Verlorene Erinnerungen
Zufrieden dachte Meg Cummings auf Ihrem Weg ins Krankenhaus über Ihr Leben nach. Ein Jahr war Sie nun schon wieder zurück in Ludlow/Kansas. Sie hatte in Boston Medizin studiert und hatte noch ein Jahr als Assistenzärztin in den Notaufnahme des Bostoner General Hospital gearbeitet. Obwohl Sie gerne in Bosten studiert und gelebt hatte, war Sie froh, wieder zurück in Ludlow zu sein. Sie liebte diese kleine Stadt, in der Sie aufgewachsen war und jeder jeden kannte. Das kleine Krankenhaus, in dem Sie nun arbeitete, konnte man zwar nicht mit dem hochtechnisch ausgerüsteten General Hospital in Boston vergleichen, dafür ging es in Ludlow viel ruhiger zu. Hier fand sich immer eine Möglichkeit, mit den Patienten zu reden und Ihnen zu zuhören.
Als Sie vor einem Jahr zurückkehrte, glaubten die meisten Leute hier in Ludlow, Sie würde nun Ihre Jugendliebe Tim Truman heiraten. Aber Sie hatte kurz nach Ihrer Rückkehr festgestellt, dass Tim inzwischen eine andere feste Beziehung hatte. Eigentlich hätte Meg darüber sehr traurig sein müssen, aber irgendwie hatte Sie schon früher gewusst, dass Tim nicht der Mann Ihrer Träume war.
Es war Mittwoch Abend und Sie war auf dem Weg zu Ihrem Nachtdienst. Wie immer wird es sicherlich eine ruhige Nacht werden. Sie genoss während der Fahrt die spätsommerliche Landschaft. Nicht mehr lange und die Blätter würden sich anfangen zu färben. Plötzlich tauchte eine schwankende Gestallt am Straßenrand auf. Erschrocken trat Meg auf die Bremse und brachte Ihr Auto gerade noch rechtzeitig zum stehen.
„Bestimmt wieder jemand, der zuviel getrunken hat.“ dachte Meg und stieg aus.
Als sie sich der Gestallt näherte, bemerkte Meg, dass der Mann eine große Platzwunde am Kopf hatte.
Meg: „Oh mein Gott. Was ist passiert? Lassen Sie mich mal sehen ich bin Ärztin.“
Der Mann versuchte auf Meg zuzugehen, sackte aber in sich zusammen. Meg konnte Ihn gerade noch rechtzeitig auffangen.
Meg: „Kommen Sie, versuchen Sie es bis zu meinem Auto zu schaffen.“
Gerade noch rechtzeitig schaffte Meg es, den Mann zu Ihrem Auto zu bringen. Kaum saß er auf dem Beifahrersitz, da hatte er auch schon das Bewusstsein verloren. Meg sah sich die Platzwunde an seinem Kopf an und stellte fest, das diese genäht werden musste. Schnell setzte Sie sich wieder hinter das Steuer und fuhr los. Zum Krankenhaus waren es nur noch wenige Meilen. Dort angekommen parkte Meg das Auto direkt vor der Notaufnahme. Sie lief eilig hinein, um Hilfe zu holen.
Meg: „Simon, Alan kommt schnell mit einer Trage! Ich habe einen verletzten in meinem Auto.“
Schnell kamen zwei Pfleger mit einer Trage angelaufen. Meg ging vor Ihnen nach draußen zu Ihrem Auto. Sie öffnete die Beifahrertür und die beiden Pfleger nahmen, den immer noch bewusstlosen Mann, heraus. Sie legten Ihn auf die Trage und brachten Ihn in die Notaufnahme.
Meg: „In Behandlungsraum 1 mit Ihm, ich bin sofort da.“
Schnell zog sie Ihre Jacke aus und einen sauberen Kittel an. Sie betrat den Behandlungsraum und begann sich die Hände zu waschen. Während dessen gab Sie schon einige Anweisungen.
Meg: „Schwester Julie prüfen Sie bitte schon mal die Vitalwerte des Mannes. Er ist jetzt seit ca. 10 Minuten bewusstlos. Wenn Sie damit fertig sind, rufen Sie bitte bei der Polizei an. Ich habe den Mann am Straßenrand gefunden und es muss noch geklärt werden, ob er einen Unfall hatte und ob noch andere Personen darin verwickelt waren.“
Sie trocknete sich die Hände ab und zog sich sterile Handschuhe über. Vorsichtig begann Meg die Kopfwunde zu säubern.
Meg: „Schwester Julie, melden Sie den Patienten bitte zum Röntgen an. Ich möchte sicher gehen, dass er keine Schädelfraktur hat. Zuerst aber werde ich die Platzwunde mit ein paar Stichen nähen.“
Julie: „Gut mache ich. Und was ist mit den Personalien des Mannes?“
Meg: „Darum kümmern wir uns später. Zuerst muss der Patient versorgt werden.“
Mit flinken Fingern nähte Sie die Kopfwunde und legte einen Verband an.
Meg: „So und nun ab zum Röntgen mit Ihm. Mir gefällt es gar nicht, dass er so lange bewusstlos ist.“
Schwester Julie und eine junge Schwesternschülerin brachten den Mann zur Röntgenabteilung. Meg setzte sich an den Schreibtisch, um eine Krankenakte für den Mann anzulegen, als es an der Tür klopfte.
Meg: „Herein!“
Ein junger Polizist betrat den Raum.
Meg: „Guten Abend Jim, Du kommst sicherlich wegen unseres Notfalles.“
Jim: „Hallo Meg. Ja, das stimmt. Du musst mir noch ein paar Fragen beantworten.“
Meg: „Gut, was willst Du wissen.“
Jim: „Wo genau hast Du den Mann gefunden?“
Meg: „Das war drüben an der Hansan Road. So ca. eine halbe Meile nach der Einfahrt zu der Farm von Steve Miller.“
Jim: „Gut. Stand ein Auto in der Nähe oder war sonst noch jemand zu sehen?“
Meg: „Ich habe niemand anderes gesehen und um nach einem Auto zu suchen, dafür hatte ich keine Zeit.“
Jim: „Dann werde ich gleich mal hinfahren und mir die Sache einmal ansehen.“
Er stand auf und ging zur Tür.
