!“ flüsterte Sara gerührt und sah Meg an. „Hast Du das gewusst?“
„Nein, ich war genauso überrascht wie Du.“ erwiderte diese und lachte. „Genieß es, Sara, es ist fast noch schöner als Cabriofahren!“
Sie wandte sich an Mark, der wieder auf dem Kutschbock saß und sich erwartungsvoll nach ihnen umdrehte. „Lass die beiden traben, so schnell wie der Wind!“

Jeany

 

 

Während die Gäste schon in der Kirche Platz genommen hatten und gespannt auf den beginn der Zeremonie warteten, standen Hank, Joan und die beiden Trauzeugen Ted und Sam vor dem Portal und sahen abwechselnd ungeduldig auf die Uhr.
Gleich Zehn, und weder die zukünftigen Ehemänner noch deren Bräute waren angekommen.
„Meine Güte, so langsam wird es aber wirklich Zeit!“ knurrte Sam beunruhigt. „Bette ist schon so aufgeregt, dass ich fürchte, ihr Blutdruck erreicht bereits rekordverdächtige Höhen, bevor die Trauung überhaupt begonnen hat!“
Joan trat nervös von einem Fuß auf den anderen. Ihr neues royalblaues Kostüm und die nach Bettes gestrigen Vorschlägen etwas moderner gestylte Frisur standen ihr fabelhaft. Sogar ihr Mann, der sonst mit Komplimenten äußerst zurückhaltend umging, hatte ihr heute schon mehr als einen bewundernden Blick zugeworfen.
Antonio trat in seinem feierlichen weißen Talar zu der kleinen Gruppe hinaus und klopfte Hank beruhigend auf die Schulter.
„Keine Sorge, sie werden bestimmt gleich ankommen.“

Er hatte die Worte noch nicht richtig ausgesprochen, als Bens schwarzer BMW in rasanter Geschwindigkeit um die Ecke bog und mit quietschenden Reifen vor der Kirche hielt.
Ben und Derek stiegen aus, während Sean, der auch eben erst hinzukam, sich eifrig erbot, den Wagen etwas abseits zu parken.
Alle Anwesenden stutzten, als die Zwillingsbrüder auf sie zugingen. Dass die beiden eine absolut starke Ähnlichkeit verband, war zwar inzwischen jedem klar, aber das...
„Hey, Ihr beiden, was um aller Welt...“ begann Sam verblüfft, doch Ben unterbrach ihn sogleich. „Komm schon, Sam, es war keine Zeit mehr, noch was dran zu ändern, also los, tragt es mit Fassung!“
Antonio schmunzelte und begrüßte die Brüder.
„Bitte geht schon hinein, ich werde Euch in wenigen Augenblicken folgen.“ sagte er und nickte ihnen und den Trauzeugen freundlich zu, bevor er sich an den Brautführer wandte. „Wir sollten noch etwas hier warten, bis die Damen eintreffen.“
Hank schluckte.
„Ja, das sollten wir. Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben, wie mir zumute ist, Antonio.“ seufzte er und wischte sich zum wiederholten Male mit dem Taschentuch über die schweißnasse Stirn, während Joan seinen Arm umklammerte. „Jeder Vater ist stolz, wenn er den Augenblick erleben kann, seine Tochter zum Traualtar zu führen, aber gleich zwei auf einmal...“
Antonio nickte.
„Ich muss zugeben, dieser Tag ist auch für mich etwas ganz Besonderes, Hank. Ich habe in meiner Laufbahn als Priester noch nie in einer Zeremonie zwei Brüder und zwei Schwestern miteinander vermählt. Außerdem sind alle vier liebe Freunde von mir und ich danke Gott dafür, dass ich heute die Ehre habe, das tun zu dürfen.“
Hank sah ihn an und reichte ihm spontan seine Hand.
„Danke Antonio.“
Der helle Klang von galoppierenden Hufen, begleitet von fröhlichem Pferdewiehern ließ die beiden aufhorchen.
„Da kommen sie!“ rief Joan erleichtert und tupfte sich beim Anblick der weißen Hochzeitskutsche die Tränen der Rührung aus den Augen. „Mein Gott, seht nur, das ist ja wie im Märchen!“ flüsterte sie total hingerissen.
„Du solltest jetzt hineingehen, Joan!“ sagte Hank leise und küsste seine Frau auf die Wange. „Ich verspreche Dir, ich werde unsere beiden Mädchen sicher zum Altar geleiten.“

Jeany

 

 

Die Kirche war brechend voll. Alle Freunde und Bekannte der beiden Brautpaare waren anwesend.
Ganz vorn in der ersten Reihe saß Joan, das Taschentuch griffbereit in der Hand, neben Bette, Annie, Brian und Ricardo. Sie war so stolz auf ihre beiden Töchter, für die heute ein neuer Lebensabschnitt beginnen würde, und sie beneidete Hank fast ein bisschen um seine ehrenvolle Aufgabe, Sara und Meg zum Altar führen zu dürfen.

Auch den anderen neben ihr sah man an, wie stolz sie waren, dass ihre Partner bzw. Begleiter als Trauzeugen an der Zeremonie teilnahmen, obwohl sich Annie eines gewissen Wehmutsgefühles am heutigen Tag nicht entziehen konnte...
Ben würde heiraten, ihr Ben, auf dessen Liebe und Zuneigung sie so lange vergeblich gehofft und nichts unversucht gelassen hatte, um ihn für sich zu gewinnen. Ihre Augen wanderten zu Ted, der neben Antonio am Altar stand, und ihre Blicke trafen sich. Er blinzelte ihr kurz zu und Annie lächelte. Das Leben würde auch ohne diese aufreibende Jagd auf Ben weitergehen, es versprach sogar sehr verheißungsvoll zu werden, an der Seite seines attraktiven, großen Bruders.

Bette hingegen maß mit stolzen Blicken ihren Ehemann Nummer Acht, der in seinem dunklen Anzug vor dem Altar eine wirklich gute Figur abgab.
`Mädchen, Du hast vielleicht ein Glück!` dachte sie und lächelte mit glänzenden Augen still vor sich hin. `Man sagt ja immer, aller guten Dinge seien drei... nun gut, bei mir waren es eben ein paar mehr, aber nach sieben Fehlversuchen habe ich jetzt endlich den richtigen Mann gefunden. Mein Big Boy, mit Dir zusammen will ich alt werden!`

Auf der anderen Seite des Ganges hatten Casey, Rae, Michael und Vanessa Platz genommen und beobachteten aufgeregt das Geschehen.
„Schau genau hin, Rae“ flüsterte Casey, „eines Tages...“
Rae warf ihm einen erstaunten Blick zu und lächelte dann verträumt, während Michael liebevoll nach Vanessas Hand fasste.

Neben ihnen saßen die Ehrengäste aus Hawaii, Magnum und Higgins.
Zum hundertsten Male versuchte Thomas die ihm ungewohnt enge Krawatte mit unwirschen Handbewegungen zu lockern. In seinem tadellos sitzenden dunklen Anzug war er kaum wiederzuerkennen, dennoch fühlte er sich ohne sein Basecape auf dem Kopf irgendwie unwohl.
Jonathan, vornehm und mustergültig wie immer, warf ihm einen tadelnden Blick zu.
„Wenn Sie schon einmal in Ihrem Leben wie ein Gentleman aussehen, Magnum, dann benehmen Sie sich gefälligst auch wie einer!“ zischte er kaum hörbar.
Thomas schnaufte und verdrehte die Augen.
„Higgi, dieser Hemdkragen ist so eng, dass ich das Gefühl habe, ich müsste auch noch durch die Ohren atmen, um genügend Luft zu bekommen!“
„Atmen Sie, durch was Sie wollen, aber hören Sie endlich mit diesem Herumgezerre auf!“ erwiderte Higgins unbeeindruckt und saß weiterhin da, als hätte er ein Lineal verschluckt. „Tragen Sie es wie ein Mann!“

Hinter Bette und Joan hatten die Richards ihre Plätze eingenommen.
Olivia schön und elegant wie immer, blickte noch etwas unsicher in die Runde. Erleichtert stellte sie fest, dass sie bisher keiner der Anwesenden mit bösen oder verachtenden Blicken maß. Gregory hatte wohl recht, dachte sie beruhigt, die Menschen in so einer Kleinstadt vergaßen schnell, und heute waren sowieso alle abgelenkt von den unmittelbar bevorstehenden Ereignissen.
Sie schielte zu ihrem Mann hinüber, doch dessen Gesicht verriet nicht, was er dachte. Er hatte sich wie immer voll unter Kontrolle.

Ganz so war es nicht, denn Gregorys Gedanken kreisten intensiv um die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen. Er hatte sich seit Olivias selbstverschuldetem Unfall viele Feinde gemacht, und er war sogar vor einem Mordauftrag nicht zurückgeschreckt... Nur gut, dass dieser Cole heute nicht anwesend war. Er hatte ihn auf dem Friedhof zwar nicht öffentlich angegriffen, aber sein drohender Blick war eine eindeutige Kampfansage gewesen. Er schien die Wahrheit zu kennen, und das beunruhigte Gregory sehr. Er würde Cole im Auge behalten...

Mark kam in seinem schwarzen Smoking herein und setzte sich lächelnd neben Caitlin und ihre Eltern.
„Wo hast Du Deinen Zylinder?“ neckte ihn Caitlin flüsternd.
Mark grinste.
„Ich wollte nicht mit dem Bräutigam verwechselt werden“ erwiderte er verschmitzt, „noch nicht, jedenfalls!“

Neben den Richards, allerdings durch den Gang getrennt, saßen Sean und Tiffany.
„Woher hast Du dieses tolle Kleid?“ fragte Sean anerkennend. Tiff lächelte geschmeichelt.
„Ich hab es von Deiner Schwester geborgt“ erwiderte sie und strich fast ehrfürchtig über den zart fliederfarbenen knielangen Rock. „Sie hat es noch nie getragen und meinte, es würde mir ausgezeichnet stehen.“
Sean nickte.
„Stimmt. Meine Schwester hatte schon immer einen guten Geschmack.“
„Ja, den hat sie.“ bestätigte Tiffany. „Aber Du siehst auch sehr elegant aus.“
Sean grinste und zog die Augenbrauen hoch.
„Tja, ich hab eben auch einen tollen Geschmack. Das sieht man doch daran, was ich heute für eine gutaussehende Partnerin an meiner Seite habe!“ erwiderte er charmant.