Jim: „Ach da fällt mir noch etwas ein, wie heißt der Mann denn?“
Meg: „Kann ich Dir nicht sagen. Seit ich Ihn gefunden habe, ist er bewusstlos. Wenn er gleich vom Röntgen zurück ist, werde ich mal in seinen Taschen nach einem Ausweis oder ähnlichem nachsehen.“
Jim: „Ist gut. Ruf mich an, wenn Du etwas weißt. Bye Meg.“
Meg: „Mache ich, bye Jim.“
Der junge Polizist verließ den Raum. Wenige Augenblicke brachte Julie den fremden Mann vom Röntgen zurück.
Julie: „Hier sind die Bilder.“
Meg: „Danke.“
Sie sah sich die Bilder gründlich an und stellte beruhigt fest, das keine Fraktur vorlag. Julie hatte inzwischen den Mann umgezogen.
Meg: „Lassen Sie uns nachsehen, ob sich in den Taschen irgendwelche Papiere finden.“
Beide Frauen durchsuchten mehrmals alle Taschen gründlich, konnten aber nichts finden.
Meg: „Naja, dann müssen wir Seine Personalien aufnehmen, sobald er aufgewacht ist. Ich werde Ihm noch eine IV anlegen und dann lassen wir Ihn hier liegen, damit ich gleich mitbekomme, wenn er aufwacht.“
Julie: „Gut, ich lege seine Sachen erst mal hier in den Schrank. Es scheint übrigens ein guter und teurer Anzug zu sein.“
Meg: „Ja, den Eindruck habe ich auch. Ich werde mich jetzt an meine Berichte machen, wenn etwas ist, wissen Sie ja wo Sie mich finden.“
Julie: „Ist gut, aber wie es aussieht wird es eine sehr ruhige Nacht werden.“
Die Schwester verließ den Raum und Meg setzte sich wieder an Ihren Schreibtisch. Sie konnte sich aber nicht auf Ihre Arbeit konzentrieren, immer wieder sah Sie sich den Fremden an. Sie stand auf und ging zu seinem Bett hinüber. Von seinem dicken schwarzem Haar war eine Strähne in seine Stirn gefallen. Meg konnte nicht anders, sie musste die Strähne aus seiner Stirn streichen. In diesem Augenblick stöhnte der Mann auf und öffnete langsam die Augen. Er schaute Meg mit zwei blauen Augen an, deren Farbe unbeschreiblich war.
Mann: „Wo, wo bin ich?“
Meg: „Sie sind im Krankenhaus von Ludlow. Ich bind Doktor Meg Cummings.“
Mann: „Wie komme ich hierher?“
Meg: „Sie sind mir fast ins Auto gelaufen. Woher haben Sie die Platzwunde an Ihrem Kopf?“
Mann: „Ich, ich weiß es nicht.“
Meg: „Nun gut. Ich brauche dann noch Ihren Namen für unsere Unterlagen.“
Mann: „Oh mein Gott! Ich kann mich nicht an meinen Namen erinnern! Wer bin ich?“
Kapitel 02
Mann: „Oh mein Gott! Ich kann mich nicht an meinen Namen erinnern! Wer bin ich?“
Meg: „Schsch, beruhigen Sie sich bitte.“
Mann: „Nein, Sie verstehen mich nicht, ich weis nicht mehr wer ich bin!“
Meg lächelte den Mann an und legte zur Beruhigung Ihre Hand auf seinen Arm. Den Mann durchlief ein Schauer, aber gerade diese Berührung und dieses Lächeln halfen Ihm sich zu Entspannen.
Meg: „Sie haben eine Kopfverletzung und manchmal kommt es danach vor, das die Patienten zeitweilig unter Gedächtnisverlust leiden.“
Mann: „Und wie lange hält so etwas in der Regel an?“
Meg: „Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal nur ein paar Stunden, manchmal ein paar Tage oder Wochen, manchmal aber auch....“
Mann: „Für immer?“
Meg: „Das passiert ganz selten. Wenn ein Mensch sein Gedächtnis verliert, ist es meistens eine Selbstschutz des Körpers und hält so lange an, wie der Körper oder die Seele braucht um sich zu regenerieren.“
Mann: „Und wie lange wird es bei mir anhalten?“
Meg lächelte Ihn wieder an.
Meg: „Das kann ich im Augenblick noch nicht sagen. Sie haben eine Platzwunde, die ich genäht habe. Zur Vorsicht habe ich auch Ihren Kopf röntgen lassen, um sicher zu gehen, dass keine Fraktur vorliegt. Wir können im Moment nur abwarten. Wenn Sie bis morgen früh Ihr Gedächtnis nicht wiederhaben, werde ich noch ein paar Tests machen lassen.“
Zum ersten mal lächelte der Mann Meg an.
Mann: „Danke Doc.“
Meg: „Hey, dafür bin ich ja da.“
In diesem Moment klingelte das Telefon. Meg ging zu Ihrem Schreibtisch hinüber und nahm den Hörer ab.
Meg: „Country Hospital Ludlow, Dr. Cummings am Apparat.”
Jim: „Hi Meg, Ich bin’s Jim.“
Meg: „Hi Jim, gibt es etwas neues über meinen Patienten?“
Jim: „Nein. Wir haben kein Auto gefunden oder sonst irgendetwas, was darauf hinweisen könnte, was passiert ist. Und bei Dir, gibt es bei Dir etwas neues?“
Meg: „Naja, die gute Nachricht ist, das er wieder bei Bewusstsein ist.“
Jim: „Die gute Nachricht? Dann gibt es auch eine schlechte?“
Meg: „Ja, er leidet zur Zeit unter Amnesie und kann sich an nichts erinnern, nicht einmal an seinen Namen.“
Jim: „Und wie lange wird das anhalten?“
Meg: „So etwas lässt sich nicht voraussagen. Morgen früh werde ich auf alle Fälle noch ein paar Tests machen lassen.“
Jim: „Gut, ich werde inzwischen mal alle Vermisstenanzeigen der letzten Tage durchsehen, vielleicht finde ich dort etwas.“
Meg: „Gut Jim und gib mir bitte bescheid, wenn Du etwas herausfindest.“
Jim: „Natürlich. Du
aber auch. Bye.“
Meg: „Bye Jim.“
Meg legte den Hörer wieder auf.
Mann: „Das ging doch eben um mich, oder?“
Meg: „Ja, das war Jim. Er ist Polizeibeamter und ein guter Freund von mir. Er hat sich an der Stelle umgesehen, wo ich Sie gefunden habe. Leider konnte er keine Hinweise auf Ihre Identität finden.“
Mann: „Und nun, was soll nun aus mir werden?“
Meg: „Langsam. Wir wissen ja noch gar nicht, wie lange Ihre Amnesie anhält und Jim tut alles was in seiner Macht steht um heraus zubekommen, wer Sie sind.“
Mann: „Darf ich Sie etwas fragen Doc?“
Meg: „Natürlich! Was möchten Sie denn Wissen?“
Mann: „Wo bin ich hier eigentlich?“
Meg: „Sie sind hier im Country Hospital von Ludlow, Kansas.“
Mann: „Aha, Ludlow im wunderschönem Kansas. Hier gefällt es mir.“
Er lächelte bei diesen Worten Meg an und Meg lächelte zurück.
Meg: „Ich habe ganz den Eindruck, Sie flirten mit mir.“
Mann: „Ich versuche mein Bestes.“
Meg lachte und sah auf Ihre Uhr.
Meg: „Ich muss jetzt meine Runde machen. Wenn ich wieder zurück bin, überlegen wir uns erst mal einen vorläufigen Namen für Sie. Ich muss Sie ja schließlich irgendwie anreden.“
Mann: „Gut Doc, aber bleiben Sie nicht zu lange weg.“
Meg: „Ich werde mich beeilen und wenn etwas sein sollte, klingeln Sie einfach nach der Schwester.“
Meg lächelte Ihn an.
Meg: „Ich werde nicht lange brauchen und Sie versuchen sich inzwischen zu Entspannen, versprochen?“
Mann: „Versprochen.“
Meg verließ den Raum. Der Mann lehnte sich zurück und schloss die Augen. Er sah das Gesicht der jungen Ärztin vor sich und musste lächeln.
„Ich weiß zwar nicht, wo ich herkomme und wer ich bin,“ dachte er „aber hier gefällt es mir.“
Als Meg eine halbe Stunde später wieder zurück kam, war er eingeschlafen. Sie setzte sich wieder an Ihrem Schreibtisch und konzentrierte sich wieder auf Ihre Arbeit. Der Rest der Nacht verlief ruhig. Meg sah auf Ihre Uhr und stellte fest, das Ihre Schicht in einer Stunde um sein würde.
Mann: „Hi Doc.“
Meg stand von Ihrem Schreibtisch auf und ging zum Bett des Mannes hinüber.
Meg: „Hi! Wie fühlen Sie sich? Haben Sie Kopfschmerzen?“
Mann: „Soweit fühle ich mich ganz gut. Ich habe keine Kopfschmerzen. Nur kann ich mich noch immer an nichts erinnern.“
Meg lächelte Ihn an.
Meg: „Keine Angst, das wird schon wieder. Ich werde heute morgen noch ein paar Tests veranlassen. Aber vorher überlegen wir uns noch einen Namen für Sie. Haben Sie schon darüber nachgedacht?“
Mann: „Nicht so richtig. Haben Sie vielleicht einen Vorschlag?“
Meg: „Mal überlegen. Wie wäre es mit John?“
Mann: „Klingt gut.“
Meg: „Gut, dann heißen Sie von nun an John. Und nun brauchen Sie noch einen Nachnamen. Sie haben einen so netten britischen Akzent, wie wäre es mit English?“
John: „Nein! Nicht English!“
Entsetzt sah John Meg an.
Meg: „Schon gut, wir werden einen anderen Namen finden.“
John: „Gut, alles nur nicht English. Nennen Sie mich einfach Smith.“
Meg: „Gut, Mr. John Smith. So, ich werde nun veranlassen, dass noch einige Tests mit Ihnen gemacht werden. Wir sehen uns dann heute Abend wieder.“
John: „Sie wollen mich doch nicht verlassen, oder?“
Meg: „Meine Schicht ist nun zu Ende, aber heute Abend bin ich wieder hier.“
John: „Oh das wird aber ein langer einsamer Tag für mich werden.“
Meg: „Keine Angst, die Tests werden Sie schon beschäftigen.“
John: „Und Sie kommen heute Abend auch wirklich wieder?“
Meg: „Ja, ich habe noch einmal Nachtdienst.“
John: „Gut, bis heute Abend. Bye.“
Meg: „Bye John und versuchen Sie sich zu entspannen.“
Meg lächelte Ihn noch einmal an, nahm Seine Akte und verließ das Zimmer.
Kapitel 03
Meg saß am Küchentisch und war in ein medizinisches Buch vertieft.
Joan: „Meg, Du solltest das Buch zur Seite legen und frühstücken.“
Meg: „Hmm......was sagtest Du Mum?“
Sie sah verwirrt von Ihrem Buch auf.
Joan: „Ich sagte, Du solltest das Buch zur Seite legen und frühstücken.“
Meg: „Ja Du hast Recht, ich muss ja auch bald los, mein Dienst fängt an.“
Sie legte das Buch aus der Hand und begann zu Essen.
Joan: „Beschäftigt Dich immer noch der Mann, der sein Gedächtnis verloren hat?“
Meg: „Ja, John ist nun schon 5 Tage bei uns im Krankenhaus und er kann sich immer noch nicht an irgendetwas erinnern. Und es gibt immer noch keine Hinweise auf seine Identität.“
Joan: „Es muss schrecklich sein, nicht zu wissen, wer man ist und wo man hingehört.“
Meg: „Ja und dabei ist er ein so netter und liebenswerter Mann. Ich verstehe nicht, dass er nirgends vermisst wird.“
Joan: „Und was geschieht mit Ihm, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird?“
Meg: „Tja, das ist auch noch so ein Problem. Eigentlich könnte er schon entlassen werden, da physisch schon wieder alles in Ordnung ist. Aber wo soll er denn hin?“
Joan: „Hmm, wie wäre es, wenn Du Ihn fürs erste hierher bringst. Hier kann er sich noch weiter erholen und überlegen, was er mit seinem Leben anfangen will.“
Meg: „Mum Du bist die Größte. Ich hatte die ganze Zeit schon überlegt, wie ich Ihm helfen kann.“
Joan: „Gut. Wann bringst Du Ihn mit?“
Meg: „Wenn es Dir recht ist, gleich heute. Ich denke John wird froh sein aus dem Krankenhaus raus zu kommen.“
Joan: „Gut, dann werde ich das Gästezimmer vorbereiten.“
Meg sah auf Ihre Uhr.