Elaine, die neben Tiffany saß, hatte das Gespräch der beiden jungen Leute gehört und lächelte verträumt vor sich hin. Liebe war doch wirklich etwas Wunderbares... Wehmütig dachte sie an ihre eigene große Jugendliebe zurück, und eine stille Sehnsucht machte sich in ihrem Herzen breit. Ihr Job füllte momentan zwar ihr Leben aus, aber sie füllte sich irgendwie festgefahren. Tief in ihrem Inneren war da immer noch dieser Wunsch nach Geborgenheit und auch danach, so eine Leidenschaft noch einmal zu erleben, so eine Liebe, wie diese vier jungen Menschen für einander empfanden, die sich in wenigen Minuten hier vor dem Angesicht Gottes das Jawort geben würden.
Elaine lehnte sich zurück und schloss für ein paar Sekunden die Augen.
In diesem Moment fasste sie einen Entschluss. Sie würde Sunset Beach verlassen und irgendwo ganz neu anfangen, an einem Ort, wo sie der Liebe eine neue Chance geben würde.

In diesem Moment gab Antonio ein Zeichen und laute Orgelmusik setzte ein.
Die Zeremonie konnte beginnen und alle Blicke richteten sich erwartungsvoll auf den Eingang der Sakristei.

Jeany

 

 

Während die traditionelle Hochzeitsmusik einsetzte, erhoben sich die anwesenden Gäste ehrfürchtig von ihren Plätzen.
Neugierig drehten alle die Köpfe und reckten die Hälse, als die beiden Brautjungfern langsam und feierlich den Gang entlang auf den Altar zuschritten. Während Gabi Meg zu Ehren einen kleinen Strauss weißer Rosen in beiden Händen hielt, trug Caroline die Lieblingsblumen ihrer Jugendfreundin, rote Rosen. Die beiden jungen Frauen sahen hinreißend aus in ihren rosèfarbenen bodenlangen Kleidern, und nur ihre Augen verrieten, wie aufgeregt sie waren, während sie mit einem stolzen Lächeln nebeneinander hergingen.

Ricardo hielt die Luft an und schluckte.
Gabi sah so wunderschön aus, fast so, als sei sie selbst die Braut... Sein Herz schlug bei diesem Gedanken unwillkürlich schneller, aber plötzlich musste er daran denken, wie erschrocken sie während jenes Abendessens vor ein paar Tagen gewesen war, als sie geglaubt hatte, er wolle ihr einen Heiratsantrag machen. Manchmal war sie für ihn wie ein Buch mit sieben Siegeln. Ihr mitunter eigenartiges Verhalten musste wohl in ihrer etwas schwierigen Kindheit und ihren Problemen mit ihrer bösartigen Stiefmutter begründet liegen, überlegte er, deshalb wohl verschloss sie sich manchmal so. Er schwor sich in diesem Augenblick, Geduld zu üben, denn er war sich seit langem schon sicher, dass es sich lohnen würde, auf diese wunderbare Frau zu warten.

Antonios Gedanken sollten eigentlich in diesen Augenblicken ganz bei der bevorstehenden Zeremonie sein, doch als er Gabi erblickte, wie sie mit diesem bezaubernden Lächeln auf ihrem hübschen Gesicht auf ihn zuschritt, spürte er plötzlich, ohne etwas dagegen tun zu können, wieder dieses schmerzlich süße Gefühl in seiner Brust, als sich ihre Lippen damals einen verbotenen Moment lang zärtlich berührt hatten. Schnell wandte er den Blick ab. Seine Hände, verborgen unter dem weißen Talar, krampften sich ineinander, denn er wusste nur zu gut, dass dieser Augenblick sich niemals wiederholen durfte.
Er blickte auf die brennenden Kerzen vor sich und sprach ein stilles Gebet, um seine innere Ruhe wiederzufinden.

Gabi und Caroline waren vor dem Altar angekommen und nahmen neben den beiden Brautführern Aufstellung, Gabi neben Sam, links von Ben, und Caroline neben Ted, rechts von Derek.

Wieder öffnete sich die Tür, und während der Hochzeitsmarsch erklang, ging ein Raunen durch die Reihen. Dann hielten alle Anwesenden beeindruckt die Luft an.
Hank erschien am Ende des Ganges, an jedem Arm eine seiner beiden Töchter.
Langsam schritten sie auf den mit roten und weißen Rosen geschmückten Altar zu.
Megs Augen glänzten und ihr strahlendes Aussehen war nichts im Vergleich zu ihrem glücklichen Lächeln, das alle verzauberte. In diesem Augenblick jedoch hatte sie nur Augen für Ben, der am Ende des Ganges auf sie wartete. Nur noch ein paar Schritte, und nichts und niemand konnte sie beide jemals mehr trennen...

Saras Wangen waren vor Aufregung leicht gerötet, was ihr jedoch hervorragend stand. Überhaupt schien ihr die Schwangerschaft nach den anfänglichen Schwierigkeiten nun wirklich gut zu bekommen, sie wirkte gesund und absolut glücklich.

Als sie den halben Gang passiert hatten, fiel ihr Blick auf Derek und Ben, die ihnen beide erwartungsvoll entgegensahen, und plötzlich veränderte sich ihr Gesicht. Es schien, als würde sie alle Farbe verlieren. Ihre Hand krampfte sich in Hanks Arm, der sie daraufhin erschrocken anblickte.
„Daddy...“ stammelte sie und verlangsamte ihren Schritt, so dass die anderen beiden sofort aus dem Takt kamen. Zum Entsetzen aller Anwesenden blieben sie abrupt stehen.
Verunsichert drehte der Organist sich um.
Die Musik verstummte und eine unheimliche Stille breitete sich in der Kirche aus...

Jeany

 

 

„Großer Gott, Sara, was ist denn los?“ flüsterte Meg zutiefst beunruhigt. „Geht es Dir nicht gut? Ist was mit dem Baby?“
Sara schluckte und sah ihre ältere Schwester mit weit aufgerissenen Augen an.
„Meg...“ wisperte sie leise, „hast Du gesehen... Derek und Ben...“
„Was ist mit ihnen?“ flüsterte Meg erstaunt zurück, da sie nicht wusste, worauf Sara hinauswollte.
„Sieh mal... sie sehen... total gleich aus!“
Meg versuchte beruhigend zu lächeln.
„Sie sind Zwillinge, Sara.“ meinte sie halb im Spaß.
Saras Mundwinkel zuckten verdächtig.
„Sie haben die gleichen Anzüge an!“ brachte sie mühevoll heraus. „Oh mein Gott, ich glaube, ich weiß nicht mehr, wer nun wer ist!“
Schnell legte Meg ihre Hand auf Saras Arm.
„Ist das alles?“ fragte sie erleichtert. „Dann kann ich Dich beruhigen, ich weiß genau, wer Ben ist. Das hab ich schon immer gewusst!“
„Ja, das dachte ich bisher auch, aber so ähnlich waren sich die beiden noch nie!“ flüsterte Sara aufgeregt. „Woran erkennst Du Ben?“
`An seinen Augen` wollte Meg sagen, doch sie biss sich auf die Lippen. Nein, das war ihr Geheimnis, und das würde es für immer bleiben...
Ein rascher Blick auf die beiden inzwischen etwas unruhig dreinblickenden zukünftigen Ehemänner schaffte Abhilfe.
„Schau genau hin, Sara!“ erwiderte sie erleichtert. „Derek trägt eine von Deinen Lieblingsblumen am Revers, eine rote Rosenblüte! Ben dagegen trägt eine weiße.“
Sara schien von einer zentnerschweren Last befreit.
„Danke Meg.“ flüsterte sie und bekam sofort wieder rosige Wangen, und auch Hank, der bisher nur wortlos dem Gespräch der beiden gefolgt war, atmete sichtlich auf. Er nickte Antonio erleichtert zu und die Musik setzte wieder ein.

Am Altar angekommen verabschiedete der Brautvater Meg und Sara traditionell mit einem liebevollen Kuss auf die Wange. Dann übergab er zuerst seine ältere Tochter ihrem Bräutigam, indem er ihre Hand in die von Ben legte. Danach tat er das selbe mit Sara, deren vor Aufregung eiskalte Hand Derek zärtlich umfasste.
Antonio nickte Hank freundlich zu, und dieser ging mit immer noch leicht zitternden Knien hinüber zu den anwesenden Gästen, wo er erleichtert neben seiner Frau Platz nahm.
„Was war denn los?“ flüsterte Joan beunruhigt. Hank tupfte sich mit seinem Taschentuch über die Stirn und lächelte.
„Nichts weiter, Joani, Sara war sich nur einen Moment lang nicht mehr sicher, wen von den beiden Evans- Brüdern sie nun heiraten sollte.“

Jeany

 

 

Feierliche Stille breitete sich in der festlich geschmückten Kirche aus, während sich die beiden Hochzeitspaare vor dem Altar gegenüberstanden.
Alle Anwesenden lauschten gespannt, als Pater Antonios Stimme erklang.
„Ben und Meg, bitte tretet vor!“
Die beiden fassten sich bei den Händen und traten vor Antonio, um seinen Segen zu empfangen. Lächelnd sahen sie einander an.
„Derek und Sara, auch Euch beide bitte ich vorzutreten.“
Derek hielt Saras Hand ganz fest, und sie war ihm dankbar dafür. Mit zittrigen Knien trat auch sie gemeinsam mit ihrem zukünftigen Ehemann vor den Priester.

„Vater, wir bitten Dich, erhöre unser Gebet für Ben und Meg, Derek und Sara, die heute hier vor Dir stehen, um den heiligen Bund der Ehe zu schließen. Gib ihnen Deinen Segen und festige ihre Liebe zueinander, darum bitten wir Dich im Namen Jesu Christi, unseres Herrn. In Liebe und Einigkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“
Das Gebet war zu Ende und Antonio wandte sich mit den folgenden Worten an die beiden vor ihm stehenden Brautpaare:
„Ich habe zwar in meiner noch nicht allzu langen Laufbahn als Priester schon einige junge Paare getraut, aber ich darf wohl sagen, dass dies heute auch für mich ein ganz besonderer Tag ist, und jeder der hier Anwesenden weiß, warum ich das sage.“
Ein Lächeln zog über sein Gesicht. „Alles, was wir heute hier doppelt sehen, möge auch doppelt so lange halten, wenn das überhaupt noch möglich ist!“
Ein leises Lachen der Gäste und Brautleute erfüllte die Kirche für einen Moment, dann wurde es wieder still.
„Ich hoffe, dass Ihr Euch klar darüber seid, was eine Ehe ausmacht.“ fuhr Antonio fort und sah Ben, Meg, Derek und Sara abwechselnd an. „Die Ehe ist ein ernsthafter und ein ganzes Leben lang währender Bund der Liebe, geschlossen zwischen Mann und Frau.
An erster Stelle in einer Ehe steht die Aufrichtigkeit, sie ist von größter Wichtigkeit, ebenso wie das Vertrauen zueinander. In Zukunft werdet Ihr Freud, aber auch Leid miteinander teilen, und nur, wenn Ihr Euch gegenseitig achtet und vertraut, wird Eure Liebe zueinander unantastbar sein, Euch begleiten und Kraft geben, Euer gemeinsames Leben zu meistern, in guten wie in schlechten Zeiten, in Reichtum und Armut, bis dass der Tod euch scheidet.“
Antonio machte eine Pause und sah lächelnd auf die zwei Paare, die einander voller Liebe und Zärtlichkeit anblickten.
„Sollte nun jemand der hier Anwesenden etwas vorzubringen haben, nach dem die ehrwürdige eheliche Tradition der Liebe, der Aufrichtigkeit, des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts nicht geachtet wird, oder uns irgend einen anderen Grund nennen können, aus dem diese Menschen heute nicht in den heiligen Stand der Ehe treten sollten, so möge er jetzt reden... oder für immer schweigen.“

Jeany

 

 

Es war so still in der Kirche, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören.
Wer sollte schon etwas vorzubringen haben gegen diese Gemeinschaft, die Ben und Meg, Derek und Sara künftig verbinden würde. Sie gehörten einfach zueinander, und in diesem Augenblick müsste das auch dem letzten Zweifler klar geworden sein.
Wieder erklang Antonios Stimme.
„Ben und Meg, ich möchte euch nun bitten, uns Eure Hochzeitsgelübde vorzutragen!“

Ben sah Meg an und hielt ihre Hände. In seinen Augen war unendlich viel Liebe und Zärtlichkeit, als er zu sprechen begann:

„Es gab eine Zeit in meinem Leben, da glaubte ich, nie wieder lieben zu können. Bis zu dem Moment, als ich Dich das erste Mal gesehen habe, bei Sonnenuntergang am Strand.
Von da an konnte ich mich wieder auf jeden neuen Tag freuen, auf jeden Tag mit Dir. Du bist etwas ganz Besonderes, Meg, Du bist so voller Lebensfreude und Zärtlichkeit, dass ich Dich keinen einzigen Augenblick in meinem Leben mehr missen möchte. Laß uns den Weg von nun an gemeinsam gehen und ich verspreche Dir, die Legende von Sunset Beach wird wahr werden und Dir Glück bringen, an meiner Seite... für immer.“

Meg wischte sich schnell eine Träne von ihrer Wange und schenkte Ben jenes Lächeln, dass ihn vom ersten Augenblick an bezaubert hatte. Sie sah in Bens Augen und ihre Stimme war leise, aber hell und klar:

„Als ich hierher kam nach Sunset Beach, stand ich an einem Wendepunkt in meinem Leben. Ich hatte alles hinter mir zurückgelassen und vor mir lag eine unbestimmte Zukunft, aber als wir uns kennenlernten, wußte ich, dass ich den richtigen Weg gewählt hatte. Durch Dich habe ich erfahren, dass Träume wahr werden können, und ich werde diesen Traum festhalten und ihn mit Dir gemeinsam weiterträumen. Ich möchte Deine Frau werden, Ben, und die Mutter Deiner Kinder... und Du hast recht, die Legende von Sunset Beach lebt, in unserer Liebe zueinander.“

Sam trat vor und übergab Antonio die Ringe, die dieser segnete und dann an Ben und Meg weiterreichte.
Ben streifte Meg den zierlichen feingeschliffenen mit Diamantsplittern verzierten Ring über den Ringfinger der linken Hand.
„Mit diesem Ring nehme ich Dich, Megan Joan Cummings, zu meiner Ehefrau, auf dass meine Liebe uns Kraft gibt in guten wie in schlechten Tagen, auf dass sie wachse und nie wieder vergehe. Ich liebe Dich, Meg!“
Meg schluckte die aufsteigenden Tränen des Glücks hinunter, nahm den anderen Ring und streifte ihn Ben über den Finger.
„Mit diesem Ring nehme ich Dich, Benjamin Jonathan Evans, zu meinem Ehemann, ich lege mein Leben in Deine Hände und will von nun an immer an Deiner Seite sein.“

„Kraft der mir von der heiligen Kirche und dem Staate Kalifornien verliehenen Macht erkläre ich Euch hiermit zu Mann und Frau.“ Antonio nickte ihnen lächelnd zu.
„Ben, Du darfst die Braut jetzt küssen!“

Als sich ihre Lippen berührten, schien um Meg herum die Welt zu versinken. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl ließ sie leicht taumeln, doch Bens starke Arme hielten sie... heute und für immer. Wie hatte Antonio gesagt? „...in Ewigkeit... Amen!“

Jeany

 

 

Antonio räusperte sich diskret, bevor er sich mit seiner Ansprache an Derek und Sara wandte.
"Sara und Derek, ich möchte nun auch Euch bitten, uns Eure Hochzeitsgelübde vorzutragen."
Derek ergriff sanft Sara's Hände und lächelte ihr aufmunternd zu, als er bemerkte, daß sie leicht zitterte. Dann begann er sein Gelübde vorzutragen:

"Bevor Du in mein Leben getreten bist, hatte ich vergessen oder verdrängt was es heißt, aufrichtige Gefühle zu zeigen. Stattdessen bestimmten Hass und Mißgunst mein Leben. Erst Du, meine geliebte Sara, hast mir den Mut gegeben, mich meinen wahren Gefühlen zu stellen. Du hast mir gezeigt, was Liebe wirklich ist und was sie bedeutet, und Du hast mir bewiesen, daß es sich lohnt, dafür zu kämpfen. Ich danke Dir für Deine Liebe, Dein Vertrauen und Deine unendliche Geduld. Du hast mein Leben erst lebenswert gemacht, und ich freue mich auf eine gemeinsame Zukunft mit Dir und unserer Tochter."

Sara hatte, als Derek begann, die ersten Sätze seines Gelübdes zu sprechen, tapfer versucht, die Fassung zu bewahren, doch nun konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. In Sturzbächen rannen sie ihr die Wangen hinunter und tropften auf ihr cremefarbenes Hochzeitskleid. Für einen Moment sah man Ratlosigkeit in Derek's Gesicht, doch dann griff er schnell in die Tasche seines Jacketts und holte ein blütenweißes Taschentuch hervor, mit dem er vorsichtig Sara's Wangen betupfte. Mit einem Blick voller Dankbarkeit und Zärtlichkeit lächelte Sara ihn an. Dann ergriff sie Derek's Hände. Mit leicht belegter Stimme begann auch sie ihr Gelübde zu sprechen:

"Wenn es so etwas wie Schicksal gibt, dann war es das Schicksal, das mich nach Sunset Beach brachte. Ich habe, genau wie Meg, nicht gewußt, was mich hier erwarten würde, aber als ich Dich das erste Mal sah, wusste ich plötzlich, wohin ich gehöre. Ich war zuvor noch nie verliebt gewesen und es traf mich wie der berühmte 'Blitz aus heiterem Himmel'. Ich weiß noch, wie ich später am Strand saß und dem Sonnenuntergang zusah und mir wünschte, ihn gemeinsam mit Dir erleben zu können. Und nun stehe ich hier und kann kaum glauben, daß wir in wenigen Augenblicken für immer und ewig miteinander verbunden sein werden. Ich liebe Dich so sehr, Derek, daß Worte alleine es nicht auszudrücken vermögen. Unser Baby ist der sichtbare Beweis meiner Liebe zu Dir, und ich danke dem Schicksal, daß es uns zusammengeführt hat."

Antonio atmete erleichtert auf. Für einen Moment hatte er befürchtet, daß er die Zeremonie hätte unterbrechen müssen, doch nun waren die Gelübde gesprochen, und es stand nur noch der Ringwechsel bevor. Er machte Ted ein Zeichen, daß dieser vortreten sollte, um die Trauringe zu bringen. Nachdem er sie gesegnet hatte, übergab er sie an das Brautpaar.

Derek nahm den Ring und streifte ihn vorsichtig über Sara's linken Ringfinger, doch als er den Knöchel erreicht hatte, fühlte er einen leichten Widerstand. Er warf einen hilflosen Blick zu Sara hinüber, die jedoch nur fassungslos auf ihre Hand starrte. Er sah, wie sich ihre Brust hob und senkte und ahnte, daß sie wieder kurz davor war, einen Nervenzusammenbruch zu bekommen. Derek schloß die Augen. 'Was würde wohl noch alles schief gehen?' seufzte er innerlich. Mit all seiner Kraft begann er, den Ring schraubenförmig nach oben zu schieben, und tatsächlich - das Manöver gelang. Er hörte erleichtertes Aufatmen aus den ersten Bänken und stellte sich Joan's entsetztes Gesicht vor. Nur mühsam konnte er sich ein Grinsen verkneifen. Die ganze Situation hatte durchaus eine gewisse Komik fand er. Schließlich besann er sich darauf, weshalb er hier stand und begann die Trauformel zu sprechen:

"Mit diesem Ring nehme ich Dich, Sara Elisabeth Cummings, zu meiner Ehefrau. Möge das Schicksal, das uns beide zusammengeführt hat niemals trennen."