Meg: „Ich muss los. Bis heute Abend, bye.“
Joan: „Bis heute Abend. Bye.“
Gut gelaunt machte sich Meg auf den Weg ins Krankenhaus. Dort angekommen ging sie direkt zum Zimmer von John. Sie klopfte an die Tür.
John: „Herein!“
Meg betrat das Zimmer.
Meg: „Guten Morgen John. Wie geht es Ihnen?“
John lächelte Meg an.
John: „Wenn Sie das Zimmer betreten, geht es mir immer sehr gut.“
Meg errötete.
Meg: „Was halten Sie davon, noch heute das Krankenhaus zu verlassen?“
John machte ein trauriges Gesicht.
John: „Meinen Sie das ernst?“
Meg: „Ja. Freuen Sie sich denn gar nicht, hier endlich heraus zukommen?“
John: „Doch schon, aber....“
Meg: „Was aber?“
John: „Erstens weis ich gar nicht wo ich hingehen soll und zweitens, sehe ich Sie dann ja nicht mehr, Doc.“
Wieder errötete Meg.
Meg: „Und wenn ich Ihnen nun erzähle, dass ich Sie einladen wollte fürs erste bei meinen Eltern und mir auf der Farm zu wohnen?“
John strahlte Meg an.
John: „Wenn Sie das ernst meinen, bin ich sehr erfreut darüber. Das Leben auf einer Farm stelle ich mir sehr schön vor.“
Meg: „Dann ist es also abgemacht?“
John. „Ja.“
Die beiden schauten sich einen Moment tief in die Augen.
Meg: „Gut, dann hole ich sie heute Nachmittag um 5 ab, wenn meine Schicht zu Ende ist.“
John: „Gut, ich werde hier auf Sie warten.“
Meg verließ das Zimmer.
Die Stunden vergingen wie im Fluge und pünktlich um 5 Uhr klopfte Meg wieder an die Zimmertür von John.
John: „Herein!“
Meg betrat das Zimmer.
Meg: „Sind Sie fertig John?“
John: „Ja, lassen Sie uns gehen.“
Zusammen verließen Sie das Zimmer und das Krankenhaus. Sie stiegen in Meg’s Auto ein und fuhren los.
Meg: „John, was halten Sie davon, wenn wir noch kurz in die Stadt fahren und ein paar Sachen für Sie einkaufen. Ich meine Sie haben ja nur diesen einen Anzug und der ist für das Leben auf einer Farm viel zu fein.“
John: „Hmm, das stimmt schon, aber ich habe doch kein Geld.“
Meg: „Sie können es mir ja später zurück zahlen.“
John: „Danke, Sie bekommen es wirklich zurück, Doc.“
Meg: „John?“
John: „Ja Doc?“
Meg: „Wir sind nun nicht mehr im Krankenhaus. Bitte nennen Sie mich Meg.“
John: „Okay Meg.”
Die Beiden fuhren in die Stadt und kauften ein paar Jeans, Hemden und ein paar Cowboystiefel für John ein. Er behielt gleich eine Jeans, Hemd und die Stiefel an.
Meg: „Die Sachen stehen Ihnen ausgezeichnet.“
John: „Danke Meg, danke für alles.“
Meg: „Es war mir ein Vergnügen John. Lassen Sie uns fahren. Meine Eltern werden schon auf uns warten.“
Sie stiegen wieder in Meg’s Auto und machten sich auf den Weg zur Cummings Farm. Nach 10 Minuten Fahrzeit kamen Sie dort an. Als Joan sah, das Meg vorfuhr, kam sie aus dem Haus und auch Ihr Mann, Hank Cummings, kam aus der Scheune herüber. Meg parkte das Auto direkt vor dem Haus und die beiden stiegen aus.
Meg: „John, darf ich Ihnen meine Eltern Joan und Hank Cummings vorstellen.“
John gab beiden zur Begrüßung die Hand.
John: „Mrs. Cummings, Mr. Cummings nett Sie kennen zulernen. Und danke, dass ich vorläufig bei Ihnen bleiben darf.“
Joan: „Herzlich willkommen John und es ist uns ein Vergnügen Sie hier zu haben. Aber bitte nennen Sie mich Joan.“
Hank: „Und ich bin Hank.“
Joan: „Nun lasst uns ins Haus gehen, das Abendessen ist fertig. Später kann Meg Sie ja noch ein wenig auf der Farm herum führen.“
Alle vier betraten das Haus. Joan hatte in der Küche den Tisch gedeckt. Als Dinner servierte Sie einen Hackbraten, frischen Mais und Kartoffeln. Sie setzten sich an den Tisch und begannen mit großem Appetit zu Essen.
Joan: „Möchten Sie noch etwas Hackbraten John?“
John: „Danke nein, es war köstlich aber ich bin satt.“
Joan: „Meg was hältst Du davon, wenn Du John nun ein wenig auf der Farm rumführst?“
Meg: „Soll ich Dir nicht erst mit dem Geschirr helfen?“
Joan: „Nein, das schaffe ich schon. Ein wenig frische Luft bekommt Dir bestimmt auch gut.“
Meg: „Gut. John haben Sie Lust auf eine kleine Führung?“
John: „Oh ja, das wäre schön nach all den Tagen im Krankenhaus würde ich gerne ein wenig spazieren gehen.“
Meg: „Gut, dann lassen Sie uns gehen.“
Sie standen auf und verließen das Haus.
Meg: „Was möchten Sie zuerst sehen? Die Ställe, die Scheune oder die Weiden?“
John: „Mmm, zuerst die Weiden. Die Ställe und die Scheune können wir uns ja später noch ansehen.“
Meg: „Gut, aber dann müssen wir ein Stück laufen.“
John: „Das macht nichts.“
Meg führte Ihn einen Weg durch die Felder entlang. Eine ganze Weile gingen Sie schweigend neben einander. John beobachtete Meg dabei, wie Sie die frische Luft genoss und der Wind mit Ihren Haaren spielte.