Sara nahm Derek's Ring und streifte ihn mühelos über seinen Finger.

"Mit diesem Ring nehme ich Dich, Derek Matthew Evans, zu meinem Ehemann. Ich gelobe, Dich zu lieben und zu ehren, bis in alle Ewigkeit."

„Kraft der mir von der heiligen Kirche und dem Staate Kalifornien verliehenen Macht erkläre ich Euch hiermit zu Mann und Frau," konnte man Antonio's Stimme vernehmen.

Derek beugte sich zu Sara herab und umfasste sanft ihre Taille. Sie schloß die Augen, und ihre Lippen fanden sich zu einem innigen Kuß. Derek hob den Kopf und sah Sara überrascht an, als er etwas salziges auf seiner Haut spürte. "Freudentränen?" fragte er und sah Sara dabei schmunzelnd an. Sie lächelte unter Tränen. "Ja," schniefte sie," und ich fürchte, daß ich davon noch viel mehr vergießen werde." Derek gab ihr noch einmal einen sanften Kuß auf die Wange, bevor Antonio wieder das Wort ergriff.

"Liebe Anwesende! Hiermit präsentiere ich Ihnen Mr. und Mrs. Ben Evans und Mr. und Mrs. Derek Evans."

Mona

 

 

Tosender Beifall von sämtlichen Sitzreihen war die Antwort auf Antonios letzte Worte. In den nächsten Minuten drängten alle Anwesenden nach vorn, um die beiden Brautpaare persönlich zu beglückwünschen.
Natürlich gehörten Hank und Joan Cummings zu den ersten Gratulanten, die ihre beiden Töchter und ihre neuen Schwiegersöhne voller Freude in die Arme schlossen. Hanks Händedruck für Ben und Derek war fest und herzlich, während er lächelnd und voller Stolz meinte, er hätte nun endlich die Söhne, die er sich immer heimlich gewünscht habe.
Zum Glück bekam Joan davon kein Wort mit, denn sie war, genau wie Sara, in Tränen aufgelöst und schluchzte ihre Glückwünsche aus tiefstem Herzen heraus.
Meg, die sich mühsam beherrschte, nicht auch noch loszuheulen, lächelte tapfer, doch als Higgins und Magnum schließlich auf sie zutraten und Thomas sie freundschaftlich in seine Arme schloss, musste sie an jene Tage auf Hawaii denken, in denen sie Ben beinahe für immer verloren hatte, und nun liefen ihr doch ein paar Tränen die Wangen hinunter. Während Higgins, ganz Gentleman, ihr schnell ein Taschentuch reichte, blinzelte Thomas ihr verschwörerisch zu.
„Sag mir, dass es Freudentränen sind, ansonsten muss ich mit Deinem Mann sofort ein ernstes Wort reden!“
Meg lachte schon wieder. Kopfschüttelnd betrachtete sie den Privatdetektiv, der damals binnen kürzester Zeit einer ihrer besten und vertrautesten Freunde geworden war.
„Du siehst so...“ sie suchte nach den richtigen Worten, „...ungewöhnlich aus!“
Thomas stimmte in ihr Lachen ein, holte zu Higgins größtem Entsetzen aus der Innentasche seines vornehmen Jacketts sein Basecape heraus und setzte es auf.
„Jetzt fühle ich mich wieder wohl!“
„Magnum!“ zischte Higgins wütend und schielte verstohlen nach allen Seiten, „nehmen Sie gefälligst den Deckel ab, Sie sind hier in einer Kirche!“
Den Disput zwischen beiden, der darauf folgte, bekam Meg nicht mehr mit, da Bette auf sie zutrat und sie umarmte.
„Muffin, meine Liebe, ich wünsche Dir von Herzen, dass Du in Deinem Leben nur einmal dieses Theater hier mitmachen musst!“ meinte sie leise und zwinkerte Meg verschwörerisch zu. „Aber ich weiß, so einen ungewöhnlich attraktiven Traumprinzen findet man auch nur einmal im Leben!“
Meg hätte hinterher nicht mehr sagen können, wer sie alles umarmt und beglückwünscht hatte, doch plötzlich stand sie Annie gegenüber.
Etwas betreten sah diese sie an, bevor sie sich umständlich räusperte und Ted einen hilfesuchenden Blick zuwarf, doch der grinste nur und wandte sich seinen Brüdern zu.
„Ähm... herzlichen Glückwunsch, Meg!“ sagte Annie steif und reichte Meg die Hand. „Du hast heute das bekommen, was ich mir mein halbes Leben lang gewünscht habe.“
Meg lächelte.
„Annie, im Leben geht es leider nicht immer danach, was der Einzelne sich wünscht. Zur großen Liebe gehören immer zwei.“
„Ja ja...“ erwiderte Annie etwas zerknirscht, doch dann besann sie sich und rang sich sogar ein Lächeln ab. „Ich wünsche Dir von Herzen, dass Ihr beide glücklich werdet, und wenn Du ihn doch irgendwann verlässt, dann werde ich da sein...“
„Das wird nicht passieren, Annie. Nicht in diesem Leben!“

Meg, Sara und ihre frisch angetrauten Ehemänner nahmen noch unzählige Glückwünsche entgegen, während die Gäste, die bereits gratuliert hatten, hinauseilten, um vor der Kirche ein Ehrenspalier für die beiden Brautpaare zu bilden.
Als Ben und Meg, Derek und Sara durch das geschmückte Portal hinaus in den strahlenden Sonnenschein traten, wurden sie mit erneutem Beifall und Hochrufen empfangen, und von allen Seiten regnete es Reiskörner zum Zeichen des ewigen Glücks auf sie nieder.
Nachdem sich alle für ein Familienfoto aufgestellt hatten, reichte Ben Meg seine Hand und half ihr in die wartende Kutsche.
„Bitteschön, Misses Evans!“
Meg schenkte ihm ein strahlendes Lächeln.
„Danke, Mister Evans!“
Liebevoll half auch Derek seiner Frau beim Einsteigen.
Während Mark zum Gruß den Zylinder lüftete und die beiden Rappen lostraben ließ, winkten die beiden Hochzeitspaare der anwesenden Gästeschar fröhlich zu.
„Bis gleich, wir sehen uns im Sunset Inn!“

Jeany

 

 

Andächtig betraten die Gäste den mit Blumen und Dekoration feierlich geschmückten Festsaal im "Sunset Inn", allen voran die frischgebackenen Eheleute. Der Tisch war festlich gedeckt, und zwischen den einzelnen Blumengestecken, zusammengestellt aus Meg's und Sara's Lieblingsblumen, befanden sich abwechselnd rote und weiße Kerzen. Zwei Angestellte des Hotels traten sogleich auf die beiden Brautpaare zu und begrüßten und beglückwünschten sie zu ihrer Hochzeit. Jeder der beiden hielt in seinen Händen ein Tablett. Auf dem einen stand ein Teller mit Brotstückchen und einem Salzfässchen, auf dem anderen standen drei Gläser Sekt und ein Glas Orangensaft. Etwas ratlos schauten sich die beiden Paare an. "Weißt Du, was das zu bedeuten hat?" fragte Sara ihren frisch angetrauten Ehemann, doch Derek schüttelte nur den Kopf. "Vielleicht kann ich weiterhelfen," vernahmen sie eine Stimme neben sich. Ted hatte sich unbemerkt nach vorne gedrängelt und schaute nun grinsend seine Brüder an. "Du bist dafür verantwortlich?" fragte Ben erstaunt. Ted nickte mit dem Kopf. "Auf einer meiner vielen Auslandreisen rund um den Erdball habe ich auch die eine oder andere Hochzeitstradition kennengelernt," erklärte er. Es wies lächelnd auf die Tabletts. "So, und nun möchte ich jeden von Euch bitten ein Stück Brot zu nehmen und es mit Salz zu bestreuen," forderte er die Brautleute auf. Noch etwas unsicher taten die vier, wie ihnen befohlen wurde. "Jetzt müsst Ihr den Sekt, bzw. Du Sara, den Orangensaft trinken und die Gläser dann nach hinten über Eure Schulter werfen," gab Ted weiter Anweisung. Die Vier vergewisserten sich nach dem Entleeren der Gläser, daß auch niemand hinter ihnen stand und warfen auf Ted's Kommando die Gläser über die Schulter. Lautes Geklirre von den auf dem Boden zersplitternden Gläsern erfüllte den Raum. Plötzlich hörte man von überall her "Viel Glück"-Rufe. Sara und Derek tauschten einen vielsagenden Blick aus, während Ben zu Ted ging und ihm für die gelungene Überraschung dankte. "Nichts zu danken, kleiner Bruder. Ich dachte ... ist mal was anderes als Baumstammsägen," meinte Ted schmunzelnd. Ben wandte sich an einen der Kellner. "Ich glaube, es wird Zeit für die Champagner-Begrüßung." Der Kellner eilte davon und kam wenige Augenblicke später mit einem vollen Tablett aufgefüllter Champagnergläser zurück. Er reichte jedem der Gäste ein Glas, bevor er sie zu Tisch führte.

Ben schob Meg den Stuhl zurecht, damit sie platz nehmen konnte, und sie lächelte ihn liebevoll an. Sara trat nervös von einem Bein auf das andere. "Würdet Ihr mich für einen Moment entschuldigen?" bat sie und ließ Derek's Hand los. Bevor er noch etwas erwidern konnte, ging sie zielstrebig Richtung Waschraum. Derek sah ihr verwirrt hinterher. Caroline, die die ganze Szene beobachtet hatte, trat auf Derek zu. "Ich werde mal hinter ihr her gehen und schauen, ob ich ihr helfen kann," sagte sie. "Ja, danke, das wäre nett," sagte Derek erleichtert. Caroline sah Brian entschuldigend an und folgte Sara in den Waschraum. Als sie die Tür öffnete, hörte sie aus einer der Kabinen ein unterdrücktes Stöhnen. Besorgt klopfte sie an die Tür. "Sara? Ist alles in Ordnung? Soll ich Derek holen?" Caroline hörte, wie der Riegel zurückgeschoben wurde. "Bloß nicht!" hörte sie Sara's Stimme. "Das wäre wohl das peinlichste, was mir heute noch passieren würde!" seufzte sie. Caroline öffnete vorsichtig die Kabinentür und konnte nur mühsam ein Grinsen unterdrücken. Sara hatte das Oberteil ihres Hochzeitskleides nach unten geschoben und versuchte verzweifelt, es über ihre Hüften zu ziehen. "Ich hab's von der anderen Seite versucht," sagte sie zu ihrer Entschuldigung," aber das geht erst recht nicht! Mist, warum musste ich auch so ein langes Kleid auswählen!" Sie zerrte weiter an ihrem Kleid herum. "Ich habe es doch heute morgen anbekommen, wieso kann ich es jetzt nicht ausziehen?!" sagte sie verzweifelt. Caroline sah Sara skeptisch bei ihrem Tun zu. "Wieso willst Du es denn jetzt ausziehen?" fragte sie überflüssigerweise. Sara verdrehte die Augen. "Weil meine Blase gleich platzt!" jammerte sie. Caroline fing an zu kichern. "Mann, Du lässt aber auch wirklich nichts aus," sagte sie grinsend. "Was kommt als nächstes, vielleicht - "Hilfe, meine Wehen haben eingesetzt!"?"
Sara sah Caroline genervt an. "Ja, prima, genau der richtige Ort, um ein Kind auf die Welt zu bringen!" meinte sie sarkastisch. Caroline lachte. "Komm, ich werde Dir helfen, bevor die anderen noch denken, daß wir im Klo ersoffen sind."

Während Caroline Sara beim An- und Ausziehen ihres Brautkleides behilflich war, nahmen in der Zwischenzeit die Hochzeitsgäste ihre Plätze am Tisch ein. Zum Glück war die Sitzordnung vorgegeben, so daß jeder gleich anhand eines kleinen Namenschildes erkennen konnte, welcher Platz für ihn vorgesehen war. Ricardo griff unter dem Tisch nach Gabi's Hand. "Hättest Du gedacht, daß es mal ein Happy End geben würde?" fragte er, während er zu Ben und Meg hinübersah, die sich verliebt anschauten. Gabi sah ihn leicht verunsichert von der Seite an. 'Meint er uns oder die beiden Brautpaare?' überlegte sie. Sie erwiderte seinen Händedruck. "Ja," sagte sie," ich habe schon immer daran geglaubt, daß es für die wahre Liebe nur ein Happy End geben kann." Ricardo gab ihr spontan einen Kuß auf die Wange. Gabi schloß die Augen und lächelte, doch als sie sie wieder öffnete bemerkte sie, daß Antonio sie die ganze Zeit beobachtet hatte. Verlegen senkte sie den Kopf, während sie spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss. Warum nur konnte sie sich nicht endgültig für Ricardo entscheiden und ein Leben an seiner Seite? Wieso waren ihre Gefühle nur so zwiespältig? Gabi war dankbar, als Elaine sich zu ihr herüber beugte und sie etwas fragte. Sie wollte nicht mehr weiter darüber nachgrübeln - zumindest nicht an diesem Tag!

Freudig wurden Sara und Caroline begrüßt, als sie ebenfalls am Tisch platz nahmen. Brian sah Caroline fragend an. "Was war denn los? Ihr habt ja ewig gebraucht!" meinte er. Caroline lächelte vielsagend, sagte aber nichts. Derek musterte Sara besorgt, als sie neben ihm ihren Platz einnahm. "Geht es Dir gut?" fragte er. Sara nickte. "Mach Dir keine Sorgen. Es ist alles in Ordnung. Es hat nur so lange gedauert, weil ..." Sie räusperte sich," ... weil wir die vielen Haken und Ösen meines Kleides noch schließen mussten," fuhr sie leise fort. Derek sah sie schmunzelnd an. "Ach so, ich verstehe ..." Er ging mit seinen Lippen näher an ihr Ohr heran. "Und heute Nacht werde ich es ganz besonders genießen, jeden einzelnen dieser Haken zu öffnen," flüsterte er. Sara senkte den Kopf und kicherte leise. "Psst, Derek, nicht hier!" sagte sie mahnend.

"Ob es ihr auch wirklich nicht zuviel wird?" Joan's Blick wanderte immer wieder zu Sara und Derek hinüber, die sich anscheinend gerade etwas verliebtes ins Ohr flüsterten. Hank legte beruhigend seine Hand auf Joan's Arm. "Joanie, Du machst Dir einfach immer zu viele Sorgen!" sagte er. "Meg und Sara sind erwachsen und können sehr gut auf sich selber aufpassen." Sie seufzte tief und nickte. "Ja, ich weiß, aber Sara ist ..." "Eine verheiratete Frau und auch bald Mutter einer süßen Tochter," beendete Hank den Satz. Er sah sie schmunzelnd an. "Kannst Du Dich noch erinnern, wie sehr es Dich genervt hat, daß Deine Mutter sich ständig in unser Leben und vor allen Dingen in die Erziehung der Kinder eingemischt hat?" fragte er. Joan nickte. "Natürlich, wie könnte ich das vergessen!" sagte sie empört. "Aber weißt Du was, heute kann ich sie sogar ein bisschen verstehen ..." Hank verdrehte die Augen. "Ich gebe es auf! Aus Euch Frauen soll noch einer klug werden," seufzte er.

Von der anderen Seite des Tisches aus beobachtete Annie eifersüchtig, wie verliebt Ben und Meg miteinander turtelten. Bette, die ihre Nichte aus den Augenwinkeln beobachtet hatte, lehnte sich zu Annie hinüber. "Er ist aus dem Rennen," erinnerte sie ihre Nichte. Annie sah sie empört an. "Was Du immer denkst, Tante Bette! Ich genieße nur die Aussicht auf das Brautpaar," gab Annie spitz zurück. Sie schlug ihre langen schlanken Beine übereinander. "Soviel Harmonie und gute Laune ist einfach ansteckend," log sie. Bette hob zweifelnd die Augenbrauen. "Ach ja? Komisch, daß es dann nicht auf Dich abfärbt. Du machst ein Gesicht, als ob man Deine Katze überfahren hätte." Auf Annie's Stirn erschien eine Zornesfalte. "Es geht Dich zwar nichts an, aber ich bin sehr glücklich mit Ted!" versuchte sie sich zu verteidigen. "Und wieso starrst Du dann ständig zu Ben hinüber, Poopsie?" bemerkte Bette spöttisch. Annie erhob sich abrupt von ihrem Stuhl. "Entschuldige mich bitte Tante Bette, ich muß mein Make Up auffrischen." Sie rauschte Richtung Waschraum ab, während Bette ihr nachdenklich hinterher sah. Sam hatte sich die ganze Zeit mit Thomas unterhalten und nichts von dem kleinen Gespräch mitbekommen. "Sie liebt diesen Burschen tatsächlich immer noch!" murmelte Bette vor sich hin. Sam sah sie verwirrt an. "Was meinst Du, wer liebt wen?" fragte er. "Annie liebt Ben immer noch!" Sam schüttelte den Kopf. "Das glaube ich nicht. Ich denke eher, daß sie nur so erpicht auf ihn ist, weil sie weiß, daß sie ihn nicht haben kann." Bette sah ihren Ehemann erstaunt an. "Ja, da könntest Du recht haben," überlegte sie. "Was für einen klugen Mann ich doch habe." Sam legte einen Arm um sie. "Zur Abwechselung solltest Du Dir ein bisschen mehr Gedanken um Dich machen als um Deine Nichte," mahnte er. Bette nickte und sah Sam zärtlich an. "Für Dich tue ich doch alles, mein Big Boy, das weisst Du doch."

Mona

 

 

Ted schlug vorsichtig mit einem Löffel gegen sein Glas, um sich Gehör zu verschaffen. Dann stand er auf und räusperte sich „Ähm, es ist das erste mal, das ich als Trauzeuge fungiere und die Rede halten muss, daher bin ich ein wenig aufgeregt.“ Er machte eine kurze Pause und sah seine Brüder an „Es kommt bestimmt nicht oft vor, das Brüder am selben Tag heiraten und dann noch Schwestern, aber ich muss sagen, sie hätten keine bessere Wahl treffen können. Jahrelang hatte ich keinen Kontakt zu meinen Brüdern. Durch einige Missverständnisse und böse Worte war mein Kontakt zu Derek sogar noch früher abgebrochen, als zu Ben. Sehr groß war meine Überraschung, als ich vor ein paar Monaten nach Sunset Beach kam, dass Derek auch hier lebte. Viel ist in den vergangenen Jahren passiert, auf das ich jetzt nicht eingehen will. Eins aber habe ich sehr schnell festgestellt. Du, liebe Sara,“ er lächelte seine frisch gebackene Schwägerin an „hast etwas geschafft, was vor Dir noch nie jemand geschafft hat. Du hast Derek glücklich gemacht und Ihr seid dabei, eine Familie zu gründen.“ Ted nahm sein Weinglas in die Hand und hob es hoch „Hebt nun Eure Gläser an und trinkt mit mir auf das glückliche Paar.“ Er prostete Derek und Sara zu „Auf ein langes, glückliches Leben.“ Die ganze Hochzeitsgesellschaft stimmte mit ein.

Meg_Cummings

 

 

Nun stand Sam auf und räusperte sich „Ich hatte Ted extra gebeten, sich kurz zu fassen, damit für mich auch noch ein paar Worte übrig sind.“ Ein leises Lachen durchströmte die Menge „Ben und ich kennen uns jetzt schon, lasst mich kurz nachdenken, so um die fünfzehn Jahre. Wir haben uns durch unseren Job kennen gelernt und sind gemeinsam durch viele gefährliche Situation gegangen und haben so manches Abenteuer überstanden. Egal wie verzwickt die Lage auch für uns war, eins wussten wir immer mit Sicherheit, wir können uns einander verlassen und uns blind vertrauen. Als Ben mich vor einiger Zeit um Hilfe bat, weil die Frau, die er liebt, in Gefahr war, habe ich nicht eine Minute gezögert und bin nach Sunset Beach gekommen. Als ich dann Meg das erste mal begegnet bin, musste ich neidisch feststellen, das mein bester Freund ein riesiger Glückspilz war. Selten trifft man ein Paar, bei dem man sofort sieht, wie sehr sie sich lieben. Bei Ben und Meg ist das der Fall. Sie haben mir gezeigt, dass es mehr im Leben gibt als nur Arbeit. Und ich bin mir sicher, dass ich ohne die beiden meine große Liebe nicht kennen gelernt hätte.“ Nun hob Sam sein Glas an „Auf das Ihr bis ans Ende Eures Lebens so glücklich seid, wie heute. Auf Ben und Meg!“ Und wieder stimmte die ganze Hochzeitsgesellschaft mit ein.