John: „Meg, glauben Sie, dass ich jemals mein Gedächtnis wieder bekomme?“
Meg: „John Sie dürfen die Hoffnung nicht aufgeben. Manchmal reicht nur ein kleiner Anstoß und das Gedächtnis ist wieder da.“
John: „Aber woher soll denn dieser Anstoß kommen?“
Meg: „Das geschieht oft ganz plötzlich und unerwartet. John genießen Sie Ihr Leben und blicken Sie nach vorne in die Zukunft.“
John: „Aber wie soll ich das, wenn ich noch nicht einmal weis, wer ich bin und wo ich herkomme.“
Meg: „Ich bin davon überzeugt, dass es irgendwo Menschen gibt, die Sie vermissen und nach Ihnen suchen. Die Polizei tut Ihr bestes um herauszubekommen, wer Sie sind.“
John: „Aber sie suchen doch jetzt schon so lange ohne Erfolg.“
Meg: „John bedenken Sie, Amerika ist ein großes Land und wie es aussieht, stammen Sie nicht aus der Gegend hier. Es wird vielleicht noch einige Zeit dauern, aber ich bin davon überzeugt, dass die Polizei herausbekommt, wer Sie sind.“
John seufzte.
John: „Ich hoffe Sie haben Recht.“
Meg: „Vertrauen Sie mir John, eines Tages werden all Ihre Fragen beantwortet werden. Und bis dahin entspannen Sie sich und grübeln nicht, das ist eine ärztliche Anordnung.“
John: „Okay, ich will es versuchen.“
Meg: „Gut, und ich werde versuchen Ihnen dabei zu helfen. Nun sollten wir aber zurück gehen, es wird langsam dunkel.“
John: „Ich möchte mich noch einmal bei Ihnen bedanken, dass Sie es ermöglicht haben, das ich hier erst einmal wohnen kann.“
Meg: „Sie sind uns herzlich willkommen.“
Langsam gingen die beiden zum Haus zurück.
Kapitel 04
Zwei Tage später.
Hank beobachtete John von der Stalltür aus, wie er die Pferde striegelte und dabei sanft auf sie einredete. Hank war sich sicher, das John nicht zum erstenmal mit Pferden arbeitete. Langsam ging Hank in den Stall hinein.
Hank: „Hi John, wie geht es Ihnen?“
John: „Hi Hank. Danke mir geht es gut. Ich fühle mich sehr wohl hier bei Ihnen. Nochmals danke, das ich hier bei Ihnen wohnen darf.“
Hank: „Sie sind uns herzlich willkommen. Ich habe den Eindruck, das Sie nicht zum erstenmal mit Pferden arbeiten.“
John: „Sie haben wirklich ein paar tolle Pferde hier, besonders der schwarze hier gefällt mir.“
Hank: „Das ist eigentlich Meg’s Pferd. Aber leider hat sie nur noch wenig Zeit Prince zu reiten.“
John: „Sie arbeitet wohl zu viel, oder?“
Hank: „Ja. Seit sie festgestellt hat, das sich Tim, Ihr ex Verlobter, in eine andere Frau verliebt hat, vergräbt sie sich in Ihre Arbeit.“
John: „Meg war verlobt?“
Hank: „Ja, Tim Truman war Ihre Jugendliebe. Sie behauptet zwar immer, das sie darüber hinweg ist, aber vor lauter Arbeit genießt sie das Leben nicht mehr richtig.“
John: „Sie machen sich Sorgen um Meg, oder?“
Hank: „Welcher Vater würde das nicht machen? Ich möchte halt das mein kleines Mädchen glücklich ist. Naja, die nächsten drei Tage hat Sie jedenfalls frei. Sie hat versprochen auf die Farm aufzupassen, während Joan und ich wegfahren.“
Hank: „Oh Sie verreisen? Davon hat Joan ja noch gar nichts gesagt.“
Hank grinste.
Hank: „Das kommt daher, dass Sie es selbst noch gar nicht weis. Wir haben morgen unseren 35. Hochzeitstag und ich überrasche Sie mit einer kurzen Reise nach Las Vegas. Nur Meg weis davon und hat mir versprochen, Ihrer Mutter nichts zu verraten.“
John: „Eine sehr schöne Idee. Ich werde Meg selbstverständlich helfen wo ich nur kann.“
Hank: „Danke. Und ich hoffe Meg kommt dann auch mal auf andere Gedanken, als immer nur an Ihre Arbeit zu denken.“
John: „Und wann fahren Sie los?“
Hank: „Noch heute Abend. Unser Flugzeug startet um 8.00 Uhr. Ich wollte Sie fragen, ob Sie Joan und mich zum Flughafen bringen können?“
John: „Das mache ich doch gerne. Wann sollen wir losfahren?“
Hank: „In zwei Stunden.“
John: „Oh da bleibt Joan ja kaum noch Zeit zum packen.“
Wieder grinste Hank.
Hank: „Das hat Meg doch schon heimlich für Sie getan. Joan braucht nachher nur ins Auto einzusteigen.“
Nun lachte auch John.
John: „Gut, ich werde rechtzeitig da sein.“
Hank: „Danke.“
John: „Nicht zu Danken. Das ist doch das mindeste was ich für Sie tun kann.“
Hank verließ den Stall wieder und John versorgte weiter die Pferde. Frohgelaunt dachte er daran, dass Meg in den nächsten drei Tagen zu Hause sein würde.
In der
Zwischenzeit in Sunset Beach/Kalifornien
Mark Wolper betrat das Gebäude des SBPD und ging direkt auf den Schreibtisch von Detektiv Ricardo Torres zu.
Mark: „Hi Ricardo, hast Du einen Augenblick Zeit?“
Ricardo: „Hi Mark. Natürlich, was gibt es?”
Mark: „Ich mache mir Sorgen um Ben.“
Ricardo: „Wieso? Was ist mit Ben?“
Mark: „Er ist seit ein paar Tagen spurlos verschwunden.“
Ricardo: „Wie meinst Du das, er ist spurlos verschwunden?“
Mark: „Nun, er wollte ein paar Tage alleine sein. Du weist doch, vor zwei Wochen war Marias Todestag.“
Ricardo: „Du brauchst mich nicht daran zu Erinnern, wann meine Schwester gestorben ist.“
Mark: „Ich weis, sie war Deine Schwester, aber auch Bens Frau und er ist auch nach drei Jahren immer noch nicht über Ihren Tod hinweg.“
Ricardo: „Schließlich ist es ja auch seine Schuld gewesen, das Maria ertrunken ist.“
Mark: „Ricardo, Ben hatte alles versucht, um Maria zu retten. Nun hör doch endlich damit auf. Ich mache mir wirklich Sorgen um Ben.“
Riccardo: „Nun gut. Seit wann ist Ben denn verschwunden?”