Meg_Cummings

 

 

"Das war wirklich wunderschön, was die beiden Trauzeugen vorgebracht haben," bemerkte Vanessa und lächelte Michael an. "Ich hoffe, daß wir auch einmal so eine wundeschöne Hochzeitsfeier haben werden," sagte sie verträumt. Michael strich ihr sanft über die Wange. "Sie wird alles übertreffen, was man jemals hier erlebt hat," sagte er leise. Vanessa senkte verlegen den Blick, und sie spürte, wie ihr Herz wild klopfte. 'Ja,' dachte sie,' mit Michael will ich alt werden!'

Rae hatte leicht ihren Kopf an Casey's Schulter gelehnt, während die beiden Trauzeugen ihre Rede vortrugen. "Und nun möchten wir Euch nicht weiter mit unseren Ausführungen langweilen," sagte Ted," weil ich weiß, daß einige von Euch schon ungeduldig darauf warten, das Hochzeitsmahl einnehmen zu dürfen." Er klatschte in die Hände, und von allen Seiten strömten Kellner herbei, die geschäftig begannen, den Tisch mit den verschiedensten Speisen zu decken. Ted nahm wieder neben Annie seinen Platz ein, die es noch rechtzeitig vor Beginn der Brautführer-Reden geschafft hatte, ein neues Make Up aufzulegen. "Nun möchte ich Euch alle bitten, Euer Glas noch einmal auf Ben und Meg und Derek und Sara zu erheben," sagte Ted. Ein Raunen ging durch die Menge, als alle ihr Glas zum Tost erhoben. "Auf die Brautpaare, und auf eine glückliche Zukunft!" Ben, Meg, Sara und Derek zeigten sich gerührt von dieser Geste. Derek stand auf und ging zu Sam und Ted hinüber, um sich zu bedanken. Dann wandte er sich an die anderen Gäste. "Ich bin kein großer Redner," begann er, nachdem er sich geräuspert hatte," aber ich möchte nicht versäumen, Euch zu danken, daß Ihr so zahlreich erschienen seid, um mit uns zu feiern. Durch Eure Anwesenheit macht Ihr diese Doppelhochzeit zu etwas ganz besonderem." Unter dem Beifall aller Anwesenden nahm Derek wieder neben Sara platz, die ihm einen schmunzelnden Blick zuwarf. "Siehst Du," sagte sie leise, daß nur Derek es hören konnte," war doch gar nicht so schlimm, oder?" Er lächelte gezwungen. "Zum Glück muß ich diese Rede ja nur einmal in meinem Leben halten." Meg stupste Ben leicht von der Seite an. "Solltest Du nicht vielleicht auch etwas sagen?" fragte sie. Ben nickte und stand auf. "So, und hiermit ist das Hochzeitsmahl offiziell zum Verzehr freigegeben! Guten Appetit!"

Nach dem Essen tanzten die Paare nach der Musik, die Mark in seiner Funktion als DJ, aufgelegt hatte. Zur großen Überraschung aller und zur besonderen Freude der Bräute, spielte Mark den "Texas Two Step". Als die ersten Klänge ertönten, sah Meg Ben herausfordernd an. "Und, wollen wir es wagen?" fragte sie schmunzelnd. Sie erinnerte sich daran, wie sie schon einmal danach getanzt hatten -damals in Ludlow, im Tanzlokal "Buckaroo". Ben zog Meg von ihrem Stuhl hoch. "Es ist mir eine Ehre!" sagte er, während er einen Arm um sie legte und zur Tanzfläche führte. Sara wippte mit ihren Füssen im Takt der Musik mit. Derek schüttelte den Kopf, noch bevor sie ihre Frage ausgesprochen hatte, die ihr auf der Zunge lag. "Nein!" sagte er bestimmt. "Es gab schon genügend Zwischenfälle an diesem Tag. Ich möchte nicht auch noch den Geburtshelfer spielen!" Sara sah ihn fassungslos an. "Wir haben noch fast 3 Monate Zeit, bis unser Baby kommt, und Du gönnst mir nicht mal 5 Minuten Spaß!" sagte sie eingeschnappt. Derek wies zu Bette hinüber. "Nimm Dir doch mal ein Beispiel an Bette," sagte er. "Der Doktor hat ihr geraten, sich zu schonen, und sie befolgt es." Sara rümpfte die Nase. "Das kannst Du wohl kaum vergleichen," begehrte sie auf. "Bette ist wesentlich älter als ich, und außerdem hat sie ein Blutdruckproblem, das ich nicht habe!" Derek konnte über soviel Unvernunft nur den Kopf schütteln. "Ja, aber Du bist im 7. Monat, und ich will nicht, daß Du in Deinem Zustand noch hier herumhüpfst!" Sara verschränkte wütend die Arme und drehte ihm schmollend den Rücken zu. Derek sah seufzend auf seinen Ehering. Zum wiederholten Male wurde ihm bewußt, daß das Zusammenleben mit Sara sicher niemals langweilig werden würde.

Der "Texas Two Step" war zuende, und die Paare nahmen wieder ihre Plätze am Tisch ein. Joan nahm einen Schluck aus ihrem Glas. "Puh," sagte sie, während sie sich mit einer Hand Luft zufächelte" es ist schon eine ganze Weile her, daß ich das getanzt habe." "Aber Du beherrschst die Schritte immer noch perfekt," sagte Hank lächelnd. Joan lachte. "Du alter Schmeichler, aber ich glaube, dafür werde ich doch langsam zu alt." "Du und alt, Mom?" mischte Meg sich ein. "Niemals! Du wirst sehen, daß Deine zukünftigen Enkelkinder Dich schon auf Trapp halten werden," sagte sie mit einem Augenzwinkern.

Casey und Rae hatten vom Tisch aus den Tänzern zugesehen. "Du glaubst ja gar nicht, wie gerne ich wieder mit Dir das Tanzbein schwingen würde," sagte er seufzend. Rae umfasste liebevoll seine Hand. "Ich glaube, daß wir dankbar sein sollten, daß Du überhaupt hier sitzen kannst," lächelte sie. "Alles weitere wird sich finden." Dankbar erwiderte er ihren Händedruck.

Mona

 

 

Während die beiden Hochzeitspaare sich etwas später gemeinsam mit den anderen Gästen zum Klang beschwingter Musik bewegten, fühlte sich Meg, als würde sie schweben. Sie schloß die Augen und genoß das wunderbare Gefühl, wie sicher Ben sie in seinen starken Armen hielt. „in Ewigkeit...“ klangen Antonios feierliche Worte immer wieder in ihr nach.
„Ja, diese Liebe ist eine Liebe für die Ewigkeit“ dachte sie mit einem Glücksgefühl, das ihr fast den Atem nahm, „das kann gar nicht anders sein!“

Als der nächste Song begann, konnte Meg ihr Geheimnis nicht länger bewahren. Sacht nahm sie Ben beiseite.
„Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, dass ich Dir das Hochzeitsgeschenk übergebe, von dem ich gestern sprach.“
Erwartungsvoll sah Ben seine junge Frau an, doch sie schüttelte den Kopf.
„Nicht hier drin, komm mit!“
Unbemerkt von den anderen verschwanden sie nach draußen in einen der kleinen Nebenräume.
„So...“ Meg holte tief Luft, „jetzt wird es ernst, Ben Evans!“
Er musterte sie etwas erstaunt.
„Du machst es ja sehr spannend!“ meinte er lächelnd. „Das muß ja ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk sein!“
Meg nickte.
„Das ist es auch, und wie ich schon sagte, sehr persönlich. Ich hoffe, Du freust Dich darüber.“
Ben nahm sie lachend in den Arm.
„Mehr als über Dein „Ja“ vorhin vor dem Altar kann ich mich heute bestimmt kaum noch freuen.“
Megs Augen blitzten geheimnisvoll auf.
„Da wäre ich mir nicht so sicher.“
Plötzlich hielt sie einen kleinen Umschlag in ihrer Hand, den sie ihm reichte.
„Der ist für Dich. Darin wirst Du einen Teil unserer gemeinsamen Zukunft finden, Ben.“
Er nahm den Umschlag und öffnete ihn vorsichtig, als fürchtete er, es sei etwas Zerbrechliches darin. Zwischendurch sah er Meg fragend an, doch die nickte ihm zuversichtlich zu.
„Was ist das?“ fragte er erstaunt, als ein kleines Schwarzweißfoto zum Vorschein kam.
„Erinnerst Du Dich an mein Eheversprechen, dass ich Dir vorhin gab?“ fragte Meg leise und ihr Herz klopfte um so lauter. „Ich möchte Deine Frau werden, Ben, und die Mutter Deiner Kinder...“
Ben starrte erst das Foto und dann Meg sekundenlang fassungslos an, bevor ein strahlendes Lächeln über sein Gesicht zog.
„Willst Du damit sagen... Meg, Du bist... das hier ist...“
Ihr heftiges Nicken bestätigte seine Ahnung.
Ben stieß einen Freudenschrei aus und nahm Meg dann zärtlich in den Arm.
„Das erste Foto von unserem Baby?“ Er sah glücklich lächelnd auf das Ultraschallbild, das Rae gestern erst gemacht hatte. Meg lachte.
„Nun, Du solltest vielleicht etwas genauer hinsehen, Ben.“ meinte sie mit einem geheimnisvollen Lächeln. „Dann kannst Du die beiden Köpfchen sehen, und da schlagen auch zwei Herzen...“
„Was?“ Ben starrte erst das Bild, und dann seine junge Frau an. Dann schien er endlich zu begreifen.
„Meg... wir bekommen... Zwillinge?“
Sie nickte und lächelte unter Tränen.
„Tja, sieht ganz so aus, als ob sich da eine alte Familientradition bei den Evans wiederholt!“
Mit einem weiteren Freudenschrei riß Ben sie in seine Arme und wirbelte sie glücklich lachend herum. Plötzlich hielt er inne und stellte sie sanft wieder auf die Füße. „Tut mir leid, das sollte ich vielleicht nicht tun, ich meine, jetzt, wo Du...“
„Ich bin schwanger, aber nicht krank, Ben!“ lachte Meg und küßte ihn. Er streichelte unendlich liebevoll ihr Gesicht.
„Wann, Meg... ich meine, wie lange...“
„Du wirst Dich noch ein bisschen gedulden müssen.“ schmunzelte sie. „Zuerst einmal sind Sara und Derek an der Reihe, Eltern zu werden, und vergiß nicht Bette... aber ich denke, in knapp sieben Monaten ist es dann mit unserer häuslichen Ruhe vorbei, mein Schatz!“
Ben strahlte.
„Ich kann es kaum erwarten! Meg...“ er sah sie an, und seine Augen leuchteten voller Glück, „Du machst mich zum glücklichsten Menschen auf der ganzen Welt!“
Sie küssten sich voller Liebe und in ihrer Umarmung spiegelte sich das ganze Glück dieses unvergesslichen Augenblicks wieder.

Jeany

 

 

„Komm, lass uns hineingehen.“ sagte Ben, „ich möchte, dass alle wissen, wie unendlich glücklich ich bin!“
Er nahm Megs Hand und sie gingen zusammen zurück zu den anderen. Er gab der Band ein Zeichen und die Musik verstummte.
„Heute ist der schönste Tag in meinem Leben.“ sagte er feierlich ins Mikrofon, während er liebevoll den Arm um seine junge Frau legte. „Und nicht nur aus dem Grund, weil ich seit einer Stunde sicher bin, dass die wundervollste und bezauberndste Frau, die es für mich gibt, ihr Leben mit mir teilen wird, sondern weil sie mir eben das schönste Hochzeitsgeschenk gemacht hat, das man sich vorstellen kann. Ich möchte, dass Ihr als unsere Freunde diese Freude teilen könnt.“ Er machte eine bedeutungsvolle Pause und genoss die erwartungsvollen Blicke der Hochzeitsgäste. Meg wischte sich verstohlen eine Träne weg, während Rae ihr lächelnd zuzwinkerte.
„Meg und ich erwarten Nachwuchs, stellt Euch vor, meine Frau schenkt mir ... Zwillinge!“

Der Jubel, der nun losbrach, war unbeschreiblich. Alle gratulierten, umarmten die werdende Mutter und freuten sich mit Ben und Meg.
Joan liefen Tränen der Rührung über die Wangen, als sie ihre Tochter umarmte. Hank sah sehr stolz aus.
„Meine Güte, wer hätte das gedacht!“ meinte er kopfschüttelnd, „zuerst überrascht uns Sara mit Nachwuchs, und nun Du, und das gleich im Doppelpack!“ rief er und wandte sich lachend an seine Frau. „Joanie, pass auf, eh wir uns versehen, sind wir eine Großfamilie!“

Jeany

 

 

Sara hatte Tränen in den Augen, als sie ihre Schwester umarmte. "Oh Meg, das ist einfach ..." Sara suchte nach Worten," ...wunderbar! Unsere Babies werden zusammen aufwachsen. Etwas schöneres kann man sich gar nicht vorstellen." Meg erwiderte lächelnd Sara's Umarmung. "Ja, das ging mir auch durch den Kopf, als Rae mir sagte, dass ich schwanger sei," sagte sie.

Viele Stunden später, kurz vor Mitternacht, ging Ted zum Mikrofon hinüber und bat alle Anwesenden, sich im Halbkreis um die Brautpaare zu versammeln. "Liebe Freunde," begann er," wie Ihr sicher wisst, gehört zu jeder ordentlichen Hochzeitsfeier die altbekannte Tradition, dass die Braut ihren Brautstrauß und der Bräutigam das Strumpfband wirft." Er hörte einige begeisterte Pfiffe aus der Menge. "Nun gut," sagte er grinsend," fangen wir mit dem Strumpfband-Werfen an. "Ich möchte nun alle anwesenden Junggesellen bitten, vorzutreten und sich um die Brautpaare herum aufzustellen." Er nickte seinen Brüdern zu. "Und Ihr dürft jetzt schon mal anfangen, Euren Bräuten die Strumpfbänder abzustreifen," sagte er mit einem vielsagenden Grinsen. "Oh nein ..." Sara packte Derek's Arm. Aus ihrem Gesicht war jegliche Farbe verschwunden. "Was ist?" fragte er beunruhigt. "Geht es Dir nicht gut?" Sie schüttelte stumm den Kopf, doch also sie sah, wie er sie mit entsetztem Blick anschaute, korrigierte sie sich schnell. "Doch, es geht mir gut, aber ..." sie rückte näher an ihn heran. "... mein Strumpfband ... ich habe es wohl auf der Toilette liegenlassen," flüsterte sie ihm ins Ohr. Erleichtert atmete Derek auf. "Ach so, wenn es nur das ist ..." Er räusperte sich, bevor er sich an die wartenden Gäste wandte, die das Brautpaar verwundert anstarrten. "Würdet Ihr meine Frau und mich kurz entschuldigen?" Er griff nach Sara's Hand und zog sie Richtung Waschraum. Caroline unterdrückte mühsam ein Kichern, während Brian sie verständnislos anschaute. "Sie hat halt im Moment eine schwache Blase," erklärte sie achselzuckend. Ben bat Mark noch etwas Musik zu machen, um die Wartezeit zu überbrücken. Erst als Derek und Sara wieder im Saal zurück waren, begann er vorsichtig, Meg's blaues Strumpfband vom Oberschenkel abzustreifen. Auch Derek hob unter Anfeuerungsrufen der Anwesenden Sara's Rocksaum hoch und entfernte das Strumpfband. Wie eine Trophäe hielten die beiden Bräutigame den Beinschmuck in ihren Händen, bevor sie die Bänder wahllos in die Menge warfen ...

Mona

 

 

Man sah belustigte Gesichter und hörte unterdrücktes Lachen aus der Menge, als Antonio mit einem gezwungenem Lächeln auf den Lippen Meg's Strumpfband aufhob. Einen Moment drehte er es nachdenklich in seinen Händen, bevor er es weiter an den verblüfften Ricardo reichte, der neben ihm stand. Dieser sah überrascht auf seinen Gewinn und warf dann schnell einen Blick zu Gabi hinüber, die nervös an ihrem Kleid herumnestelte und dabei angestrengt auf den Boden starrte. Zur großen Freude aller hatte Ted das zweite Strumpfband von Sara gefangen. Er warf einen vielsagenden Blick zu Annie herüber, die diesen mit einem strahlenden Lächeln beantwortete. "Und nun bitte ich alle anwesenden ledigen Damen, ihre Plätze einzunehmen," rief Ben, während er Meg zuzwinkerte. "Fertig?" fragte er dann die beiden Bräute, nachdem sich eine kleine Gruppe junger Frauen vorne eingefunden hatte. Sara und Meg nickten, während sie sich mit dem Rücken zu der Menge drehten. "Auf mein Kommando ...fertig ... los!" gab Ben Anweisung, und Sara und Meg warfen die Blumen über ihre Schultern hinweg so weit sie konnten nach hinten. Alle hoben den Kopf und folgten neugierig den Flugbahnen der beiden Brautsträuße. Einige Sekunden später schwenkte Annie triumphierend Sara's Brautstrauß, während sie siegessicher lächelte. Gabi strich zart über die Blütenblätter des zweiten Brautstraußes, der direkt in ihren Armen gelandet war. Sie schaute lächelnd in die Menge und ihr Blick traf sich mit Antonio's. Sie senkte schnell den Kopf und ging dann zu Ricardo hinüber, der sie mit einem strahlendem Lächeln im Gesicht liebevoll in den Arm nahm. Ted trat wieder vor die Menge." Damit unsere Brautpaare vor der morgendlichen Abreise in ihre Flitterwochen noch etwas Schlaf bekommen, würde ich vorschlagen, daß wir die Feierlichkeiten allmählich ausklingen lassen." Dankbar lächelte Sara ihren Schwager an, während sie ihren schmerzenden Rücken massierte. Meg warf Ben einen verliebten Blick zu. "Dann haben wir auch noch etwas von unserer Hochzeitsnacht," wisperte sie ihm zu. Ben legte liebevoll einen Arm um ihre Taille. "Wenn unsere Zwillinge nichts dagegen haben ..." lächelte er.

Unter Beifall und "Hoch leben die Brautpaare"- Rufen der Hochzeitsgäste verließen die beiden Brautpaare den Saal, um ihre Hochzeitssuiten aufzusuchen.

Am nächsten Morgen verließen die frisch Angetrauten in aller Frühe das "Sunset Inn" und stiegen in eine Limousine ein, die sie zum Flugplatz brachte, von wo aus Ben & Meg, Sara & Derek in ihre Flitterwochen starteten ...
Mona

 

ENDE

 

 

 

 

EPILOGE -  5 Jahre später

 

Cole und Emily

Cole erbte neben dem Anwesen seines Vaters in England auch dessen Firma Deschanel Construction und sein ganzes Vermögen. Bei näherer Durchsicht des Vermögens, stellte er fest, dass dieses nicht nur aus Geld, das auf verschiedene Konten angelegt war, sondern auch aus einigen Aktien der Liberty Corporation bestand. Cole verkaufte das Anwesen seines Vaters in England und kehrte danach mit Emily nach Sunset Beach zurück. Dort vertraute er sich Ben. Ben der in der Liberty Corporation immer mehr Ärger mit Gregory bekam, da dieser ständig von Ben vorbereitete Geschäfte platzen ließ und nur noch seine eigenen Interessen verfolgte. Ben half Cole heimlich, noch mehr Aktien der Liberty Corporation zu kaufen und gemeinsam booteten sie Gregory aus. Seitdem sind Ben und Cole die einzigen Partner der Liberty Corporation und arbeiten erfolgreich zusammen. Vor zwei Jahren, nachdem Emily mit Auszeichnung Ihr Studium abgeschlossen hatte, haben Cole und Emily geheiratet und seit 6 Monaten sind sie stolze Eltern von James Timothy Deschanel.