Mark: „Seit fast zwei Wochen schon. Eigentlich wollte er ja auch nur ein paar Tage wegbleiben. Er wollte an Marias Todestag nicht in Sunset Beach sein. Nach drei Tagen hatte er sich noch mal kurz bei mir gemeldet und gesagt, das er bald nach Hause kommen wollte.“
Ricardo: „Ben ist ein erwachsener Mann, vielleicht macht er einfach irgendwo Urlaub.“
Mark: „Du kennst Ben, das macht er nicht. Ricardo kannst Du nicht versuchen etwas heraus zubekommen?“
Ricardo: „Weist Du denn wo er war?“
Mark: „Nein, er hatte mir nur gesagt, er wolle irgendwo hin, wo Ihn nichts an Maria erinnert.“
Ricardo: „Mmm, das wird dann sehr schwierig werden. Hast Du Annie schon mal gefragt, ob Sie etwas weis?“
Mark: „Annie kommt erst heute aus New York wieder.“
Ricardo: „Gut. Das einzigste was ich im Augenblick tun kann, ist seine Kreditkarten zu checken. Vielleicht erhalten wir ja dadurch einen Hinweis.“
Mark: „Danke Riccardo. Sagst Du mir bitte bescheid, falls Du etwas herausbekommst?“
Ricardo: „Natürlich. Mach Dir aber nicht so große Sorgen um Ben, er kann gut auf sich alleine aufpassen.“
Mark: „Ja, aber ich
habe dennoch ein ungutes Gefühl.
Bye Ricardo.“
Ricardo: „Bye Mark.“
Wieder zurück in
Ludlow
Pünktlich wartete John zwei Stunden später im Auto auf Joan and Hank. Hank kam mit einem Koffer in der einen und Joan an der anderen Hand aus dem Haus.
Joan: „Hank willst Du mir nicht endlich verraten, wo Du mit mir hin willst?“
Hank: „Nein Joanie, das ist eine Überraschung.“
Joan: „Aber wir können doch nicht alles hier stehen und liegen lassen!“
Hank: „Können wir doch. Meg hat sich ein paar Tage frei genommen und John will Ihr auch helfen. Also los geht’s.“
Joan lachte.
Joan: „Hank Cummings, Du bist unglaublich.“
Sie stiegen zu John ins Auto ein und er fuhr los. Als John nach zwei Stunden vom Flughafen zurück kehrte, hatte Meg ein Abendessen für sie beide vorbereitet. Sie setzten sich an den Küchentisch und begannen zu Essen.
John: „Ihr Vater hat mir erzählt, das Prince Ihr Pferd ist.“
Meg: „Ja, ich habe Ihn zu meinen 16. Geburtstag bekommen. Leider habe ich nur noch sehr wenig Zeit zum Reiten.“
John: „Ja, auch das hat mir Ihr Vater erzählt. Er macht sich Sorgen, dass Sie zu viel arbeiten.“
Meg lächelte.
Meg: „Typisch Dad. Er meint immer noch ich sei sein kleines Mädchen.“
John: „Aber ist das nicht normal für einen Vater?“
Meg: „Kann schon sein. Seit ich mich von Tim getrennt habe, ist es aber besonders schlimm geworden.“
John: „Er möchte doch nur, dass Sie glücklich sind. Was halten Sie davon, wenn wir morgen zusammen ausreiten?“
Meg: „Mmm, mal wieder so richtig ausreiten wäre schön, aber ob ich morgen die Zeit dafür finde?“
John: „Wieso nicht? Hank hat mir erzählt, dass Sie sich die nächsten Tage extra frei genommen haben.“
Meg: „Das stimmt, aber hier gibt es ja auch so einiges zu tun.“
John: „Ich bin ja auch noch da und kann Ihnen helfen.“
Meg: „Sie sind unser Gast.“
John: „Aber ich helfe wirklich gerne. Außerdem kann ich mich so ein wenig für die Gastfreundschaft Ihrer Familie bedanken.“
Meg: „Mmm, gut......“
John: „Also abgemacht. Morgen nach dem Mittagessen reiten wir gemeinsam aus.“
Meg: „Okay, morgen dann also nach dem Mittagessen. Was halten Sie davon, wenn ich uns noch einen Kaffee koche?“
John: „Klingt gut, aber lassen Sie mich das machen. Sie haben schließlich einen anstrengenden Tag im Krankenhaus hinter sich.“
Meg: „Okay, aber dann mache ich schnell den Abwasch.“
John: „Kommt überhaupt nicht in Frage. Sie setzten sich ins Wohnzimmer und entspannen sich und ich mache dann den Abwasch. Wenn ich damit fertig bin, bringe ich den Kaffee und wir können uns noch ein wenig unterhalten.“
Meg: „Das geht aber nun wirklich nicht.“
John: „So? Und warum nicht?“
Meg: „Ich weis nicht. Ich kann Sie doch nicht die ganze Arbeit machen lassen.“
John: „Hey, Sie haben schließlich schon gekocht, also kann ich den Abwasch übernehmen.“
Er stand auf und zog Meg von Ihrem Stuhl hoch und führte Sie ins Wohnzimmer.
John: „Hier Meg, setzten Sie sich in den Sessel vor dem Kamin und entspannen Sie sich und ich komme dann, sobald ich in der Küche fertig bin.“
Meg: „Aber....“
John. „Kein aber mehr.“
Er sah Meg an und lächelte dabei.
Meg: „Gut Sie haben gewonnen.“
John: „Gut, ich bin gleich wieder mit dem Kaffee zurück.“
Er ging wieder hinüber in die Küche und begann abzuwaschen. Als er 20 Minuten später mit zwei Bechern Kaffee ins Wohnzimmer zurückkehrte, stellte er fest, das Meg eingeschlafen war.
„Oh Meg,“ dachte er „weist du überhaupt wie wunderschön Du bist? Was mache ich denn jetzt mit Dir? Ich kann Dich doch nicht die ganze Nacht im Sessel sitzen lassen.“
Er hob Meg vorsichtig aus dem Sessel und trug Sie nach oben in Ihr Schlafzimmer. Vorsichtig legte er Sie auf Ihr Bett, zog Ihr die Schuhe aus und deckte Sie zu.
„Schlaf gut.“ Flüsterte John, verließ das Zimmer und schloss leise die Tür hinter sich.