 

 

Bette und Sam

Obwohl Tyus bei Bette, auf Grund Ihres permanent hohen Blutdrucks, bereits in der 32. Schwangerschaftswoche einen Notkaiserschnitt vornehmen musste, brachte Bette ein gesundes, kleines Mädchen zur Welt. Die kleine Samantha Louise, von allen liebevoll nur Sammy genannt, ist der Augapfel Ihrer stolzen Eltern. Nachdem Sam den ganzen Sicherheitsbereich im Sunset Inn überarbeitet und auf Vordermann gebracht hatte, machte er sich selbstständig und hat eine eigene Security Firma gegründet. Diese Firma ist so erfolgreich, das er vor einem Jahr sogar eine zweite Filiale in Los Angelos eröffnet hat. Zu seinen Klienten gehören unter anderem Sandra Bullock, Kevin Costner und Bruce Willis. Bette hilft Sam in seiner Firma und kümmert um die Buchhaltung und Korrespondenz. Seid Sam die Filiale in Los Angelos eröffnet hat, hat sie schon viele prominente Persönlichkeiten kennen gelernt.

 

 

Annie und Ted

Nachdem Annie ein halbes Jahr mit Ted für die Staatsanwaltschaft gearbeitet hat, hat sie an der Juristerei wieder gefallen gefunden und Ihr Studium fortgesetzt. Mit Ihrem Abschluss hat sie alle verblüfft und sich mittlerweile zu einer brillanten Strafverteidigerin entwickelt. Ted hat insgesamt drei Jahre für die Staatsanwaltschaft von Sunset Beach gearbeitet. Nach Annies Abschluss haben sie zusammen eine Anwaltskanzlei eröffnet und sind sehr erfolgreich damit. Mittlerweile sind sie auch in ein größeres Standhaus gezogen. Am letzten Valentinstag hat Ted Annie einen romantischen Heiratsantrag gemacht und schon bald sollen die Hochzeitsglocken läuten für die beiden läuten. Annie und Meg haben gelernt sich gegenseitig zu respektieren und sind mittlerweile sogar Freundinnen geworden.

 

 

Caitlin und Mark

Mark übernahm die Geschäftsleitung bei "RSB", nachdem Olivia ihm die Rechte für den Radiosender übertragen hatte. Caitlin beendete ihr Studium und unterrichtet seitdem als Lehrerin an einer Schule im Ort. Sie und Mark sind verlobt und planen, im kommenden Sommer zu heiraten.

 

 

Gabi und Ricardo

Sie heirateten ein Jahr nach der Doppelhochzeit, nachdem Ricardo ein zweites Mal um Gabi's Hand angehalten hatte. Ihre Liebe wurde ein Jahr später mit einer Tochter gekrönt, die sie Luisa nannten. Zwei Jahre später kam Stammhalter Roberto zur Welt. Ricardo wurde vor kurzem zum Chief befördert, während Gabi sich weiterhin ausschließlich um der Erziehung der Kinder kümmert.

 

 

Antonio

Er verließ Sunset Beach und ging nach Guatemala, um dort in einer spanisch-indianischen Mission zu arbeiten. Er kehrte drei Jahre später zurück und entschied sich endgültig dafür, aus dem Priesteramt auszusteigen. Seitdem lebt er zurückgezogen in einem kleinen Häuschen am Strand und freut sich auf die regelmäßigen Besuche seines Neffen und seiner Nichte. Ihn und Gabi verbindet nach wie vor eine tiefe Freundschaft.

 

 

Sara und Derek

10 Wochen nach der Doppelhochzeit schenkte Sara einem kleinen Mädchen das Leben. Derek und Sara beschlossen gleich nach der Geburt, sich die Erziehungsarbeit zu teilen. Während Töchterchen Alison Rebecca tagsüber bei Derek war, ging Sara wieder halbtags im "Java Web" arbeiten. Derek führte seine Geschäftsführertätigkeiten im "Deep" abends aus. Nachdem Sara innerhalb von drei Jahren zwei Fehlgeburten erlitten hatte, entschieden sich die beiden, ein Kind zu adoptieren. Baby Jeremy ist seit wenigen Wochen ein neues Mitglied der Evans-Familie, und Sara widmet sich nun ganz ihren Kindern.

 

 

Vanessa und Michael

Kurz nach der Doppelhochzeit der Evansbrüder bekam Vanessa von Caseys Mutter Alex Mitchum das Angebot, diese auf mehreren ihrer berühmten Reisen zu begleiten und darüber zu schreiben. Mit diesen Reiseberichten gelang ihr der internationale Durchbruch als Journalistin, während sich Alex in dem Wissen, eine würdige Nachfolgerin für ihr Lebenswerk gefunden zu haben, ins Privatleben zurückzog.
Michael arbeitet inzwischen in Sams Security- Firma.
Für sich und Vanessa baute er ein schönes Strandhaus in Sunset Beach und erfüllte sich damit einen Lebenstraum. Obwohl Vanessa bisher beruflich viel unterwegs war, sind die beiden sehr glücklich miteinander und wollen in ein paar Monaten heiraten, kurz bevor Michael junior das Licht der Welt erblicken wird.

Virginia lernte während eines Kurzurlaubes auf der Insel Catalina vor vier Jahren einen netten Mann kennen und zog mit ihm und Jimmy später nach Sacramento.
Jimmy verbringt regelmäßig einen Teil seiner Ferien bei seinen Vater und Vanessa in Sunset Beach und freut sich sehr auf das Baby, das die beiden erwarten.

 

 

Gregory und Olivia

Nach seinem nicht ganz freiwilligen Ausstieg in der Liberty Corporation zog sich Gregory Richards aus Sunset Beach zurück. Dank seiner in der Schweiz gut angelegten Schwarzgelder aus der Firma lebt er seit mittlerweile vier Jahren mit seiner Frau Olivia im vornehmen Stadtteil Beverly Hills in Los Angeles und arbeitete eine Zeit lang vornehmlich als Prominentenanwalt. Seit jedoch diverse Gerüchte in der Boulevard- Presse kursierten, er habe mit dem mysteriösen Tod zweier Menschen vor fünf Jahren in Aspon zu tun, blieben die Aufträge aus.
Um seinen luxuriösen Lebenswandel beibehalten zu können, erwägt er gegenwärtig, das Angebot einer zwielichtigen Anwaltskanzlei anzunehmen, der man Verbindungen zur italienischen Mafia nachsagt.
Olivia Richards spielt auch weiterhin die liebevoll ergebene Gattin an Gregorys Seite, unterhält jedoch seit mindestens drei Jahren schon eine Affäre mit einem einflussreichen Bankier aus San Francisco.
Sie vermisst das Leben als „First Lady“ in Sunset Beach und schluckt seit Jahren Antidepressiva, um ihre starken Stimmungsschwankungen, die sie immer öfter heimsuchen, in den Griff zu bekommen.

 

 

Casey und Rae

Obwohl er sich körperlich nach seinem schweren, durch Olivia Richards verursachten Autounfall wieder gut erholt hatte, konnte Casey seinen Beruf als Rettungsschwimmer nicht mehr ausüben und widmete sich daraufhin wieder verstärkt seinem Jura- Fernstudium, dass er dann nach zwei Jahren erfolgreich abschließen konnte. Casey arbeitet zur Zeit noch als juristischer Berater für die Liberty Corporation, doch seit Ted das Amt als Staatsanwalt von Sunset Beach zu Gunsten seiner eigenen Kanzlei aufgegeben hat, gilt Casey als heißer Anwärter für diesen Posten.
Seit vier Jahren sind er und Rae Chang glücklich verheiratet und Eltern eines zweijährigen Sohnes, Alexander Mitchum, dem ganzen Stolz seiner Eltern, der chinesischen Großeltern und besonders seiner Großmutter Alex, die den Jungen liebevoll betreut, wenn Rae ihrer Arbeit als Oberärztin im neu erbauten Klinikum des SB- Ferienzentrums „LC- Memorial“ nachgeht.
Casey und Rae wohnen in einem kleinen Strandhaus nicht weit entfernt von Michael und Vanessa. Sie ließen das Surf Center renovieren und vermieten es weiterhin als Wohngemeinschaft für junge Leute in Sunset Beach.

 

 

Ben und Meg

Ben leitet gemeinsam mit Cole die erfolgreiche Liberty Corporation.
Privat verbringt er viel Zeit mit seiner Frau Meg, den mittlerweile fünfjährigen Zwillingen Benjamin und Dennis und der süßen zweijährigen Tochter Mandy.
Meg widmet sich vornehmlich dem Haushalt und der Erziehung ihrer drei Kinder, die sie sehr in Anspruch nehmen. Nebenbei beschäftigt sie sich seit gut vier Jahren mit einem Hobby, das sich zu ihrer eigenen Überraschung als überaus erfolgversprechend erwiesen hat: sie schreibt Kinderbücher und ist auf dem besten Wege, eine erfolgreiche Autorin zu werden.
Die Ferien verbringen Ben und Meg, die sich immer noch lieben wie am ersten Tag, des öfteren auf Hawaii, wo sie in Robin Masters Anwesen immer herzlich willkommen sind und sich Higgins mit Vorliebe als Babysitter bewährt, obwohl die Zwillinge viel lieber mit „Onkel Magnum“ herumtollen und alle möglichen Dummheiten von ihm lernen.
Mit Sara und Derek verbindet Ben und Meg nach wie vor eine tiefe Freundschaft, die nicht nur auf ihre verwandtschaftlichen Bande zurückzuführen ist.
So oft es ihre Zeit erlaubt, treffen sie sich auch mit Sam und Bette, und die Nachmittage, an denen sie alle zusammen erleben können, wie ihre Kinder gemeinsam spielen und herumtollen, gehören zu den kostbarsten Augenblicken ihres Lebens.