Kapitel 05
Voller Tatendrang wachte John am nächsten Morgen auf. Er stand auf und duschte. Fröhlich dachte er daran, dass er nach dem Mittagessen mit Meg ausreiten würde. Gut gelaunt zog er seine Jeans und ein Pullover an. Auf den Weg in die Küche blieb er kurz bei Meg’s Zimmer stehen. Leise öffnete er die Tür und sah hinein. Meg war immer noch fest am schlafen. So leise wie er die Tür geöffnet hatte, so leise schloss er sie auch wieder. In der Küche kochte er zuerst einmal Kaffee. Dann bereitete er ein paar Sandwiches zu und setzte sich an den Tisch, um zu essen und seinen Kaffee zu trinken. Als er damit fertig war, stellte er die restlichen Sandwiches in den Kühlschrank und goss den Kaffee in eine Thermoskanne. Er nahm einen Zettel und schrieb Meg eine Nachricht, die er an die Kühlschranktür heftete.
Er verließ das Haus und ging in den Stall hinüber. Zuerst fütterte er die Hühner und Schweine. Als er damit fertig war, mistete er den Stall aus. Danach ging er zu den Pferden hinüber. Er versorgte sie mit Hafer und frischen Wasser und mistete auch diesen Stall aus. Als er damit fertig war, begann er Prince zu striegeln. Leise redete er dabei mit dem Pferd.
John: „Weist Du eigentlich, dass Du genau so eine Schönheit bist, wie Deine Herrin? Sie hat wunderschöne Augen und am liebsten würde ich Sie in den Arm nehmen und küssen. Meinst Du Ihr würde das gefallen?“
Als Meg aufwachte, stellte Sie fest, dass Sie in Ihren Kleidern geschlafen hatte.
„Oh,“ dachte Sie, „ich muss wohl im Wohnzimmer eingeschlafen sein und John hat mich in mein Bett gebracht.“
Sie stand gut gelaunt auf. Als Sie auf die Uhr sah, stellte Sie erschrocken fest, das es schon fast Mittag war. Sie erinnerte sich daran, dass Sie zusammen mit John nach dem Mittagessen ausreiten wollte. Schnell ging Sie ins Badezimmer, um zu duschen. Während Sie unter der Dusche stand, kam Sie auf die Idee, das statt zu Mittag zu Essen, ein Picknick besser wäre. Sie stieg aus der Dusche trocknete sich ab. Sie zog eine Blue Jeans und ein Sweater an. Fröhlich ging Meg in die Küche hinunter. An der Kühlschranktür fand Sie die Notiz von John.
Hey Schlafmütze,
endlich ausgeschlafen? Kaffee ist in der Thermoskanne und ein paar Sandwiches sind im Kühlschrank. Ich bin draußen.
John
Meg lächelte, als Sie den Zettel las. Sie goss sich eine Tasse Kaffee ein und begann alles für ein Picknick zusammen zu packen. Danach ging Sie hinaus und machte sich auf die Suche nach John. Sie fand Ihm im Pferdestall. Sie blieb in der Tür stehen und beobachtete John dabei, wie er Prince striegelte und dabei leise mit Ihm redete. Plötzlich sah John auf und sie sahen sich einen Moment tief in die Augen.
John: „Guten Morgen Schlafmütze. Haben Sie gut geschlafen?“
Meg: „Guten Morgen John. Ja, danke ich habe sehr gut geschlafen. Sie hätten mich aber gestern Abend nicht in mein Zimmer bringen müssen.“
John: „Ich wollte Sie nicht wecken, Sie haben so fest geschlafen. Aber Sie konnten ja auch nicht die ganze Nacht in dem Stuhl verbringen.“
Meg lächelte.
Meg: „Danke.“
John: „Es war mir ein Vergnügen.“
Meg: „Und haben Sie auch gut geschlafen?“
John: „Ja, wie ein Baby.“
Beide lachten.
Meg: „So und was muss hier noch gemacht werden?“
John: „Nun ja, die Tiere sind alle versorgt und die Ställe habe ich auch ausgemistet.“
Meg: „John! Sie sollten das doch nicht alleine machen.“
John: „Es hat mir Spaß gemacht. Zum Glück haben Sie keine Kühe, die gemolken werden müssen, dass hätte ich bestimmt nicht geschafft.“
Meg lachte.
Meg: „Wer weis, bei Ihren vielen Talenten, hätten Sie das bestimmt auch geschafft. So, da Sie ja die ganze Arbeit alleine gemacht haben, was halten Sie davon, wenn wir nun Ausreiten und alles für ein Picknick mitnehmen?“
John: „Hört sich gut an. Ich gehe nur schnell noch einmal unter die Dusche und ziehe mich um.“
Meg: „Gut. Ich sattele unterdessen die Pferde. Ich denke, Sie reiten am besten auf Lucky. Er ist nicht ganz so temperamentvoll wie mein Prince.“
John: „Lucky ist doch der große Braune, oder?“
Meg: „Ja, aber keine Angst, er ist wirklich ganz sanft.“
John: „Ich habe keine Angst, ich vertaue Ihnen vollkommen.“
Zum zweiten mal an diesem Morgen sahen sie sich tief in die Augen.
John: „Ehm, ich denke.....ich glaube.....ich sollte wohl jetzt besser duschen gehen.“
Meg: „Ja.“
John lächele Meg an und ging dann ins Haus zurück.
Meg seufzte. Am liebsten hätte Sie John’s Gesicht zu sich heran gezogen und Ihn geküsst.
„Hör auf zu träumen Meg.“ dachte Sie „Ein Mann wie John hat bestimmt eine Frau und Kinder. So ein Mann ist bestimmt nicht alleine.“
Sie seufzte noch einmal und begann die Pferde zu satteln. Als sie damit fertig war, ging sie ins Haus zurück. Fast lief sie dabei in John’s Arme.
John: „Nanu? Wohin so eilig?“
Meg: „Ehm, ich wollte nur eben alles für unser Picknick holen. Ich bin gleich wieder zurück.“
John: „Gut.“
John ging hinaus zu den Pferden und Meg ging in die Küche und holte alles, was sie für das Picknick brauchten. Sie ging mit den Sachen wieder hinaus und verstaute alles in den Satteltaschen. John hielt die Pferde und sah Ihr dabei zu. Als Meg alles untergebracht hatte, lächelte Sie John an.
Meg: „Fertig? Wollen wir?“
John lächelte zurück.
John: „Ja, versuchen wir es.“
Meg: „Keine Angst, Sie schaffen das bestimmt. So wie Sie mit den Pferden umgehen, sind Sie bestimmt schon einmal geritten.“
Sie saßen beide auf und ritten langsam los. Meg beobachtete John anfangs, hatte aber bald das Gefühl, das John sehr gut reiten konnte.
Meg: „Das machen Sie sehr gut.“
John: „Danke. Es geht doch einfacher, als ich gedacht habe.“
Schweigend ritten sie eine Weile nebeneinander her. John konnte dabei nicht aufhören, Meg zu beobachten. Der Wind spielte mit Ihrem langen braunen Haar und Meg versuchte immer wieder eine Strähne aus Ihrem Gesicht zu streichen. Sie ritten zuerst an den Feldern entlang. Kurze Zeit später erreichten Sie einen kleinen Wald.
Meg: „In dem Wald gibt es eine kleine Lichtung mit einem See. Das ist einer meiner Lieblingsplätze. Wollen wir dorthin reiten und unser Picknick machen?“
John: „Hört sich gut an.“
Sie folgten dem Waldweg und nach 15 Minuten erreichten Sie die Lichtung. Der Anblick war atemberaubend. Der See lag ruhig da und in dem Wasser spiegelten sich die bunten Farben des Herbstlaubes wieder.
John: „Das ist wirklich ein sehr schöner Platz.“
Meg: „Ja. Hier her bin ich immer gekommen, wenn ich allein sein wollte.“
John: „Kann ich sehr gut verstehen.“
Sie stiegen von Ihren Pferden ab. Meg breitete die mitgebrachte Wolldecke aus und begann das Essen auszupacken. Beide setzten sich.
Meg: „Greifen Sie zu, Sie müssen nach der vielen Arbeit hungrig sein.“
John: „Ja.“
Schweigend genossen beide das Essen. Als sie damit fertig waren, packte Meg die Reste wieder zurück in die Satteltaschen.
Meg: „John? Wollen wir gleich zurück reiten oder wollen wir hier noch eine Weile bleiben?“
John: „Ich würde gerne noch eine Weile bleiben. Es ist so friedlich hier.“
Sie legten sich beide auf die Decke. Kurze Zeit später war Meg eingenickt. John lag neben Ihr und betrachtete sie. Eine Haarsträhne war in Ihr schönes Gesicht gefallen und John konnte nicht widerstehen, diese aus Meg’s Gesicht zu streichen. Langsam öffnete Meg Ihre Augen. Sie blickte direkt in John’s Augen. Einem Moment schauten sie sich tief in die Augen, dann beugte John sich vor und küsste Meg zärtlich. Im ersten Moment war Meg überrascht, aber dann erwiderte Sie den Kuss und er wurde immer leidenschaftlicher. Sie waren beide atemlos, als sie sich wieder von einander lösten.
Meg: „Wow, Du weißt, wie man eine Frau küsst.“
John: „Das wollte ich vom ersten Augenblick an tun, als ich im Krankenhaus aufgewacht bin und Du vor mir standest.“
Erneut zog er Meg an sich und küsste Sie. Zuerst erwiderte Meg auch diesen Kuss, aber plötzlich löste sie sich von John und schob Ihn leicht weg.
John: „Meg? Habe ich etwas falsch gemacht?“
Meg: „Nein John. Es ist nur, wir wissen doch immer noch nicht wer Du eigentlich bist.“
John: „Hast Du Angst, dass ich bin ein schlechter Mensch?“
Meg: „Nein John, nein das ist es nicht. Du bist bestimmt kein schlechter Mensch, das fühle ich. Ich habe einfach Angst, das.....“
John: „Wovor hast Du Angst?“
Meg: „Ich habe Angst davor, dass da irgendwo eine Frau auf Dich wartet. Eine Frau, die Dich liebt und die Du liebst.“
John: „Mmm und wenn es keine andere Frau gibt?“
Meg: „Ich weiß auch nicht. Wir sollten warten, bis wir wissen, wer Du bist.“
John: „Gut, aber ich glaube das ich noch nie vorher solche Gefühle für eine Frau hatte, wie für Dich.“
Meg: „John, bitte hör auf. Wir sollten besser zurück zur Farm reiten, bevor wir noch etwas tun, was wir hinterher bereuen.“
Schweigend ritten Sie zurück. Auf der Farm angekommen, sattelten Sie zusammen die Pferde ab und versorgten diese.
John: „Meg?“
Meg: „Ja?“
John: „Danke für diesen schönen Nachmittag.“
Meg: „Es war mir ein Vergnügen und auch mir hat der Nachmittag sehr gefallen.“
Sie kehrten beide in Gedanken versunken ins Haus zurück. Meg schrak zusammen, als das Telefon klingelte. Meg nahm den Hörer ab.
Meg: „Meg Cummings!“
Jim: “Hi Meg, ich bin es Jim.”
Meg: „Hi Jim. Gibt es etwas neues?“
Jim: „Ja. Könnte ich mit John sprechen?“
Meg: „Natürlich.“
Sie reichte den Hörer an John weiter.
John: „Hallo.“
Jim: „Hi John. Hier spricht Officer Jim Miller.“
John: „Oh, hallo Officer.”
Jim: „John können Sie aufs Revier kommen?“
John: „Haben Sie etwas über mich herausbekommen?“
Jim: „Ja, aber das möchte ich Ihnen nicht am Telefon erzählen.“
John: „Gut, ich komme gleich. Jim?“
Jim: „Ja John?“
John: „Wissen Sie wer ich bin?“
Jim: „Ja, aber das erzähle ich Ihnen, wenn Sie hier sind.“
John: „Ich komme so schnell ich kann. Bis gleich.“
Jim: „Bis gleich.“
John legte den Hörer auf und drehte sich zu Meg um.
John: „Jim hat herausbekommen, wer ich bin!“
Meg umarmte John.
Meg: „John das ist wunderbar.“
John: „Ich soll gleich zu Ihm kommen, dann erzählt er mir alles. Meg?“
Meg: „Ja John?“
John: „Begleitest Du mich? Ich habe ein wenig Angst vor dem, was ich erfahren werde.“
Meg lächelte Ihn an.
Meg: „Ich begleite Dich sehr gerne.“
Sie verließen das Haus und fuhren zum Polizeirevier.